„Deutschland geht Klauen“

Die vier großen Discounter Lidl, Edeka, Aldi und Rewe bestehlen täglich ihre Produzent*innen, denn sie verhindern Gewerkschaften, zahlen Hungerlöhne und befördern die Verletzungen von Menschenrechten. Und nein, EDEKA nimmt nicht 163 Produkte von Nestlé aus dem Regal,  weil Nestlé das Wasser abgräbt, sondern es ging ganz einfach nur um eines: den Preis. Wenn also Nestlé einer Preissenkung zustimmt, bleibt noch weniger bei den Produzenten.

Deutschland geht klauen. Wichtigste Komplizin von Rewe, Aldi, Edeka und Lidl ist die Bundesregierung. Sie weigert sich, Gesetze zu erlassen, welche die Menschenrechte der Produzent*innen schützen und die Discounter zur Rechenschaft ziehen, so die Begründung der Berliner Aktionskünstler*innen vom Peng-KollektivAuch wir sind Kompliz*innen.

Kennen Sie den wahren Preis?

Beispiel Orangensaft

https://deutschlandgehtklauen.de/index.php#products

BRASILIEN

Orangensaft zählt nicht nur in Deutschland zu den beliebtesten Fruchtsäften, er wird auch weltweit sehr viel getrunken. Die Industrie ist sehr lukrativ, der Rohstoff Orangensaft wird an der Börse gehandelt. Doch die Bedingungen der Herstellung sind grausam. Auf den Orangenplantagen in Brasilien, wo 80% des weltweit gehandelten Safts herkommen, verdienen Arbeiter*innen gerade einmal 10€ pro Tag und das auch nur, wenn sie es schaffen, zwei Tonnen Orangen zu pflücken. Das ist auch für brasilianische Verhältnisse ein Hungerlohn.

Angeheuert werden sie in besonders armen Regionen des Nordostens. Die Reise müssen sie meist selbst bezahlen. Orangen werden unter extremem Pestizideinsatz angebaut. Trotzdem erhalten Arbeiter*innen keine Schutzkleidung. Für die Unterbringung müssen sich bis zu 20 Personen einen Raum in einer Baracke teilen. Die sanitären Anlagen verstoßen gegen Hygienevorschriften und Ruhezeiten gibt es fast nicht – in einem Arbeitsmonat gibt es nur einen Ruhetag.

Ob bei Edeka, Rewe, Lidl, Kaufland oder Aldi – bei den Lebensmittelhändlern steht Orangensaft im Regal, der vor allem in São Paulo hergestellt wird. Aus dem brasilianischen Bundesstaat stammt über die Hälfte des weltweit produzierten Safts und Deutschland ist einer der größten Abnehmer. Das schwächste Glied in der Zulieferkette sind die Pflückerinnen und Pflücker: Sie erhalten niedrige und willkürlich berechnete Löhne, müssen zum Teil zwölf Stunden ohne Pause arbeiten, sind abhängig von dubiosen Mittelsmännern und schutzlos giftigen Pestiziden ausgesetzt. >>> STUDIE  Hinter den Kulissen der Orangensaftindustrie

  • Am Beispiel der Orangensaft-Lieferkette zwischen Brasilien und dem deutschen Verbrauchermarkt werden die Missstände in der Orangensaftproduktion aufgedeckt. Der Beitrag verdeutlicht die Auswirkungen von fehlender Verantwortung für gute und existenzsichernde Arbeitsbedingungen durch die wenigen großen Lebensmittelkonzerne. Lesen Sie dazu: Wie teuer ist billig? Orangen zum Dumpingpreis

Tomaten Italien

Tomaten machen rund ein Viertel des deutschen Gemüse-Speiseplans aus, ob aus der Dose oder frisch, als Sauce, Belag, Salat oder Deko.

Wenige europäische und deutsche Großhändler diktieren den Preis und die Anbaubedingungen. V. a. in den Sommermonaten „schützen“ die europäischen Gesetze den hiesigen Markt vor Importen von anderen Kontinenten – dort oft eine relevante und bis vor kurzem auch einigermaßen lukrative Wirtschaft. Dies passiert zugunsten der europäischen Produktionsländer, v. a. Italien und Spanien. Dort wiederum lassen sich die Arbeitsbedingungen dieser Tage noch billiger gestalten. Stärkung von menschenunwürdigen Lebensbedingungen in Europa einerseits und Schwächung eines afrikanischen Wirtschaftszweigs andererseits. Zwei zum Preis von einem.

