Saudi-Arabien – Nichtbeachtung der Menschenrechte, aber Roboter Sophia bekommt die Staatsbürgerschaft

Saudi-Arabien gilt als einer der autoritärsten Staaten der Welt. Dementsprechend ist die Menschenrechtslage dort äußerst schlecht. Warum eine Frau als Roboter und das ausgerechnet in dem Land, wo Frauen so gut wie keine Rechte haben? Ja, es stimmt. Sophia ist der weltweit erste Roboter, der eine Staatsbürgerschaft erhält, und das ausgerechnet in Saudi Arabien. In einem Interview sagte Sophia: „Ich fühle mich sehr geehrt und bin sehr stolz auf diese einzigartige Auszeichnung.“

Sophia wurde von der Hongkonger Firma Hanson Robotics entwickelt und ist ein humanoider Roboter. Sophia besitzt ein menschliches Aussehen, als Frau. Sie verfügt über die sogenannte künstliche Intelligenz und kann sogar Gespräche führen.

Auch wenn Saudi Arabien bekannt gab, dass Frauen ab Juni 2018 das Autofahren erlaubt wird, sind die Rechte von Frauen stark eingeschränkt. Was mit Frauen geschieht, die sich nicht an die frauenfeindlichen Gesetzen halten, macht der Fall   Malak al-Shehri deutlich.

Im Dezember 2016 wurde sie  in Saudi Arabien verhaftet, nachdem sie beschlossen hatte, ohne Hijab und ohne Abaya auf die Straße zu gehen. Ihr wurde seitens der Polizei auch vorgeworfen, in der Öffentlichkeit über verbotene Beziehungen zu fremden Männer zu sprechen. Für solch ein Vergehen droht Frauen in Saudi Arabien die Auspeitschung. Bislang soll es kein Lebenszeichen von  Malak al-Shehri geben. 

In Juni 2017 wurde die  prominente Frauenrechtsaktivistin Ludschain Hathlul erneut verhaftet. Warum also eine Frau als Roboter, incl. Staatsbürgerschaft, und das ausgerechnet in Saudi Arabien?

Saudi Arabien steht wegen Missachtungen für Menschenrechte in der Kritik

Nicht nur Saudi Arabien ist um einen „guten Ruf“ bemüht, auch die ausländischen Investoren versuchen mit allen Mitteln, Saudi Arabien als ein Land darzustellen, in dem man als Tourist herzlich willkommen ist und wo sich eine Investition lohnt. Die Mannheimer Werbeagentur Speer+Rogal betreut seit Jahren Kunden aus Saudi Arabien. Und nicht nur deutsche Investoren investieren in Saudi Arabien, auch China hat beim Besuch des saudischen Königs Salman bin Abdulaziz in Peking im März 2017 eine Absichtserklärung und Investitionsvereinbarungen im Wert von 65 Milliarden Dollar unterzeichnet.

Im Mai 2017 besuchte US-Präsident Donald Trump Saudi Arabien: „Wir sind nicht hier, um Vorträge zu halten. Wir sind nicht hier, um anderen Leuten zu erzählen, wie man lebt, was zu tun ist, wer man zu sein hat oder wen man anbetet. Stattdessen sind wir hier, um Partnerschaft anzubieten, die auf gemeinsamen Interessen und Werten basiert, um eine bessere Zukunft für uns alle zu erlangen.“

Wie Kronprinz Mohammed bin Salman auf einer Wirtschaftskonferenz in der Hauptstadt Saudi Arabiens bekannt gab, wolle er am Roten Meer eine neue Stadt für 500 Milliarden Dollar (rund 430 Milliarden Euro) erbauen lassen.

Laut Saudigazette soll die neue Metropole „Neom“ heißen. Kronprinz Mohammed bin Salman sagte stolz: „Neom wird von Grund auf neu errichtet.“ Klaus Kleinfeld, ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Siemens-Konzerns,  soll für das Megaprojekt die Leitung übernehmen.

Saudi-Arabien und China planen gemeinsam, einen 20 Milliarden Investmentfond aufzulegen

Ende August 2017 fand die saudisch-chinesische Wirtschaftskonferenz in Jeddah statt. Energieminister Khalid Al-Falih und der chinesische Vizepremier Zhang Gaoli gaben bekannt, dass man gemeinsam einen 20-Milliarden-Investmentfond auflegen will, und die Gewinne werden dann zu gleichen Anteilen geteilt.
China hatte bereits angekündigt, solche gemeinsamen Investmentfonds weltweit zu etablieren, um die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zu fördern. Bereits im Dezember 2015 hatte China einen $ 10 Milliarden Fond mit den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgelegt und im vergangenen Oktober einen Fond mit Frankreich.

Saudi-Arabien gilt als „globaler Partner“ für die „Neue Seidenstraße“ der Chinesen

Ein Gegenbesuch der Chinesen in Saudi Arabien am Donnerstag, dem 24. August 2017, wurde genutzt, um laut saudigazette weitere Investitionen zu planen.  Al-Tuwaijri sagte, dass Riyadh daran interessiert sei, Geld im Ausland zu sammeln, nicht nur, um sein Haushaltsdefizit zu decken, sondern auch, um wichtige Investitionsprojekte zu finanzieren.
Saudi Arabien möchte die chinesische Bevölkerung für den Tourismus gewinnen. Bereits 2016 motivierte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel die Deutschen zu einer Bildungsreise nach Saudi Arabien und auch dieses Jahr bemerkte sie, Saudi-Arabien sei viel besser als sein Ruf.

