Internationaler Frauentag! Wenn Frauen streiken: „Wenn wir aufhören, hört die Welt auf “

Wenn Frauen weltweit streiken und ganze Länder lahm legen, müsste es doch auch in den Nachrichten erscheinen. Warum tut es das nicht? Wie viele männliche Journalisten versuchten für diesen besonderen Tag, den internationalen Frauentag, einen Artikel zu schreiben? Denn noch immer dominieren die Männer die Medien und zeigen am Frauentag, dass man an Frauen gedacht hat. Was geschieht, wenn am Weltfrauentag die Frauen streiken, zeigten Millionen Frauen 2018 in Spanien. Unter dem Motto: „Wenn wir aufhören, hört die Welt auf “ legten  Millionen Frauen Spanien lahm! Während Spanien einen der größten Streiks erlebte, streikten auch Frauen in vielen anderen Ländern der Welt, doch in den Medien hatten diese Proteste keinen Platz. Heute dürfte es anders sein, denn in Berlin ist der Frauentag heute arbeitsfrei. Viele wollen den Feiertag nutzen, um weiter für Gleichstellung und die Rechte der Frauen zu kämpfen. Die Gleichstellung der Geschlechter ist auch ein Barometer für den Zustand von Gesellschaften. Was glauben Sie, wie dann der Zustand unserer Gesellschaft aussieht?

Frauentag – Wenn Frauen streiken –  „Wenn wir aufhören, hört die Welt auf “

Dass der 8. März weltweit ein Tag der Solidarität im Kampf um gleiche und bessere Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen ist, ist allgemein bekannt.

Tatsächlich hat der Internationale Frauentag schon eine hundertjährige Tradition. Oder auch eine schon eine hundertfünfzigjährige, denn erste Impulse in Richtung eines internationalen Frauenkampftages gingen bereits 1858 von Demonstrationen der New Yorker Textilarbeiterinnen aus.

Im Allgemeinen aber gilt als tatsächlicher Ausgangspunkt ein Streik von Tabak- und Textilarbeiterinnen im Jahre 1908 in Manhattan. Bei diesem Streik schlossen Aufseher und Unternehmer die Arbeiterinnen in der Fabrik ein; So sollte verhindert werden, dass die Streikenden Kontakt zur Gewerkschaft aufnahmen und ihre Kämpfe auf andere Fabriken übergriffen. Ein Brand brach aus. Nur wenigen Frauen gelang die Flucht über die Absperrungen. 129 Frauen verbrannten.

Dazu auch: Internationaler Frauentag – Brot und Rosen – Wir träumten vom Leben, aber nicht in Armut

In Spanien wurde 2018 der erste Generalstreik der Frauen ausgerufen

Unter dem Motto „Wenn wir aufhören, hört die Welt auf“ demonstrierten an mehr als 200 Orten Frauen und legten Spanien sprichwörtlich lahm. Während Spanien einen der größten Streiks erlebte, streikten auch Frauen in vielen anderen Ländern der Welt am 8. März 2018 als Reaktion auf die Forderung nach einer weltweiten Arbeitsniederlegung. Einen nationalen Streik von Frauen gab es in Italien und auch im Vereinigten Königreich streikten die Frauen. Auch in Ecuador streikten Frauen: „Wir brauchen keine Blumen oder Pralinen. Wir fordern, dass unsere Rechte auf ein gewaltfreies Leben garantiert werden und dass die Bedeutung unserer Arbeit sichtbar gemacht wird.“ So wurde aus dem Internationalen Frauentag der weltweite Streik der Frauen, denn wenn Frauen die Arbeit niederlegen, werden alle erkennen: „Wenn wir aufhören, hört die Welt auf“! Siehe: Weltweiter Streik der Frauen – „Wenn wir aufhören, hört die Welt auf “ Millionen Frauen legen Spanien lahm! – If women stop, the world stops!- Millions of Women Strike in Spain

Warum ist der Frauentag immer noch ein „Kampftag“?