Die ausgedehnten, abgelegenen Plantagen in Süditalien sind schlecht zu kontrollieren und so greifen die Gesetze gegen Ausbeutung, obgleich vorhanden, faktisch nicht. In ganzen Zelt-Ghettos mit mangelnden sanitären Anlagen, ohne Schutz gegen Nässe oder Kälte und fast ohne Anschluss an die Außenwelt leben v. a. Geflüchtete und Migranten als Erntehelfer ohne Vertrag oder irgendeine andere soziale Absicherung.

Im Sommer sind die türkisfarbenen Strände der Adria ein Magnet für Urlauber in Nordeuropa, während die Trulli – die traditionellen kegelförmigen Steinhäuser – die bevorzugte Unterkunft für die Ferien des Mittelstandes sind. Es gibt in den abgelegenen Ebenen am Fuße der Gargano-Hügel eine schreckliche, geheime und oft gewalttätige Welt. Dort leben Hunderttausende von Migranten, und was sich dort abspielt, kann sich keiner im modernen Europa vorstellen. Sie sind die neuen Sklaven Europas und sie schuften für ein paar Cent, damit Tomaten billig u. a. ins 18 000 Kilometer entfernte Australien exportiert werden können.

Dazu auch Paradox! Europäer bekommen Tomaten aus China und dank Ausbeutung und durch Subventionen zerstören italienische Tomaten australischen Markt

„Deutschland geht Klauen“

Mit der Aktion wollen die Künstler eine Solidarisierung der deutschen Konsumenten mit den Produzenten von Waren erreichen. Außerdem gehe es darum, eine öffentliche Debatte zu bewirken. Sie ist vor allem an die deutsche Politik gerichtet. Peng! wolle ein Gesetz erreichen, das die Supermärkte verpflichtet, auf bessere ökologische und soziale Bedingungen bei ihren Zulieferern zu achten. Bislang gibt es dazu vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales nur eine freiwillige Selbstverpflichtung für Unternehmen – so der deutschlandfunk.de

Die Macht der Konzerne ist weitreichend. Wenn Unternehmen Marktmacht haben, werden sie politischen Einfluss suchen und erlangen und umgekehrt. Der enorme Reichtum und die Macht von Konzernen stehen im Zentrum vieler Probleme der Welt – wie Ungleichheit, Menschenrechtsverletzung und Umweltzerstörung. Der Drang nach kurzfristigen Profiten scheint heute die grundlegenden Menschenrechte für Millionen von Menschen auf dem Planeten zu übertrumpfen.

Deshalb gehen wir jetzt richtig klauen……

Mit einer ungewöhnlichen „Robin-Hood-Aktion“ will das Berliner Künstlerkollektiv „Peng!“ auf die Ausbeutung der Produzenten von Supermarkt-Waren aufmerksam machen.

Für die Rechte der Menschen, die unsere Lebensmittel produzieren. Das Geld, das wir dabei nicht an Supermärkte zahlen, geben wir stattdessen Gewerkschaften und Organisationen, die sich für die Rechte der Erzeuger*innen einsetzen.

  • Denn das, was die Regierung hier zurzeit tut, ist nicht genug. Der Nationale Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte setzt auf Selbstverpflichtung der Unternehmen und bleibt dabei unverbindlich. Der Plan benennt zwar die Verantwortung der Unternehmen, verpflichtet sie aber nicht dazu, die Produktionsbedingungen zu verbessern. Demnach ist alles in Ordnung, wenn sich nur die Hälfte aller Unternehmen nicht an Menschenrechte hält und die andere Hälfte lediglich erklären kann, warum sie sich nicht tut.
  • Die vier großen Discounter Lidl, Edeka, Aldi und Rewe bestehlen täglich ihre Produzent*innen, denn sie verhindern Gewerkschaften, zahlen Hungerlöhne und befördern die Verletzungen von Menschenrechten. Solange es keine Gesetzesänderung gibt, wird das auch so bleiben. Deshalb kehren wir die Ausbeutung symbolisch um. Wir klauen gezielt Produkte und geben das Geld dafür dorthin, wo es hingehört: an Gewerkschaften im globalen Süden.
  • ZUR KAMPAGNE

