«gilets jaunes» – Generation Aussichtslos! Wenn Bildung in Gefahr ist – Schüler schließen sich den „gelben Westen“ an!

Wenn eine ganze Generation ihren Mut verliert. In Spanien, Griechenland, Portugal und Frankreich gehen die Jungen schon länger auf die Straße und nicht erst seit den „gelben Westen“. Ihr Zorn ist berechtigt, denn allein in Frankreich lag die Jugendarbeitslosenquote im September 2018 über 20%. Das „reiche“ Frankreich hat 6 Millionen Arbeitslose und auch hier sinkt die Armutsrate nicht, etwa 8,9 Millionen Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze. Die französische Regierung plant in den nächsten Jahren Ausgaben für Rüstungsgüter in Höhe von 295 Milliarden Euro.  Im Juli 2013 beschlossen die 28 EU-Arbeitsminister im Kanzleramt konkrete Maßnahmen gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Europa. In Europa waren zu der Zeit mehr als 5,6 Millionen junge Menschen unter 25 Jahren ohne Job.  6 Milliarden Euro – für 7 Jahre! Klingt zuerst sehr viel, doch es sind nicht mal 1 Milliarde Euro pro Jahr.  Verteilt man rein rechnerisch die sechs Milliarden auf die arbeitslosen jungen Köpfe, bleiben für jeden nur einige hundert Euro übrig. Zum Vergleich: Die Rüstungsausgaben in Europa 2017 betrugen 282 Milliarden Euro. Die neue Steuer war nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringen sollte. Hinzu kommt, dass das in die Kritik geratene HarzIV auf ganz Europa ausgeweitet werden soll. Schon lange rumort es in Frankreich und nicht nur dort. Denn Frankreich geht es gar nicht so gut, wie immer dargestellt wird. Die französische Regierung beantragte 2015 sogar bei der EU drei weitere Jahre Zeit, um das sogenannte Pflicht-Ziel zu erreichen, und man drohte sogar mit Sanktionen durch die EU, sollte Frankreich nicht die geforderten Reformen durchsetzen. Wie diese ausschauen, sehen wir an Griechenland. Nicht nur die Franzosen müssen den Gürtel enger schnallen sondern ganz Europa. Doch es reicht, denn für Rüstungsgüter und andere „unnütze“ Ausgaben ist ausreichend Geld vorhanden. Die Zahl der Obdachlosen steigen und der kalte Winter steht bevor. Auch die Bildung leidet unter den Sparmaßnahmen, daher schließen sich auch die Gymnasiasten den „gelben Westen“ an: „Sie haben uns klar gemacht, dass wir auch sprechen können“.

Belgien, Deutschland, Niederlande … Die Bewegung der „gelben Westen“ erstreckt sich auch ins Ausland

Demonstration "Gelber Westen" am 29. November in Brüssel.
  • Die Entwicklung der Bewegung der „gelben Westen“ wird besonders in Belgien verfolgt. Am 30. November 2018  trafen sich die Demonstranten in gelben Westen in Brüssel. Dies war das erste Mal, dass sich dieses Phänomen außerhalb der französischsprachigen Region Wallonien ereignete.
  • In den Niederlanden demonstrierten ebenfalls Demonstranten mit „gelben Westen“ am Samstag friedlich vor dem Parlament in Den Haag. Auch in Maastricht wollten  die Demonstranten darauf aufmerksam machen, wie schwierig es ist, finanziell „über die Runden“ zu kommen.
  • In Den Haag scheint die Bewegung in den letzten Tagen an Bedeutung zu gewinnen. Auf ihrer Facebook-Seite waren sie am Montag, dem 03. 12. 2018  etwa 12.000 Mitglieder, verglichen mit 2.000 in der Woche zuvor.
  • Proteste gibt es auch in Serbien und auch in Bulgarien, dem ärmsten Land in Europa. Auch hier unter anderem wegen der hohen Benzinpreise. Allerdings zog man in Bulgarien bereits vor den „gelben Westen“ durch die Straßen, aber schloss sich am 11. November 2018 den „gelben Westen“ an. Auch hier steigen die Lebenshaltungskosten: Siehe auch Armut in der EU treibt Menschen in den Selbstmord, Eltern verkaufen ihre Babys und Regierung sich selbst an China!
  • Allein in Frankreich gab es am Samstag an fast 600 Orten Demonstrationen. Seit Ausbruch der Bewegung sogar etwa  2.000 in verschiedenen Orten in Frankreich.

