Wo Palmöl drin ist, muss Palmöl draufstehen – auch bei Kosmetik!

Was Palmöl anrichtet – vom Landraub bis hin zum Mord, von der Ausrottung vieler Tierarten und insbesondere der Orang Utans – haben wir mehrfach berichtet. Trotzdem schmieren sich Menschen Produkte mit Palmöl nicht nur aufs Brot, sondern auch auf die Haut.

Beauty-Branche erwartet spürbare Umsatzimpulse, hieß es im November 2016 und auch dieses Jahr duftet Weihnachten besonders gut: Beautyprodukte sind das am häufigsten geplante Weihnachtspräsent. Fast 60 Prozent der Deutschen haben vor, Kosmetik unter den Weihnachtsbaum zu legen, so der Kosmetikverband.

Während Sie diesen Artikel lesen, im Internet surfen oder durch Facebook scrollen und einen Imbiss zu sich nehmen, werden allein in Indonesien 300 Fußballfelder an Wald gerodet, um für Palmöl-Plantagen Platz zu gewinnen.

Palm

Der weltweit führende Kosmetikhersteller L’Oréal hat in Indonesien sein weltgrößtes Werk. In die Produktionsstätte nahe der Hauptstadt Jakarta sind rund 100 Millionen Euro investiert worden. Im neuen Werk in Jababeka werden Produkte für die Haut- und Haarpflege für die Massenmarken L’Oréal Paris und Garnier hergestellt. 21 % des weltweit geernteten Palmöls werden für Seifen und Kosmetika verwendet. So auch in Kosmetika von L’Oréal – und lange Anfahrtswege können nun gespart werden, denn man ist mitten in den Palmölfeldern.

Kaufen Sie Produkte von LOréal, freut sich Nestlé, denn seit dem Jahr 1974 ist Nestlé an L’Oréal beteiligt. Siehe: Kosmetikgiganten und ihre Tricks! Der schleichende Tod aus dem Badezimmer

Palmöl mag ein guter Ersatz in der Industrie sein, da es sich bei Raumtemperatur ohne Hydrierung nicht verändert. Aber es ist keine gesündere Alternative. Schon 2009 bewies eine Studie, dass Palmöl keine gute Alternative für Transfette ist, weil der Konsum von beiden ähnliche Reaktionen bewirkt, nämlich das Klumpen von LDL (=bösem) Cholesterin und einem Protein (Apolipo Protein B), das für seine Verteilung in der Blutbahn sorgt.

Die Lösung ist ganz einfach: Wo Palmöl drin ist, muss auch Palmöl draufstehen.

  • In den vergangenen drei Jahren ist die Weltproduktion um zehn Prozent von 57 auf 63 Millionen Tonnen Palmöl gestiegen, in zehn Jahren hat sie sich verdoppelt.
  • Durch die Zerstörung der indonesischen Regenwälder werden Tausende teils noch unentdeckte Tier- und Pflanzenarten dem Aussterben preisgegeben.
  • In diesen Wäldern leben Millionen Ureinwohner, deren Menschenrechte durch diesen Raubbau an der Natur systematisch verletzt werden.
  • Zu den immensen ökologischen Problemen kommen soziale Ungerechtigkeiten hinzu wie Menschenrechtsverletzungen, Brandrodungen von Urwäldern, Landnahmen, Zwangsräumungen, gewalttätige Auseinandersetzungen etc.
  • Orang-Utans leben nur noch in den Regenwäldern auf Borneo und Sumatra und sind vom Aussterben bedroht
  • Deutschland gilt als führender Biodiesel-Konsument in der EU. In keinem anderen Land wird öfter Biosprit getankt. Palmöl wird als Rohstoff für Biosprit verwendet. Das nahezu komplette 34 Prozent-Wachstum in der Zeitspanne  zwischen 2010 und 2014 für EU-Biodiesel geht auf die Rechnung von importiertem Palmöl.
  • Jedes zweite Produkt im Supermarkt enthält heute Palmöl. Es wird für Nahrungsmittel, Kosmetika, als Kraftstoff sowie in der chemischen Industrie verwendet.
  • Siehe: Das schmierige Geschäft mit Palmöl mit Hilfe des WWF – Agrofinanz insolvent, Palmölproduzent IOI steht am Pranger – Wilmar in Kritik

Dazu eine Petition: Bundestag: Wo Palmöl drin ist, muss Palmöl draufstehen – auch bei Kosmetik!

