Die Medien – Das Dilemma der Frauen

Die Gleichstellung der Geschlechter ist auch ein Barometer für den Zustand von Gesellschaften. Was glauben Sie, wie sieht dann der Zustand unserer Gesellschaft aus? Wir leben bekanntlich im 21. Jahrhundert und noch immer dominieren gerade auch in der Medienwelt die Themen der Männer und die Medien werden von Männern gemacht. Ok, die Frau von heute kann sich auf verschiedenen Kanälen Kochshows anschauen. Doch haben Sie schon bemerkt, dass es weitgehend Männer sind, die kochen? Schauen Sie sich die Ratgebersendungen an. Es gibt vielleicht hin und wieder eine Quotenfrau, auch in den Talkshows, aber das war es auch. Es gibt bereits Studien, die besagen, dass die Ungleichheit von Frauen in der Arbeitswelt auch durch negative Darstellung in den Medien hervorgerufen wurde und wird. Nicht verwunderlich, denn wenn Medien von Männern gemacht werden, bedeutet das auch, dass sie in allen Bereichen dafür sorgen, dass sie die Platzhirsche bleiben. Alles was digitalisiert wird und automatisiert werden kann, wird auch digitalisiert und automatisiert, nur eben die Frauen, die werden weiterhin auf der Strecke bleiben. Es geht hier nicht dabei um Quotenfrauen, die haben wir reichlich, sondern darum, dass im 21. Jahrhundert noch immer Frauen besser mit einem männlichen „Nickname“ schreiben können, damit sie dann nicht „ausgebeutet“ werden. Schreiben Frauen, glauben viele Menschen, dass sei Hobby. Schreiben Männer, ist es plötzlich ein Beruf, der auch bezahlt werden muss. Doch dem ist nicht so. Arbeit ist Arbeit und ihre Entlohnung und Wertschätzung sollte nicht vom Geschlecht abhängig gemacht werden.

Medienlandschaft –  für Frauen wenig Platz

Für die Öffentlichkeit scheint es von Interesse zu sein, ob eine Frau Karriere mit Kindern vereinen kann. Wenn es funktioniert, dann findet sowohl Mann als auch Frau schnell irgendwelche Argumente, warum es doch nicht funktioniert. Dank Medien sieht man die „Karriefrau“ mit Flecken von Babybrei an ihrem Kostüm aus dem Haus rennen, Lockenwickler noch im Haar, um pünktlich ins Büro zu kommen. Wer das in der heutigen Zeit wirklich noch glaubt, der glaubt auch alles, was die Medien uns weismachen wollen. Die Realität sieht oft anders aus.

Während sich zum Beispiel der Mann in einer gleichen Position wie die Frau mit Geschäftspartnern auf dem Golfplatz verabredet, kämpft die Frau damit, ihren Vorgesetzten davon zu überzeugen, dass ihre Vorschläge die besten sind. Da die Frauen bekanntlich Mehrarbeit leisten müssen, sind sie oft ausgelaugt und bewerben sich dann auch nicht auf höhere Posten, wo sie eh schlechtere Karten haben.

Oft kommt noch hinzu, dass gerade ihre besseren Vorschläge von den männlichen Kollegen als deren ausgegeben werden. Spart Zeit, die dann wieder für Hobbys zur Verfügung steht. Glauben Sie nicht? Gehen Sie mal zu einem Fußballspiel in die VIP-Lounge, dann sehen sie zwar Frauen, aber eher zum Kellnern oder als schönes „Beiwerk“.

Kurzum, in der Medienlandschaft ist für Frauen kein Platz, es sei denn man heißt  „Barbara Schonwieder“, sorry, Barbara Schöneberger. Egal auf welchem Programm, sie lacht einem entgegen, demnächst sogar mit einem eigenen Radiosender. Die Zeitschrift für die Frau gibt es auch bereits von BARBARA. Wo bleibt denn da Platz für Vielfalt? Haben wir keine anderen Frauen mehr, die man zeigen kann? Übrigens gehört „BARBARA“ zu Gruner + Jahr, wo auch „Brigitte“ verlegt wird. 1886 kam erstmals der „Brigitte“-Vorläufer „Dies Blatt gehört der Hausfrau!“ auf den Markt. Gruner+Jahr gehört übrigens dem Konzern Bertelsmann.

