Eine aktuelle Studie: Umwelt in Neuseeland steckt in ernsthaften Schwierigkeiten! – New report signals why New Zealand’s Environment is in Serious Trouble!

Neuseeland ist bekannt für außergewöhnliche natürliche Schönheit und das aus gutem Grund. Von den hohen Bergen bis zu den üppigen Wäldern ist Neuseeland auf der ganzen Welt für seine malerische Umgebung bekannt. Doch reist man durch Neuseeland, sieht man die Spuren der Zerstörung, die die industrielle Landwirtschaft hinterlässt. Berge werden abgetragen, Bäume massenweise gefällt und für den Export werden in Neuseeland nicht nur Kühe und Schafe gezüchtet, sondern auch Hirsche in großem Stil. Ein aktueller Bericht über die Umwelt in Neuseeland zeigt ein trostloses Bild des katastrophalen Biodiversitätsverlusts, der verschmutzten Wasserstraßen und des zerstörerischen Aufstiegs der Milchindustrie. Es ist eine ernüchternde Zusammenfassung eines Landes, das sich stark von der unberührten Landschaft unterscheidet, die in der Marketingkampagne „Pure New Zealand“ gefördert wird, die jedes Jahr Millionen von Touristen anzieht. Eine neue staatliche Überprüfung  des Zustands von Neuseeland zeigt jedoch, dass die wundersame Umgebung Neuseelands in ernsthaften Schwierigkeiten steckt. Es gibt Strände, da fehlt jegliches Leben, da gibt es weder Seevögel noch Pflanzen, sie wind wie ausgestorben.  Das einst pulsierende Vogelleben hat sich besonders schlecht entwickelt, das ergab auch die neue Studie. 90% der Seevögel und 80% der Küstenvögel sind vom Aussterben bedroht. 75 Tier- und Pflanzenarten sind bereits ausgestorben. Das Land der Kiwis zeigt, in welch kurzer Zeit der Mensch mit der industriellen Landwirtschaft die einst vollkommene Schönheit zerstört.

Ein wichtiger Bericht stellt fest, dass die Umwelt in Neuseeland in ernsthaften Schwierigkeiten steckt

In der Heimat der Hobbits sieht es gar nicht gut aus. Der Bericht „ Environment Aotearoa 2019 “ ist der erste große Einblick in die neuseeländische Umwelt seit vier Jahren. Es wurden Daten aus offiziellen Regierungsquellen und 80 Umweltindikatoren verwendet, die weitgehend nach Hauptkategorien wie Biodiversität, Landnutzung, Umweltverschmutzung durch Menschen, Süßwasser und auch die Ozeane, sowie das sich verändernde Klima Neuseelands zusammenfasst.

Wir hatten Sie bereits in einem Beitrag informiert, dass zerstörerische Wirbelstürme und der heißeste Monat seit 150 Jahren Neuseeland darüber nachdenken lässt,  wie lange noch das Land seine wachsende Bevölkerung mit frischen Lebensmitteln versorgen kann: Denkanstoß: Wie Neuseelands Lebensmittelversorgung angesichts der Klimaveränderung gesichert werden kann – Food for thought: How to secure New Zealand’s food supply in the face of a changing climate

Doch es geht nicht nur um den Klimawandel, über den sich Länder immer mehr Gedanken machen, wie sie sich davor schützen können, sondern Neuseeland hat auch ein anderes Problem, ein großes dazu.

Artenverlust wird durch mehrere andere Faktoren verstärkt.

Der neuseeländische Landwirtschaftssektor beansprucht immer mehr Land und damit einhergehende Probleme mit mehr Gülle und mehr Emissionen . Der Bericht stellt fest, dass der Anstieg der Milchviehherden das  Süßwasser des Landes besonders beeinflusst hat. Inzwischen sind die Küsten und der Meeresboden Neuseelands auf Grund des Schleppnetzfangs schnell zerstört worden.