Wir leben bekanntlich im 21. Jahrhundert und noch immer dominieren gerade auch in der Medienwelt die Themen der Männer und die Medien werden von Männern gemacht. Ok, die Frau von heute kann sich auf verschiedenen Kanälen Kochshows anschauen. Doch haben Sie schon bemerkt, dass es weitgehend Männer sind, die kochen? Schauen Sie sich die Ratgebersendungen an. Es gibt vielleicht hin und wieder eine Quotenfrau, auch in den Talkshows, aber das war es auch. Es gibt bereits Studien, die besagen, dass die Ungleichheit von Frauen in der Arbeitswelt auch durch negative Darstellung in den Medien hervorgerufen wurde und wird. Das ist nicht verwunderlich, denn wenn Medien von Männern gemacht werden, bedeutet dies auch, dass sie in allen Bereichen dafür sorgen, dass sie die Platzhirsche bleiben. Alles, was digitalisiert wird und automatisiert werden kann, wird auch digitalisiert und automatisiert, nur eben die Frauen, die werden weiterhin auf der Strecke bleiben. Es geht hierbei nicht um Quotenfrauen, die wir reichlich haben, sondern darum, dass im 21. Jahrhundert noch immer Frauen besser mit einem männlichen „Nickname“ schreiben können, damit sie dann nicht „ausgebeutet“ werden. Schreiben Frauen, glauben viele Menschen, dass sei Hobby. Schreiben Männer, wird es plötzlich als Beruf angesehen, der auch bezahlt werden muss. Doch dem ist nicht so. Arbeit ist Arbeit und ihre Entlohnung und Wertschätzung sollte nicht vom Geschlecht abhängig gemacht werden.

Medienlandschaft –  für Frauen wenig Platz

Für die Öffentlichkeit scheint es von Interesse zu sein, ob eine Frau Karriere mit Kindern vereinen kann. Wenn es funktioniert, dann findet sowohl Mann als auch Frau schnell irgendwelche Argumente, warum es doch nicht funktioniert. Dank Medien sieht man die „Karriefrau“ mit Flecken von Babybrei an ihrem Kostüm aus dem Haus rennen, Lockenwickler noch im Haar, um pünktlich ins Büro zu kommen. Wer das in der heutigen Zeit wirklich noch glaubt, der glaubt auch alles, was die Medien uns weismachen wollen. Die Realität sieht oft anders aus.

Während sich zum Beispiel der Mann in einer gleichen Position wie die Frau mit Geschäftspartnern auf dem Golfplatz verabredet, kämpft die Frau damit, ihren Vorgesetzten davon zu überzeugen, dass ihre Vorschläge die besten sind. Da die Frauen bekanntlich Mehrarbeit leisten müssen, sind sie oft ausgelaugt und bewerben sich dann auch nicht auf höhere Posten, wo sie eh schlechtere Karten haben.

Oft kommt noch hinzu, dass gerade ihre besseren Vorschläge von den männlichen Kollegen als deren ausgegeben werden. Spart Zeit, die dann wieder für Hobbys zur Verfügung steht. Glauben Sie nicht? Gehen Sie mal zu einem Fußballspiel in die VIP-Lounge, dann sehen sie zwar Frauen, aber eher zum Kellnern oder als schönes „Beiwerk“.

Kurzum, in der Medienlandschaft ist für Frauen kein Platz, es sei denn man heißt  „Barbara Schonwieder“, sorry, Barbara Schöneberger. Egal auf welchem Programm, sie lacht einem entgegen, demnächst sogar mit einem eigenen Radiosender. Die Zeitschrift für die Frau gibt es auch bereits von BARBARA. Wo bleibt denn da Platz für Vielfalt? Haben wir keine anderen Frauen mehr, die man zeigen kann? Übrigens gehört „BARBARA“ zu Gruner + Jahr, wo auch „Brigitte“ verlegt wird. 1886 kam erstmals der „Brigitte“-Vorläufer „Dies Blatt gehört der Hausfrau!“ auf den Markt. Gruner+Jahr gehört übrigens dem Konzern Bertelsmann.

Alles hat sich verändert, auch die „Hausfrau“ von damals. Längst interessiert sich die Frau nicht mehr nur für: „Wie nehme ich ab“ oder „Wie schmücke ich mein Haus“ oder „Welche Mode steht mir?“. Die Hausfrau von HEUTE sucht sich einen Job, denn das Leben ist teuer geworden. Außerdem rückt die „Frau von HEUTE“ den Herren mit ihrem Wissen und Können immer mehr auf die Pelle, was wiederum dazu führt, dass der Platzhirsch in der Medienwelt dafür Sorge trägt, dass die Frau dabei nicht so gut weg kommt, wie sie es schon längst verdient hätte. Nun ja, es sei denn, Frau ist „Barbara Schonwieder.“ Ob so ein klassisches „Bild der Frau“, übrigens vom Springer-Verlag, wirklich in der oberen Etage eines Konzerns ankommt? Fraglich, vielleicht als Chefsekretärin. Nicht falsch verstehen, denn was wäre ein Chef ohne seine Chefsekretärin?! Schließlich hält sie die unangenehmen Dinge von ihm fern und „lenkt“ ihn durch den Tag.