Alles hat sich verändert, auch die „Hausfrau“ von damals. Längst interessiert sich die Frau nicht mehr nur für: „Wie nehme ich ab“ oder „Wie schmücke ich mein Haus“ oder „Welche Mode steht mir?“. Die Hausfrau von HEUTE sucht sich einen Job, denn das Leben ist teuer geworden. Außerdem rückt die „Frau von HEUTE“ den Herren mit ihrem Wissen und Können immer mehr auf die Pelle, was wiederum dazu führt, dass der Platzhirsch in der Medienwelt dafür Sorge trägt, dass die Frau dabei nicht so gut weg kommt, wie sie es schon längst verdient hätte. Nun ja, es sei denn, Frau ist „Barbara Schonwieder.“ Ob so ein klassisches „Bild der Frau“, übrigens vom Springer Verlag, wirklich in der oberen Etage eines Konzerns ankommt? Fraglich, vielleicht als Chefsekretärin. Nicht falsch verstehen, denn was wäre ein Chef ohne seine Chefsekretärin?! Schließlich hält sie die unangenehmen Dinge von ihm fern und „lenkt“ ihn durch den Tag. 

Nur ein paar Beispiele von vielen. Denn wie schon geschrieben, sollen die Medien die Arbeitswelt beeinflussen,  indem sie ein „falsches“ Bild von uns Frauen vermitteln.

Zwischendurch, da es sich um ein sehr ernstes Thema handelt, etwas zum Schmunzeln aus meinem Berufsleben.

Während andere eher den bequemen Weg wählten, entschied ich mich für den unbequemen. Ist auch in der Medienwelt nicht anders. Frau muss sich von anderen unterscheiden, um mitspielen zu können. Je mehr Menschen sich auf ein Thema spezialisieren,  desto größer die Auswahl. Bedeutet, Frau zieht auch hier meist den Kürzeren.

Ich also habe mich auf Themen spezialisiert, von denen andere noch nicht mal gewusst haben, dass diese mal interessant werden könnten.

So entschied ich mich bereits 1984 für die Arbeit mit dem Internet. 1987 für die regenerative Energien, 1990 folgte dann die Börse – denn das Internet machte es möglich. Hinzu kamen Afrika, Lateinamerika und das Genossenschaftsrecht, um nur einige Themen zu nennen. Als nun der „Neue Markt“ populär wurde, hatte ich mich schon seit Jahren spezialisiert und wurde zu vielen Veranstaltungen als Expertin gebucht. Mein Arbeitgeber, die Bank, stellte mir dann einen männlichen Kollegen zur Seite, damit das ganze einen „fachmännischen“  Charakter bekam.

So auch, als das Thema Photovoltaik immer mehr an Bedeutung gewann. Ich hatte mich schon längst auf dieses Thema spezialisiert und so wurde ich auch zu diesem Thema als Expertin gebucht. Mein männlicher Kollege fand das gar nicht gut und überzeugte den Vorstand, dass er als Mann besser beim Publikum ankommen würde. Also ließ man mich einen Vortrag samt Power-Point-Präsentation ausarbeiten und stellte mich dann dem Kollegen, sollte eine Frage aufkommen, zur Seite.

Unerwartet groß war das Interesse bei dem Thema und der Saal voll, natürlich mit Männern. Mich hatte man irgendwo im Saal platziert, sodass ich nicht auffallen würde. Doch als dann die vielen Fragen kamen, musste ich plötzlich diese beantworten und so kam es, dass die Männer im  Saal mich baten, den Vortrag fortzusetzen, denn man hatte erkannt, dass es wohl meine Präsentation war. Von da an, wurde kein weiterer Versuch seitens der Bank unternommen, mir auch nur irgendeinen männlichen Begleiter zur Seite zu stellen, es sei denn als Hilfe für den Aufbau und zum Tragen der schweren Sachen.