Neuseeland 2018 Doro Schreier

Industrielle Landwirtschaft und Überfischung stellen zusammen ein wichtiges Thema dar: Neuseeland verliert seine natürlichen Kohlenstoffabscheidungssysteme sowohl an Land als auch im Ozean. Beispielsweise bedeckten einheimische Wälder einst 80 Prozent der neuseeländischen Landmasse, machen aber heute nur noch ein Viertel aus. Im Meer werden  Kohlenstoffsenken aufgerissen und verändert. Wir haben bereits von dem Massensterben der Pinguine und Wale vor Neuseeland berichtet. Genau diese aufgezählten Faktoren führen zum Aussterben und zum Artenverlust, wie der aktuelle Bericht zeigt.

Leider wird nicht über die verloren gegangene Natürlichkeit der Schafe berichtet: Irrsinn! Die natürliche Vielfalt geht verloren – geklonte transgene Schafe und Schweine!

Neuseeland 2018 – ganze Berge werden abgetragen -Doro Schreier

Umwelt Aotearoa ist der erste große Umweltbericht seit vier Jahren und wurde mit Daten von Statistics New Zealand und dem Umweltministerium erstellt.

Es ist eine ernüchternde Zusammenfassung eines Landes, das sich stark von der unberührten Landschaft unterscheidet, die in der Marketingkampagne „Pure New Zealand“ gefördert wird, die jedes Jahr Millionen von Touristen anzieht.

Eine neue staatliche Prüfung des Zustands dieser Umgebung zeigt jedoch, dass die wunderbare Umgebung Neuseelands in ernsthaften Schwierigkeiten steckt

Neuseeland 2018 – Doro Schreier

Es wurde festgestellt, dass Neuseeland heute als eines der am stärksten besiedelten Länder der Welt gilt. 75 Tier- und Pflanzenarten sind seit der Ansiedlung von Menschen ausgestorben. Das einst pulsierende Vogelleben hat sich besonders schlecht entwickelt: 90% der Seevögel und 80% der Küstenvögel sind  vom Aussterben bedroht.

Fast zwei Drittel der seltenen Ökosysteme Neuseelands sind vom Zusammenbruch bedroht, und in den letzten 15 Jahren erhöhte sich das Aussterberisiko für 86 Arten, verglichen mit dem Erhaltungszustand von nur 26 Arten, die sich in den letzten 10 Jahren verbessert haben.

Neuseeland 2018 – Doro Schreier

Umwelt- und auch Tierschutzorganisationen warnen schon lange vor einem Desaster, in dem sich Neuseeland befindet.

Das Ausmaß des Verlusts ist nicht genau einschätzbar, da nur etwa 20% der neuseeländischen Arten identifiziert und registriert wurden.

Kevin Hague von der Naturschutzgruppe Forest and Bird sagte, dass der Bericht erschreckend ist und die verheerenden Auswirkungen belegt, dass das die Folge von „Jahrzehnten der Verschleppung und Verleugnung“ ist.

„Neuseeland verliert Arten und Ökosysteme schneller als jedes andere Land“, sagte er. „Viertausend unserer einheimischen Arten sind in Schwierigkeiten … von zügellosen Umwandlungen von Molkereien bis hin zu zerstörerischen Schleppnetzen auf dem Meeresgrund – wir schädigen unsere natürliche Welt unwiderruflich.“

Fährt man durch Neuseeland, kommt es einem vor, ganz Neuseeland wird abgeholzt – egal wo man fährt, man trifft auf LKWs mit Holz – Doro Schreier

Während China sich immer wieder sich damit rühmt aufzuforsten, deckt es sich aus anderen Ländern mit Holz ein. Neuseeland ist der weltweit größte Holzexporteur , was vor allem auf die starke chinesische Nachfrage zurückzuführen ist.

Industrielle Landwirtschaft auf Neuseeland

Ein massiver Anstieg der Milchviehherden des Landes in den letzten 20 Jahren hatte verheerende Auswirkungen auf die Süßwasserqualität des Landes, ein Schlüsselbereich, den die Regierung zur Verbesserung anstrebt. Während ihres Wahlkampfs versprach die Premierministerin Jacinda Ardern, die Flüsse und Seen des Landes für die nächste Generation wieder schwimmfähig zu machen.

So kennt man Neuseeland – Rinder und Schafe – Doro Schreier

Die Organisation Forest and Bird sagte, die Hauptursachen für die Verschlechterung der Süßwasserqualität seien der intensive Einsatz von Düngemitteln, Bewässerung und Kühen.

