WIR

bildWir möchten reich sein, sind aber geizig. Wir haben Ideen, doch setzen sie nicht um. Wir möchten erfolgreich sein, sind aber doch nicht mutig genug, um Risiken einzugehen.

Wir reden nur darüber. Wir reden darüber, fortan mehr Sport zu machen, fortan mehr zu lesen, mehr raus zu gehen. Wir wollen weniger Fleisch essen, weniger Fernsehen schauen, weniger lästern.

Wir wollen bessere Menschen sein, aber keine Kompromisse eingehen!

Wir verschwenden unsere Zeit auf Facebook. Wir stellen uns dar. Uns ist es wichtig, was unsere „Freunde“ von uns denken. Sie sollen denken, dass wir es uns leisten können, dass wir witzig sind, viele Freunde haben, dass wir gut aussehen, dass wir viel reisen, dass wir intelligent sind.

Sie sollen denken, dass wir die Menschen sind, der wir sein wollen.

Wir heucheln politisches Interesse vor, übernehmen in Wirklichkeit bloß die Meinung anderer. Wir sind oberflächlich, wollen aber tiefgründig sein.

Jetzt gerade sitzen wir mit unseren dicken Hintern zu Hause.

Wir haben den ganzen Tag gearbeitet. Ein Job, der uns nicht gefällt, der in Wirklichkeit unterbezahlt ist. Wir sitzen da und lassen uns von Fernsehen und Facebook die perfekte Welt vorspielen. Trotzdem merken wir nicht, dass auch die anderen bloß darstellen. Wir sind neidisch, wir wollen auch das neueste Iphone, die coolsten Sneaker.

Wir fragen uns ständig: „Wie machen die das?“

Merken aber nicht, wie uns der Wille nach Konsum einmal mehr eingefleischt wird.

Wir konsumieren alles: Autos, Klamotten, Menschen….

Menschen?

Wir feiern, doch eigentlich feiern wir nicht, wir saufen. Wir saufen, um zu vergessen. Wir vergessen, um zu berauschen. Wir wollen Sex. Sex mit einem Menschen, der toll ist, der besser ist als wir, der gut aussieht. Vielleicht verlieben wir uns. Der neue Partner genügt uns irgendwann nicht mehr. Wir wollen einen besseren Partner, einen, der schöner, reicher und intelligenter ist.

Oder einen, von dem wir denken, dass er so ist.

Aber warum? Warum konsumieren wir so unersättlich?

Um zu verdrängen?

Zu verdrängen, dass täglich über 17 000 Kinder verhungern, damit wir viel mehr haben, als wir brauchen?

Oder auch, um zu verdrängen, dass täglich 300 Tonnen radioaktives Wasser in den Pazifik fließen und dies für uns alle noch gesundheitliche Konsequenzen bedeuten wird?

Zu verdrängen, dass unsere Regierungen unter Einfluss Großindustrieller gegen unseren Willen Kriege führen, um ihre eigenen Taschen zu füllen?

Zu verdrängen, dass unser Essen genmanipuliert, verseucht und derart ungesund ist, dass es uns über einen längeren Zeitpunkt hinaus vergiften wird?

Viele von uns werden jetzt mit dem Kopf schütteln und zu sich sagen:

„Das ist doch schon wieder Schwarzmalerei und Übertreibung!“

Diejenigen von uns werden sich kurz darauf selbst ertappen.

Ertappen dabei, wie sie sich ein weiteres Mal mit belanglosem Kram versuchen abzulenken.

Wie lange willst DU dieses Gerüst der Scheinwelt noch aufrecht erhalten?

Netzfrau Svenja Josefa Polenz 

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  1. Wir versuchen nicht mit dem Strom zu schwimmen, doch immer wieder geraten wir in die StrömungWir pflegen Freundschaft mit vielen Menschen die nicht der Norm entsprechen. Wir führen ein offenes Haus und versuchen die Welt im kleinen erträglicher zu machen. Dafür ernten wir oft Anfeindung. Wir haben behinderte Menschen in unserer Familie, eigene und Pflegekinder. Es gibt Menschen die meinen solche Leute dürfe man nicht frei herumlaufen lassen. Die behinderten Kinder werden geplagt und die nicht behinderten Kinder werden gemobbt. Aber es gibt auch Unterstützung und Anerkennung. Wir setzen uns ein und ernten Verleumdung. Wir drohen daran zu zerbrechen. Da glaubt man schon manchmal in die vermeintliche Sicherheit der Scheinwelt fliehen zu müssen.

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