R.I.P. Tullamore – der Wüstenkönig ist tot, der letzte Löwe der 5 Musketiere – R.I.P. Tullamore, the last lion of the 5 Musketeers

zur englischen Version Wie lange wird es noch Löwen in den scheinbar endlosen Dünen der Namib geben?  Der Wüstenlöwe Tullamore ist tot. Er war der letzte der berühmten 5 Musketiere aus der Dokumentation „Wüstenkönige – Die Löwen der Namib“. Die Dokumentation begleitete drei Löwenweibchen mit ihren fünf jungen durch die Wüste Namib, doch diese 5 Jungen gibt es nicht mehr. Jetzt wurde auch der letzte der 5 Musketiere getötet. Tullamore wurde zusammen mit einer Löwin und zwei Jungen im Gebiet von Okongue getötet.

Bereits in der Dokumentation  „Wüstenkönige – Die Löwen der Namib“ hieß es, dass am Rande der Wüste Rinderhirten ständig neue Weidegebiete für ihre Herden erschießen würden. Die großen Raubkatzen kommen immer öfter in Konflikt mit Menschen, werden Opfer von hinterhältigen Fallen oder beim Angriff auf Nutz- und Weidetiere erschossen.

Die Wüstenlöwen sind besonders selten und an die unglaublichsten Lebensbedingungen angepasst. Sie leben unter den härtesten Bedingungen. Doch gegen den Menschen haben sie keine Chance. Immer wieder kommt es zu einem Konflikt zwischen den Menschen und den Wildtieren.

Tullamore war der letzte der berühmten „5 Musketiere“, der durch diese Dokumentation bekannt wurde.  Die anderen vier sind bereits tot. Drei von ihnen wurden vergiftet und einer im Jahr 2016 erschossen. Tullamore kam zu seiner Sicherheit  in die Okongue-Region. Okongue ist ein Reservat für vom Aussterben bedrohte Tiere.  Dort wurde er voller Stolz der dominierende Löwe, von Löwinnen umgeben, eine wurde jetzt mit ihm getötet. Sowohl Tullamore als auch die Löwin trugen Halsbänder, die angeblich nach den Tötungen verbrannt wurden. Nach dem Bericht von africageographic.com, vom 09. Juni 2017 sollen diese Verbrechen bereits vor einiger Zeit passiert sein. Anfang April gab es durch den angebrachten Sender ein Lebenszeichen von ihm.

Genaue Details zu dem Verbrechen sind noch nicht bekannt, sie sollen aber erschossen worden sein, so africageographic.com

Hautnah konnten wir erleben, wie die Jungen „erwachsen “ wurden. Zwei Jahre hatten die jungen Filmemacher Will und Lianne Steenkamp sie liebevoll als die „Fünf Musketiere“ bezeichnet. Die Löwen der Namib-Wüste sind eine langsam verschwindende Spezies und jetzt ist auch der letzte der 5 Musketiere getötet worden.  Am 3.Januar 2017 wurde von Arte der Film Wüstenkönige – Die Löwen der Namib gesendet.

Nachdem immer mehr Wüstenlöwen getötet wurden, von deren Verhalten und Verbreitung man wenig wusste, startete Dr. Philip Stander 1998 ein intensives  Forschungsprojekt. Der gebürtige Namibier war 23 Jahre lang für das Ministerium für Umwelt und Tourismus (MET) tätig. 2004 verließ er das MET und gründete als eine rein private Initiative die Desert Lion Conservation, welche ausschließlich von Spenden getragen wird.

