Unglaublich: In den USA hält ein Richter Verbot von Genitalverstümmelung für verfassungsfeindlich – A federal judge in US struck down a law that criminalizes female genital mutilation

FGM2zur englischen Version Es passiert alle elf Sekunden irgendwo auf der Welt. Ein Mädchen legt sich auf einen Tisch, eine Beschneiderin nimmt ein Messer oder auch eine Glasscherbe und beginnt mit einer Prozedur, nach der nichts mehr sein wird wie zuvor: der Genitalverstümmelung. Nicht selten sterben Mädchen an den Folgen des Eingriffs, weil kein steriles Operationsbesteck verwendet wird. Die grausame weibliche Genitalverstümmelung (FGM) wird nicht nur auf dem afrikanischen Kontinent praktiziert, sondern auch auf anderen Kontinenten wie Asien. Doch was in den USA gerade geschehen ist, ist unvorstellbar. Erstmals in der Geschichte der USA begann ein Strafprozess, weil Ärzte an jungen Mädchen Genitalverstümmelungen vorgenommen haben sollen. Über 100 Mädchen im Alter von 6 bis 9 Jahren wurden verstümmelt und ein Richter hält das Verbot von Genitalverstümmelung für verfassungsfeindlich und hat acht Angeklagte von einem Großteil der Vorwürfe zu weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) bei Minderjährigen freigesprochen. Weibliche Genitalverstümmelung ist ein globales Problem. Weltweit leben 200 Millionen Frauen und Mädchen, die aus kulturellen oder sozialen Gründen beschnitten wurden – auch in der EU sind es Hunderttausende.

Weibliche Genitalverstümmelung ist ein globales Problem

Schätzungen der UN zufolge sind weltweit mindestens 200 Millionen Frauen und Mädchen Opfer von Genitalverstümmelung geworden. Das sind rund 70 Millionen mehr als bislang angenommen.

Die Genitalverstümmelung von Frauen ist in den Vereinigten Staaten ein wachsendes Problem. Nach Angaben von Centers for Disease Control sind nach deren Einschätzung  513.000 Mädchen und Frauen in Gefahr. Es wird angenommen, dass in den Niederlanden 30.000 Mädchen gefährdet sind . In Belgien wurden 17.273 Frauen einer Genitalverstümmelung unterzogen. In Finnland sollen 3.000 Mädchen gefährdet sein und  bereits bei 10.000 Frauen wurde eine Genitalverstümmelung gemacht. In Großbritannien wird „ein Fall von Genitalverstümmelung bei Frauen entweder stündlich entdeckt oder behandelt“, berichtet The Independent. In Deutschland sind 65.000 Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung betroffen, Tendenz steigend. 

In Indien wagte sich eine Frau, dass auszusprechen, was in Indien im Geheimen passiert – die Genitalverstümmelung.

In Indien fordern Frauen, die einer weibliche Genitalverstümmelung (FGM) unterzogen wurden, die indische Regierung auf, das uralte Ritual zu verbieten und es wie Kindesmissbrauch zu ahnden.

FGM wird häufig mit afrikanischen Ländern in Verbindung gebracht, wo internationale Bemühungen dazu beigetragen haben, dass dieses grausame Ritual dort beendet wird. Dazu auch: Herzzerreißend! Mit Gewalt in die Ehe verkauft – The heartbreaking moment a Kenyan girl is sold into marriage

Wenig ist über die grausame Art der Genitalverstümmelung in Indien bekannt. Oft wird dieses grausame Ritual im Geheimen bei der Dawoodi Bohras, einer schiitisch-muslimischen Gruppe mit mehr als 1 Million Menschen durchgeführt.

Masooma Ranalvi begann 1989 ihre Karriere als Rechtsanwältin in Mumbai.  2016 startete sie eine Online-Petition ins Leben, in der sie beschreibt, wie sie als 7-jährige in Mumbai Opfer der Genitalverstümmelung wurde. Sie steht an der Spitze der Kampagne zur Beendigung weiblicher Genitalverstümmelungen in Indien, die Bewegung Speak Out On FGM

Der UNHRC führt alle zwei Jahre eine Überprüfung der Menschenrechtssituation in der ganzen Welt durch, in der sie mit ihrer Organisation eine schriftliche Stellungnahme zu FGM in Indien schrieb. Dies war das erste Mal, dass das Problem bei den Vereinten Nationen angesprochen wurde. 

Masooma Ranalvi war sieben Jahre alt, als ihre Großmutter ihr versprach, wenn sie mitginge, bekäme sie eine Tafel Schokolade und ein Eis.