Richtige Informationen werden rar. Dass Nachrichtensprecher 600.000 Euro im Jahr beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk erhalten sollen wie Claus Kleber – das ist sogar fast doppelt soviel wie das von Tom Buhrow, der als WDR-Intendant ein Jahresgehalt von 399.000 Euro erhält – , zeigt auch, dass es mitnichten um Inhalte geht. Da jetzt die Gehälter auch beim ZDF offen gelegt werden müssen, stellen wir fest, dass die Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios  Bettina Schausten  pro Jahr „nur“ 156.120 Euro bekommt. Der weltweite Ausverkauf der Medien – Medien als Investment! Here’s why billionaires keep buying media!

Nur ein paar Beispiele von vielen. Denn, wie schon geschrieben, sollen die Medien die Arbeitswelt beeinflussen,  indem sie ein „falsches“ Bild von uns Frauen vermitteln.

Zwischendurch, da es sich um ein sehr ernstes Thema handelt, etwas zum Schmunzeln aus meinem Berufsleben.

Während andere eher den bequemen Weg wählten, entschied ich mich für den unbequemen. Ist auch in der Medienwelt nicht anders. Frau muss sich von anderen unterscheiden, um mitspielen zu können. Je mehr Menschen sich auf ein Thema spezialisieren,  desto größer die Auswahl. Bedeutet: Frau zieht auch hier meist den Kürzeren.

Ich spezialisierte mich also auf Themen, von denen andere noch nicht mal wussten, dass diese mal interessant werden könnten.

So entschied ich mich bereits 1984 für die Arbeit mit dem Internet. 1987 für die regenerative Energien, 1990 folgte dann die Börse – denn das Internet machte es möglich. Hinzu kamen Afrika, Lateinamerika und das Genossenschaftsrecht, um nur einige Themen zu nennen. Als nun der „Neue Markt“ populär wurde, hatte ich mich schon seit Jahren spezialisiert und wurde zu vielen Veranstaltungen als Expertin gebucht. Mein Arbeitgeber, die Bank, stellte mir dann einen männlichen Kollegen zur Seite, damit das ganze einen „fachmännischen“  Charakter bekam.

So auch, als das Thema Photovoltaik immer mehr an Bedeutung gewann. Ich hatte mich schon längst auf dieses Thema spezialisiert und so wurde ich auch zu diesem Thema als Expertin gebucht. Mein männlicher Kollege fand das gar nicht gut und überzeugte den Vorstand, dass er als Mann besser beim Publikum ankommen würde. Also ließ man mich einen Vortrag samt Power-Point-Präsentation ausarbeiten und stellte mich dann dem Kollegen, sollte eine Frage aufkommen, zur Seite.

Unerwartet groß war das Interesse bei dem Thema und der Saal voll, natürlich mit Männern. Mich hatte man irgendwo im Saal platziert, sodass ich nicht auffallen würde. Doch als dann die vielen Fragen kamen, musste ich plötzlich diese beantworten und so kam es, dass die Männer im  Saal mich baten, den Vortrag fortzusetzen, denn man hatte erkannt, dass es wohl meine Präsentation war. Von da an wurde kein weiterer Versuch seitens der Bank unternommen, mir auch nur irgendeinen männlichen Begleiter zur Seite zu stellen, es sei denn als Hilfe für den Aufbau und zum Tragen der schweren Sachen.

Ich hatte meine eigene Technik, um ernst genommen zu werden. Ich stellte mich vorne auf die Bühne, mit meinem schönen Kostüm und meine tollen High Heels, so wie man es von einer Frau erwartet. Dann begrüßte ich das Publikum, meist aus Männern bestehend, so:

„Guten Abend, bitte schauen Sie nicht auf meine tollen High Heels, die ziehe ich jetzt aus, da sie eh viel zu unbequem sind, und sollte doch Interesse bestehen, sie bleiben hier stehen. Dann schauen Sie nicht auf mein Kostüm, ich ziehe die Jacke jetzt aus und krempel meine Ärmel hoch, denn wir wollen es uns ja alle gemütlich machen. Und bitte schauen Sie nicht auf meine langen blonden Locken, denn Sie sind hier, um den Inhalt meines Kopfes, des Gehirns, abzurufen. Und wenn Sie am Ende der Meinung sind, dass Ihnen nicht gefällt, was ich Ihnen heute versuche zu erläutern, dann lassen Sie sich das Geld vom Veranstalter zurückgeben, denn dieser ist der Meinung, dass ich genau richtig bin für diesen Job. Ich wünsche uns allen einen schönen Abend und vielleicht haben Sie am Ende dieses Vortrages noch Zeit für ein Bier, denn dann können wir noch die eine oder andere Frage näher erörtern.“  Es gab bereits bei der Begrüßung ein Lachen und der Abend wurde meistens ein Erfolg.“

Tipp: Sollten Sie diese Begrüßung bei einer Veranstaltung für Frauen machen wollen, rate ich dringend davon ab. Es könnte sein, dass Sie nicht einmal die Begrüßung zu Ende bringen können.