Ich hatte meine eigene Technik, um ernst genommen zu werden. Ich stellte mich vorne auf die Bühne, mit meinem schönen Kostüm und meine tollen High Heels, so wie man es von einer Frau erwartet. Dann begrüßte ich das Publikum, meist aus Männern bestehend, so:

„Guten Abend, bitte schauen Sie nicht auf meine tollen High Heels, die ziehe ich jetzt aus, da sie eh viel zu unbequem sind, und sollte doch Interesse bestehen, sie bleiben hier stehen. Dann schauen Sie nicht auf mein Kostüm, ich ziehe die Jacke jetzt aus und krempel meine Ärmel hoch, denn wir wollen es uns ja alle gemütlich machen. Und bitte schauen Sie nicht auf meine langen blonden Locken, denn Sie sind hier, um den Inhalt meines Kopfes, des Gehirns, abzurufen. Und wenn Sie am Ende der Meinung sind, dass Ihnen nicht gefällt, was ich Ihnen heute versuche zu erläutern, dann lassen Sie sich das Geld vom Veranstalter zurückgeben, denn dieser ist der Meinung, dass ich genau richtig bin für diesen Job. Ich wünsche uns allen einen schönen Abend und vielleicht haben Sie am Ende dieses Vortrages noch Zeit für ein Bier, denn dann können wir noch die eine oder andere Frage näher erörtern.“  Es gab bereits bei der Begrüßung ein Lachen und der Abend wurde meistens ein Erfolg.“

Tipp: Sollten Sie diese Begrüßung bei einer Veranstaltung für Frauen machen wollen, rate ich dringend davon ab. Es könnte sein, dass Sie nicht einmal die Begrüßung zu Ende bringen können.

Was will ich Ihnen damit sagen? Geben Sie nicht immer den Männern die Schuld, dass unsere Gesellschaft so tickt, wie sie tickt. Würde es den Machern der Medien daran liegen, dass sich etwas ändert, würden sie es doch machen, oder?

Arbeit muss sich auch lohnen

»Es gibt keinen Erfolg ohne Frauen«, das wusste schon Kurt Tucholsky, und das gilt auch und insbesondere in der Kultur. Ob am Sprech- oder Notenpult, ob an der Staffelei oder am Schreibtisch, ob vor und hinter der Bühne oder der Kamera, ob in öffentlichen Kultureinrichtungen oder Kulturverbänden: Frauen prägen mit künstlerischer und kreativer Gestaltungskraft das kulturelle Angebot in
Deutschland und tragen zu einer Vielfalt bei, die weltweit ihresgleichen sucht. Dennoch kann auch im Kultur- und Medienbetrieb von gleichen Chancen für Frauen und Männern vielfach noch keine Rede sein, so auf der Webseite vom kulturrat.de.

Wie schon oben erwähnt, es bleibt Frauen zu empfehlen, dies gilt jedoch nicht nur für Frauen, sich zu spezialisieren. Das war auch nicht anders, als ich die Netzfrauen gründete. Ein Format, in dem ich alle Bereiche finde, die mich interessieren und in dem ich Hintergrundinformationen zu bestimmten Themen finde. In den Medien werden zwar auch Themen aufgegriffen, doch eher nur kurz angeschnitten. Wohl dem, der selber über Hintergrundwissen verfügt. Ich fing also im März 2013 mit der Webseite an. Vielleicht auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort, denn bereits nach nur fünf Monaten hatten wir monatlich weltweit eine Leserschaft von über 250.000. Während wir im Ausland bejubelt wurden, fand man in Deutschland gerade auch durch den Springerverlag sich Schmähungen ausgesetzt. Es ging so weit, dass fremde Menschen, besonders auch Frauen, glaubten, sie müssten uns unbedingt aus dem Netz treiben. Auf der anderen Seite meldeten sich vermehrt freie Journalisten, die für Formate wie Frontal21 und ähnliche unsere Informationen benötigten, Geld damit verdienten, aber nichts bezahlen wollten.