Die Großmutter nahm sie mit zu einem herunterkommenden Gebäude in der Nähe von ​​Bhendi Bazaar in Mumbai. Im ersten Stock des Gebäudes angekommen, wurde sie zu einem Innenraum geführt, wo eine Frau die Vorhänge zuzog und sie bat, sich hinzulegen. Masooma war wie erstarrt und umklammerte die Hand ihrer Großmutter. Sie hatte Angst, als die fremde Frau ihre Hose herunter zog und ihre Beine festhielt. Die fremde Frau sagte, dass es nur eine Minute dauern würde. Masooma schloss die Augen und griff immer wieder nach der Hand der Großmutter. Es ging alles ganz schnell. Die fremde Frau zog ihr dann die Hose wieder an und bat sie nun zu gehen. Zuhause angekommen, rannte sie in die Arme ihrer Mutter, umarmte sie und weinte. Ihre Mutter sagte ihr, dass alles in Ordnung sei. Als Masooma ihrer Mutter sagte, dass sie Schmerzen hätte, wenn sie zur Toilette musste, tröstete sie die Mutter, dass der Schmerz bald nachlassen würde.

Dieser schreckliche Tag begleitete sie ihr ganzes Leben lang. Sie war zu klein, um zu verstehen, und niemand erklärte ihr, was und warum es geschehen war. Sie gehört zu der Gemeinschaft der Dawoodi Bohra. Sie beschreibt die Gemeinschaft als eine von Männern dominierte Gemeinschaft in Westindien.

Das National Crime Records Bureau (NCRB) liefert keine Daten über FGM in Indien. Doch Masooma Ranalvi  und ihre Organisation haben einen datenbasierten Bericht veröffentlicht,  in dem hervorgehoben wird, inwieweit Khafz in Indien vorherrscht. Der Bericht gilt als die bisher umfassendste Studie zur indischen Genitalverstümmelungstradition. Die Studie zeigt, dass 75% der Befragten, darunter hauptsächlich Bohra-Frauen, einer FGM unterzogen wurden. 97% der Befragten, die sich an das Verfahren erinnerten, bezeichneten es als schmerzhaft und traumatisierend. So erinnerte sich Tasneem (34) an ihre Erfahrungen im Bericht:„Ich habe geschrien und geweint. Ich fühlte dort ein extrem brennendes Gefühl und fühlte mich nicht gut. Und nach dieser Blutung ging es weiter. Und ich habe gerade meine Mutter gefragt, warum das passiert. Ich konnte mich fast zwei Tage lang nicht auf meine Beine setzen. “

Die Beschneidung ist eine grausame, unendlich schmerzhafte Tortur unter unhygienischsten Bedingungen und mit stumpfen „Werkzeugen“ wie Glasscherben und Rasierklingen und ohne Betäubung.

Hat ein Mädchen die Genitalverstümmelung lebend überstanden, – nicht wenige verbluten, oder sterben an Entzündungen – wird sie dieser körperliche Eingriff Zeit ihres Lebens verfolgen. Betroffene Frauen leiden an Zysten, Eileiterentzündungen, Menstruationsschmerzen, Nierenschäden, Inkontinenz, schmerzhaftem Geschlechtsverkehr und nicht zuletzt an den seelischen Folgen, welche dieses Trauma der Verstümmelung hinterlässt.

Werden sie dann Mütter, sterben sie oftmals bei der Geburt, da das Gewebe dermaßen vernarbt ist, dass sie ihr Kind nicht gebären können. Während der Entbindung durchleben sie zusätzlich das Aufgeschnittenwerden und das Danach-wieder-zugenäht-Werden. Und das bei jeder Geburt.

Für viele Familien in Gambia sind Beschneidungen ein teures Ritual. Den armen Familien fällt es schwer, genug Geld zu sparen für dieses Fest. Oft sparen sie jahrelang. Doch die Tradition ist in vielen Kulturkreisen elementar. „Wenn du nicht beschnitten bist, wirst du diskriminiert.“

Während man sich auf der UN-Konferenz zur Beendigung der Gentitalverrstümmelung einsetzte, entschied ein Richter in den USA, das Verbot von Genitalverstümmelung sei verfassungsfeindlich

Die Weltgesundheitsorganisation WHO in vier Stadien, die unter anderem das Abschneiden oder Zerstören von Gewebe der Klitoris und/oder der Labien und/oder das Vernähen der Labien vorsehen. Dabei geht sie auch auf die Gefahren, Schmerzen, Traumata und Folgen dieser Tortur für die Mädchen und Frauen ein.

In 27 US-Staaten wurden diese Praktiken verboten. Ohne ein Bundesverbot ist FGM jetzt in 23 Staaten legal.

In Michigan hat Richter Bernard Friedman Dr. Jumana Nagarwala und sieben weitere Angeklagte von einem Großteil der Vorwürfe zu weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) bei Minderjährigen freigesprochen. Er begründete seine Entscheidung damit, dass der Kongress seine Kompetenzen bei einem Verbot der Verstümmelung, welches zur Verhaftung und Anklage von den Ärzten geführt habe, überschritten habe. Dies falle in den Bereich der Verfassung und müsse von den einzelnen Staaten verboten werden.