Was will ich Ihnen damit sagen? Geben Sie nicht immer den Männern die Schuld, dass unsere Gesellschaft so tickt, wie sie tickt. Würde es den Machern der Medien daran liegen, dass sich etwas ändert, würden sie es doch machen, oder?

Arbeit muss sich auch lohnen

»Es gibt keinen Erfolg ohne Frauen«, das wusste schon Kurt Tucholsky, und das gilt auch und insbesondere in der Kultur. Ob am Sprech- oder Notenpult, ob an der Staffelei oder am Schreibtisch, ob vor und hinter der Bühne oder der Kamera, ob in öffentlichen Kultureinrichtungen oder Kulturverbänden: Frauen prägen mit künstlerischer und kreativer Gestaltungskraft das kulturelle Angebot in
Deutschland und tragen zu einer Vielfalt bei, die weltweit ihresgleichen sucht. Dennoch kann auch im Kultur- und Medienbetrieb von gleichen Chancen für Frauen und Männern vielfach noch keine Rede sein, so auf der Webseite vom kulturrat.de.

Wie schon oben erwähnt, es bleibt Frauen zu empfehlen, dies gilt jedoch nicht nur für Frauen, sich zu spezialisieren. Das war auch nicht anders, als ich die Netzfrauen gründete. Ein Format, in dem ich alle Bereiche finde, die mich interessieren und in dem ich Hintergrundinformationen zu bestimmten Themen finde. In den Medien werden zwar auch Themen aufgegriffen, doch eher nur kurz angeschnitten. Wohl dem, der selber über Hintergrundwissen verfügt. Ich fing also im März 2013 mit der Webseite an. Vielleicht auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort, denn bereits nach nur fünf Monaten hatten wir monatlich weltweit eine Leserschaft von über 250.000. Während wir im Ausland bejubelt wurden, fanden wir uns in Deutschland Schmähungen gerade auch durch den Springerverlag ausgesetzt. Es ging so weit, dass fremde Menschen, besonders auch Frauen, glaubten, sie müssten uns unbedingt aus dem Netz treiben. Auf der anderen Seite meldeten sich vermehrt freie Journalisten, die für Formate wie Frontal21 und ähnliche unsere Informationen benötigten, Geld damit verdienten, aber nichts bezahlen wollten.

In den Medien wird auch das Thema „Frauenarmut“ gern genommen.

Wir Netzfrauen sind Frauen und Geld verdienen wir keins! Warum? Ganz einfach, weil von uns erwartet wird, dass wir kostenlos arbeiten.

Wie schon oben erwähnt:

Schreiben Frauen, glauben viele Menschen, dass sei Hobby. Schreiben Männer, wird es plötzlich als ein Beruf angesehen, der auch bezahlt werden muss. Doch dem ist nicht so: Arbeit ist Arbeit und ihre Entlohnung und Wertschätzung sollte nicht vom Geschlecht abhängig gemacht werden.

Was wäre gewesen, wenn wir Männer gewesen wären? Nur mal so ein Gedanke!

Wie sagte auch noch eine Mitarbeiterin von Bertelsmann: Wir könnten stolz sein, dass man unsere Recherchen verwende. Wir antworteten: Von Stolz ist noch niemand satt geworden! Rente gibt es auch keine dafür! Hätte diese Mitarbeiterin des Milliarden-Konzerns das auch zu einem Mann gesagt?

Sogar unsere Recherchen über Frauenarmut wurden von den Medien übernommen, gerade auch zum 08. März – Frauentag. Egal ob Print oder Digital. Geld haben wir nie erhalten.

Wir werden sogar bedroht, wir würden uns an unseren Lesern bereichern? Wie? Spinnen die? Einige unserer Leser stellen sogar noch Anforderungen und „drängen“ uns Themen auf. Alles für 0! Wir verbringen den ganzen Tag mit Recherchen und Telefonaten, denn Fans bitten uns auch telefonisch um Hilfe. Alles für lau! Ein Bitte und Danke … findet man eher selten im Netz.

Wie im wahren Leben bekommt Frau Fußtritte noch dazu!

Die BILD, die ja die Hauszeitung unserer Regierung ist, verdient mit Schlagzeilen. Bei uns gibt es sogar richtigen Text und eine Analyse – für 0 €.  Vielleicht sollten wir, wie es mein damaliger Vorstand machte, uns einen Mann zur Seite stellen, damit es einen „fachmännischen“ Charakter bekommt?