Es ist nicht so, als hätten die Regierungsoberhäupter dieser Welt nicht geahnt, was auf sie zukommt. Bereits 2013 galt der „Wutbürger“ als eine Gefahr. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos wurde darüber beraten, wie man sich vor dem vermehrten Druck der Bevölkerung schützen kann. Schon längst wurden Tatsachen geschaffen, denn man rüstete auf, um für eventuelle Proteste gewappnet zu sein.

Twitter

Die Protestbewegung Indignados hatte am 15. Mai 2011 in Spanien damit begonnen, in mehreren spanischen Städten zentrale Plätze zu besetzen und dort Zeltlager zu errichten. Am 15. Oktober 2011 schloss sich die Protestbewegung Occupy Wall Street (englisch für Besetzt die Wall Street; abgekürzt auch OWS) an. Sie wurde die größte Protestbewegung in Nordamerika. Die Protestwelle hat nach und nach ganz Europa erfasst und schwappte auf die ganze Welt über. Die Occupy-Bewegung hatte Teile aus dem Manifest der Indignados übernommen. Man könnte es auch so beschreiben: Die weltweiten Protestbewegungen hatten ihren Ursprung in Spanien und zwar am 15. Mai 2011. 2016 feierten Zehntausende Spanier  – seit fünf Jahren „empört“ – Hungern, während Banker sich ihre Schandtaten mit Millionen versüßen lassen.

Und sollten Sie es vergessen haben:  2013 standen in Spanien ca. drei Millionen bezugsfertige Wohnungen leer. Trotzdem erlebten dort jeden Monat knapp zehntausend Familien das Trauma einer Zwangsräumung, meist weil sie ihre Arbeit verloren hatten und bei der Rückzahlung ihrer Wohnungshypothek in Rückstand geraten waren. Zwangsräumungen, allein ein Problem der südlichen Krisenstaaten? Weit gefehlt! Im von allen beneideten Deutschland funktioniert das nur still und heimlich. Denn 2013 wurde in Berlin etwa 22 mal pro Tag zwangsgeräumt und in Hamburg waren es 12 Zwangsräumungen an jedem Tag. Übrigens betrug schon da die Strafe für Übernachten auf den Straßen Madrids 750 €! 

Bei den jungen Menschen in Südeuropa hat sich vor allem ein Gefühl angestaut: Wut. Schon lange vor der Eurokrise fühlten sie sich um ihre Zukunft betrogen. Sie sind gut ausgebildet, dennoch ohne Chance auf sichere Perspektiven und Aufstieg. Sie verlangen nach guten Jobs, sie wollen Familien gründen und fürs Alter vorsorgen.

Doch anstatt den Jugendlichen mehr Geld für Bildung  und Ausbildungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, gab es 2013 einen Deal bei der Verteilung der künftigen EU-Finanzen. Im Juli 2013 beschlossen die 28 EU-Arbeitsminister konkrete Maßnahmen gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Alles, was diese bekamen, waren „warme“ Worte und Versprechungen.

Obwohl sich die wirtschaftliche Lage angeblich in vielen europäischen Ländern zu erholen scheint, ist immer noch ein Fünftel aller Jugendlichen in Europa arbeitslos. Das ist nach wie vor deutlich über dem Ausgangsniveau vor der Krise 2007.

Und dass sich die Generation Praktikum  von Praktikum zu Praktikum hangelt, ist auch seitens der EU so gewollt, denn so tauchen sie nicht in der Arbeitslosenstatistik auf:

Laut Europäisches Parlament im Dezember 2017: „Um jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, qualitativ hochwertige Arbeitserfahrungen unter sicheren und fairen Bedingungen zu sammeln und gleichzeitig ihre Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern, haben sich die Mitgliedstaaten 2014 auf einen Qualitätsrahmen für Praktika geeinigt.“

Wie schon erwähnt, gab es nur 6 Milliarden Euro für 7 Jahre. Nicht anders für die, die eine gute schulische Ausbildung haben: Mach ein Studium, dann hast du Erfolg, doch so einfach ist es nicht! Viele hangeln sich weiterhin von Praktikum zu Praktikum.

Schaut man sich die Zahlen in Europa an, liegen die Schulden von Staaten immer noch da, wo sie bereits 2007 waren. Auch der Berg von „faulen“ Forderungen, auf dem die europäischen Banken weiterhin sitzen, ist brandgefährlich.

