Neuseeland: Vereinbarung Abbau von Eisensand in Taranaki missachtet Interessen der Māori – Taranaki iron sand seabed mining consent reduced Māori interest to lip service, court told

zur englischen Version Jetzt doch! Neuseeland hat etwas, was die Welt braucht, und das befindet sich tief im Meer. Der Wettlauf um die Ressourcen im Meer ist entbrannt und trotz der vielen Risiken hat man die weltweit erste Genehmigung für Meeresbergbau erteilt. Das Bergbauunternehmen Trans-Tasman Resources (TTR) will 50 Millionen Tonnen Sand pro Jahr vom Meeresboden absaugen und 10 Prozent nach Asien exportieren. Schon einmal wurde der Abbau von Rohstoffen vor Neuseelands Küsten erfolgreich verhindert, denn es gibt bislang kaum Regeln für den Bergbau in den Ozeanen und nicht nur das, was macht ein Ableger des US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin in fremden Gewässern? In Neuseeland protestieren die Māori, da ihre Interessen nicht berücksichtigt wurden. Doch nicht nur der Meeresgrund ist betroffen, in Neuseeland werden ganze Berge abgebaut und verschifft, ob Sand oder Holz. Den Hunger der Welt nach diesen Rohstoffen soll Neuseeland stillen.

Die Attraktivität des Meeresbodens vor Neuseeland

In Neuseeland wurde 2014 erfolgreich Trans-Tasman-Resources daran gehindert,  die rund 30 Kilometer vor der neuseeländischen Küste Eisenerz abzubauen. Eine Bergbaulizenz lag bereits vor. Erst Anfang des Jahres 2018 hat die Manhattan Corporation die Übernahme von Trans-Tasman Resources (TTR) unterzeichnet. Das Bergbauunternehmen Trans-Tasman Resources (TTR) will 50 Millionen Tonnen Sand pro Jahr vom Meeresboden absaugen und 10 Prozent nach Asien exportieren, so die aktuellen Nachrichten. 

Laut:Trans-Tasman Ressources:

„Unsere Mission ist es, das Potenzial der riesigen und einzigartigen Eisen-Sand-Ressource Neuseelands durch die Entwicklung eines erstklassigen, profitablen und verantwortungsvollen Unternehmens für die Eisenerz-Förderung zu erschließen. Unsere Vision ist es, bis 2025 das weltweit führende Unternehmen für Eisensand zu sein.“

Bereits 2013 gab es weltweite Empörung, nachdem UK Seabed Resources, eine Tochtergesellschaft des britischen Arms von Lockheed Martin, seine Pläne für eine große Prospektion im Pazifik bekant gab.

Bis 2021 hat Deutschland in dem Lizenzgebiet zwischen Hawaii und Mexiko mit der Größe von Niedersachsen und Schleswig-Holstein das exklusive Recht zur Erkundung von Manganvorkommen.

nzz.ch

Dabei besteht die große Herausforderung nicht zuletzt darin zu verhindern, dass die Erntemaschinen den weichen Meeresboden zu einer Sedimentfahne aufwirbeln, die viele Kilometer weit treibt und beim Absinken empfindliche Lebewesen unter sich begraben könnte. Deshalb sollen die Maschinen grundsätzlich so gebaut sein, dass nur wenig Sediment aufsteigt – so verlangt es die Internationale Meeresbodenbehörde ISA (International Seabed Authority) .

Zwar wurde das Chatham-Rock-Phosphat-Projekt, welches ebenfalls auf dem Meeresgrund stattfinden sollte, abgelehnt, dem Taranaki-Eisengewinnungsprojekt von Trans-Tasman Resources, das ursprünglich abgelehnt wurde, jetzt grünes Licht erteilt. Umweltgruppen kündigten sofort die Absicht an, die Entscheidung vor dem High Court anzufechten. Gruppen wie Forest & Bird und Kiwis Against Seabed Mining konnten argumentieren, dass zu wenig über Meeresbodenhabitate und Sedimentwolken im Meer bekannt ist, um die Auswirkungen auf die Umwelt richtig einschätzen zu können.

INFOBOX

Das Meer wird zur Rohstoffquelle

Um den Energiehunger zu stillen, wird rund ein Drittel der weltweiten Erdgas- und Erdölmengen im Meer gewonnen. Dieser Anteil wird sich in den kommenden Jahrzehnten noch erhöhen, denn die ozeanischen Lagerstätten bergen noch enorme Vorräte. Allerdings müssen die Konzerne in immer größere Meerestiefen vordringen, weil viele Gas- und Ölfelder im Flachwasser bereits weitgehend ausgebeutet sind.

Die Gier nach Rohstoffen hat längst den Meeresboden erreicht. Diamanten, Kies und Sand fördert man bereits seit Jahrzehnten aus küstennahen Gewässern. Um den wachsenden Bedarf an Metallen zu decken, sollen künftig Erze in Form von Manganknollen, Kobaltkrusten und Massivsulfiden in bis zu 4000 Meter Tiefe abgebaut werden.