Wer das Wort „Frauenarmut“ in den Mund nimmt, sollte dabei bedenken: Für Informationen zahlt man nicht, die nimmt man sich einfach. Denn wenn Frauen schreiben, ist es ja „Hobby“.

Und sollten jemandem unsere Informationen nicht gefallen, gibt es auch andere Informationsquellen, für die man aber viel Geld zahlt. Siehe „BARBARA Schonwieder“ oder „Bild der Frau“. Wollen Sie wichtige Informationen aus der Finanzwelt, zahlen Sie sogar noch mehr.

Ob die besser sind, sei dahin gestellt … denn welcher Journalist geht noch offline recherchieren? Würden Sie es tun, bräuchten Sie kein Bildmaterial von Reuters oder DPA.

Dies nur als Beispiel, denn seit wir mit den Netzfrauen immer mehr Abonnenten erhalten, ist es wie in meinem Beruf als Bankerin. Werden unsere Beiträge von Männern „genommen“,  sind sie plötzlich „fachmännisch“ und sie erhalten sogar einen Medienpreis dafür. Mittlerweile haben Männer unsere Facebook-Seite kopiert und verwenden sogar unser Material. Plötzlich liken dort die, die Frauen dies nicht zutrauen würden, da ja plötzlich „fachmännisch.“

Soviel zu dem „Bild der Frau“, das von Medien erfolgreich gemacht wurde.

  • In 78 Prozent der untersuchten Medienberichte über das Privatleben weiblicher CEOs (=Chief Executive Officer) von Unternehmen wurden deren Familien beziehungsweise Kinder erwähnt – bei Männern in derselben Position wurden keine (!) solchen Berichte gefunden.
  • In 80 Prozent der Medienberichte wird einem weiblichen CEO die Schuld an einer Unternehmenskrise zugesprochen. Nur 31 Prozent der männlichen CEOs müssen sich hingegen rechtfertigen, wenn es in ihrem Betrieb einmal nicht läuft wie gewünscht.

Daran sehen Sie, wie man(n) uns einschätzt bzw. unterschätzt.

Die Zukunft nachfolgender Generationen

Bis vor 100 Jahren war es Frauen fast überall in Deutschland verboten, politischen Vereinen oder Parteien beizutreten. Erst der engagierte Kampf der Frauenbewegung hatte die politische Mehrheit für das neue Vereinsgesetz in ganz Deutschland auf den Weg gebracht.

Als sich Clara Zetkin vor 105 Jahren, am 8. März 1913, zum Weltfrauentag äußerte, schien die Sache klar. In der Zeitschrift „Die Gleichheit“ verwies sie auf die Lage der Frauen als Nebenwiderspruch im Spiel ungleich mächtigerer Kräfte: Im Hauptwiderspruch fand sich der Kapitalismus gegenüber dem Menschen. Im Nebenwiderspruch des Kapitalismus fand sich die Lage der Frauen gegenüber Männern.

Nun sind wir im Jahr 2018 und wo stehen wir? Nichts ist erledigt!

Wir sprechen von Gleichberechtigung, müssen aber betonen, dass Frauenrechte Menschenrechte sind. Und das im 21. Jahrhundert?

Ich bin keine Feministin, denn dazu hatte ich nie Zeit. Meine Tochter sagte einmal, sie hätte ihre Mutter als eine emanzipierte Frau kennengelernt. Zuerst war ich verwundert und fragte, warum sie mich für emanzipiert hielte.

Sie meinte: „Mama, du hast, seit ich es bewusst wahrgenommen habe, für meine Zukunft gekämpft. Du hast hart dafür arbeiten müssen, damit ich eine gute Ausbildung bekam und studieren konnte. Du hast mich zu einem sozialen Menschen erzogen. Du hast mir den Umgang mit der Natur näher gebracht. Du hast immer deine Meinung vertreten, auch wenn dir Steine in den Weg gelegt wurden. Du warst und bist eine emanzipierte Frau.”

So manches Mal denke ich an die Worte meiner Tochter. Heute ist sie selbst eine emanzipierte Frau. Sie geht ihren Weg, so wie sie es für sich geplant hat. Stolpersteine schiebt sie einfach zur Seite. Als sie anfing und merkte, dass man sie zwar für den Job haben wollte, doch eher damit „ausbeuten“ gemeint hatte, wehrte sie sich. Sie fertigte eine Power-Point-Präsentation an, indem sie ihren Job vorstellte, den sie sich wünschte. Die Konsequenzen waren ihr von Anfang an klar. Entweder man entließ sie oder man einigte sich. Da sie eh so nicht weiter machen wollte, war es egal. Sie hatte sich für den unbequemen Weg bereits in ihrem Studium entschieden, indem sie sich auf ein Themengebiet spezialisierte, das heute gebraucht wird. Völlig überrascht war sie, als man sich bei ihr bedankte und sich entschuldigte, denn so hätte man es noch nie gesehen. Seither werden solche Probleme gleich besprochen und alle sind zufrieden.