Bereits 2010 gab es in Neuseeland eine Überraschung, denn das Land, welches für seine Schafe bekannt ist, musste feststellen, dass die Zahl der Schafe zurückgingen, dagegen aber ein Rekord von Milchkühen gezählt wurde. Laut der neuseeländischen Statistik in Neuseeland wurde ein Rekord von 5,8 Millionen Milchkühen gezählt. Dies ist mehr als ein Tier für jeden der 4,3 Millionen Einwohner des Landes. Im Gegensatz dazu gingen die Schafzahlen auf rund 32 Millionen zurück, weniger als die Hälfte des 1982 erreichten Höchststandes von 70 Millionen. Mittlerweile zählt Neuseeland über 6 Millionen Milchkühe.

Und nicht nur Schafe und Kühe, denn sie züchten Hirsche in großem Stil für den Export – vor allem für Deutschland. Neuseeland, ein Land mit etwa vier Millionen Menschen muss sich das Land auch mit einer Million Hirsche teilen. 

1 Million Hirsche werden in Neuseeland für den Export gezüchtet – Doro Scheier

Ein Thema, welches viel zu wenig berücksichtigt wird – ist der Abbau von Sand. Für Sand werden ganze Berge abgebaut. Sand wird an neuseeländischen Stränden, Häfen, Steinbrüchen und Flüssen gewonnen, aber wie viel und wo, ist nicht einfach zusammenzufassen. Es gibt keine zentralen Statistiken zum Sandabbau. Am nächsten ist eine freiwillige Erhebung von Steinbrüchen durch New Zealand Petroleum and Minerals, bei der die Gesamtmenge an Sand, Gestein und Kies, die in den Steinbrüchen anfällt, auf rund 30 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt wird.

Solche Plätze gibt es überall in Neuseeland – Doro Schreier

Neuseeland hat etwas, was die Welt braucht, und das befindet sich tief im Meer.

Der Wettlauf um die Ressourcen im Meer ist entbrannt und trotz der vielen Risiken hat man die weltweit erste Genehmigung für Meeresbergbau erteilt. Das Bergbauunternehmen Trans-Tasman Resources (TTR) will 50 Millionen Tonnen Sand pro Jahr vom Meeresboden absaugen und 10 Prozent nach Asien exportieren. Schon einmal wurde der Abbau von Rohstoffen vor Neuseelands Küsten erfolgreich verhindert, denn es gibt bislang kaum Regeln für den Bergbau in den Ozeanen und nicht nur das, was macht ein Ableger des US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin in fremden Gewässern? In Neuseeland protestieren die Māori, da ihre Interessen nicht berücksichtigt wurden. Doch nicht nur der Meeresgrund ist betroffen, in Neuseeland werden ganze Berge abgebaut und verschifft, ob Sand oder Holz. Den Hunger der Welt nach diesen Rohstoffen soll Neuseeland stillen. Siehe auch: Neuseeland: Vereinbarung Abbau von Eisensand in Taranaki missachtet Interessen der Māori – Taranaki iron sand seabed mining consent reduced Māori interest to lip service, court told

Pinguine in einer Schutzstation – immer mehr Pinguine werden auch tot angeschwemmt. – Doro Scheier

„Dieser Bericht bietet einen Gesundheitscheck für unsere Umwelt und zeigt, dass sie an vielen Orten unter Druck steht – in unseren Städten und in Flüssen und Ozeanen“, gab die Umweltministerin Vicky Robertson bekannt.  „Wenn wir die Dinge schützen wollen, die wir jetzt und für zukünftige Generationen schätzen, müssen wir uns auf die Entscheidungen konzentrieren, die wir jetzt  treffen.“

Überflutungen bei Regen, die Pestizide, Gülle und andere Schadstoffe in die Flüsse leitet – Doro Schreier

„Die Stärke unseres Umweltberichterstattungssystems liegt darin, dass den Entscheidungsträgern robuste, unabhängige und streng geprüfte Informationen in die Hände gegeben werden – von hier aus können wir fundierte Entscheidungen darüber treffen, was als Nächstes passiert“, sagte die Regierungsstatistikerin Liz MacPherson.

Neuseeland ist der weltweit größte Exporteur von Molkereiprodukten und produziert 3% der gesamten Milch der Welt. Neuseeland hat 6,6 Millionen Milchkühe.