Der IWF mahnte 2016  Frankreich zu mehr Tempo bei Reformvorhaben

Das Land sei zwar auf dem richtigen Weg, meinte IWF-Präsidentin Christine Lagarde, selbst Französin und ehemalige Wirtschafts- und Finanzministerin unter Präsident Nicolas Sarkozy. Was mit Griechenland passierte, können Sie hier lesen: Humanitäre Krise in Griechenland auf Grund von wirtschaftlichen Interessen und Erdgas?!

Daraufhin kam es zu Protesten in Frankreich, denn eine Harz4-Reform wollte niemand in Frankreich.Schon da waren viele trotz Arbeit obdachlos. Und schaut man sich 2014 an, hieß es sogar in Frankreich: Verkauf von Mona Lisa, um Schulden zu bezahlen

Frankreich: „Nuit Debout“ heißt die Bewegung, „Nacht der Aufrechten“ – die 2016  jeden Abend gegen soziale Ungerechtigkeit protestierten – Aus den Protesten gegen die Reform des Arbeitsmarkts in Frankreich wurde eine neue Bewegung, die auch gehofft hatte, dass sich der neue Präsident Macron, der so viel versprochen hat – auch hält. Doch welche Alternative hatte Frankreich wirklich? Frankreich den Rechtspopulisten überlassen? Wir sehen an anderen Ländern, wie Brasilien, Chile oder Argentinien, wie das endet. Und auch in den USA leiden die Menschen weiter, während die Reichen immer reicher werden.

Seit Jahren stagniert die Wirtschaft in Frankreich.

Die Staatsquote war 2014 mit lähmenden 56,1 Prozent die höchste in ganz Europa, während die Verschuldung des Landes sogar die 2000-Milliarden-Euro-Mauer durchbrochen hatte. Die Regierung möchte die Staatsschulden um 36 000 000 € reduzieren. Es wäre nicht das erste Mal, das Paris seine Schätze verkauft. Bereits die besten Weine aus dem Keller des Elysée-Präsidentenpalastes fanden neue Besitzer. Das ehemalige International Conference Centre in der Nähe des Arc de Triomphe wechselte nach Katar und zu einem chinesischen Käufer. Die eingenommenen 430 000 000 € wurden für die Renovierung des Gebäudes verwendet, das heute ein Hotel ist. Eine Übernachtung kostet über 1000 Euro pro Nacht. Eine Mona Lisa dürfte aber eh nicht verkauft werden, denn eine Gesetzesänderung wäre problematisch, da die meisten kulturellen Erbe Frankreichs historisch von einzelnen Spendern kommen, die im Gegenzug erhebliche Steuervergünstigungen für ihre Großzügigkeit genießen.

Energiearmut in Europa

Laut der EU-Kommission hätten mehr als 50 Millionen Haushalte in der EU  Probleme, angemessen zu heizen und  ihre Nebenkosten zu bezahlen.

Allein in Frankreich leiden 5,6 Millionen Haushalte  oder 12,1 Millionen Menschen, die sich die Energiekosten nicht leisten können und daher frieren müssen. Gegenüber 2006 ist das sogar eine Steigerung um 17%.

Das „reiche“ Frankreich hat 6 Millionen Arbeitslose und auch hier sinkt die Armutsrate nicht. Etwa 8,9 Millionen Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze. 7- 8.000  Menschen schlafen auf den Straßen von Paris. 29.000 Menschen sind in der Metropolregion Paris obdachlos

Auch 2016 gab es viele Proteste auf dieser Welt: ob in den USA, in Spanien, Italien, im Iran oder in Ägypten, Malta, Pakistan, Island oder Frankreich – überall auf der Welt kam und kommt es zu Protesten. Immer mehr neue Bewegungen entstehen. In einigen Ländern mussten die Regierungsoberhäupter zurücktreten, in vielen Ländern wird gegen die Korruption demonstriert. In den USA entstand eine neue Bewegung, die sich mit der Occupy Wallstreet vergleichen lässt. Diese Bewegung fordert ein Ende der Einflussnahme durch Geld auf die Politik.

Die Proteste waren nie weg, jedes Wochenende ist irgendwo eine Demonstration und dieses weltweit!

Auch in Großbritannien wird aufgerüstet, auf der anderen Seite werden Kürzungen der Sozialleistungen angestrebt. Von diesen Kürzungen sind etwa 8 Millionen Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen betroffen. Eine bedrohliche Folge dieser Kürzungen ist der damit einhergehende Anstieg der Armut. Erst Anfang 2018 zeigten Regierungszahlen, dass die Zahl der obdachlosen Menschen in England ein Rekordhoch erreicht und innerhalb von drei Jahren um 73 Prozent zugenommen hat.