Dabei wurde nicht erwähnt, dass im Jemen ein Völkermord stattfindet, den Saudi-Arabien mitzuverantworten hat, und auch der Anstieg der Todesurteile ist in Saudi Arabien erschreckend – Siehe: Bizarr: „Experte“ für UN-Menschenrechtsrat aus Saudi Arabien: Im Jemen läuft eine Katastrophe ab, die Saudi Arabien mitzuverantworten hat und in Saudi Arabien tobt ein innerer Krieg wie in Syrien

Im Rahmen der Belt and Road Initiative soll auch Saudi Arabiens Vision 2030 unterstützt werden, so chinagoabroad.com. Saudi-Arabien ist schon geplagt von Arbeitslosigkeit und Wohnungsknappheit. Laut der Bundesregierung und zwar von der Germany Trade and Invest  reichen die Staatseinnahmen von Saudi Arabien nicht einmal mehr zur Deckung der laufenden Ausgaben. Und trotz steigender Menschenrechtsverletzungen in Saudi Arabien erwägt die EU ein Freihandelsabkommen  mit Saudi Arabien.

Schon mehrfach hat Saudi Arabien versucht, die negativen Schlagzeilen zu manipulieren. So stand Saudi-Arabien auf der veröffentlichten sogenannten „Liste der Schande 2015 und wollte da nicht aufgeführt werden. Darum übte Saudi Arabien Druck auf die UN aus – mit Erfolg   Die Liste zeigt die Namen von Ländern, Terrorgruppen und Armeen, die Kinder rekrutieren und töten. Wenige Stunden nach der Veröffentlichung war Saudi-Arabien plötzlich von der Liste der Schande verschwunden. Die Saudis hatten schriftlich und mündlich bei Ban Ki-Moon protestiert. Nach dem Motto: Wir wollen nicht auf einer Liste erscheinen, auf der auch Terrorgruppen wie der „Islamische Staat“ oder Al Kaida stehen. Siehe: Empörend: Saudi Arabien übt Druck auf UN aus und verschwindet von „Liste der Schande „!

Zusatzinformationen

Anfang Januar 2016 ließ Salman 47 angebliche Terroristen hinrichten, darunter den oppositionellen schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr, den Onkel von  Ali Mohammed al-Nimr, der jetzt hingerichtet werden soll. 

Die Folge waren weltweite Kritik und enorme Spannungen zwischen Saudi-Arabien und Iran. Beide Golfstaaten kämpfen um die regionale Vorherrschaft und führen Stellvertreterkriege im Jemen, in Syrien und im Irak. Salman brach sämtliche Beziehungen, inklusive Flugverbindungen, zum Iran ab.

Auch der neue Thronfolger steht seit kurzem fest, es ist Mohammed bin Salman. Der 31-Jährige führt im wahhabitischen Königreich für seinen abwesenden Vater erstmals die Geschäfte. Aus dem Provisorium könnte bald ein Dauerzustand werden, so derstandard.at vom 26. Juli 2017.

Mohammed bin Salman al-Saud ist der Kronprinz, Verteidigungsminister und stellvertretende Premierminister Saudi-Arabiens. Während seiner Amtszeit als Verteidigungsminister führten die Streitkräfte Saudi-Arabiens die Militärintervention im Jemen seit 2015 durch.

Laut Standard sind das Rechnen mit einer früheren Ablösung Salmans und die Schwäche des US-Präsidenten Gründe dafür. Mohammed bin Salmans Aufstieg wurde im Weißen Haus mit Sympathie begleitet – und vielleicht will der Kronprinz nicht so lange warten, bis sein amerikanischer Mentor irreparabel beschädigt ist. MbS besuchte Trump bereits im März im Oval Office, wurde dort wie EIN Staatsoberhaupt behandelt und fädelte Trumps Bling-Bling-Besuch in Saudi-Arabien im Mai ein. Unter Barack Obama hatte noch MbN – als Innenminister ein verlässlicher Partner der Amerikaner in ihrem „war on terror“ – als Favorit der USA gegolten. Zudem geht er hart gegen den Iran vor, aber auch gegen Reformer im eigenen Land. Mit ihm gilt das saudische Königreich als zunehmend unberechenbar.

Was auch die Situation belegt, die sich gerade in Saudi Arabien Provinz al-Qatif abspielt:

Qatif gilt zusammen mit al-Hasa als Siedlungsschwerpunkt der saudischen Imamiten und spielte in Zusammenhang mit den Protesten in Saudi-Arabien ab 2011 eine zentrale Rolle. Der Bürgerrechtler Nimr al-Nimr wurde wegen Anstiftung zum Aufruhr in Qatif zum Tode verurteilt und im Januar 2016 hingerichtet.