Genau so ist es auch in den Medien. Es gibt sogar einen Medienpreis, den Juliane-Bartel-Medienpreis – verliehen vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

Der Niedersächsische FrauenMedienPreis wurde im Jahr 2001 erstmals vergeben und nach der 1998 verstorbenen Journalistin und Talkshow-Moderatorin Juliane Bartel benannt.

Seit 2001 (!) werden  kreative Beiträge, die auf ernste oder unterhaltsame Weise einen Beitrag zur Gleichberechtigung der Geschlechter leisten, ausgezeichnet. Die erste Preisträgerin war Angelika Brötzmann mit dem Thema „Frau in Führungsposition“

„Männer handeln – Frauen kommen vor“ hieß eine mehr als 25 Jahre alte Studie zur Darstellung der Frau und der Behandlung von Frauenthemen im Fernsehen und heute?

Frauen sind in Entscheidungfindungsprozessen unterrepräsentiert!

Die Hertie School of Governance hat im Oktober 2017 die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Frauen in Kultur und Medien – Ein europäischer Vergleich“ vorgestellt. Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters hat die Studie aus ihrem Haushalt gefördert.

Bei den größten deutschen Medienorganisationen besetzen Frauen 20 Prozent der Vorstandsposten und 21 Prozent der Positionen im Topmanagement (strategische und operative Ebene)
(Europäisches Institut für Gleichstellungsfragen (EIGE), 2013). Obwohl Frauen 48 Prozent
der deutschen Kulturverwaltungen leiten, besetzen sie lediglich 16 Prozent der
Positionen mit Entscheidungsbefugnis in wichtigen Kultureinrichtungen. Studie

Fazit: Frauen in der Kulturszene bekommen 24 Prozent weniger Gehalt als Männer und haben auch weniger zu sagen. 

Wie schaffen wir es, Gleichberechtigung noch stärker zu fördern?

Zuerst müsste sich in der Medienlandschaft etwas ändern. Denn Frauen werden in der Berichterstattung der Medien also tatsächlich sowohl negativer als auch kritischer dargestellt als ihre männlichen Kollegen. Es sei denn, es handelt sich um Influencer. So werden Personen bezeichnet, die auf Grund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in einem oder mehreren sozialen Netzwerken für Werbung und Vermarktung in Frage kommen. Diese werben für verschiedene Marken und sind auch in der Modebranche gern gesehen. Sie werden übrigens immer jünger, sodass man bereits durchaus von „Kinderarbeit“ sprechen kann.

Wenn man sich also in der Modebranche bei Influencern bedient, warum nicht auch in der „Informationsbranche“? Warum arbeiten Medien nicht mit uns Bloggern zusammen und zahlen auch dafür? Oder liegt es daran, dass wir Netzfrauen heißen und das Wort „Frauen“ im Namen tragen, was gleich zusetzen wäre mit „Schreiben und Recherchieren als Hobby“ ?  

Wenn die Medienlandschaft, die von „Platzhirschen“ besetzt ist, ein anderes „Bild der Frau“ zeigte, dann hätten die nachfolgenden Frauen-Generationen eine Chance, auch als Frau mit Intelligenz wahr genommen zu werden.

Mein Anliegen zu diesem Beitrag: Dass jede Frau, die in irgendwelcher Form zu wichtigen Informationen beiträgt, als gleich wichtig und nicht nach Geschlecht beurteilt wird.

Denn, wie sagten Frauen, die mich anriefen? Wir Netzfrauen seien unseriös, denn so viel Wissen könnten Frauen nicht haben.

Wie sagte einmal ein Mitkandidat bei meiner Bürgermeisterkandidatur: “Ich leite ein Familienunternehmen”. Da musste ich schmunzeln. Er war neben seinem Beruf Fußballtrainer. Seine Frau versorgte in dieser Zeit das Haus und die drei Kinder, soviel dazu.

„Sprecht nicht über uns auf euren Partys, sondern gebt uns gute Rollen. Schaut euch um, wir alle haben Geschichten zu erzählen und Projekte, die finanziert werden müssen.“ so Oscargewinnerin 2018 Frances McDormand  in ihrer Dankesrede.