In den Medien wird auch das Thema „Frauenarmut“ gern genommen.

Wir Netzfrauen sind Frauen und Geld verdienen wir keins! Warum? Ganz einfach, weil von uns erwartet wird, dass wir kostenlos arbeiten.

Wie schon oben erwähnt:

Schreiben Frauen, glauben viele Menschen, dass sei Hobby. Schreiben Männer, ist es plötzlich ein Beruf, der auch bezahlt werden muss. Doch dem ist nicht so, Arbeit ist Arbeit und ihre Entlohnung und Wertschätzung sollte nicht vom Geschlecht abhängig gemacht werden.

Was wäre gewesen, wenn wir Männer gewesen wären? Nur mal so ein Gedanke!

Wie sagte auch noch eine Mitarbeiterin von Bertelsmann: Wir könnten stolz sein, dass man unsere Recherchen verwende. Wir geantworteten: Von Stolz ist noch niemand satt geworden! Und Rente gibt es auch keine dafür! Hätte diese Mitarbeiterin des Milliarden-Konzerns das auch zu einem Mann gesagt?

Sogar unsere Recherchen über Frauenarmut wurden von den Medien übernommen, gerade auch zum 08. März – Frauentag. Egal ob Print oder Digital. Geld haben wir nie erhalten.

Wir werden sogar bedroht, wir würden uns an unseren Lesern bereichern? Wie? Spinnen die? Einige unserer Leser stellen sogar noch Anforderungen und „drängen“ uns Themen auf. Alles für 0! Wir verbringen den ganzen Tag mit Recherchen und Telefonaten, denn Fans bitten uns auch telefonisch um Hilfe. Alles für lau! Ein Bitte und Danke … findet man eh selten im Netz.

Und wie im wahren Leben, Frau bekommt Fußtritte noch dazu!

Die BILD, die ja die Hauszeitung unserer Regierung ist, verdient mit Schlagzeilen. Bei uns gibt es sogar richtigen Text und eine Analyse – für 0 €.  Vielleicht sollten wir, wie es mein damaliger Vorstand machte, einen Mann uns zur Seite stellen, damit es einen „fachmännischen“ Charakter bekommt.

Wer das Wort „Frauenarmut“ in den Mund nimmt, sollte dabei bedenken: Für Informationen zahlt man nicht, die nimmt man sich einfach. Denn wenn Frauen schreiben, ist es ja „Hobby“.

Und sollte jemandem unsere Informationen nicht gefallen, es gibt auch andere Informationen, für die zahlt man aber viel Geld. Siehe „BARBARA Schonwieder“ oder „Bild der Frau“. Wollen Sie wichtige Informationen aus der Finanzwelt, zahlen Sie sogar noch mehr.

Ob die besser sind, sei dahin gestellt … denn welcher Journalist geht noch offline recherchieren? Würden Sie es tun, bräuchten Sie kein Bildmaterial von Reuters oder DPA.

Dies nur als Beispiel, denn seit wir mit den Netzfrauen immer mehr Abonnenten erhalten, ist es wie in meinem Beruf als Bankerin. Werden unsere Beiträge von Männern „genommen“,  sind sie plötzlich „fachmännisch“ und sie erhalten sogar einen Medienpreis dafür. Mittlerweile haben Männer unsere Facebook-Seite kopiert und verwenden sogar unser Material. Plötzlich liken dort die, die Frauen dies nicht zutrauen würden, da ja plötzlich „fachmännisch.“

Soviel zu dem „Bild der Frau“, das von Medien erfolgreich gemacht wurde.