Philip Stander: „Ich habe mein Leben als Feldforscher mit diesem Löwenrudel verbracht, fast 20 Jahre sind es nun schon. Eine Zeit voll neuer Erkenntnisse, aber auch eine Zeit voll Emotionen! Heute sind weniger als 150 an die Wüste adaptierte Löwen in Namibia übrig geblieben. Wilderei und Rinderzucht bedrohen diese Art massiv. Vor allem das Fehlen von zeugungsfähigen Männchen kann für die gesamte Population fatal werden. Meine Freude über diese Dokumentation ist unbeschreiblich; vielleicht hilft dieses Filmprojekt, diese wunderbaren Tiere vorm Aussterben zu bewahren.“

Aus der Dokumentation: Löwen sind kaum fürs Leben in derart trockenen Gebieten geschaffen und nur sehr wenige Rudel haben sich im Lauf vieler Jahrzehnte und Jahrhunderte an diese Umgebung adaptiert und spezielle Jagdstrategien entwickelt. Nur so können sie überhaupt dort überleben. Doch damit die kleine Population der Wüstenlöwen weiterhin überlebt, müssen die jungen Männchen, die „Fünf Musketiere“, das Erwachsenenalter erreichen und sich mit Weibchen aus anderen Rudeln fortpflanzen. Die Zeit drängt, denn die Löwenpopulation in der Namib ist schon verschwindend klein. Nur wenn die jungen Löwen rasch lernen, selbstständig zu jagen und unabhängig von ihren Müttern zu leben, gibt es überhaupt eine Chance für sie, ein eigenes Rudel zu gründen – und das könnte entscheidend sein für das Überleben einer ganzen Art, denn männliche Löwen gibt es nur mehr wenige in den Wüstenregionen Namibias.

„Wüstenlöwen“ ausgerottet

Auch dieses Rudel wurde ausgerottet:

Sie hießen Leonardo, Morada, Tawny, Maya, Indigo und Crimson und sie wurden durch Wilderei und Giftköder ausgerottet. Das Schicksal dieses Rudels von sechs „Wüstenlöwen“ endete 2011, nachdem ein Safari-Reiseführer drei Löwenkadaver entdeckte, als er von Purros aus etwa 15 Kilometer den Fluss Hoarusib hinauf nach der beliebten Touristenattraktion suchte: den „Wüstenlöwen“.

http://www.desertlion.info/news.html

Ein Männchen wurde im März 2010 auf Beschluss des Purros-Hegegebietsvertreters, der Jagdkonzessions sowie der Naturschutzbehörde und der Forschungsgruppe um Dr. Stander zum Abschuss freigegeben. Die beiden anderen Löwenmännchen wurden kurz darauf illegal erlegt. Die übrig gebliebenen drei Löwenweibchen wurden vergiftet und somit endetet das traurige Schicksal vom Hoarusib-Rudel.

Schätzungsweise 150 Wüstenlöwen gibt es noch und durch den  Konflikt mit dem Menschen ist es eine Frage der Zeit, wann diese seltene Löwenart ausgestorben ist.

Weitere Quelle zum Tod von Tullamore  – dem Wüstenkönig  finden Sie hier: republikein.com.na

Für weitere Informationen über Namibias Wüstenlöwen und um eine Galerie von Fotos zu sehen, klicken Sie hier .


(XPL 93) or “Tullamore”, in better times. © Ingrid Mandt

Breaking news: R.I.P Tullamore, the last lion of the 5 Musketeers

Posted on by Africa Geographic Editorial

Tullamore, the last of the famous ‘5 musketeers’ desert lions of northern Namibia has been killed in the Okongue area, along with a lioness and two cubs, in the ongoing battle between rural cattle farmers and free-roaming lions. Exact details of their demise are not yet known, but it would appear that they were shot. Tullamore was the last surviving member of a group of 5 desert lions made famous by the movie ‘The Vanishing Kings’

Since the movie was made Tullamore’s 4 musketeer comrades were all killed by farmers – three were poisoned and one was shot in 2016. Tullamore was then moved to the Okongue area for his own safety. He then became the dominant male of a new pride, some of whom were killed with him in this latest incident. Both Tullamore and the lioness carried collars, which were allegedly burned after the killings. The killings may have happened a while ago, as Tullamore was reported missing by researcher Flip Stander in early April.

The above information was translated from this Afrikaans post in the Republikein.