Wir Frauen sind doch manchmal besser … nur im Netz, da werden wir nicht bezahlt, denn für viele sind wir eben „nur“ Frauen.

Mein Dank gilt besonders allen Netzfrauen, denn ohne diese Frauen und Ernesto, der ein supertoller Admin ist, wäre dies gar nicht möglich.

Netzfrau Doro Schreier

Gründerin der Netzfrauen

Sexting – Kamera im Kinderzimmer – 14-Jährige beging nach Sex-Chat Suizid

Weltweiter Streik der Frauen – „Wenn wir aufhören, hört die Welt auf “ Millionen Frauen legen Spanien lahm! – If women stop, the world stops!- Millions of Women Strike in Spain

Internationaler Frauentag – Brot und Rosen – Wir träumten vom Leben, aber nicht in Armut

Ein Computerspiel für Digitale Vergewaltigung? Frauen verbal belästigen, töten und vergewaltigen!?Gehts Noch ?!

Frauenarmut – man hat uns einfach vergessen

Pressefreiheit? Die Macht der Medienmogule Bertelsmann und Springer – alle in einem Boot mit den Konzernen – Es ist gut zu wissen, wem welche Medien gehören

Der reinste Irrsinn: ARD und ZDF

Warum schalten die Netzfrauen Werbung?

Island macht es vor – gleiche Löhne für alle

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Den Berliner Frauentag halte ich für scheinheilige Besänftigungspolitik, so nach dem Motto : “ Ihr kriegt einen Frauentag und wir machen weiter mit sexistischer Werbung, der Zerstörung von Natur und Landschaft und dem ganzen Programm“.
    Ein Schelm wer böses dabei denkt.

  2. Vielen Dank für diesen Beitrag und vielen, vielen Dank für die Arbeit der Netzfrauen. Ich bin wirklich sehr froh, dass es diese Seite gibt.
    Ich möchte vorschlagen, dass wir Frauen jetzt mal übernehmen. Die Männer treten nach jahrtausendelanger Männerherrschaft in die zweite Reihe zurück und überlassen uns Frauen jetzt mal das Lenken und Leiten dieser Welt. Das wäre in meinen Augen nur fair. Denn schauen wir uns doch mal an, wie unsere männergeleitete Welt von heute aussieht: Konflikte und Kriege weltweit, Hungersnöte, Kinderarmut, Gewalt gegen Frauen und Kinder, zerstörte Natur.
    Ein männlicher Journalist fragte in seiner Kolumne einer großen deutschen Zeitung, warum Frauen in großen Firmen und Konzernen so unterrepräsentiert sind und beantwortete im gleichen Atemzug, es läge an den Frauen selbst. Er beklagte, wir hätten „ideologische Zeiten zwischen Mann und Frau“. Hä, nur weil die Frauen derzeit ihre Rechte stärker einfordern ?
    Ich schrieb ihm, es läge mitnichten an den Frauen selbst, sondern daran, dass jahrtausendelang überwiegend Männer die Regeln unserer Gesellschaft bestimmt haben und auch heute noch weitgehend bestimmen. Wir Frauen brauchen andere Rahmenbedingungen für unser Berufsleben als Männer und es wäre hilfreich, wenn wir diese Rahmenbedingungen endlich für uns selbst bestimmen dürften. Dazu brauchen wir mutige Männer, die uns dabei unterstützen und sich nicht von uns bedroht fühlen. Dann klappt es auch mit der Firmengründung – Ideen, Fleiß und Geschäftssinn haben wir Frauen genug. Wir brauchen Männer, die zu ihren Kindern stehen und nicht abhauen, wenn es ihnen mit Kindern und Familie zu viel wird, die Verantwortung für ihre Kinder übernehmen, anstatt sich selbst zu verwirklichen, die nicht die Unterhaltszahlungen verweigern und sich aus dem Staub machen. Wir brauchen Männer, die nicht herumjammern, nur weil wir Frauen mehr Rechte für uns einfordern, sondern die stolz sind auf ihre Frauen und mit uns zusammenarbeiten. Wir brauchen Männer, die nicht über die Meetoo-Debatte jammern, sondern uns Frauen zugestehen, dass wir zwischen einem guten Kompliment und billiger, würdeloser Anmache unterscheiden können und die ihren Geschlechtsgenossen klare Ansagen machen, wenn sie die Grenzen der gegenseitigen Achtung und des Respektes überschreiben. Wir brauchen mutige Männer, die bereit sind, die Spielregeln und den Ton zu ändern, z.B. im Politikbetrieb, damit wir Frauen uns dort mehr einbringen und trotzdem Familie haben können. Wir Frauen möchten unsere Firmen vielleicht auch nicht nach von Männern gemachten Regeln führen. Vielleicht stößt uns Frauen auch die Art und Weise, wie große Unternehmen geführt werden und in der Wirtschaft agieren eher ab. Wenn ich als Frau ein großen Konzern führen würde, wären für mich andere Dinge wichtig, als für die heutigen Konzernlenker: an erster Stelle würden für mich die Achtung von Menschen- und Umweltrechten und nicht der Profit und ewiges Wachstum stehen. Nun können wir mal überlegen, ob eine Frau mit einer solchen Auffassung heute dazu käme, einen großen Konzern zu führen. Da könnte sie noch so viel kämpfen, noch so klug und schlau sein, sie würde es nicht schaffen und es würde sicher nicht an ihr liegen. Wir Frauen kommen gar nicht so weit, so viel Einfluss zu haben, um an den heute existierenden Geschäftspraktiken und dem Wirtschaftssystem etwas zu ändern. Um das zu ändern bedarf es der gemeinsamen Anstrengung von Männern und Frauen, aber vor allem auch der Männer, denn Männer bestimmen dieses Geschehen in Politik und Wirtschaft und nicht die Frauen. Wir bräuchten die Unterstützung von Männern, die bereit sind, etwas daran zu ändern, die bereit sind zurückzutreten und zu sagen: unsere Frauen haben eine Menge guter Ideen, lasst uns doch mal mehr damit arbeiten. Und das wäre aus meiner Sicht dringend notwendig, dass wir unser Wirtschaftssystem auf andere Dinge ausrichten, als auf Profiterwirtschaftung und ewiges Wachstum. Und deswegen sollten jetzt mal mehr Frauen als Männer das Sagen haben. Es wäre doch interessant, wie wir die Welt gestalten könnten, wenn wir Frauen überwiegend das Sagen hätten. Oder etwa nicht ?