  • In 78 Prozent der untersuchten Medienberichte über das Privatleben weiblicher CEOs Unternehmen wurden ihre Familie beziehungsweise Kinder erwähnt – bei Männern in derselben Position wurden keine (!) solche Berichte gefunden.
  • In 80 Prozent der Medienberichte wird einem weiblichen CEO die Schuld an einer Unternehmenskrise zugesprochen. Nur 31 Prozent der männlichen CEOs müssen sich allerdings rechtfertigen, wenn es in ihrem Betrieb einmal nicht läuft wie gewünscht.

Daran sehen Sie, wie man(n) uns einschätzt bzw. unterschätzt.

Die Zukunft nachfolgender Generationen

Bis vor 100 Jahren war es Frauen fast überall in Deutschland verboten, politischen Vereinen oder Parteien beizutreten. Erst der engagierte Kampf der Frauenbewegung hatte die politische Mehrheit für das neue Vereinsgesetz in ganz Deutschland auf den Weg gebracht.

Als sich Clara Zetkin vor 105 Jahren, am 8. März 1913, zum Weltfrauentag äußerte, schien die Sache klar. In der Zeitschrift „Die Gleichheit“ verwies sie auf die Lage der Frauen als Nebenwiderspruch im Spiel ungleich mächtigerer Kräfte: Im Hauptwiderspruch fand sich der Kapitalismus gegenüber dem Menschen. Im Nebenwiderspruch des Kapitalismus fand sich die Lage der Frauen gegenüber Männern.

Nun sind wir im Jahr 2018, und wo stehen wir? Nichts ist erledigt!

Wir sprechen von Gleichberechtigung, müssen aber betonen, dass Frauenrechte Menschenrechte sind. Und das im 21. Jahrhundert?

Ich bin keine Feministin, denn dazu hatte ich nie Zeit. Meine Tochter sagte einmal, sie hätte ihre Mutter als eine emanzipierte Frau kennengelernt. Zuerst war ich verwundert und fragte, warum sie mich für emanzipiert hielte.

Sie meinte: „Mama, du hast, seit ich es bewusst wahrgenommen habe, für meine Zukunft gekämpft. Du hast hart dafür arbeiten müssen, damit ich eine gute Ausbildung bekam und studieren konnte. Du hast mich zu einem sozialen Menschen erzogen. Du hast mir den Umgang mit der Natur näher gebracht. Du hast immer deine Meinung vertreten, auch wenn dir Steine in den Weg gelegt wurden. Du warst und bist eine emanzipierte Frau.”

So manches Mal denke ich an die Worte meiner Tochter. Heute ist sie selbst eine emanzipierte Frau. Sie geht ihren Weg, so wie sie es für sich geplant hat. Stolpersteine schiebt sie einfach zur Seite. Als sie anfing und merkte, dass man sie zwar für den Job haben wollte, doch eher damit „ausbeuten“ gemeint hatte, wehrte sie sich. Sie fertigte eine Power-Point-Präsentation an, indem sie ihren Job vorstellte, den sie sich wünschte. Die Konsequenzen waren ihr von Anfang an klar. Entweder man entließ sie oder man einigte sich. Da sie eh so nicht weiter machen wollte, war es egal. Sie hatte sich für den unbequemen Weg bereits in ihrem Studium entschieden, indem sie sich auf ein Themengebiet spezialisierte, das heute gebraucht wird. Völlig überrascht war sie, als man sich bei ihr bedankte und sich entschuldigte, denn so hätte man es noch nie gesehen. Seither werden solche Probleme gleich besprochen und alle sind zufrieden.

Genau so ist es auch in den Medien, es gibt sogar einen Medienpreis:  den Juliane Bartel Medienpreis – verliehen vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

Der Niedersächsische FrauenMedienPreis wurde im Jahr 2001 erstmals vergeben und nach der 1998 verstorbenen Journalistin und Talkshow-Moderatorin Juliane Bartel benannt.