 Die Gelbe-Westen-Bewegung in Frankreich

Nach drei Wochen zunehmend wütender Massenproteste hat der französische Präsident Emmanuel Macron die massiv umstrittene Treibstoffsteuer ausgesetzt. Es bleibt abzuwarten, ob dies die Massenbewegung aufhalten wird, die den Rücktritt seiner Regierung fordert, so die aktuellen News. Doch es geht auch nicht nur um den Rücktritt von Macron, es geht darum, dass auf der anderen Seite Konzerne keine Steuern zahlen, also dem Land Geld entziehen und auf der anderen Seite die Armut zunimmt. Dazu auch: Wie Konzerne Europas Kassen plündern!

Jetzt schließen sich auch Schüler und Schülerinnen den „gelben Westen“ an

Twitter

Die „gelben Westen“ sind nicht mehr alleine. Die Bewegung hat eine große Vielfalt von Menschen zusammengebracht und wird jetzt von Gymnasiasten begleitet. Am Montag wurden mehrere Gymnasien blockiert, um insbesondere die Reform des Parcoursup anzuprangern. Parcoursup ist die nationale Zulassungsplattform für das erste Hochschuljahr. In den Alpes-Maritimes kamen etwa  4000 Schüler und Schülerinnen zusammen, wie in Nizza, wo ein Dutzend Gymnasien blockiert wurden.

Schülerinnen und Schüler sind wütend.

Auf Einladung der High School-Gewerkschaften waren am Freitag viele Institutionen in ganz Frankreich blockiert: sieben in Paris und hundert im ganzen Land. An Montag, dem 3. Dezember 2018 waren in Frankreich noch immer viele Schulen zu. Innenminister Christophe Castaner wies während seiner Anhörung im Rechtsausschuss der Nationalversammlung darauf hin, dass 188 Gymnasien in ganz Frankreich „blockiert“ worden seien. Zwei Teenager wurden schwer verletzt.

Wenn Menschen zu Spielbällen werden

Wenn Schüler, Rentner und Arbeiter auf die Straße gehen, weil Bildung zu teuer, weil Mieten zu hoch oder weil ihre Firma die Löhne drückt, dann stecken nicht selten dieselben Verursacher dahinter, die die Finanzkrise verursachten: Finanzkonzerne. Und als hätten die Regierungsoberhäupter dieser Welt nichts daraus gelernt, klopft die nächste Finanzkrise schon an die Tür. 

„2013 wird ein Jahr des Vollzugs“, sagte Mario Draghi. Die eingeführten Maßnahmen und Reformen müssten nun konsequent umgesetzt werden, damit sie helfen können. Wie vor ihm schon die Währungsfonds-Chefin Christine Lagarde und viele andere Redner in Davos, mahnte auch Draghi, die europäischen Staaten dürften in ihren Bemühungen nicht nachlassen, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. „Wir werden dann eine Erholung sehen, wenn die nationale Regierungen den Schuldenabbau und vor allem die begonnenen Strukturreformen vorantreiben.“

10 Jahre nach dem Lehman-Crash scheint für viele die Krise schon wieder vergessen. Doch man sollte sich jederzeit der Gefahr einer weiteren Finanzkrise bewusst sein –  Die Lehman-Krise hatte sich von Amerika rund um den Globus ausgebreitet und letztlich die gesamte Weltwirtschaft lahmgelegt. Der nächste Crash kommt bestimmt, denn wenn dieser gigantischen Zocker-AG der Treibstoff ausgehen sollte, droht ein böses Erwachen. 

Netzfrau Doro Schreier

Was Banken nicht verraten, Berater verschweigen und nur echte Profis wissen – 10 Jahre Finanzkrise  – nach der Krise ist vor der Krise

Wie Afrikas Eliten ihre Länder plündern!

Wie bei der Mafia – die Deutsche Bank und ihr „Casino“!

World AG – Wer sitzt an den Schalthebeln der Macht – Vernetzung – man kennt sich!

Der Preis des Profits: Global steigende Armut, sinkende Bildung und Gesundheit- Und Superreiche wollen in Davos eine gemeinsame Zukunft in einer zerstörten Welt schaffen?

Glückwunsch: Exportweltmeister Deutschland – Weltmeister im Lohndumping und die Superreichen profitieren!

Kaum ein EU-Land investiert so wenig Geld in Bildung wie Deutschland!

Blackstone und BlackRock – Stephen A. Schwarzman und Larry Fink – eine „mächtige“Männerfreundschaft besonderer Art und die Arabische Liga

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