Die Sache läuft aus dem Ruder! Deutsche Milchproduktion läuft auf Hochtouren – trotz Überproduktion – möglich machen es die Turbokühe!

Das Leiden der deutschen Turbokühe für billiges Milchpulver, welches wieder für Hunger in der Welt sorgt! Subventioniert mit Steuergeldern! Überall auf der Welt protestieren Kleinbauern und fürchten die Überschwemmung mit Milch aus Europa. Sie kämpfen um ihre Existenz!  

157,5 Mio. Tonnen Rohmilch werden in der EU produziert. Deutschland ist der größte Milcherzeuger in der EU. Möglich machen es die Turbokühe. Ihr Milchausstoß hat sich in den letzten 50 Jahren verdreifacht. Für billige Milch werden sie verheizt und enden als ausgelaugte Kühe krank im Schlachthof, nachdem sie gerade zweimal gekalbt haben.

Die EU hat ein Milchproblem!

In der EU liegen knapp 380 000 Tonnen Milchpulver auf Lager. Europa produziert nach dem Ende der EU-Milchquote zu viel Milch und noch nie war Milch so billig. Nach der letzten Zählung der Europäischen Milchbeobachtungsstelle, die am 18. Januar stattfand, lagern mindestens 378 578 Tonnen in europäischen Lagern, hauptsächlich in Frankreich (71 740 Tonnen), Belgien (66 235 Tonnen) und Deutschland (65 571 Tonnen).

Mittlerweile verkauft die EU ihr gehortetes Milchpulver mit Verlust und dies, obwohl die Lagerkosten 2017 in der EU auf mehr als 10 Millionen Euro stiegen. Ein Wahnsinn, oder?

Exporte der deutschen Milchwirtschaft sorgen für Hunger in der Welt!

Der Export von Milch aus Europa nach Afrika, Lateinamerika, Indien und China in Form von Milchpulver bringt verschiedene Probleme mit sich und sorgt sogar für noch mehr Hunger.

Industrielles Milchpulver wird in der Lebensmittelindustrie vor allem für Molkereien zur Wiederaufbereitung oder Produktion verwendet wie Milchgetränke, Joghurt, Joghurt Getränke, Kekse, Süßigkeiten, Schokolade, Eis und so weiter.

Die verarbeitende Lebensmittelindustrie in den jeweiligen Ländern erhalten billigeres Milchpulver aus Europa anstatt aus den eigenen Ländern.

Beispiel Indien:

2014 überschwemmte eine große Menge an Milchpulver den indischen Markt, sodass ein weiterer Preissturz folgte. 70 % des direkten Absatzmarktes brachen daraufhin schrittweise weg. Und auch 2017 gab es heftige Proteste von Bauern in Indien, die bis heute andauern. Erst diese Woche gaben die Gujarat Molkereien in Indien bekannt, Probleme wegen der Überproduktion von Milch zu haben, und sie verarbeiten die Milch zu Milchpulver, was wiederum zu Überbeständen von Milchpulver führt.

Laut der Milchwirtschaft: „Neben den besonders engen Handelsbeziehungen mit anderen EU-Staaten, liegt auch außerhalb Europas ein großes Potenzial für den Export deutscher Milchprodukte. Der Hauptgrund dafür ist vor allem das hohe Bevölkerungswachstum in Schwellenländern des asiatischen oder auch afrikanischen Kontinents.“ Quelle milchindustrie.de/

Billiges Milchpulver für die Welt – doch zu welchem Preis?

Bauern in Indien entleeren riesige Milchbehälter auf die Straßen. In Irland machen sich die Landwirte Sorgen, denn Milchbauern mit 60, 70 oder 100 Kühen wird es spätestens in zehn Jahren nicht mehr geben. 7000 Betriebe seien davon betroffen. Sie sind wütend, denn mit der industriellen Milchwirtschaft mit zum Teil 1000 Kühen können sie nicht mithalten.

Dazu auch: Verrückte Welt! Größter Milchviehbetrieb Europas mit 20.000 Kühe geplant und auch in China weitere Megamilchställe mit 100.000 Kühen

Wir hatten bereits in unserem Beitrag: Die Milchlüge – Die EU hat zu viel Milch, die niemand haben will, und greift zu erschreckenden Maßnahmen – auf Kosten der Steuerzahler! auf die Unmengen an Milchpulver, die die EU hortet hingewiesen, doch nicht nur die EU hat Probleme mit einer Überproduktion, sondern auch andere Länder verarbeiten die überschüssige Milch  zu Milchpulver.

