Schottland: Rätselhaftes Verschwinden eines Sees in den Cairngorms – Mystery of the disappearing loch in the Cairngorms

Es ist, als hätte jemand den Stöpsel aus unserem See gezogen. Ein See in den schottischen Highlands hat seit dem letzten September Millionen Liter Wasser verloren. Es besteht die Gefahr, dass es in diesem Jahr weiter austrocknet. Doch warum verschwindet dieser See? Wasser verschwindet nicht einfach so, dafür muss es einen Grund geben, so die Anwohner.

Schottland: Rätselhaftes Verschwinden eines Sees in den Cairngorms

Wir haben den folgenden Beitrag von BBC übersetzt. Es handelt sich um ein See [=Loch] in den [schottischen] Highlands, der seit dem letzten September Millionen Liter Wasser verlor.

Loch Vaa in der Nähe von Aviemore wird durch eine Quelle gespeist und sein meist wasserumspültes Bootshaus ist ein beliebtes Objekt für Fotografen und Künstler.

Aber seine Pächter, die den See der Gemeinde und Besuchern zum Angeln anbieten, sagen, dass sein Niveau um 1,4 m (4,5 Fuß) gesunken ist.

Brian O’Donnell: „Es ist fast so, als hätte jemand den Stöpsel gezogen.“

Die schottische Umweltschutzbehörde (Sepa) vermutet, Loch Vaa habe durch einen „relativ trockenen“ Winter gelitten.

Mr O’Donnell, der beim Betreiben des Angelns im See hilft, sagt, er habe zuerst das sinkende Niveau bemerkt, nachdem er ihn Anfang September mit Bach- und Regenbogenforellen aufgefüllt hatte.

Er teilte BBC Schottland mit: „Bis Mitte September konnten wir nicht mit Booten angeln.“

Mr O’Donnell zufolge hat der See in den Cairngorms geschätzt bisher 35 Millionen Gallonen [=~160 Millionen Liter] Wasser verloren.

Er sagte: „Es ist ein quellgespeister See, es gibt keine Nebenflüsse, also passiert etwas unter der Erde. Es ist fast so, als hätte jemand den Stöpsel gezogen.“

Schätzungsweise hat [der See]160 Millionen Liter Wasser verloren. Foto: Brian O’Donnell

Das Bootshaus am Loch Vaa in einem Bild von Neil McDade (oben) mit normalem Wasserpegel und unten ein Foto vom vergangenen Donnerstag [2. Mai 2019]

Mr O’Donnell betrachtet den Wasserverlust als Risiko für Wildvögel, einschließlich Taucher [das ist eine Bezeichnung für eine Wasservogelart], und auch für die lokale Tourismusindustrie. Er sagte, Besucher hätten in einer nahegelegenen Ferienunterkunft übernachtet, während sie am Loch angelten.

Charlie Whelan, ein einheimischer Angler, zeigte sich traurig über das Austrocknen des Lochs.

Sagte er: „Loch Vaa ist ein einzigartiger See in Schottland, weil er glasklar ist. Es ist ein wunderschöner […] See, besonders abends.“

Herr Whelan beschuldigt Scottish Water, die Quelle manipuliert zu haben.

Er sagt: „Das hat nichts mit Regenfällen zu tun. Es liegt ganz einfach daran, dass Scottish Water ein riesiges Bohrloch in Aviemore gegraben hat, um Geld zu sparen.“

Brian O’Donnell beschrieb die Situation so, als ob ein Stöpsel gezogen worden wäre.

Scottish Water entgegnet, eine unterirdische Grundwasserader und Bohrlöcher, die Wasser für die Gegend von Badenoch und Strathspey lieferten, lägen etwa 6 Kilometer flussaufwärts vom Loch Vaa und [somit] zu weit entfernt, um es [den Pegel von Loch Vaa]  zu beeinflussen.

Eine Sprecherin sagte: „Hydrologische Spezialisten haben darauf hingewiesen, dass auf Grund der Geographie des Gebietes und der Entfernung zwischen den Standorten keine Möglichkeit einer Grundwasserverbindung zwischen den Bohrungen und den Wasserständen im Loch Vaa bestehe.

Damit Wasser zwischen diesen Standorten fließen kann, wären ganz besondere geologische Bedingungen erforderlich, die es hier einfach nicht gibt.“

Weiter sagte sie: „Die Komplexität der Gletschergeologie im Spey Valley ist so beschaffen, dass zwischen ihnen zahlreiche unterirdische Barrieren für den Grundwasserfluss bestehen“.

