In Memoriam Charles Aznavour  –  22. 5. 1924 – 01. 10. 2018

In Gedanken an Charles Aznavour fallen mir auf Anhieb berühmte Chansons wie „Du lässt dich gehn“, „Als es mir beschissen ging“ und „Tanze Wange an Wange mit mir“  sowie drei Rollen ein, in denen ich ihn auf der Leinwand sah: als den Pianisten Charlie Kohler in Francois Truffauts „Schießen Sie auf den Pianisten“ (1960), als den jüdischen Spielzeugwarenhändler Sigismund Markus in der oskarprämierten Volker-Schlöndorff-Verfilmung der „Blechtrommel“ (1979) von Günter Grass und als Leo Naphta in der Verfilmung von Thomas Manns „Der Zauberberg“ (1980). All dies beeindruckte mich sehr.

Ebenso beeindruckte mich sein caritatives und sein politisches Engagement: Nach dem schweren Erdbeben in seinem Heimatland Armenien 1988 gründete er eine Hilfsorganisation für die Unterstützung der Überlebenden.

Während des Konflikts zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Berg-Karabach organisierte er 1994 tonnenweise Lebensmittel und medizinische Hilfsmittel für die Menschen, die auf Grund dieses Konflikts flüchteten.

Im Jahr 2006 nahm er in der armenischen Hauptstadt Jerewan an einer Feier anlässlich des Gedenkens an die Opfer des Völkermords an den Armeniern 1915 teil – ein Ereignis, das seine Eltern einst zur Flucht nach Frankreich getrieben hatte.

Charles Aznavour wurde 1924 als Kind armenischer Eltern in Paris geboren. Sein Vater war Sänger, seine Mutter Schauspielerin. Schon mit neun Jahren sang er zum ersten Mal öffentlich. Zum Durchbruch verhalf ihm Edith Piaf, die auf ihn aufmerksam geworden war und ihn 1946 auf eine Tournee durch Frankreich und die USA mitnahm.

Am Ende seiner Sängerlaufbahn konnte er auf ein Werk von mehr als eintausend selbst gedichteter Chansons zurückblicken, von denen viele nicht nur in fünf weitere Sprachen übersetzt wurden, sondern die er auch in diesen Sprachen selbst sang.

2008 wurde Charles Aznavour die armenische Staatsbürgerschaft verliehen. Schon ein Jahr später übernahm er das Amt des Botschafters Armeniens in der Schweiz (wo er seit 1994 lebte) und vertrat sein Land auch bei den Vereinten Nationen in Genf.

Wer ihn singen hört und weiß, wie Edith Piaf sang, den wundert sicher nicht, dass ausgerechnet sie ihn 1946 entdeckte, denn die Intensität seiner Stimme und seines Gesangs erinnert sehr an die des „Spatzen von Paris“, wie Edith Piaf auch genannt wurde.

Reposez en paix, cher Charles Aznavour, et merci beaucoup pour votre musique et pour tout ce que vous avez fait pour l’humanité!

Du lässt dich gehn

Netzfrau Ulla Rissmann-Telle

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