Verrückt! Einen Schaden von 100.000 Euro! Hunderte Kilo Minigurken vernichtet , weil Supermärkte nur noch Verpacktes wollen, und was wollen die Verbraucher?

Minigurken, allerbeste Qualität, ungespritzt, 10 kg für 10 Euro, weil sie sonst untergepflügt werden müssen. Der Großhandel hat nämlich plötzlich entschieden, nur noch abgepackte Ware anzunehmen. Ja, sie sind zurück, Gurken aus heimischem Anbau füllen wieder die Regale, wäre da nicht der Plastikwahn! Nicht nur, dass krumme Gurken nicht verkauft werden, sondern jetzt kommt noch die Verpackung hinzu.

Es darf nicht sein, dass ein Landwirt ein Drittel der Ernte aussortieren muss, weil das Gemüse nicht so gewachsen ist, wie es eine abstrakte Norm vorsieht. Doch dass ein Gemüsebauer seine Ernte vernichten muss, nur weil seine Gurken nicht verpackt sind, ist wirklich nicht mehr nachzuvollziehen.

Ausschlaggebend ist ein Video auf Facebook – weil seine Brotzeitgurken nicht in Plastik verpackt sind, nehmen große Handelsketten seine Ware nicht mehr an. Ein Landwirt aus Segnitz im Landkreis Kitzingen hat deshalb einen Teil der Ernte untergepflügt. Mittlerweile haben dieses Video über 2 Millionen gesehen und vielleicht haben sich auch einige gefragt, warum man die Gurken unterpflügt und nicht verschenkt.

Jeden Tag werden auf den Feldern 1500 bis 2000 Kilo geerntet werden – seit 14 Jahren baut der Betrieb Minigurken an und bleibt nun auf der Ernte sitzen. Er muss seinen Anbau einstellen und die laufende Ernte vernichten. Von der Ernte können noch 10 bis 20 Prozent verkauft werden. Der Erzeuger hat einen Schaden von 100.000 Euro.

„Die großen, bekannten Handelsketten wollen nur noch in Plastikfolie verpackten Gurken annehmen. Deshalb werden in Segnitz / Ufr. diese Minigurken in Top-Qualität vernichtet“, heißt es in dem Video.

Ein Landwirt aus dem fränkischen Segnitz will ab Montag zehn Kilo Gurken für zehn Euro verkaufen – so lange, bis keine Gurke mehr übrig ist. Gegenüber nordbayern.de erklärt der betreffende Landwirt Franz Hagn am Sonntagmorgen, was dahinter steckt: „Mein Anbau ist gestorben“, sagt er. Seit Jahren sät er nach eigenen Angaben auf rund 6000 Quadratmetern Fläche Minigurken. Die Ernte der kleinen Gurken findet immer von April bis Oktober statt – doch nun soll alles vorbei sein. Um für die übrigen fünf bis sechs Tonnen Minigurken Abnehmer zu finden, ließ er sich auf die Facebook- Aktion ein, die ihm aber mittlerweile Sorgen bereitet. Die Kommentare auf Facebook sind zum Teil sehr extrem, der Ton rau: Die Abpackmethoden der Lebenmittelhändler werden von den Nutzern und der Fränkischen Illustrierten selbst scharf kritisiert. Eine Entwicklung, die dem Landwirt nicht gefällt, denn er habe nicht gegen den Handel hetzen wollen. „Ich werde schon von Kollegen angegriffen“, erklärt er. Es scheint, als hätte sich die Aktion verselbstständigt. Landwirt Hagn will sich in Zukunft auf eine andere Gurkensorte spezialisieren.

Gurken und Plastik

Eine Plastikverpackung schütze Bio-Gurken beim Transport und halte sie länger frisch, schreiben Aldi, Edeka und Rewe auf Anfrage von Markt, NDR. „In vielen Märkten verkauft sich abgepackte Ware deutlich besser als lose Ware“, schreibt Edeka. Mit dem Umweltschutzgedanken hat das nichts mehr zu tun, sagt Experte Thomas Fischer: „Diese unnötigen Verpackungen machen ein Bio-Produkt komplett unglaubwürdig.“ Genau so sehen wir es auch: warum alles in Plastik verpacken?  Denn andere Händler, wie zum Beispiel für Weintrauben, haben erkannt, dass der Verbraucher zuerst auf die Verpackung und nicht auf das Produkt selbst.schaut. Auch hat Papier einen essenziellen Vorteil gegenüber Plastik. „Papier vermittelt dem Kunden einen ursprünglichen und natürlichen Wert. Aus unserer Erfahrung ist dies für den Kunden die attraktivere Verpackung, so ein Händler von Weintrauben.