Seit 2001(!!) werden  kreative Beiträge, die auf ernste oder unterhaltsame Weise einen Beitrag zur Gleichberechtigung der Geschlechter leisten, ausgezeichnet. Die erste Preisträgerin war Angelika Brötzmann mit dem Thema „Frau in Führungsposition“

„Männer handeln – Frauen kommen vor“ hieß eine mehr als 25 Jahre alte Studie zur Darstellung der Frau und der Behandlung von Frauenthemen im Fernsehen und heute?

Frauen sind in Entscheidungfindungsprozessen unterrepräsentiert!

Die Hertie School of Governance hat im Oktober 2017 die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Frauen in Kultur und Medien – Ein europäischer Vergleich“ vorgestellt. Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters hat die Studie aus ihrem Haushalt gefördert.

Bei den größten deutschen Medienorganisationen besetzen Frauen 20 Prozent der Vorstandsposten und 21 Prozent der Positionen im Topmanagement (strategische und operative Ebene)
(Europäisches Institut für Gleichstellungsfragen (EIGE), 2013). Obwohl Frauen 48 Prozent
der deutschen Kulturverwaltungen leiten, besetzen sie lediglich 16 Prozent der
Positionen mit Entscheidungsbefugnis in wichtigen Kultureinrichtungen. Studie

Fazit: Frauen in der Kulturszene bekommen 24 Prozent weniger Gehalt als Männer und haben auch weniger zu sagen. 

Wie schaffen wir es, Gleichberechtigung noch stärker zu fördern?

Zuerst müsste sich in der Medienlandschaft etwas ändern. Denn Frauen werden in der Berichterstattung der Medien also tatsächlich negativer sowie kritischer dargestellt als ihre männlichen Kollegen. Es sei denn, es handelt sich um Influencer, so werden Personen bezeichnet, die auf Grund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in einem oder mehreren sozialen Netzwerken für Werbung und Vermarktung in Frage kommen. Diese werben für verschiedene Marken und sind auch in der Modebranche gern gesehen. Sie werden übrigens immer jünger, sodass man bereits durchaus von „Kinderarbeit“ sprechen kann.

Wenn man also sich in der Modebranche  Influencer bedient, warum nicht auch in der „Information“? Warum arbeiten Medien nicht mit uns Bloggern zusammen und zahlen auch dafür? Oder liegt es daran, dass wir Netzfrauen heißen und das Wort „Frauen“ im Namen tragen, was gleich zusetzen wäre mit „Schreiben und Recherchieren als Hobby“ ?  

Wenn die Medienlandschaft, die von „Platzhirschen“ besetzt ist, ein anderes „Bild der Frau“ zeigen würde, dann hätten die nachfolgende Generationen eine Chance, auch als Frau mit Intelligenz wahr genommen zu werden.

Mein Anliegen zu diesem Beitrag: Dass jede Frau, die in irgendwelcher Form zu wichtigen Informationen beiträgt, gleich wichtig ist und nicht nach Geschlecht beurteilt wird.

Denn wie sagten Frauen, die mich anriefen: Wir Netzfrauen seien unseriös, denn so viel Wissen könnten Frauen nicht haben. “

Wie sagte einmal ein Mitkandidat bei meiner Bürgermeisterkandidatur: “Er leitet ein Familienunternehmen”. Da musste ich schmunzeln. Er war neben seinem Beruf Fussballtrainer. Seine Frau versorgte in dieser Zeit das Haus und die drei Kinder, soviel dazu.

„Sprecht nicht über uns auf euren Partys, sondern gebt uns gute Rollen. Schaut euch um, wir haben alle Geschichten zu erzählen und Projekte, die finanziert werden müssen.“ Frances McDormand Oscargewinnerin 2018 in ihrer Dankesrede.

Wir Frauen sind doch manchmal besser … nur im Netz, da werden wir nicht bezahlt, denn für viele sind wir eben „nur“ Frauen.

Mein Dank gilt besonders allen Netzfrauen, denn ohne diese Frauen und Ernesto, der ein super toller Admin ist, wäre dies gar nicht möglich.

Netzfrau Doro Schreier

Gründerin der Netzfrauen

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