Es ist eine der nachhaltigsten Traditionen auf der Welt – Ein indisches Dorf pflanzt 111 Bäume für jedes neugeborene Mädchen

Indien mit seiner tief verankerten Präferenz für Söhne und männliche Erben hat laut der jüngsten Volkszählung einen Männerüberschuss von 37 Millionen. Etwa zwei Millionen Mädchen werden jedes Jahr abgetrieben, ermordet oder sterben durch Vernachlässigung. Ein Dorf in Indien hat eine neue Tradition eingeführt: Jedes Mal, wenn ein Mädchen geboren wird, versammelt sich die Gemeinde und pflanzt 111 Obstbäume. Diese Tradition hilft nicht nur den Mädchen, sondern auch der Umwelt. Seit 11 Jahren gibt es diese Tradition, mit Erfolg. Erst kürzlich hat die Nachrichtenagentur ANI  ein Dokumentarvideo über das Dorf online gestellt und gezeigt, wie die Menschen jedes Mal, wenn ein Mädchen im Dorf geboren wird, 111 Bäume pflanzen. Es ist eine der nachhaltigsten Traditionen auf der Welt. 

Ein indisches Dorf pflanzt 111 Bäume für jedes neugeborene Mädchen

Es ist eine großartige Tradition für die Dorfbewohner in Piplantri in Rajasthan, die Bedeutung von Mädchen und Bäumen zu verstehen und zu schätzen. Deshalb werden nicht nur die 111 Bäume gepflanzt, sondern die Familie muss auf die Töchter genau so aufpassen, wie sie es mit den Bäumen müssen.

Dieses liebenswerte Dorf bemüht sich bewusst darum, gleichzeitig die Mädchen und die Umwelt zu retten, indem jedes Mal, wenn ein Mädchen geboren wird, 111 Bäume gepflanzt werden. Eine brillante Übung im Öko-Feminismus, die Indien und den Rest der Welt inspirieren sollte, schrieb Ryan Frantz vom folomojo, vor drei Jahren. Er löste damit einen sensationellen Erfolg aus, denn mittlerweile berichten weltweit Menschen über diese schöne Tradition. Ryan nannte seine Story: Indiens andere Töchter. Denn zu dem Zeitpunkt gab es eine Dokumentation namens „Indiens verlorene Töchter“, die die frauenfeindliche Seite Indiens zeigt. Um eine Besserung herbeizuführen, braucht es Ideen.

In den ersten 6 Jahren wurde über eine viertel Million Bäume gepflanzt.

Piplantri.com

Diese Idee für die einzigartige Tradition kam von Shyam Sundar Paliwal, dem früheren Anführer des Dorfes, zu Ehren seiner Tochter, die in jungen Jahren verstorben war. In den ersten 6 Jahren wurde schon über eine Viertel Million Bäume gepflanzt.

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Als weiteren Teil dieser Tradition in Piplantri eröffnet das Dorf  für jedes geborenen Mädchen einen Fond. Nicht nur die Eltern des Kindes, sondern auch die Dorfbewohner zahlen zusammen insgesamt ca. 31.000 Rupien (ca. 430 €) ein. Diese Summe wird dann für 20 Jahre als Festgeld für das Mädchen angelegt.

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Die Dorfbewohner pflanzen nicht nur Bäume, sie kümmern sich auch um sie. Um die Bäume vor Termiten zu schützen, pflanzen sie Aloe-Vera-Pflanzen um sie herum.

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Mittlerweile wurde aus den Bäumen und besonders den Aloe-Vera-Pflanzen eine neue Quelle für den Lebensunterhalt des Dorfes.

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Dies ist eine herzerwärmende und inspirierende Geschichte, die so oft wie möglich in Indien und der ganzen Welt geteilt und repliziert werden muss, schrieb Ryan Frantz vor drei Jahren. Mittlerweile gibt es sogar ein Video dazu:

Mädchen gelten als teuer und Söhne bedeuten Wohlstand

In den meisten indischen Dörfern galt die Geburt einer Tochter historisch als Belastung für eine Familie. Ländliche Dörfer arbeiten nach dem Mitgiftsystem, das zu den hohen Heiratskosten für Haushalte mit Töchtern beiträgt.

In vielen Gemeinden werden Mädchen als wirtschaftliche Belastung gesehen und somit wird durch eine Ehe die Verantwortung auf ihren neuen Ehemann übertragen. Armut und Heiratskosten wie Mitgift können dazu führen, dass eine Familie in jungem Alter ihre Tochter verheiraten muss, um diese Kosten zu senken.

Siehe auch: Weil Eltern Mitgift nicht zahlen konnten, wurde eine junge Frau gefoltert und dann angezündet- Newly married woman burnt alive for dowry in UP’s Azamgarh district

Geschätzt werden rund 47 Prozent der Mädchen in Indien, die als Minderjährige verheiratet werden. Sie erhalten keine angemessene Ausbildung, da sie entweder die Schule nicht besuchen dürfen oder auch nicht können. 