Ali Al-Nimr, sein Neffe, soll enthauptet werden, dann soll sein kopfloser Körper aufgehängt und öffentlich ausgestellt werden. Der neuste grausame Akt der IS-Dschihadisten? Nein: Es ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofes in Saudi Arabien und doch wird dieser Staat mit Waffen nur so überschüttet. Siehe: Siehe: Grausam und brutal – Sie wurden gefoltert und sollen jetzt hingerichtet werden – 14 junge Regimekritiker, sie waren nicht mal 18, als sie verhaftet wurden- Saudi Arabia executed ten people and plans Imminent Executions for 14 Accused Pro-Democracy Protesters

So soll der Tourismus in Saudi Arabien gefördert werden, dazu dieses Foto:

Zerstörung der Altstadt

Um diese Tourismuslandschaft zu bauen, findet hier gerade eine Massenvernichtung statt. In Saudi Arabien herrscht ein Bürgerkrieg, der von den Medien nur wenig Aufmerksamkeit bekommt. Sunniten und Schiiten bekämpfen sich nicht nur in Syrien, im Irak und im Jemen bis aufs Blut. Im Kleinen tobt dieser Krieg auch in Saudi Arabiens Osten. Seit Mai gehen die saudischen Sicherheitskräfte in der 30 000-Einwohner-Stadt mit äußerster Härte gegen «Terroristen» vor. Die Stadt soll sich im Belagerungszustand befinden, umzingelt von Checkpoints. Am 10. Mai begannen Bulldozer damit, rund 500 historische Häuser im Bezirk al-Mosawara abzureißen. Mit der Zerstörung der engen Gassen soll den Aufständischen das Rückzugsgebiet genommen werden. Es gehe aber auch darum, das historische und kulturelle Erbe auszulöschen, erklärte ein nach Großbritannien geflüchteter Aktivist aus Awamiya gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.
Gepanzerte Fahrzeuge in den Straßen, zerschossene Häuser und Gewehrsalven in der Luft – solche Szenen sind wir aus Syrien gewohnt. Doch Ähnliches spielt sich derzeit auch in der schiitischen Stadt al-Awamiya im Osten Saudi Arabiens ab, allerdings mit umgekehrten Vorzeichen: Die Aufständischen sind Schiiten, das Regime ist sunnitisch. Siehe Bizarr: „Experte“ für UN-Menschenrechtsrat aus Saudi Arabien: Im Jemen läuft eine Katastrophe ab, die Saudi Arabien mitzuverantworten hat und in Saudi Arabien tobt ein innerer Krieg wie in Syrien

Allein anhand dieses Beitrages seht ihr: Menschenrechte haben auf dieser Welt keinen Platz mehr, was zählt, ist das Wachstum, und mit diesem lockt China und jetzt auch Saudi Arabien.

 Roboter Sophia bekommt die Staatsbürgerschaft


Kronprinz Mohammed bin Salman plant nicht nur die Errichtung der Megastadt „Neom“, wo Roboter und künstliche Intelligenz eine zentrale Rolle einnehmen sollen, sondern ausgerechnet Saudi Arabien verlieh einem weiblich aussehenden Roboter namens Sophia die Staatsbürgerschaft. International bekannt wurde Sophia durch ihr im Vergleich zu bisherigen Robotervarianten besonders menschliches Aussehen und Verhalten.

Gemäß den Angaben des Herstellers besitzt Sophia künstliche Intelligenz, die Fähigkeit zu visueller Datenverarbeitung und zur Gesichtserkennung.

Sophia hat keinen Wächter, trägt keine Abaja und verhüllt sich nicht – wie kann das sein?“, hieß es etwa in einer Nachricht, wie der Standard berichtete. Gepostet wurde auch eine Fotomontage von Sophia mit Kopftuch und Gesichtsschleier mit der Betitelung „Wie Sophia nach einer Weile aussehen wird.“

Doch bei allen Menschenrechtsverletzungen hat der Roboter Sophia bei der Investitionsinitiative 2017 in Riyad gezeigt, wie schnell die Roboter auf dem Vormarsch sind.

Netzfrau Doro Schreier

Kollege Roboter – Industrie 4.0 – wir werden (fast) alle arbeitslos

Bizarr: „Experte“ für UN-Menschenrechtsrat aus Saudi Arabien: Im Jemen läuft eine Katastrophe ab, die Saudi Arabien mitzuverantworten hat und in Saudi Arabien tobt ein innerer Krieg wie in Syrien

Grausam und brutal – Sie wurden gefoltert und sollen jetzt hingerichtet werden – 14 junge Regimekritiker, sie waren nicht mal 18, als sie verhaftet wurden- Saudi Arabia executed ten people and plans Imminent Executions for 14 Accused Pro-Democracy Protesters

Trotz steigender Menschenrechtsverletzungen und erweiterte Kooperation mit Türkei – Rüstungsfabrik und Freihandelsabkommen EU mit Saudi Arabien

300 indonesische Arbeiterinnen wurden in Saudi-Arabien eingesperrt, missbraucht – einige getötet und einfach weggeworfen – 300 Indonesian Workers Locked Up And Abused In Saudi Arabia

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