    • Naja, es ist nicht so leicht zu sehen wer oder was hier das sagen hat. Es ist eher eine Religion, die Religion heißt Profit , Erfolg oder Wachstum oder Geld und letztendlich Krieg. Davon sind Männer und Frauen gleichermassen befallen, da gibts ja gegewärtig viele unschöne Beispiele.

      • Sehr geehrter Herr Eisenhut, ich empfehle das Anschauen der Dokumentation „Ostfrauen – Wege zur Macht“ vom 08.03.2019 im RBB (in der Mediathek verfügbar). Politikerinnen äußern sich hier ganz klar und deutlich, wer das Sagen in unserem Lande hat. Bemerkenswert vor allem die Zusammenfassung von Frau Anke Domscheidt-Berg: “ 70 % der Abgeordneten im Bundestag sind männlich; Gesetze sind damit immer noch männlich bestimmt. Momentan sind nur 30 % der Mandatsträger im Bundestag Frauen; so wenig wie zuletzt vor 20 Jahren. Männer entscheiden mehrheitlich über Gesetze, die ausschließlich Frauen betreffen und damit über den Körper von Frauen, über die Bezahlung von Frauen, die Berufschancen von Frauen, Mütterrenten, Vereinbarkeitsklauseln von Beruf und Familie.
        Es müssen Frauen zu 50 % in den Parlamenten vertreten sein, damit es wirkliche Gerechtigkeit für Frauen gibt. Erst dann können wir Frauen gleichberechtigt über Themen abstimmen, die nur uns Frauen betreffen.“
        Und jetzt bitte kein Spruch, von wegen, die Frauen seien selbst daran schuld. Denn: „Politik ist Partner- und Familienfeindlich und sie ist asozial strukturiert.“ (Quelle: RBB-Dokumentation) Politik wird nach Männer-Spielregeln gespielt, Unternehmen werden nach Männer-Regeln geführt . Ich selber engagiere mich neben Arbeit und Familie ehrenamtlich politisch und ich weiß daher, wovon ich rede. Wir Frauen wollen andere Spielregeln und können dann genauso gut und erfolgreich politisch arbeiten wie Männer. Und erst, wenn wir das erreicht haben, können wir ein gleichberechtigtes Leben führen.
        Natürlich gibt es auch Frauen, für die genau, wie für viele Männer nur „Profit , Erfolg oder Wachstum oder Geld und letztendlich Krieg“ zählen, aber ich wage zu behaupten, dass die Männer auf diesen Gebieten eindeutig in der Mehrzahl sind. Wie sagte auch eine erfolgreiche Frau in der Dokumentation: wir Frauen bringen Leben hervor und wir wollen dieses Leben schützen und erhalten. Diese Devise gilt wohl für die meisten Frauen.

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