Das vergessene Atoll Kiribati: Kiribatis Kampf ums Überleben – Kiribati’s fight for survival

zur englischen Version Kiribati ist eines der isoliertesten Länder der Welt. Während Sie zur Hauptinsel South Tarawa fliegen, die weniger als 100 km vom Äquator entfernt liegt, taucht ein unsicherer Streifen aus Sand und Grün aus dem Ozean auf. Die Kiribatis können sagen: „Euer Profit ist unser Untergang!“ te mauri, te raoi ao te tabomoa, („Gesundheit, Frieden und Wohlstand“). So lautet der Wahlspruch Kiribatis. Es ist aber nicht mehr weit her mit dem Wahlspruch, seit ein Teil des weit verstreuten Inselstaates vom Untergang bedroht ist. Am südlichen Ende von Abaiang ist das Dorf Tebontebike. Es musste kürzlich wegen des Eindringens des Meeres verlegt werden. Nirgendwo sieht man die direkten Auswirkungen der Klimaerwärmungen extremer als im Inselstaat Kiribati. Laut Wissenschaftlern ist Kiribati die erste Nation der Welt, die dem Klimawandel zum Opfer fällt. Das Meer frisst die Nation sprichwörtlich auf. Schon in wenigen Jahrzehnten soll der steigende Meeresspiegel die 33 Atolle und Riffinseln überspült haben.

Kiribatis Kampf ums Überleben

Im Inselstaat Kiribati leben gut 100 000 Menschen. Auch seine 33 Atolle liegen durchschnittlich zwei Meter über dem Meeresspiegel und gelten damit ebenfalls als am stärksten anfällig für steigendes Wasser. Die tiefliegenden Inseln sind durch Erosion infolge starker Stürme gefährdet. Salzwasser dringt in die Brunnen ein. Auch hier werden bereits Maßnahmen ergriffen wie z. B. das Aufschütten künstlicher Inseln. Außerdem hat Kiribati Land gekauft, um in Fidschi Lebensmittel wachsen zu lassen und Menschen umsiedeln zu können.

Kiribati-Präsident lädt Donald Trump ein, die Auswirkungen des Klimawandels auf sein Land zu sehen

Da Donald Trump den Klimawandel als eine Erfindung der Chinesen bezeichnet, hat der Präsident von Kiribati, Taneti Mamau auf dem Commonwealth Heads of Government Meeting London 2018 Donald Trump offiziell eingeladen, damit dieser sich von den Auswirkungen des Klimawandels auf Kiribati persönlich überzeugen kann.

In Kiribati sind die Folgen der Klimaerwärmung  existenzbedrohende Realität.

Das Land sei eines der ärmsten der Welt, sagt die UNO, eine sogenannte „Least Developed Nation“. Experten vergleichen den Entwicklungszustand mit der Situation in Afghanistan und Haiti. Kinder sterben an Durchfallerkrankungen und Ruhr. Die Kindersterblichkeitsrate ist höher als in Bangladesch. Ohne Entwicklungshilfe aus Australien, Neuseeland und der EU sähe die Situation noch düsterer aus.

Das Staatsgebiet liegt etwa auf der Hälfte des Weges zwischen Hawaii und Australien in Mikronesien. Bis Ende 1994 verlief die internationale Datumsgrenze mit dem 180. Längengrad zwischen den Gilbert- und Phoenixinseln. Im Interesse eines einheitlichen Datums im gesamten Staatsgebiet wurde zum 1. Januar 1995 die Datumsgrenze nach Osten verlegt, sodass nun ganz Kiribati westlich davon liegt. Die östlichste der Line Islands, Caroline Island, heißt seit dem 1. Januar 2000 Millennium Island, weil man auf dieser Insel den ersten Sonnenaufgang des Jahres 2000 beobachten konnte.

catholicclimatecovenant.org/

Im Jahr 2013 sorgte Ioane Teitiota aus Kiribati für Schlagzeilen, nachdem er in Neuseeland als erster Flüchtling des Klimawandels „auf der Grundlage der Veränderungen in seiner Umwelt in Kiribati durch den Anstieg des Meeresspiegels im Zusammenhang mit dem Klimawandel“ um Asyl gebeten hatte.