Der historische Fall betrifft minderjährige Mädchen aus Michigan, Illinois und Minnesota. Wie Gerichtsunterlagen zeigen, haben Mädchen während der grausamen Tat geweint, geschrien und sie bluteten. Sogar Valium wurde verabreicht, damit sie ruhig waren.

Das Urteil des Richters wies auch Anklagen gegen drei Mütter ab, darunter zwei Minnesota-Frauen, von denen die Ankläger behaupteten, sie hätten ihren siebenjährigen Töchtern erzählt, sie würden für ein Mädchenwochenende nach Detroit fahren, stattdessen wurden sie einer Genitalverstümmelung in einer Klinik unterzogen.

Gina Balaya, Sprecherin des US-amerikanischen Anwaltsbüros, sagte, dass die US- Regierung prüfe, ob sie Berufung einlege oder nicht. .

Am 20. Dezember 2012 nahm die UN-Vollversammlung die von 110 Ländern eingebrachte Resolution „Intensifying global efforts for the elimination of female genital mutilations“ an. In der Resolution werden die UN-Mitgliedsstaaten dazu aufgefordert, wirksame Maßnahmen zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung zu ergreifen. Dazu gehören neben einem gesetzlichen Verbot landesweite Sensibilisierungskampagnen und Präventionsmaßnahmen zum Schutz gefährdeter Mädchen. Die Resolution wurde einstimmig verabschiedet. Mehrere Länder haben die Praxis der Genitalverstümmelung verboten.

„Ich bete darum, dass eines Tages keine Frau mehr diese Qual erleiden muss. Sie soll zu etwas längst Vergangenem werden. Die Menschen sollen sagen: „Hast du schon gehört, die Genitalverstümmelung von Frauen ist in Somalia gesetzlich verboten und unter Strafe gestellt worden?“ Und dann dasselbe auch im nächsten Land und im nächsten, und so weiter, bis die ganze Welt für alle Frauen sicher ist. Was für ein glücklicher Tag wird das sein – und darauf arbeite ich hin. So Gott will, wird dieser Tag kommen.“  Waris Dirie 


A federal judge in US struck down a law that criminalizes female genital mutilation

A federal judge in Detroit declared unconstitutional a US law banning female genital mutilation, and also dismissed several charges against two doctors and others in the first US criminal case of its kind.

US District Judge Bernard Friedman said Congress lacked authority under the Commerce Clause to adopt the 1996 law, and that the power to outlaw female genital mutilation, or FGM, belonged to individual states.

Over 100 girls between the age of 6 and 9 were mutilated and their attackers will walk free. Several Michigan physicians performed a medically unnecessary and painful surgery called female genital mutilation. But it turns out it’s legal! But it’s certainly not ethical or in line with the Hippocratic Oath.

Petition: Over 100 American Girls Underwent Female Genital Mutilation


This horrible operation went on for 12 years in Michigan and involved 7 other people. In all, over 100 girls were mutilated in a way that can never heal. Essentially, a judge just ruled that it is unconstitutional to ban female genital mutilation.

The actual result in lifelong damage. These girls have a painful procedure that they don’t need which carries a lot of risk and most of the time they aren’t even told what’s happening at the time or ever. One girl said she couldn’t even walkafter the procedure. But ultimately, the parents of these girls told them not to talk about the procedure.

Even worse, the doctors involved are still able to practice medicine. Please join in calling on medical licensing boards to revoke the license of any physician who has performed female genital mutilation.

Girls are suffering and dying all across the globe from this horrible practice meant to stifle their sexuality. Until this ruling, the U.S. was looked to as a leader in terms of decrying to heinous practice. Now, we don’t have a leg to stand on. It’s up to us to change that and while this important issue continues to move through the court system, we must call on other institutions to stand against it.

Dr. Fakhruddin Attar is the internal medicine doctor who performed some of these. Jumana Nagarwala is an ER doctor who also performed some of these. Please join me in asking the American Board of Internal Medicine and the American Board of Physician Specialties to revoke these two physician’s licenses. Read more: Michigan Judge dismisses female genital mutilation charges in historic case

Netzfrau Doro Schreier

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deutsche Flagge

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. wenn ein Gericht diese Verstümmelung der Frauen für richtig hält, frage ich mich ob derjenige sich so etwas machen lassen würde???=!“Ich glaube da wäre eine andere Antwort! Frauen sollen LEBEN schenken und das nur im GESUNDEM ZUSTAND! Nach dieser Zeremonie ,ist sie NICHT MEHR GESUND!

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