Gurken werden noch häufig in PE-Folie verschweißt.

Vermehrt verweigern Verbraucher die elastische Folie. Zu Recht, denn  für elastische Folien wird oft PVC verwendet, das die Verbraucher aus umwelttechnischen und gesundheitlichen Gründen (Weichmacher) nicht mehr wollen. Dazu auch: „Fettleibigkeits-Epidemie“ – War Ihnen bekannt, dass Bisphenol A u. a. für die Fettleibigkeit verantwortlich sein soll?

Wiederverschließbare Verpackung für Minigurken – Mellantas – Niederlande 

Wiederverschließbare Verpackung für Minigurken aus Plastik

Mit Minigurken in einer wiederverschließbaren Verpackung sieht Carla Houben von der Gurkengärtnerei Mellantas neue Absatzmomente für das Produkt.

Die Minigurken werden per 2 oder per 4 Stück verpackt. „Wir sehen Möglichkeiten für die Duoverpackung an den Kassen, in Kantinen oder an einem Ständer im Laden“, erzählt Houben von mellantas.nl So schaffen wir einen neuen Konsummoment. Die Verpackung mit 4 Stück sehen wir eher in der Gemüseabteilung liegen. Um auch den internationalen Markt bedienen zu können, gibt es die Verpackung auch in Deutsch und Englisch.

Sechs Millionen Tonnen Plastik. So viel Kunststoff gelangt jedes Jahr ins Meer. Tendenz steigend. Waren bisher vor allem die sichtbaren Wirkungen des im Meer treibenden Plastikmülls wie strangulierte Seelöwen und erstickte Vögel bekannt, warnen Chemiker und Meeresbiologen weltweit vor der toxischen Wirkung des Plastiks auf das Leben im Meer.

Plastik ist ein gefährlicher und langer Begleiter auf dieser Erde, da es nicht biologisch abbaubar ist. Jährlich sterben etwa eine Million Seevögel, weil sie irrtümlicherweise Plastikteile als Nahrung aufnehmen. Der Verdacht besteht, dass auch bei Menschen der Umgang mit Plastik zu Krebs, Unfruchtbarkeit, Autismus oder Allergien führen kann. Besonders problematisch ist der Stoff Bisphenol A. Global werden pro Jahr nahezu 240 Millionen Tonnen Kunststoffe produziert. Allein 60 Millionen Tonnen Plastik werden in Europa produziert, das sind etwa 25 Prozent der globalen Produktion.

Und obwohl der Verbraucher das weiß, kauft er/sie immer mehr Obst und Gemüse mit Plastikverpackungen, denn:

To-Go-Produkte werden in Supermärkten beliebter

Bei Edeka gefunden

„In den Supermärkten konnten wir den Trend beobachten, dass immer mehr Produkte im Bereich Direktverzehr entwickelt werden“, sagt Aloys Meinema von Hessing Supervers. Hessing verarbeitet frische Produkte unter anderem in Gemüse, das bereit zum Kochen ist, frische Säfte, verarbeitetes Obst und Fertigsalate, die an Supermärkte, Fast Food Ketten, Großhändler, Catering-Unternehmen und das Airline-Catering geliefert werden. Der Großteil der Fertigprodukte in den Supermarktregalen ist für den Konsum zu Hause bestimmt, aber er sieht auch, dass die Produkte, die innerhalb einer Stunde zubereitet und gegessen werden können, immer beliebter werden.“

Auch ein Produkt , wo man sich fragen muss, wer so ein Produkt kauft. Um angeblich den frischen Obst- und Kirschtomatenkonsum zu fördern, hat die französische Firma Marroig Primeurs ein neues Konzept ins Leben gerufen. Ihr Fru&Tube ist eine transparente Plastiktube und beinhaltet frische und ganze Früchte und Kirschtomaten. Anthony Marroig, Vertriebsleiter des Familienunternehmens, beschreibt das Konzept ihrer Produkte als „Süßigkeiten der Natur“, das als Snack gedacht ist.

www.marroig.fr

Laut dem Unternehmen richtet sich diese “School Selection“- Reihe von Fru&Tube  als gesunder Snack direkt an Schulkinder.  Wäre eine Aufklärung in Schulen nicht weitaus billiger? Immerhin kann der Preis je nach Produkt und Format zwischen 1,50€ und 3€ variieren.

