Das wird auch Zeit! Alnatura gibt der Plastiktüte einen Korb

Nachdem die Drogeriekette dm durch ihren Schwager, den dm-Gründer Götz Werner, bekannt gab, in Österreich die Abfüllstationen für Reinigungsmittel testen zu wollen, gibt auch der Alnatura-Chef Götz Rehn  bekannt, in Zukunft einen Beitrag zur Reduzierung der Plastikberge leisten zu wollen. Der Bio-Händler schafft Plastik-Einwegtüten für Obst und Gemüse ab. Deshalb bittet Alnatura alle Kundinnen und Kunden, Obst und Gemüse unverpackt in den Einkaufswagen zu legen oder eigene Beutel mitzubringen.

Bio-Händler schafft Plastik-Einwegtüten für Obst und Gemüse ab

Fast 30 Jahre lang verkaufte dm mit großem Erfolg die Bioprodukte von Alnatura. Doch Mitte 2015 führte die Drogeriekette dm eine eigene Bio-Marke ein. Dafür wurden Ende  2015 rund 200 Alnatura-Produkte aus den dm-Regalen genommen. Daraufhin kam es zu dem bekannten Schwager-Streit. Mittlerweile hat Alnatura in EDEKA einen Handelspartner gefunden. In der Schweiz stehen Alnatura-Produkte in allen Migros-Märkten. Investitionen wurden auch in 19 neuen SuperNaturMärkten getätigt. Vor dem Hintergrund veränderter Konsumgewohnheiten der Kunden will Alnatura jeden neu eröffneten Markt künftig mit einer Café-Bar ausstatten. Von den aktuell 128  verfügten bereits 30 über eine solche Einrichtung. 

„Es war eine große Hilfe, dass wir schnell mit Handelsunternehmen ins Gespräch gekommen sind, die uns geholfen haben, diese sehr herausfordernde Situation in den Griff zu bekommen. Ebenso wie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mit denen wir gemeinsam durch diesen Veränderungsprozess gegangen sind,“ so Alnatura-Chef Rehn im Juli 2018 in einem Interview.

Ab 2019 wird es nach einer Umstellungsphase deutschlandweit in keinem Alnatura-Super-Natur-Markt mehr die sogenannten Knotenbeutel geben.

„Wir wollen damit einen Beitrag zur Reduzierung der Plastikberge leisten. Die meisten Obst- und Gemüsesorten, zum Beispiel Äpfel, Orangen, Gurken oder Brokkoli, können ohne zusätzlichen Schutz nach Hause transportiert werden“, sagt die Alnatura-Verpackungsexpertin Isabell Kuhl in einer Presseerklärung – Erscheinungsdatum: 02.10.2018  

Aus der Presseerklärung:

Deshalb bittet Alnatura alle Kundinnen und Kunden, Obst und Gemüse unverpackt in den Einkaufswagen zu legen oder eigene Beutel mitzubringen. „Viele Menschen möchten etwas gegen die Plastikflut unternehmen. Wir sind zuversichtlich, dass viele unserer Kundinnen und Kunden ihr Einkaufsverhalten entsprechend ändern werden“, ergänzt Isabell Kuhl.

Bereits heute legen bis zu 60 Prozent der Alnatura-Kundinnen und -Kunden Obst und Gemüse unverpackt aufs Kassenband oder nutzen Veggiebags. Diese feinmaschigen Mehrwegbeutel aus recyceltem Kunststoff lassen sich bei Bedarf einfach waschen. Für diejenigen, die nicht auf eine Einweg-Verpackung verzichten möchten, stehen weiterhin Papiertüten zur Verfügung.

Zum Plastiktütenverbrauch in Deutschland
Der Verbrauch von Plastiktüten ist 2017 in Deutschland um ein Drittel zurückgegangen. Während die Deutschen 2016 pro Kopf noch 45 Tüten verbrauchten, waren es 2017 rund 29 Tüten, das entspricht 2,4 Milliarden Tüten.

Allerdings beziehen sich diese Angaben nur auf Tragetaschen und nicht auf die dünnen, transparenten Knotenbeutel für Obst und Gemüse. Zwar haben inzwischen viele Händler die Einweg-Plastiktragetasche abgeschafft, nicht jedoch die Plastikbeutel für Obst und Gemüse. Deren Verbrauch lag 2017 bei 3,2 Milliarden Stück bzw. 39 Stück pro Kopf: Neun Prozent mehr als 2015 (Quelle: Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung).

Alternativen im Vergleich: Vermeidung ist am umweltfreundlichsten

Ob Kunststoff, Papier oder Baumwolle – jedes Material hat unterschiedliche Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima. Das Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie hat verschiedene Materialien verglichen. Dabei schneidet Polyester (hieraus sind Veggiebags gefertigt) besser ab als Baumwolle, weil der Wasserverbrauch bei der Herstellung viel geringer ist.

Das Institut hat auch Polyethylen (aus diesem Kunststoff werden die Knotenbeutel hergestellt) und ungebleichtes Papier untersucht. Bei Papiertüten sticht vor allem der rund 2,5 Mal höhere Wasserverbrauch bei der Herstellung hervor, auch ist der Energieverbrauch bei Papier höher. Dennoch hat sich Alnatura gegen die Kunststofftüte entschieden und setzt stattdessen darauf, dass die Kundinnen und Kunden ihr Obst und Gemüse lose transportieren.

Auch Benedikt Kauertz vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) beurteilt Mehrwegnetze als vorteilhaft: „Mehrwegbeutel haben bereits nach einigen Verwendungen eine bessere Ökobilanz als Einwegtüten.“ Die als Ausweichverpackung weiterhin angebotenen Papiertüten lässt Alnatura in Form, Größe und Dicke umweltfreundlicher überarbeiten. Zusammengefasst: Je häufiger eine Verpackung wiederverwendet wird, desto besser ihre Ökobilanz. Die Vermeidung einer Verpackung für Obst und Gemüse ist und bleibt die umweltfreundlichste Variante.

Alnatura in Zahlen
Alnatura ist die beliebteste Lebensmittelmarke der Deutschen (Brandmeyer-Studie 2016). Das Unternehmen wurde vor über 35 Jahren von Götz Rehn erdacht und konzipiert. Er gründete Alnatura 1984 und ist bis heute Geschäftsführer. Neben Götz Rehn sind Rüdiger Kasch und Herwarth von Plate in der Geschäftsführung von Alnatura tätig.

Aktuell gibt es 131 Alnatura-Super-Natur-Märkte in 62 Städten in 12 Bundesländern. Unter der Marke Alnatura werden rund 1.300 verschiedene Bio-Lebensmittel produziert. Vertrieben werden diese in den eigenen Alnatura-Märkten, europaweit in rund 12.000 Filialen verschiedener Handelspartner und im Alnatura-Onlineshop. Alnatura beschäftigt aktuell rund 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 130 Lernende. Im Geschäftsjahr 2016/2017 erwirtschaftete Alnatura einen Umsatz von 770 Millionen Euro.‘

Quelle: www.alnatura.de

Netzfrau Doro Schreier

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