Leidtragende sind die Kühe, denn diese produzieren die Milch und müssen weiterhin gemolken werden. Hatten wir am 17.Januar unserer Augenmerk auf die Überproduktion von Obst und Gemüse gerichtet, so stellen wir fest, dass auch Milch zu einem globalen Problem wird.

 In  Europa wurden Berge von Gurken und Tomaten, in Mexiko 11 Millionen Kilo Bananen und in Australien Tausende Tonnen Ananas vernichtet!.  Alles nur noch ein Wahnsinn! Überproduktion, Anstieg der Kosten und sinkende Preise! Seit 2016 gibt es die schlimmste Krise für Produzenten von Früchten, Knoblauch, Honig, Erdnüssen, Milch, Wein, Most und Zucker in Argentinien, aber auch in anderen Ländern, die für den Export produzieren. Die geworfenen Birnen spiegeln die mangelnde Rentabilität wider.

Bei einer weiteren Recherche stellten wir fest, dass es nicht nur Obst und Gemüse betrifft, sondern auch die Milch.


Landwirtschaftsminister Schmidt hatte im Oktober 2015 den Einzelhandel aufgerufen, Milch zu angemessen Preisen zu verkaufen, damit die Landwirte zumindest ihre Produktionskosten decken können. Doch was ist mit den Kleinbauern, die hungern, weil sie ihre Milch nicht mehr verkaufen können?

Wie ist es möglich, dass Milch made in Germany zu Billig-Preisen in den Kühlregalen in Ländern Afrikas oder in anderen Entwicklungsländern landet?

Laut Markus Mau, Professor für Betriebswirtschaft mit starkem Agrar- und Ernährungshintergrund, liegt dies am günstigen Export von Milchpulver. Das haltbare Milchpulver wird nach Afrika gekarrt und erst vor Ort zu Joghurt oder Trinkmilch weiterverarbeitet. Mit Frischmilch oder H-Milch im Karton würde das kaum gehen. Das wäre zu aufwändig und der Transport viel zu teuer. Oft wird das Milchpulver auch noch mit billigen Pflanzenölen gemischt.

Wir berichteten, dass der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé seine Aktivitäten zurzeit in Äthiopien ausbaut. Nestlé ist nicht nur der weltgrößte Mineralwasserproduzent, sondern auch Milchunternehmer. Nestlé arbeitet daran, eine Verpackungsfabrik für Milchprodukte zu errichten. Ein damit verbundenes Entwicklungsprojekt nimmt den pensionierten Langstreckenläufer Haile Gebreselassie als Markenbotschafter unter Vertrag.

Siehe: Entwicklungshilfe als Mogelpackung sorgt für Hunger in Afrika – In Afrikas Kühlregalen stehen europäische Milchprodukte zu Billigpreisen

Überschüssige Milch wird zu Milchpulver verarbeitet.

Gibt es zu viel davon,  kauft die EU im Rahmen der sogenannten Marktintervention in großen Mengen Milchpulver auf und lagert sie ein. Allein die EU sitzt auf 380.000 Tonnen Milchpulver! Gelitten haben dafür Turbokühe, denn die Milchbauern in der EU wollten immer größer werden! Und in Lateinamerika und Afrika hungern Kleinbauern, weil die EU mit Milchpulver den Markt überschwemmt! Finanziert mit Steuergeldern!

Die EU und Deutschland unterstützen Landwirte durch Milliarden Euro an Subventionen. Bei der Produktion von Milch und Milchprodukten führt das seit Jahren zu einer Überproduktion.

Jetzt wurde auch bereits ein EU-Schulmilchprogramm erlassen. Für die Abgabe von Schulmilch stellt die EU jährlich ein Budget von 100 Millionen Euro aus Steuergeldern zur Verfügung.

Obwohl es weltweit zu einer Überproduktion kommt, erwartet der MIV für 2018 eine weitere Steigerung der EU-Produktionsmenge von rund 1,6 % auf 157,5 Mio. Tonnen Rohmilch!