 Kohlrabi-Snacks  – natürlich wieder in Plastik

www.bejoitalia.it

Bejo Zaden aus Italien stellt neue Konzepte vor, um das Image ihres Gemüses aufzufrischen und es attraktiver für junge, dynamische Kunden zu machen.
Unter den neuen Produkten sind Delicioni Frühlingszwiebeln, Coolwrap Kohlblätter, Snack Karotten und Kohrisp Kohlrabi Sticks.

Alternative Verpackung 100% recycelt und biologisch abbaubar

Wer sein Gemüse und Obst unbedingt verpackt haben will, kann dies sogar bekommen, denn auch Öko-Verpackungen gibt es bereits.

Wer sein Gemüse und Obst unbedingt verpackt haben will, kann dies sogar bekommen und zwar laut dem niederländischen Unternehmen Modiform  in Öko-Verpackung. Das niederländische Unternehmen Modiform produziert seit fast vier Jahrzehnten Produkte für den Gartenbau und arbeitet von 4 Standorten in den Niederlanden aus. Mit der neuen Marke „Eco-Expert“ macht das Unternehmen nun einen Wechsel in den Frischwarensektor.

„Vor eineinhalb Jahren sahen wir, dass eine schottische Firma, Cullen Packaging, Zellstoff aus Recyclingpapier und Karton zur Herstellung von Verpackungen für frisches Obst, Gemüse und Pilzen benutzte“, erklärt Shaun Herdsman, Abteilungsleiter. „Anfänglich waren wir daran interessiert, Gartenbauprodukte aus dem Zellstoff herzustellen, den sie produzierten, und seit einem Jahr daran arbeiten und nun auch einige Test-Produkte zu entwickeln. Wir haben dann mit Cullen über die Obst- und Gemüseverpackungsprodukte gesprochen, die sie herstellen, und sie wollten mit ihnen nach Europa kommen. Wir sind sehr daran interessiert, diese Produkte nach Europa zu liefern, also haben wir uns entschlossen, zusammenzuarbeiten.“ Cullen fing vor drei Jahren an, Verpackungen für frische Produkte herzustellen, und hat in Großbritannien sehr gut mit Kunden, eingeschlossen große Supermärkte, die wirklich daran interessiert sind, da es zu 100% recycelt und biologisch abbaubar ist, zusammengearbeitet.

Der Verbraucher und Plastikmüll

Obwohl alles seit Jahren bekannt ist, ändert sich nichts dran. Der Anteil am weltweiten Plastikmüll ist zu einem Drittel auf Plastikverpackungen zurückzuführen. Dabei sind diese auch noch kaum wiederzuverwenden, wenn es um Plastikverpackungen für Obst und Gemüse geht.

Immer weniger Deutsche nehmen sich die Zeit, zu Hause selbst aufwändig zu kochen. Laut einer repräsentativen Studie, die im Vorfeld der Messe Anuga 2015 vorgestellt wurde, haben viele Verbraucher immer weniger Zeit zum Kochen und Einkaufen – und essen deshalb vermehrt auswärts oder greifen zu Produkten zum Mitnehmen. Auf der Anuga zeigten einige Aussteller neue Kreationen der „to-go“-Klassiker Kaffee, Pizza oder einen Hähnchensnack. Vom 07. Oktober bis zum 11.Oktober 2017 findet die nächste Messe statt, und da ja immer weniger Menschen kochen wollen, gibt es dann auch gleich frisch geschnittenes Gemüse oder Obst natürlich in Plastikbehältern – das wird sicher der Renner. Glauben Sie nicht?