Im Februar 2018 protestierten 40 Millionen Menschen in Indien gegen die Kinderehe. Schulkinder, Lehrer, Eltern und Menschen aus allen Bereichen des Lebens bildeten eine riesige Menschenkette im Bundesstaat Bihar. Eine unglaubliche Menschenkette, die mehr als 13 600 Kilometer lang war. 

Seit Oktober 2017 können Männer in Indien bestraft werden, wenn sie ihre minderjährige Frau zum Sex zwingen. Indiens oberstes Gericht hat entschieden, dass Sex mit einer Minderjährigen immer eine Vergewaltigung ist – ganz egal, ob das Mädchen verheiratet ist oder nicht.

Gewalt gegen Frauen ist in Indien immer noch ein heißes Thema . Der Dokumentarfilm “ India’s Daughters “ ( Indiens Töchter ) wurde kürzlich verboten, weil diese Dokumentation die Vergewaltigungen und Misshandlungen im Land aufzeigt.

Doch nicht nur alte Traditionen führten dazu, dass Frauen ihre Mädchen abtreiben oder sich sterilisieren lassen.

Wie gefährlich das Leben von Mädchen ist, haben wir Ihnen schon mehrfach aus verschiedenen Ländern berichtet. Doch war Ihnen bekannt, dass Indien die Bill and Melinda Gates Stiftung wegen Interessenkonflikt durch Pharmakonzerne verbannte? Im Jahr 2009 wurden in mehreren Schulen im indischen Khammam-Bezirk in Telangana 16 000 Mädchen zwischen 9 und 15 Jahren gegen Gebärmutterhalskrebs geimpft. Der Gardasil-Impfstoff vom Hersteller Merck gegen das Human Papilloma-Virus (HPV) wurde unter staatlicher Aufsicht in drei Dosen verabreicht. Monate später wurden viele Mädchen krank und und es gab sogar Todesfälle zu beklagen. Todesfälle gab es auch in Vadodara, Gujarat, wo schätzungsweise 14 000 Kinder gegen das HPV-Virus geimpft worden waren, allerdings mit dem Impfstoff Cervarix von GlaxoSmithKline. Das Oberste Gericht In Indien teilte auch mit, dass die US-amerikanische NGO PATH die Studien durchgeführt hätte. Hier finden Sie PATH auf Facebook. Diese NGO wiederum arbeitet eng mit Bill Gates zusammen.

Die Bill-Gates-Stiftung finanziert nicht nur die WHO, sondern auch den Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (englisch United Nations Population Fund, UNFPA; bis 1987 United Nations Fund for Population Activities, daher die noch heute übliche Abkürzung UNFPA) ist der weltweit größte Fonds zur Finanzierung von Bevölkerungsprogrammen.

Unterstützt durch ein 20-Millionen-Dollar-Darlehen der Weltbank, den UN-Bevölkerungsfonds  und die internationalen Entwicklungsbehörden begann Indien bereits in den 1970er Jahren massiv, die Bevölkerungszahlen einzudämmen.

Die Angst vor der „Bevölkerungsexplosion“ war weit verbreitet. Zu dieser Sicht beigetragen hat die erste Weltbevölkerungskonferenz, die im August 1974 in Bukarest stattfand. Das knapp zweiwöchige UNO-Treffen, an dem 135 Staaten teilnahmen, war auf Initiative der USA zustande gekommen.

Sowohl bei der Weltbank als auch bei den Vereinten Nationen und der amerikanischen Entwicklungshilfeagentur USAID hat die Förderung von Programmen zur Geburtenkontrolle in den Ländern der Dritten Welt seit den 1960er-Jahren Priorität.

Vor allem die Vereinigten Staaten koppelten etwa 1966 amerikanische Getreidelieferungen nach Indien an die Anstellung amerikanischer Bevölkerungsexperten. Einige der drastischsten demographischen Maßnahmen führten jedoch asiatische Eliten an ihrer eigenen Bevölkerung durch. Während des Ausnahmezustandes in Indien zwischen 1975 und 1977 wurden in einem einzigen Jahr über acht Millionen Inder sterilisiert. Die Regierung bestach sie mit Geld, drohte ihnen die Zerstörung ihrer Häuser an oder zwang sie mit Gewalt.

Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (englisch United Nations Population Fund, UNFPA; bis 1987 United Nations Fund for Population Activities, daher die noch heute übliche Abkürzung UNFPA) ist der weltweit größte Fonds zur Finanzierung von Bevölkerungsprogrammen. Er wurde 1967 als Treuhandfonds eingerichtet und begann seine Arbeit 1969. Seit 1972 ist er ein Nebenorgan der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Vom 2011 bis zu seinem Tod am 4. Juni 2017 war der aus Nigeria stammende  Babatunde Osotimehin Exekutivdirektor. Seine Nachfolgerin ist seit Oktober 2017 Natalia Kanem (usa).