Was ist das Problem?

Palmöl befindet sich in einem Großteil aller Kosmetik-Produkte. Das muss aber nicht eindeutig auf der Verpackung deklariert werden. Stattdessen gibt es an die 100 chemische „Tarnnamen“ für Palmöl, die sich ein Verbraucher unmöglich merken kann. Für Verbraucher ist es deshalb fast unmöglich, bewusst auf das umwelt- und gesundheitsschädliche Palmöl zu verzichten.

Was ist die Lösung?

Die Lösung ist ganz einfach: Wo Palmöl drin ist, muss auch Palmöl draufstehen. Wir fordern deshalb ein Gesetz, das Hersteller dazu verpflichtet, Palmöl in Kosmetika auch als solches zu deklarieren. Das wäre fair und transparent und zudem existiert ein solches Gesetz für Lebensmittel schon seit 2014. Warum also nicht auch bei Kosmetika?

Warum sollte ich unterschreiben?

Fairness und Transparenz sind wichtig für Verbraucher und wir alle haben ein Recht zu erfahren, was in unseren Produkten steckt. Kein Hersteller in keiner Produktkategorie sollte über diesem Recht stehen. Deshalb solltest auch du unterschreiben!

Warum wollen Menschen auf Palmöl verzichten?

Cemong auf dem Weg nach Sintang (© Sintang Orang Utan Center)

Wir setzen uns seit Jahren für den Schutz der Orang Utans ein und mittlerweile haben die Netzfrauen Lisa Natterer und Karin Hackl einen Verein in Österreich gegründet: „Mamat Orang Utan Hilfe“   Facebook: Mamat Orangutanhilfe

Der Verein unterstützt das Sintang Orang Utan Center von Willie Smits.

Dr. Willie Smits, geborener Holländer, mittlerweile jedoch seit Jahrzehnten in Indonesien und dort eingebürgert, setzt sich vor Ort unter vielem Anderen für den Erhalt des Regenwaldes und das Überleben der Orang Utans, der Schwarzschopfmakaken und anderer Tiere ein.

Seine Arbeit begann 1985 in der Wanariset-Forschungsstation in Ost-Kalimantan auf der Insel Borneo.

1991 gründete Dr. Smits die „BORNEO ORANGUTAN SURVIVAL FOUNDATION“ BOS, die weltweit größte Organisation zum Schutz der Orang Utans.

Das Sintang Orang Utan Centre, welches sich im südwestlichen Teil Borneos befindet, nimmt verwaiste oder kranke Tiere auf. Dort werden sie gesund gepflegt, möglicherweise re-sozialisiert und schließlich in einen geschützten Waldteil (Tembak) gebracht, wo sie ihre natürlichen Sinne und Fähigkeiten wieder erlernen sollen. Das Klettern oder wie man sich einen Schlafplatz für die kommende Nacht baut, haben die meisten „Bewohner“ von Sintang nicht erlernt, weil sie ihren Müttern gestohlen wurden, oder eben verwaist waren. Helfen sie mit, dieses Projekt zu unterstützen. Immer wieder werden Tiere aufgenommen. Manchmal gibt es zu wenige Käfige, und Geld wird benötigt, um das Material für neue Gehege zu kaufen. Mehr dazu HIER

Und eine grausamer Bericht, was mit Orang Utans geschieht, die nicht gerettet werden konnten: Grausam! Orang-Utan-Bordelle in Indonesien

Wie inzwischen immer mehr Verbrauchern bekannt ist, hat Palmöl eine Unmenge an negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Von der Regenwaldzerstörung in Südostasien bis hin zu Gesundheitsbedenken europäischer Behörden gibt es viele gute Gründe, auf Palmöl zu verzichten.

Die Kampagne ist von ZeroPalmöl des SAVE Wildlife Conservation Fund, einer gemeinnützigen Stiftung aus Wülfrath, NRW, die wir unterstützen und mit denen wir zusammenarbeiten. Die  Palmöl-Kampagne hat das Ziel, Verbraucher über die schädlichen Folgen von Palmöl aufzuklären und sie dazu zu bewegen, ganz oder sehr stark auf das Pflanzenfett zu verzichten.

Bitte machen Sie hier mit: Petition: Bundestag: Wo Palmöl drin ist, muss Palmöl draufstehen – auch bei Kosmetik!