Ein Mann aus dem pazifischen Inselreich Kiribati hat wegen des Klimawandels bei einem Gericht in Neuseeland um Asyl gebeten. Steigende Meere und Umweltrisiken durch die globale Erwärmung in seiner Heimat seien der Grund, erklärte der 37-jährige Ioane Teitiota. Er bittet darum, als Klimaflüchtling anerkannt zu werden. Ioane Teitiota kam 2007 nach Neuseeland. Er hat drei Kinder, die dort geboren wurden. Das Leben seiner Familie würde bedroht, sollte sie in Kiribati siedeln müssen, sagte er. Neuseelands High Court in Auckland hatte ihm bislang Asyl verweigert. „Es gibt keine Zukunft für uns, wenn wir wieder nach Kiribati gehen“, konterte Teitiota vor dem Berufungsgericht. Doch Teitiota verlor den Kampf, als erster Klimaflüchtling anerkannt zu werden.


Der Fall wurde vom neuseeländischen Obersten Gerichtshof 2014 abgewiesen und Teitiota wurde im folgenden Jahr ausgewiesen.

Ein Dorfbewohner beobachtet, wie der „König der Gezeiten“ durch die Meeresmauer seiner Familie auf das Grundstück auf der südpazifischen Insel Kiribati stürzt. Foto: Jeremy Sutton-Hibbert / Alamy

Wissenschaftler sagen voraus, dass Kiribati innerhalb von Jahrzehnten von steigenden Meeren und Sturmfluten vollständig verschluckt werden könnte. Seine 100 000 Einwohner spüren bereits die Auswirkungen des Klimawandels: höhere Gezeiten, die ihre Häuser überschwemmen, ihre Ernten überfluten und ihre Trinkwasserversorgung verschmutzen.

Seit 1983 messen Forscher in Kiribati den Meerespegel. In den letzten 25 Jahren haben die Wissenschaftler einen Anstieg des Meeresspiegels von jährlich bis zu 5,7 mm festgestellt. Der Pegelanstieg ist eine von vielen Folgen der globalen Erwärmung.

Es gibt Pläne, das Land zu evakuieren, wenn der Druck zu groß wird und die Zerstörungen zu massiv werden. Auf den Fidschi-Inseln hat die Regierung von Kiribati bereits Land gekauft.

Stunning Documentary Examines Kiribati’s Unrelenting Sea Level Rise

By Lorraine Chow – ECO Watch 

To some, climate change might feel like a distant problem that does not affect our everyday lives. Some even treat the global phenomenon with downright indifference or label it a „hoax.“

Of course, climate change is not a faraway threat. The destructive effects of a warming world are very real and are felt today, especially in the low-lying Pacific island nation of Kiribati.

The island republic could become one of the first countries to disappear from sea level rise, as Director Matthieu Rytz shows in his feature documentary, Anote’s Ark, a stunning film EcoWatch is honored to sponsor at the 42nd Cleveland International Film Festival.

Kiribati is made of 33 coral atolls with most of the land only a few feet above sea level. Recently, the National Oceanic and Atmospheric Administration warned that global average sea level rise could reach up to 8.2 feet by 2100.

Scientists predict that Kiribati could be completely swallowed by rising seas and storm surges within decades. Its 100,000 residents have already felt the impacts of climate change, including high tides that inundate their homes, flood their crops and contaminate their drinking water supply.

Rytz’s documentary follows former President Anote Tong’s mission to keep his country and 4,000 years of rich cultural history above water. Literally.

Tong, who served as president for three successive terms from 2003 to 2016, races to find options, from advocating in international climate negotiations to investigating the possibility of building underwater cities or even floating islands.

Tong has warned that islanders will inevitably have to start leaving Kiribati because of rising waters.

„Relocation, no matter how undesirable, must therefore be the brutal reality of the future of atoll island nations, and part of the solution,“ he said in 2016.

Former Kiribati President Anote Tong.Anote’s ArkThe documentary also follows Sermary Tiare, a young mother of six, who must decide whether to leave her home and migrate to a new life in New Zealand.

Rytz spent four years traveling between his home in Montreal to Kiribati to make the feature-length film.

„I feel honored, and also entrusted with a great responsibility, to tell this small nation’s story before it disappears,“ he said.

„I want this film to give a voice to the people of Kiribati. I want the world to see their commitment to caring for people, their respect for the natural world, and their dignity and grace as they face the loss of their entire country,“ he added.

„They are leading by example, and we must listen, and learn from them, before their fate becomes our own.“

Netzfrau Doro Schreier
deutsche Flagge

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