Loch Vaa trocknet seit dem vergangenen September aus. Foto: Brian O’Donnell

Sepa zufolge ist ein trockener Winter die Ursache [für den Wasserverlust] Foto: Brian O’Donnell

Sepa zufolge befände sich Loch Vaa in einem Bereich, für den bereits eine potenzielle Wasserknappheit für dieses Jahr vorhergesagt wurde.

Hierzu ein Sprecher: „Obwohl Schottland allgemein als feuchtes Land angesehen wird, kann es anfällig für Trockenperioden sein, was in einigen Gebieten zu Belastungen für die Umwelt und die Wassernutzer führen kann.

Der Winter 2018/19 war verglichen mit dem Durchschnitt relativ trocken.

In den letzten Wochen gab es einige Niederschläge, aber da Loch Vaa weitgehend durch eine Quelle gespeist wird, reagiert es nicht so auf Niederschläge, wie es ein von Flüssen gespeister See täte.“

Mystery of the disappearing loch in the Cairngorms

By BBC 

A loch in the Highlands has been losing millions of gallons of water since September last year.

Loch Vaa, near Aviemore, is fed by a spring and its usually water-lapped boathouse has been a popular subject for photographers and artists.

But its lease-holders, who offer the loch to the local community and visitors for recreational fishing, say its level has dropped by 1.4m (4.5ft).

Brian O’Donnell said: „It’s almost like somebody has pulled the plug.“

The Scottish Environment Protection Agency (Sepa) suggested that Loch Vaa had suffered due to a „relatively dry“ winter.

Mr O’Donnell, who helps to run fishing at the loch, said he first noticed the level was dropping after he restocked it with brown and rainbow trout in early September.

He told BBC Scotland: „By mid-September we couldn’t get the boats out to fish.“

Mr O’Donnell said the Cairngorms loch had lost an estimated 35 million gallons of water so far.

He said: „It is a spring-fed loch, there are no tributaries, so something is happening underground. It’s almost like somebody has pulled the plug.“

Loch Vaa boathouseImage BRIAN O’DONNELL – It has been estimated that 35 million gallons of water has been lost
Loch Vaa boathouseImage NEIL MCDADE/SPECTACULAR SCOTLAND – The boathouse at Loch Vaa in an image taken by Neil McDade, top, at normal water level and below an image taken on Thursday

Mr O’Donnell said the water loss could pose a risk for wild birds, including grebe, and also the local tourist industry. He said visitors stayed in nearby holiday accommodation while fishing at the loch.

Charlie Whelan, a local angler, expressed sadness at the drying up of the loch.

He said: „Loch Vaa is a unique loch in Scotland because it is gin clear. It is a wonderful fishing loch, especially in evenings.“

Mr Whelan blames Scottish Water for affecting the spring.

He said: „It’s nothing to do with rainfall. It’s completely because Scottish Water, to save money, dug a huge borehole in Aviemore.“

But Scottish Water said an underground aquifer and boreholes that supplied water to the Badenoch and Strathspey area were located about three miles (6km) upstream of Loch Vaa, and too far away to affect it.

A spokeswoman said: „Hydrology specialists have advised that given both the geography of the area and the distance between the locations, there is no possibility of a groundwater connection between the boreholes and the water levels in Loch Vaa.

„For water to flow between these sites, a very particular set of geological circumstances would be required and these simply do not exist here.“

She added: „The complexity of the glacial geology in the Spey Valley is such that numerous underground barriers to groundwater flow exist between them.“

Sepa said Loch Vaa was in an area already identified as a potential risk of water scarcity for this year.

A spokesman said: „Although generally considered a wet country, Scotland can be vulnerable to periods of dry weather, which can result in pressure upon the environment and water users in some areas.

„The winter of 2018 -19 has been relatively dry compared to long-term average conditions.

„There has been some rainfall in recent weeks but as Loch Vaa is largely spring fed it will not respond to rainfall in the same way that a river-fed loch would.“

Netzfrau Ursula Rissmann-Telle

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2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. also in deutschland sind 2018 auf grund des jahrhundertsommers die pegel der seen auch stark gesunken, dabei spielen die sonnentage mit wolkenlosem himmel eine große rolle, weil dann die sonne am meisten seewasser verdunsted, d.h. neben geringem niederschlag kann zusätzlich die verdunstungsmenge gestiegen sein

  2. Pingback: Die KW 18/2019 im Link-Rückblick | artodeto's blog about coding, politics and the world

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