Ananas

Beispiel Ananas – mit schlimmen Nebenwirkungen

Mit der Aktion  treten wir den Rechtsstaat mit Füßen, bis er in die Pötte kommt. Wir müssen Unternehmen in Deutschland verklagen können, wenn sie uns Produkte anbieten, für die andere Menschen mit ihren Grundrechten bezahlen. Eine entsprechende Gesetzesvorlage gibt es sogar bereits. Doch fehlt der Wille, sie umzusetzen. Dabei wäre genau ein solches Gesetz auch eine Chance, Fluchtursachen im Ursprungsland dieser Produkte zu bekämpfen: in Deutschland.

Screenshot

PREISSENKUNG – Die Verbraucher freut’s, das Personal kommt mit dem Anbringen der neuen Preisschilder nicht mehr nach. Permanent werden die Preise gesenkt. Doch zu welchem Preis?! Und das alles mit Exportsubventionen, auch Exporthilfe genannt. Das sind staatliche Leistungen für Warenexporte, um Waren auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig zu machen. Diese zerstören in den armen Ländern, die hauptsächlich Agrargesellschaften sind, die Landwirtschaft und damit deren Lebensgrundlage. Siehe auch Wie an europäischen Lebensmitteln die Welt verhungert

Der Irrsinn der EU! In Italien werden Tomaten vernichtet, weil die EU aus Tunesien billig importiert! Dank Ausbeutung und Subventionen zerstören italienische Tomaten den australischen Markt und Europäer bekommen Tomaten aus China.

Nicht preiswert, sondern billig – billig auf Kosten Anderer!! Was ist unser Essen wert?!

Netzfrauen

Discounterkrieg – Supermärkte neuerdings als Wohlfühloasen und weitere Tricks, die Sie wissen sollten!

Kampf der Giganten! EDEKA legt sich mit Nestlé an und nimmt 163 Produkte aus dem Regal!

Schizophrenie – Während man über Ausstoß von CO2 diskutiert, karrt man Lebensmittel durch die Welt! 

War on Waste! Wahnsinn wegen Überproduktion: Europa Berge von Gurken und Tomaten, Mexiko 11 Millionen Kilo Bananen, Australien Tausende Tonnen Ananas vernichtet!- Mountains of pineapples, bananas, cucumbers, tomatoes wasted

„Mar de plastico“- Woher kommt der Salat im Winter? Preis: Ausbeutung, Lohndumping, Sklaverei, Pestizide!

Plastik-Pest! Stoppt den Verkauf von Obst und Gemüse in Plastikverpackungen! – The plastic plague! Stop plastic packaging

Mogelpackung Herkunft von Lebensmitteln! Alles aus China oder was? Essen Sie Spargel aus China? Europa ist für China Hauptexportmarkt für gefrorenes Obst und Gemüse

Schlafende Flüchtlingskinder im Park eingesammelt und „von italienischen Männern sexuell missbraucht”- Child refugees ‘sexually abused by Italian men’ after being picked up while sleeping homeless in parks

Flüchtlingskrise – Libyen soll Flüchtlinge aufhalten – doch gerettete Flüchtlinge sterben in Libyen an Misshandlungen

Die Welt schaut zu: EU treibt Afrika in die Armut – die Flüchtenden sterben in der Wüste mehr als im Mittelmeer! – Refugees fleeing to Europe may die in even greater numbers in the Sahara than in the Mediterranean

Der bittere Geschmack von unserem Obst

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Dummer Artikel.

    Wenn ein Erntehelfer zwei Tonnen Obst am Tag erntet, zwanzig Tage im Monat, 300$ verdient und aus 2T Orangen 1300 l Saft gewonnen werden, liegt der Arbeitslohn pro Liter bei 1 eurocent.

    Bei einem Verkauspreis von 1-2 Euronen wäre also locker ein anständiges Gehalt drin.

    Die Gewinnmarge ist das Problem.

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