Das Geld ist den Menschen leicht aus der Tasche zu ziehen, ja, die Menschheit ist im Ganzen dümmer, als man angesichts der großen geistigen Leistungen unserer führenden Intellektuellen meinen sollte. Bitte nicht als Beleidigung empfinden, doch was ein Mitglied unserer Truppe auf der weltgrößten Fachmesse der Ernährungswirtschaft und der Nahrungsmittelindustrie Anuga erlebte, ist eine unglaubliche Geschichte, in der sich das Entsetzen und der Humor die Waage halten. Kennen Sie die Kennzeichnung „glutenfrei“? Bei welchen Lebensmitteln vermuten Sie diese Kennzeichnung? Genau – bei Produkten aus Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Grünkern und Dinkel. Aber „glutenfreies“ Mineralwasser? Wasser enthält von Natur aus kein Gluten! Viele Besucher waren so begeistert von dem neuen „glutenfreien“ Wasser, dass wir uns fragen, ob man auch norwegische Fjordluftmischung in der Flasche kaufen kann. Mehr Erlebnisse von der Anuga finden Sie hier: Anuga – Sehr kostbares Nass: Mineralwasser »glutenfrei« und »laktosefrei«

Nun kommen nach „Glutenfreiem Wasser“ 2017  diese „Köstlichkeiten“ in Plastik. Und anstatt weniger Plastik wird immer mehr produziert, obwohl doch unlängst bekannt sein dürfte, welchen Schaden Plastik anrichtet. Wetten, dass dann die Gurken aus dem fränkischen Segnitz längst vergessen sind?

Netzfrau Doro Schreier

Studien: Mikroplastik in Speisefischen und Pflanzenfressern – Austern: weniger Nachkommen!

The Big Four – Die Macht von Aldi, Edeka & Co.

Gemüse aus dem Plastikgarten Europas – Ausbeutung, Lohndumping, Sklaverei, Pestizide, Genmanipulation

Mogelpackung Herkunft von Lebensmitteln! Alles aus China oder was? Essen Sie Spargel aus China? Europa ist für China Hauptexportmarkt für gefrorenes Obst und Gemüse

Schockierende Enthüllungen – Essen Sie exotisches Gemüse und Früchte? Dann schauen Sie sich das an! Vegetable Scam: This Video Will Make You Question The „healthy“ Vegetables You Buy

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Firma, Cullen Packaging, Zellstoff aus „Recyclingpapier“ und Karton zur Herstellung von Verpackungen für frisches Obst, Gemüse und Pilzen benutzte.
    Vor Jahren wurde in Nudelverpackungen und in den Nudeln, Blei und andere Schadstoffe festgestellt, im Karton und in den schönen Aufdrucken.
    Ausserdem: Plastik ist ein gefährlicher und langer Begleiter auf dieser Erde, da es nicht biologisch abbaubar ist. Jährlich sterben etwa eine Million Seevögel, weil sie irrtümlicherweise Plastikteile als Nahrung aufnehmen. Der Verdacht besteht, dass auch bei Menschen der Umgang mit Plastik zu Krebs, Unfruchtbarkeit, Autismus oder Allergien führen kann. Besonders problematisch ist der Stoff Bisphenol A. Global werden pro Jahr nahezu 240 Millionen Tonnen Kunststoffe produziert.

  2. Bei LIDL gibt es unverpackte Tomaten und dann gibt es auch noch Bio-Tomaten, die sind aber in Folien-Verpackung. Das ist doch schizophren, wenn die normalen Tomaten lose unverpackt sind, die Bio-Tomaten aber in Plastik verpackt sind….

  3. Ich ekele mich regelrecht vor Obst und Gemüse, das in Plastik verpackt ist. Wen ich keine Alternative habe, kaufe ich es dann doch – und zuhause reiße ich als erstes die Plastikfolien ab. Besonders bei Gurken.
    Es ist schließlich lange genug bekannt, dass der Kunststoff auf Obst und Gemüse Auswirkungen hat. Und wenn man dann sieht, wie das Gemüse im Plastik schwitzt und wie es im ungeöffneten Plastik regelrecht verfault, dann habe ich lieber unverpacktes Gemüse und Obst. Zu Hause kann ich es dann sachgerecht lagern.

    Maria

  4. Ich hasse die scheiß Plastikverpackungen und kaufe nur unverpacktes. Warum muss man Obst und Gemüse in Plastik einpacken. Die beste Verpackung hat doch die Ware selbst. Nämlich seine eigene Haut. Der Gipfel der Verpackungsperversion ist wenn man hartgekochte Eier aus der Schale pellt und in dann in Folie einschweißt. Hab ich auch schon gesehen.

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