Kanem war Gründungspräsidentin von ELMA Philanthropies, einer privaten Einrichtung, die sich in erster Linie auf Kinder und Jugendliche in Afrika konzentriert. Sie war dort seit Gründung der Institution bis 2011 tätig. Im Jahr 2014 wurde Kanem Repräsentantin des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen in Tansania.

Finanziert wird der Fonds aus freiwilligen Beiträgen der Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen. Aber auch durch die Bill Gates Stiftung! http://www.unfpa.org/icpd

Familien mit mehr als zwei Kindern wurde die Teilnahme an Kommunalwahlen verboten, Darlehen oder eine Tätigkeit für die Regierung verwehrt und sogar die Aufnahme in staatliche Bildungseinrichtungen versagt.

Noch 1995 verabschiedete das indische Parlament ein weiteres Gesetz, das Schwangerschaftsabbrüche mit großzügigen Prämien unterstützte: Sechs Wochen bezahlter „Abtreibungs-Urlaub“ winkten jeder Frau, die bereits zwei Kinder geboren hatte. In den späten 1990er Jahren führten bevölkerungsstärkere Bundesstaaten zusätzliche Zwangsmaßnahmen ein, um Großfamilien unter Druck zu setzen. Familien mit mehr als zwei Kindern wurde die Teilnahme an Kommunalwahlen verboten, Darlehen oder eine Tätigkeit für die Regierung verwehrt und sogar die Aufnahme in staatliche Bildungseinrichtungen versagt.

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Wie in Salman Rushdies Roman  „Mitternachtskinder“ beschrieben, begann Sanjay Gandhi, der Sohn der ehemaligen Premierministerin Indira Gandhi, eine gewaltsame Sterilisierungskampagne. Die erstaunliche Anzahl von 6,2 Millionen Sterilisierungen an Männern fand in nur einem einzigen Jahr statt.

Was damals an Männern begann, wird – immer noch – jetzt bei Frauen durchgeführt. Fast 4 Mio Sterilisierungen wurden 2013 bis 2014 an Frauen durchgeführt – Frauen protestieren weniger lautstark als Männer, heißt es von offizieller Seite.

Obwohl die Regierung eine Reihe von Maßnahmen und Standards für die Durchführung von sicheren Sterilisationen angeordnet hat, kommt es immer wieder zu Komplikationen und Hunderten von Todesfällen.

Mehr Informationen: Keine Verschwörungstheorie! Zwangssterilisation und Zwangsgeburtenkontrolle-Forderung durch Weltbank, UNO und WHO

Indien: Neue Schätzungen gehen von 2-5 Millonen selektiv abgetriebenen weiblichen Föten pro Jahr aus.

Die Folge –  zu viele Männer: Indien kämpft mit den Folgen des Geschlechterungleichgewichts

In der Geschichte der Menschheit ist so etwas noch nicht vorgekommen. Eine Kombination von kulturellen Präferenzen, Regierungsdekreten und moderner medizinischer Technologie in den größten Ländern der Welt hat ein Gender-Ungleichgewicht kolossalen Ausmaßes erschaffen. Männer sind in Indien und China gegenüber Frauen um 70 Millionen in der Überzahl. Die Folgen von zu vielen Männern, die inzwischen erwachsen sind, sind weitreichend: Einsamkeit, Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, steigende Sparquote, sinkender Konsum. steigende Immobilienpreise, steigende Kriminalität und Prostitution, wachsender Menschenhandel. Diese Folgen beschränken sich nicht auf China und Indien, sondern reichen weit in ihre asiatischen Nachbarländer hinein und beeinflussen [auch] die Wirtschaftsgefüge der europäischen und der amerikanischen Staaten. Diese Entwicklung, bislang kaum zur Kenntnis genommen, steht erst am Anfang. Siehe: Zu viele Männer: China und Indien kämpfen mit den Folgen des Geschlechterungleichgewichts – Too many men: China and India battle with the consequences of gender imbalance

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Ein bisschen Liebe, etwas Wissen und viel harte Arbeit haben dieses Dorf Piplantri verändert. Glückwunsch an  Shyam Sundar Paliwal und die Dorfbewohner. Eine Tradition, die es auch in anderen Ländern geben sollte.

Wenn wir den Zusammenhang erkennen und uns auf die Suche nach einzigartigen und unglaublichen Ideen begeben, dann finden wir sie auch. Du denkst vielleicht nicht, dass etwas so Unbedeutendes wie ein Bäumchen die Welt verändern könnte, aber denke daran, dass aus einem Bäumchen eines Tages ein riesiger Baum wird.

Netzfrau Doro Schreier

Stories of Change – Ökologischer Landbau in Indien: Eine Erfolgsgeschichte – Organic Farming in India: A Success Story

10.000 gepflanzte Bäume durch Flut weggespült, aber die beiden – ein Blinder und ein Armloser – geben nicht auf – „Blind man, armless man pledge to rebuild after 10,000-tree crop is devastated by flood

Der Mann, der Bäume pflanzte – The Man Who Planted Trees

„Mama Miti“ – die Mutter der Bäume – Die Geschichte des Kolibris

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