Records going as far back as 1934 reflect lions inhabiting the northern Namib desert along the Skeleton Coast in Namibia. It was then observed that desert lions were common in the coastal mountains and riverbeds between the lower Kuiseb River and the Kunene River. It was believed that they were plentiful in the Kaokoveld and along the Kunene valley. The Skeleton Coast National Park was proclaimed in 1967 and, since then, Namibian desert lions have been put on the map as an iconic species of this unique desert region.

Today the population of an estimated 150 lions is under pressure from human influence, with human-lion conflict the primary threat.

For more information about Namibia’s desert lions, and to view a gallery of photos, click here.

The ‘5 Musketeers’, before all 5 were killed in human-lion conflict © Republikein

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3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich habe gerade eben die Doku auf Phönix gesehen und wollte schauen wie es nun weiter ging. Ich bin erschrocken, traurig und wütend das der letzte der 5 quasi gerade erschossen worden ist !

    Afrika ist ein so großes Land ! Ich weiß das dort viel Armut und Hunger herrscht, aber Raubbau an Natur und Tier zu betreiben… das bringt niemanden etwas!

    Ich verstehe nicht, warum diese Tiere in der heutigen Zeit noch getötet werden ! Es gibt so leichte und einfache Mittel Löwen von Viehweiden zu vertreiben!

    Es macht mich einfach sprachlos… und machtlos …..

    Es wäre gut, wenn die Sender soetwas auch ausstrahlen… denn dann kommt man selbst auch mal ins grübeln

  2. Trauriger Film, die Löwen von Namib. Aber das Schlimmste waren für mich die Szenen des Siechtums der Löwin, die zuvor den Kontakt zu ihrem Rudel verlor. Die mit einem Satellitenhalsband versehenen Löwen standen unter ständiger Kontrolle. Aber als die normal genährte Löwin nicht mehr zum Rudel fand und bitterlich nach ihm rief, filmte man lieber das Leid des Tieres, welches nichts mehr zu fressen fand, anstatt ihm zu helfen. Sie war bald nur noch Haut und Knochen. Ein wochenlanges Siechtum. Verhungert vor der Kamera!!! Sofort nach dem Tod, entfernte man nur noch das Satellitenhalsband. Wie kann man nur so grausam sein. Diese Bilder verfolgen mich regelrecht… Aber für den Film sollte ja sicher nicht an Grausamkeit gespart werden.
    Und hier las ich eben, dass genau dieser Forscher, der die Löwen seit 20 Jahren begleitet hat und der toten Löwin das Satellitenhalsband entfernte (Philip Stander), im Jahr 2010 einen Löwen zum Abschuss frei gab. Wie verhält sich das denn?

  3. Es ist scon seltsam. Gewisse Menschen nennen sie Könige der Wüste, ich bin auch einer dieser Menschen. Für andere Menschen sind die Löwen ein Hindernis. Die Löwen machen keinen Unterschied zwischen den domnestizierten Tiere des Menschen und den frei lebenden Tieren. Die Löwen gehen ein ihnen unbekanntes Risiko ein – und verlieren ihr Leben. Der Mensch ist ihnen überlegen. Sind die Wüstenlöwen zu retten? Obwohl ich es mir wünschte, ich bezweifle es. Der Mensch denkt zuerst an sich und den eigenen Vorteil. Wir in unserer zivilisierten Welt können es uns leisten um die Löwen von Namib zu trauern. Die Wüste Namib ist weit weg. Bei uns gibt es keine Löwen. Würden wir anders handeln, wenn unsere Esel oder unsere Rinder, von denen unsere Existenz abhängt, von Raubtieren gerissen würden?
    Ja, ich bin traurig, dass diese wunderbaren Tiere ihr Leben lassen mussten. Aber traurig sein reicht nicht. Es müsste etwas getan werden. Die Bauern müssten für den Schaden, den ihnen die Löwen zufügen, entschädigt werden. Sind wir bereit, für das Leben der Wüstenlöwen zu bezahlen?

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