Von 32,7 Mio. Tonnen Milch, die von den deutschen Molkereien verarbeitet werden, sind 16,6 Mio. Tonnen, also die Hälfte, für den Export bestimmt, mit zunehmender Tendez. Dagegen wird vergleichsweise nur ein geringer Anteil an die weiterverarbeitende Industrie und an Großverbraucher geliefert. Deutschland importiert jedoch auch nicht unwesentliche Mengen (12,3 Mio. Tonnen) an Milchprodukten und generiert mit deren Handel Wertschöpfung. Quelle milchindustrie.de

/milchindustrie.de/

Die industrielle Milchproduktion läuft auf Hochtouren – trotz Überproduktion – möglich machen es die Turbokühe

So helfen die Züchter mit zweckmäßig gezüchteten Rassen nach, die bis zu 50 Liter und mehr am Tag produzieren. Diese Höchstleistung der Milchproduktion führt zu zahlreichen Erkrankungen bei den Tieren. Die Milchkühe sind nach einigen Jahren körperlich nicht mehr in der Lage, ihre Milchproduktion aufrecht zu erhalten und sind somit nicht mehr rentabel.

Das Leiden in Deutschlands Hochleistungsställen : Die Zeiten, in denen eine Kuh nur eine Kuh war, sind lange vorbei. Heute sind Kühe – jedenfalls eine ganze Menge von ihnen – vierbeinige Produktionsbetriebe. Und die liefern: das Lebensmittel Milch. Je mehr, desto besser. Und weil das so ist, wurde die Milchleistung der Kühe unter anderem mit einer speziellen Kraftnahrung immer weiter nach oben gepuscht. Diese Leistungssteigerung im Kuhstall stößt an ihre Grenze!  Manuskript zum Herunterladen: Billige Milch – kranke Kühe Informationen hier:  Billige Milch – kranke Kühe

Und unser Beitrag:Verheizt für billige Milch – Das Leiden der deutschen Turbokühe

 

Im Februar 2017 forderte EU-Agrarkommissar Phil Hogan auf dem Milchgipfel in der sächsischen Vertretung in Brüssel die Teilnehmer des Gipfels auf, mit Blick auf den Milchmarkt die enorme Preisvolatilität bei den Milcherzeugnissen in den Griff zu bekommen. Mittlerweile schaut die Welt voller Sorge auf Europas 380 000 Tonnen Milchpulver, die ohnehin schon den weltweiten Markt überschwemmen und in anderen Ländern für Hunger sorgen. 

In den USA wurden 500 000 Milchkühe geschlachtet, um eine künstliche Milchknappheit zwecks höherer Preise zu erzeugen. Verrückte Welt.

Das Wohlergehen der Kühe steht in den modernen Ställen zunehmend im Hintergrund. Um sich auf dem hart umkämpften Milchmarkt behaupten zu können, investieren die Bauern in immer größere Betriebe. Die Sache läuft aus dem Ruder!

Netzfrau Doro Schreier

Weitere Informationen:

Die Milchlüge – Die EU hat zu viel Milch, die niemand haben will, und greift zu erschreckenden Maßnahmen – auf Kosten der Steuerzahler!

Entwicklungshilfe als Mogelpackung sorgt für Hunger in Afrika – In Afrikas Kühlregalen stehen europäische Milchprodukte zu Billigpreisen

Verrückte Welt! Größter Milchviehbetrieb Europas mit 20.000 Kühe geplant und auch in China weitere Megamilchställe mit 100.000 Kühen

War on Waste! Wahnsinn wegen Überproduktion: Europa Berge von Gurken und Tomaten, Mexiko 11 Millionen Kilo Bananen, Australien Tausende Tonnen Ananas vernichtet!- Mountains of pineapples, bananas, cucumbers, tomatoes wasted

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. In meinen Augen „Irrsinn!“
    Die Bauern in der EU erhalten riesige Agrar-Subventionen für die Bewirtschaftung Ihrer Flächen und Ihre Überproduktion an landw. Erzeugnissen wird dann mit EU-Export-Subventionen in der ganzen Welt billig angeboten. Dort ruinieren die Mini-Preise für europäische Agrarprodukte einheimische Bauern! Der deutsche Steuerzahler zahlt also zweimal und muß hinnehmen, dass die dritte Welt immer ärmer wird!

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