Netzfrau Lisa Natterer

EU-Parlament plant Verbot von Palmöl in Biodiesel – Malaysia und Indonesien kündigen Strafmaßnahmen gegen Länder an, die Palmöl boykottieren wollen

Australier protestieren gegen Palmöl! EINKAUFSRATGEBER Palmöl und Pflanzenöl! Australia against Palm Oil – Don’t Palm Us Off

Das Grüne Gold – Indonesiens Leuser-Ökosystem, eine Fundgrube für Biodiversität wird durch Palmöl gefährdet – Indonesia’s Leuser ecosystem, a treasure trove of biodiversity threatened by palm oil

Palmöl: Schlecht für den Wald und Ihre Gesundheit – Neuer Nachweis zeigt auf, dass Palmöl die Gesundheit bedroht – Palm Oil: Bad for Forests, and Your Health

Viva l’Italia – Nach COOP jetzt auch Nahrungsmittelkonzern Barilla palmölfrei – Grund: EFSA warnt vor Palmöl wegen Krebsgefahr! – After EFSA opinion on palm oil, Barilla Eliminates Palm Oil From Over 50 Mulino Bianco Products

Das schmierige Geschäft mit Palmöl mit Hilfe des WWF – Agrofinanz insolvent, Palmölproduzent IOI steht am Pranger – Wilmar in Kritik

Frankreich plant „Nutella-Steuer“, um Indonesiens Tiere und Regenwälder zu schützen – Awesome News! France Plans Make a Palm Oil Tax to Protect Animals and Rainforest in Indonesia

Palmöl – vom Urwald in die Schokocreme – Say No To Palm Oil

Panzer für Palmöl – 3.9.2013 wird die europäische Konferenz von RSPO in Berlin stattfinden.

World Orang-Utan Day- Offener Brief an den indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono

Das Grüne Gold – Palmöl – Wie lange dauert es von der Genom-Entschlüsselung zur gentechnischen Veränderung?

Keine Luft zum Atmen – Singapur und Malaysia ersticken im Rauch…

Tödliches Palmöl

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Netzfrauen,
    zuerst einmal freue ich mich das ihr wieder aktiv seid!
    Danke!

    Ich würde gerne eine Petition unterschreiben, aber nicht bei change.org.
    Ich habe selbst schlechte Erfahrungen mit denen gemacht und erst nach vielem Mails hörten sie auf.
    Hier ein paar Hinweise:

    Change.org verkauft Mail-Adressen seiner Nutzer
    Wie Change.org unsere E-Mails verkauft | Digitalcourage
    https://digitalcourage.de/blog/2016/wie-changeorg-unsere-e-mails-verkauft
    https://digitalcourage.de/blog/2016/wie-chan… Anonym öffnen Markieren
    18. Juli 2016 … Der „Espresso“ hat die Preisliste der Firma Change.org (Preise zwischen 0,85 € und 1,50 €) erhalten und bei einigen Kunden nachgefragt. Unsere …. „Sie sind nicht perfekt“, ergänzt sie, „und wir haben auch sie kritisiert, Campact zeigten sich jedoch wesentlich offener für einen Dialog und für Änderungen“.
    ,,,,,,,,,,,,,,,,
    Change.org muss vom Netz“
    Der frühere schleswig-holsteinische Landesdatenschützer Thilo Weichert hält die Plattform jedoch für nicht rechtskonform: „Change.org muss zumindest in Deutschland und in Europa umgehend vom Netz gehen oder völlig neu gestaltet werden.“ Diese Forderung unterfüttert er mit einem Gutachten, in das auch Stellungnahmen von Change.org eingeflossen sind.
    Der schwerste Vorwurf: Die politischen Meinungsdaten von Millionen deutscher Nutzer würden weiter auf US-Servern gespeichert – auch nach dem Safe-Harbor-Urteil des Europäischen Gerichtshofs. „Letztlich gibt es keine Sicherheit, dass die sensiblen persönlichen Daten über politische Meinungen nicht bei US-Behörden oder sogar bei der NSA landen“, meint Weichert. Er kritisiert zudem, dass diese Daten gespeichert, mit Angaben aus Plattformen wie Facebook und Twitter angereichert und für neue Kampagnen weiterverwendet werden. Außerdem würden E-Mail-Adressen und Postanschrift für Werbezwecke auch an Dritte weitergegeben.
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Kritik-am-Datenschutz-der-Petitionsplattform-Change-org-2923815.html

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