Ein Wahnsinn! Australien plant, eine Million Tonnen Klärschlamm im Great Barrier Reef zu versenken! – Australia plans to dump one million tonnes of sludge in the Great Barrier Reef

zur englischen Version Klärschlamm ins Great Barrier Reef? Das ist der Todesstoß für das  Great Barrier Reef. Mehr als tausend Jahre bewegte sich das Great Barrier Reef sehr langsam abhängig vom Meeresspiegel. Das Great Barrier Reef überlebte fünf todbringende Ereignisse während der letzten 30.000 Jahre, und wer einmal das Great Barrier Reef besucht hat, weiß um die Zerstörung des Reefs. Das Problem sind die zunehmenden Korallenbleichen und das ist schon sehr besorgniserregend. Während der Hitzewellen des Meeres der Jahre 2016 und 2017 starb etwa die Hälfte der Korallen des Great Barrier Reef.  Jetzt kommen noch eine Million Tonnen Klärschlamm hinzu, die die Korallen „ersticken“ werden. Schon einmal verhinderte ein weltweiter Protest, dass das Weltnaturerbe als Müllkippe benutzt werden sollte.

Ein Wahnsinn! Australien plant, eine Million Tonnen Klärschlamm im Great Barrier Reef zu versenken!

Es ist ein einzigartiges Weltnaturerbe und faszinierendes ‚neues Weltwunder‘ – das Great Barrier Reef. Denn mit über 2900 einzelnen Riffen und rund 900 Inseln bietet das größte Korallenriffsystem der Erde eine unvergleichliche Fülle an Fauna und Flora, doch das könnte nun bald Geschichte sein. Das Riff ist bereits vielen Gefahren ausgesetzt. Über zwei Millionen Touristen besuchen das Great Barrier Reef jedes Jahr. Touristen, die dort schnorcheln und tauchen gehen, brechen Stücke des Korallenriffes ab, um ein Andenken zu haben.

Wir besuchten das Great Barrier Reef erst Mitte 2018 und ließen uns zeigen, wie rücksichtslos Australien mit dem Weltkulturerbe umgeht. Ein Umweltaktivist zeigte uns, wie gut zahlende Touristen, meist aus China, dieses sensible Ökosystem zerstören.

Das Great Barrier Reef erstreckt sich nördlich von Fraser Island entlang der gesamten Küste von Queensland, vorbei an den Küstenstädten Bargara bis hin nach Cairns und Port Douglas. Von Cairns aus werden die Touristen mit Schiffen ins Great Barrier Reef gebracht. 

Durch die Menschen gelangt Müll ins Meer und ins Riff. Es kommt zu einer großen Verschmutzung, die den Korallen schadet.

„Besuchen Sie das Outer Great Barrier Reef auf einem brandneuen und luxuriösen Katamaran, so die Werbung. Dort wird man zu einer Insel gekarrt. In nur knapp 90 Minuten fährt der 23 Meter lange Motor-Katamaran hinaus ans äußere (Outer) Great Barrier Reef. Es heißt, dass es sich auf der Insel um ein Naturschutzgebiet handelt, doch was die Australier unter Naturschutz verstehen, sieht man am folgenden Bild.
Tagtäglich sind Tausende Touristen auf der Insel. Es gibt auch einen Privatzoo und Restaurants. Das verschmutzte Abwasser wandert direkt in das Great Barrier Reef.

Wer nicht tauchen kann, kein Problem, es wird alles angeboten, sogar Unterwasserboote.

Wir hatten bereits in unserem Beitrag im April 2018 gefragt: Verlieren wir Nemo? Und genau diese Frage wollten wir beantwortet haben. 

Wir fanden Nemo, und zwar in einem Aquarium im Privatzoo mit kleinen Krokodilen und Wasserschildkröten.

Weitere Folgen der massiven Korallenbleiche des Great Barrier Reef kommen ans Tageslicht, darüber berichteten wir 2018. 

In den letzten Jahren wurde der schädliche Einfluss der Landwirtschaft, besonders des Zuckerrohranbaues, auf die außerordentlich bedeutsame Korallenwelt des Great Barrier Reefs erkannt. Große Mengen Dünger, Sedimente und Insektizide werden besonders in der Regenzeit von den Zuckerrohranbauflächen über Bäche und Flüsse ins Meer gewaschen.

So töten Pestizide alle empfindlichen Lebewesen im fragilen Ökosystem des Riffs – also auch die Korallen. Und da u. a. Düngemittel große Mengen an Stickstoff enthalten und Phosphorverbindungen, was für ein enormes Algenwachstum sorgt – die sogenannte Algenblüte -, wird den Korallen das Licht genommen. Gerade in den Flussmündungen lässt sich der schädigende Einfluss der Landwirtschaft auf das Korallenriff nachweisen. Dazu auch vom Januar 2019: Verheerende Umweltkatastrophe in Australien – What happens when the ‚last resort‘ on the Darling River dries out?

Wie die BBC am 22. Februar 2019 berichtet, plant Australien eine Million Tonnen Klärschlamm im Great Barrier Reef zu versenken!

Trotz strikter Gesetze zur Entsorgung von Abfall gab die Leitung des Great Barrier Reef Marine Park (GBRMPA) die Erlaubnis dazu. Man hatte ein Schlupfloch gefunden – die Gesetze schließen nicht Materialien ein, die bei dem Unterhalt von Häfen anfallen. Dies kommt eine Woche, nachdem Überflutungen aus Queensland sich im Riff verteilen, die gemäß Wissenschaftlern die Korallen  „ersticken“ werden.