Experten warnen vor Umweltrisiken bei Abbau.

Ein Abbau sei immer mit Risiken und Umweltbelastungen verbunden, darüber müsse diskutiert werden, betonte der Kieler Ozeanograph Prof. Dr. Martin Visbeck. So sind sich Wissenschaftler darin einig, dass der Abbau von Manganknollen einen erheblichen Eingriff in den Lebensraum Meer darstellt. Der Lärm und die Vibrationen, die bei Abbau, Herauspumpen und Reinigen der Knollen entstehen, könnten Delfine und Wale stören. Ferner würden im durchpflügten Bereich alle Tiere sterben, die nicht schnell genug fliehen könnten, etwa Würmer, Schnecken und Seegurken.

Siehe: Die Gier macht auch nicht vor den Weltmeeren halt – das Meer wird zur Rohstoffquelle – doch niemanden interessiert es!

Neuseeland: Vereinbarung Abbau von Eisensand in Taranaki missachtet Interessen der Māori

Die Ngati Ruanui iwi protestieren vor dem Parlament gegen den Plan der Trans-Tasman Resources, Eisensand vor der Küste von Taranaki abzubauen

Einem Gericht wurde mitgeteilt, dass bei der Entscheidung, Eisensand aus dem Meeresgrund vor der Küste von Taranaki zu fördern, Māori-Interessen nicht angemessen berücksichtigt worden sind.

Sie suchten den Obersten Gerichtshof in Wellington am Montag auf in dem Versuch, die Umwelt-Erlaubnis für das [o. g.] Projekt zu Fall zu bringen.

Laut Francis Cooke, QC, Anwalt für die Interessen von Māori und von Fischern, sei dies weltweit die erste Erlaubnis für Tiefseeförderung von Eisensand.

Bildergebnis für Ngati Ruanui iwi Protest Sandmining

Ngati Ruanui protestiert gegen den Antrag von Trans-Tasman Resources für die Zustimmung zur Tiefseeförderung von Eisensand.

Der Entscheidungsprozess hatte die Environmental Protection Authority, deren Komitee darüber zu befinden hatte, gespalten, sodass das Ergebnis allein von der Stimme des Vorsitzenden abhing.

Laut Cooke hatte die Mehrheitsentscheidung die sonst stark eingehaltene Maxime, die Interessen der Māori, insbesondere die Verträge von Waitangi, zu berücksichtigen, stark verblassen lassen.

Man kann sagen, dass es nur noch Lippenbekenntnisse waren, sagt er.

Die höchste Konzentration an Schwebstoffen käme in der Nähe der Küste des Distrikts Ngāti Ruanui vor. Man gehe davon aus, dass Fische diesen Bereich meiden, denn [der Abbau] wirke sich gravierend auf das Leben am Meeresboden innerhalb von 2 km rund um die Abbauzone herum und innerhalb einer 15-km-Zone mittelschwer aus.

[…]

Immerhin beschrieb das Komitee, das seine Zustimmung [zum Abbau] gegeben hatte, einige der Auswirkungen des Abbaus durch Trans-Tasman Resources als möglicherweise katastrophal, so Cooke.

Die Firma soll [bereits] 80 Millionen $ für die Vorbereitung des Abbaus ausgegeben haben.

Das entscheidungsbefugte Komitee hält die Auswirkungen des Abbaus nach seiner Beendigung für lang anhaltend, jedoch nicht für permanent.

Cooke zufolge scheint das Komitee nach einer Richtlinie vorzugehen, die eine Schädigung der Umwelt erlaube unter der Voraussetzung, dass diese sich [vollständig davon] erhole. Es [das Komitee] habe das Gesetz missverstanden und falsch interpretiert. Das Komitee habe niemals die Richtlinie benannt, nach der es die Umweltauswirkungen beurteile.

[…]

Im August hatte das Komitee Trans-Tasman Resources eine 35 Jahre andauernde Erlaubnis gegeben, jährlich bis zu 50 Millionen Tonnen Eisensand in der South Taranaki Bight zu fördern.

Ein ferngesteuerter Schwimmbagger wird aus Tiefen von 20 bis 42 Metern Sand saugen, und zwar von 8000 Tonnen stündlich, die einem Schiff mit weiterverarbeitender Technologie zugeführt werden. Dieser Vorgang wird für ein Gebiet 22 bis 36 km außerhalb der Küste von Patea festgelegt.

[…]

Etwa 10 Prozent des [aufgesaugten] Materials könne zu Eisenerzkonzentrat verarbeitet werden. Der Rest würde wieder dem Meeresgrund zugeführt. Man erwarte, dass ein großer Teil des Eisenerzkonzentrats zur Stahlerzeugung nach China transportiert werde.