Nachdem wir durch Neuseeland gereist sind und auch verschiedene industrielle Landwirtschaftliche Fabriken besucht haben, denn nichts anderes findet dort statt – Tierfabriken, waren wir entsetzt, wie sehr die Natur, für die Neuseeland bekannt ist, bereits zerstört ist.  Überall sind zwar keine Farmen, die eigentlichen Besitzer haben sich irgendwo in den Bergen ein schönes Domizil gebaut.

Mitten in der Wildnis trifft man auf kleine Gebäuden, aber mit vielen Tieren. -Doro Schreier

Die Bedeutung der Landwirtschaft für die neuseeländische Wirtschaft ist enorm.  Zwar sank die Zahl der Schafe in Neuseeland um 1,5 Millionen auf 27,6 Millionen. Dafür steigt die Milchindustrie mit schlimmen Folgen, wie auch jetzt der Bericht zeigt.

Es gibt einen Konflikt zwischen diesen beiden Dingen – die Wahrnehmung, dass die Umwelt in Neuseeland gesund ist  und die Aktivitäten, die Menschen unternehmen, um die Landschaft kontinuierlich zu formen und zu schädigen. Und wenn die Antwort auf einen neuen Bericht, Environment Aotearoa 2019, alles ist, worauf es ankommt, dann scheint es, dass wir nicht alleine den Zustand von Neuseeland bemerkt haben.

Neuseeland 2018 – Doro Schreier

Umwelt Aotearoa 2019 ( EA2019 ) wurde von zwei staatlichen Stellen gemeinsam veröffentlicht – das Ministerium für Umwelt und StatsNZ – am 18. th April 2019.

Es folgt einem früheren Bericht (veröffentlicht im Jahr 2015), und zielt darauf ab , ein Bild vom Gesamtzustand von Neuseeland zu machen. Daher ist der Bericht umfangreich (Sie können das PDF kostenlos herunterladen ) und er wurde aus Daten zusammengestellt, die von Umweltorganisationen über viele Jahre gesammelt wurden. Es handelt sich um einen 128-seitige Version. Es  gibt hier eine Zusammenfassung,  die jedoch nicht alles abdeckt. StatsNZ hat außerdem alle im Bericht genannten Daten veröffentlicht – Auf ihrer Website finden Sie aktualisierte Diagramme und Tabellen sowie eine große Sammlung interaktiver Karten, mit denen Sie die Daten visualisieren können.

Netzfrau Doro Schreier

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Denkanstoß: Wie Neuseelands Lebensmittelversorgung angesichts der Klimaveränderung gesichert werden kann – Food for thought: How to secure New Zealand’s food supply in the face of a changing climate

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Irrsinn! Die natürliche Vielfalt geht verloren – geklonte transgene Schafe und Schweine!

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. das ist das perverse grundprinzip des kapitalistischen geschäftsmodells: alles kostenlose natürliche zu zerstören um es dann künstlich wieder herzustellen und teuer verkaufen zu können, selbst bei den vom aussterben bedrohten vogelarten fängt man die letzten exemplare einer art einfach ein um sie im zoo künstlich zu halten und dann als touristenattraktion weltweit vermarkten zu können—die weltweiten ausbeuter/selbstausbeuter zestören mit ihrer gier den ganzen planeten/klima–wir werden von den zwanghaften schindern/selbstausbeutern indirekt zum konsum von unnötigen produkten/dienstleistungen genötigt nur um in der gesellschaft annerkannt/respektiert zu werden—wer in der lage ist auf den konsum/sozialen status/gesellschaftliche anerkennung zu verzichten rettet automatisch die erde/lebensgrundlagen und damit auch die menschheit, deshalb ist ein leben mit veganer ernährung, keine kinder, kein auto/haus/flugreisen usw. und einem sinnvollen/menschen- und umweltfreundlichen teilzeiterwerb der einzige weg um dem kapitalistischen geschäftsmodell die geschäftsgrundlage zu entziehen

  2. Wir wohnen seit 6 Jahren hier und beobachten zu 100 Prozent was hier beschrieben wird. Ich rate jedem Touristen 12x über diese Reise hier her nachzudenken. Schützt lieber die Natur vor eurer Haustür. Der halbe Globus geht den Bach runter und keiner will es endlich verstehen

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