Der Industrieschlamm wird vom Meeresboden bei Hay Point Port abgesaugt, einem der weltweit größten Kohlehäfen und einer wesentlichen wirtschaftlichen Einnahmequelle für das Land.

Larissa Waters, Senatorin für Queensland und stellvertretende Vorsitzende der Grünen Partei, fordert eine Rücknahme der Erlaubnis. „Das Letzte, was das Riff benötigt, ist das Abladen von noch mehr Klärschlamm,  gerade nach der Schlammbelastung durch die jüngsten Fluten“, sagte sie The Guardian.

Siehe: Erschütternde Bilder und Videos – Ganze Viehherden von einer katastrophalen Sintflut ausgelöscht! – Floods kill 500,000 cows in Australia

Das Abladen von einer Million Tonnen ausgebaggertem Schlamm im Weltnaturerbe verwandelt das Riff in eine Müllkippe!

Dies ist nichts als ein weiterer „Nagel für den Sarg des als Weltnaturerbe gelisteten Great Barrier Reef, das bereits durch den Klimawandel belastet ist, so Dr. Simon Boxall vom Nationalen Zentrum für Ozeanographie Southampton.

Siehe: Das Great Barrier Reef überlebte fünf tödliche Klimaveränderungen, könnte sich aber dieses Mal nicht mehr erholen – Great Barrier Reef survived five climate change ‚death events‘ but may not bounce back this time

„Wenn sie das über dem Korallenriff selbst abladen, wird die Wirkung verheerend sein. Der Schlamm wird die Korallen alle vollständig bedecken.

„Die Korallen sind auf Algen angewiesen, die ihnen ihre Farbe verleihen und sie bei der Nahrung unterstützen – ohne diese Symbiose werden die Korallen dramatisch leiden“.Dr. Boxall bezeichnet seine Sorgen als akut, denn der gegenwärtige australische Sommer ist eine Zeit raschen „Algenwachstums“.

Die North Queensland Bulk Ports Corporation, die für Hay Point zuständig ist, behauptet, das Abladen des Schlamms werde eine geringe Auswirkung auf die Umwelt haben.In einem online versendeten Statement behauptet die Firma, ihree Berichte zeigten, die Risiken seien „überwiegend gering neben einigen kurz befristeten Auswirkungen“.

Dr. Boxall zufolge wird die Auswirkung vermindert, wenn der Schlamm weit genug entfernt von der Küste abgelassen wird. Darüber hinaus [aber] enthalte er große Mengen an schädlichen Substanzen wie Spurenmetalle.

„Wenn er in seichtem Wasser abgeladen wird, wird er die Meereslebewesen ersticken“, sagt er. „Es ist wichtig, dass sie das begreifen. Es wird teurer sein, aber das ist nicht das Problem der Umwelt – es ist das Problem der Hafenleitung“.

Im letzten Jahr sagte die australische Regierung 500 Millionen australische $ (275 Millionen £ / 317 Mio. €) für den Schutz des Great Barrier Reef zu – das [bereits] 30 % seiner Korallen verloren hat wegen der Korallenbleiche verursacht durch steigende Meerestemperaturen und Schäden, die der Dornenkronenseestern ihnen zufügt.

Zu der Zeit wurde „große Mengen Sediment“ als eine der Bedrohungen aufgezählt.

Eines der größten Naturwunder der Erde ist in Gefahr: das Great Barrier Reef vor der Küste von Queensland im Nordosten Australiens. 


Great Barrier Reef: One million tonnes of sludge to be dumped



22 February 2019

Australia plans to dump one million tonnes of sludge in the Great Barrier Reef.

Despite strict laws on dumping waste, the Great Barrier Reef Marine Park Authority (GBRMPA) gave the go-ahead.

A loophole was found – the laws don’t apply to materials generated from port maintenance work.

It comes one week after flood water from Queensland spread into the reef, which scientists say will „smother“ the coral.

The industrial residue is dredged from the bottom of the sea floor near Hay Point Port – one of the world’s largest coal exports and a substantial economic source for the country.

Larissa Waters, senator for Queensland and co-deputy leader of the Greens Party, called for the license to be revoked.

„The last thing the reef needs is more sludge dumped on it, after being slammed by the floods recently,“ she told the Guardian.

„One million tonnes of dumping dredged sludge into world heritage waters treats our reef like a rubbish tip.“

It’s just „another nail in the coffin“ for the World Heritage-listed Great Barrier Reef, which is already under stress due to climate change, according to Dr Simon Boxall from the National Oceanography Centre Southampton.

„If they are dumping it over the coral reef itself, it will have quite a devastating effect. The sludge is basically blanketing over the coral.

„The coral relies on the algae, that’s what give them their colour and what helps them feed – without this partnership the coral will suffer dramatically.“

Dr Boxall says his worries about sludge-dumping are short-term – with the current Australian summer a time for „rapid algae growth“.

The North Queensland Bulk Ports Corporation, which looks after Hay Point, said dumping the sludge will have a minor environmental impact.

In a statement issued online, the corporation claimed its reports showed the risks to be „predominantly low with some temporary short-term impacts“.

Dr Boxall says the impact will be lessened if the sludge is taken far enough offshore, but that it will still contain high amounts of harmful materials such as trace metals.

„If it’s put into shallow water it will smother sea life,“ he says.

„It’s important they get it right.

„It’ll cost more money but that’s not the environment’s problem – that’s the port authorities‘ problem.“

Last year, Australia pledged A$500 million (£275m) to protect the Great Barrier Reef – which has lost 30% of its coral due to bleaching linked to rising sea temperatures and damage from crown-of-thorns starfish.

One of the threats listed at the time was „large amounts of sediment“.

Photos: D. Schreier

Netzfrauen Ursula Rissmann-Telle
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