Taraniki iwi Ngāti Ruanui, die Treuhänder von Te kaahui o Rauru zusammen mit Greenpeace, Kiwis Against Seabed Mining, die Royal Forest and Bird Protection Society, das Taranaki-Whanganui Conservation Board, Cloudy Bay Clams, Die Vereinigung kommerzieller Fischer, die Southern Inshore Fisheries Management Group, die Talley’s Group und Te Ohu Kai Moana Trustee Ltd. haben gegen die Entscheidung der Behörde Berufung eingelegt.

Auch in Australien sollte mit dem Raubbau des Meeresgrundes begonnen werden und zwar am  Golf von Carpentaria  doch dieses konnte durch ein  Moratorium, das auslaufen sollte, nun bis 2021 verhindert werden. Grund: Die Risiken!

Taranaki iron sand seabed mining consent reduced Māori interest to lip service, court told

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Taranaki iron sand seabed mining consent reduced Māori interest to lip service, court told

Ngati Ruanui iwi went to Parliament to voice its protest against the Trans-Tasman Resources' plans to mine iron sand off ...

Ngati Ruanui iwi went to Parliament to voice its protest against the Trans-Tasman Resources‘ plans to mine iron sand off the Taranaki coast. (File photo)

Māori interests were not properly considered in the decision to allow iron sand seabed mining off Taranaki, a court has been told.

They went to the High Court at Wellington on Monday seeking to overturn environmental permission for the project.

A lawyer for Māori and fishing interests, Francis Cooke, QC, said as far as they were aware this was a world first for deep sea iron sand mining to be allowed to be undertaken.

Ngati Ruanui protested against Trans-Tasman Resources' bid for marine consent to mine the seabed for iron sand. More ...

Ngati Ruanui protested against Trans-Tasman Resources‘ bid for marine consent to mine the seabed for iron sand. More than 6000 people signed the petition calling for a moratorium on seabed mining. (File photo)

The permission, though, had split the Environmental Protection Authority decision making committee, and the outcome depended on the chairman’s vote.

Cooke said the majority decision of the committee had reduced to an „interpretive gloss“ the strongly-worded direction to take into account the interests of Māori, and give effect to the principles of the Treaty of Waitangi.

Instead the interests of Māori could be said to be reduced to lip service, he said.

The highest concentration of suspended sediment would occur in coastal marine area offshore from the Ngāti Ruanui district, and fish were expected to avoid the area, with severe effect on seabed life within 2km of the operation, and moderate effects up to 15km of the mining area.

Cooke said an earlier decision for the same activity, the same parties, in the same area had been declined, on different evidence. One of the later committee’s alleged errors was not taking into account the first decision to decline the application.

Even the committee that gave consent described some of the effects as perhaps being catastrophic from Trans-Tasman Resources‘ mining, Cooke said.

The company has allegedly spent about $80 million preparing for the mining.

The decision making committee said that when extraction finally ended the effects would be long term, but not permanent.

Cooke said the committee appeared to have applied a standard that allowed the environment to be harmed provided it ultimately recovered.

It had misunderstood, and misapplied the law, he said. The committee never identified the standard against which it judged the environmental effect.

At the start of Monday’s hearing some members of the public could not find seats in the crowded courtroom and had to listen to proceedings via a link to a court foyer.

In August, the authority’s committee granted Trans-Tasman Resources 35-year marine and discharge consents to annually mine up to 50 million tonnes of iron sand in the South Taranaki Bight.

A remote-controlled dredge will vacuum sand from the sea bed between depths of 20 metres and 42m, at a rate of 8000 tonnes an hour, to a processing ship. The dredging is earmarked in an area 22 kilometres to 36km off the coastline from Patea.

The decision committee said the company proposed extracting seabed material and processing it on a vessel. Approximately 10 per cent of the material would be processed into iron ore concentrate and the rest would be discharged to the seabed. It was expected much of the concentrate would be sent to China for steel making.

Taranaki iwi Ngāti Ruanui, and Trustees of Te Kaahui o Rauru, along with Greenpeace, Kiwis Against Seabed Mining, the Royal Forest and Bird Protection Society, the Taranaki-Whanganui Conservation Board, Cloudy Bay Clams, the Federation of Commercial Fishermen, Southern Inshore Fisheries Management Company, Talleys Group, and Te Ohu Kai Moana Trustee Ltd, have appealed against the authority’s approval.

Trans-Tasman Resources is supporting the committee’s decision.

The hearing is expected to take about a week

Netzfrauen Ursula Rissmann-Telle und Doro Schreier (zurzeit in Neuseeland)
deutsche Flagge

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1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Und das wo doch Neuseeland immer so gerne seine tolle Umweltpolitik rühmt. Naja ist halt überall das gleiche sobald die Dollars winken wird alle Ethik über Bord geworfen.

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