Agrochemikalien: 500 Millionen Bienen in nur 3 Monaten getötet – In the Last three Months Alone, Pesticides Have Killed Some 500 Million Bees in Brazil

zur englischen Version Die Regierung von Bolsonaro genehmigte in Brasilien in nur fünf Monaten 197 Pestizide. Sogar Pestizide mit dem umstrittenen Glyphosat wurden genehmigt. In der gleichen Zeit wurde bekannt, dass in den letzten drei Monaten laut einem Bericht in vier brasilianischen Bundesstaaten mehr als 500 Millionen Bienen von Imkern tot aufgefunden wurden. Als Ursache wurde der Kontakt mit Pestiziden auf der Basis von Neonicotinoiden und Fipronil ermittelt, die in Europa seit mehr als einem Jahrzehnt verboten sind. Diese Wirkstoffe sind für  Bienen tödlich. Wenn sie durch Sprühen aus der Luft aufgebracht werden, breiten sie sich in der Umwelt aus, mit schlimmen Folgen. Bayer veräußerte die Rechte an Fipronil und einigen Akariziden/Fungiziden 2003 an die BASF weiter. Brasilien ist eines der Länder mit dem höchsten Pestizidverbrauch weltweit und der weltweit größte Exporteur von Sojabohnen und Glyphosatprodukte wie Roundup von BayerMonsanto  werden in großem Umfang für Soja und andere Nutzpflanzen des Landes verwendet. Eigentlich gab es in Brasilien eine einstweilige Verfügung für Produkte mit dem weit verbreiteten Herbizid Glyphosat, doch seit der rechtsradikale Bolsonaro an der Macht ist, gelten solche Verbote nicht mehr. Nutznießer sind auch die Konzerne BayerMonsanto und Basf.

Agrochemikalien: 500 Millionen Bienen in 3 Monaten getötet

In Rio Grande do Sul starben laut einem Bericht etwa 80% der Bienen auf Grund der Agrochemikalie Fipronil, das im Sojaanbau verwendet wird.

Auch in Australien bestätigte ein Labor einem australischen Imker, dass seine Bienen an einer Fipronil-Vergiftung gestorben waren. Es war nicht das erste Mal, denn schon vorher starben etwa 120 Bienenstöcke durch das selbe Insektizid. 

Seit dem Skandal um Fipronil in Eiern sollte das Insektengift Fipronil auch in Europa bekannt sein. Es folgte massenweise Rückrufe als bekannt geworden war, dass Fipronil in Legehennenbetrieben verbotenerweise zur Bekämpfung von Parasiten eingesetzt worden war.

In den letzten drei Monaten wurden laut einem Bericht von Pedro Guigori für die Public Agency und Reporter Brazil in vier brasilianischen Bundesstaaten mehr als 500 Millionen Bienen von Imkern tot aufgefunden. Laut Schätzungen von Verbänden und  Universitäten für die landwirtschaftliche Forschungen:

  •  400 Millionen Bienen in Rio Grande do Sul,
  • 7 Millionen Bienen in São Paulo,
  • 50 Millionen Bienen in Santa Catarina
  • 45 Millionen Bienen in Mato Grosso do Sul

.greenme.com.br

Die Ursache für das Sterben der Bienen ist nach Ansicht von Experten der Kontakt mit Pestiziden auf der Basis von Neonicotinoiden und Fipronil, die in Europa seit mehr als einem Jahrzehnt verboten sind. Die in diesen Pestiziden enthaltenen Inhaltsstoffe sind beim Versprühen für Insekten tödlich.

Der Imker Salvador Gonçalves, Präsident der Imker von Cruz Alta (Apicruz), Gemeinde Rio Grande do Sul berichtete, dass das Gift am Morgen von Flugzeugen versprüht wird. Am Nachmittag sind die Bienen tot. Ungefähr 100 Millionen Bienen wurden erst im letzten Quartal in Cruz Alta tot aufgefunden. Dies führte dazu, dass der gesamte von den Insekten produzierte Honig von den Imkern vernichtet wurde, denn sie hatten Angst, dass der Honig mit den Giften kontaminiert worden sei.

Fipronil ist ein Insektizid, das in den Nervenzellen der Insekten dringt. Beim Sprühen aus der Luft werden die Bienen direkt damit in Berührung gebracht. Eine Embrapa-Studie aus dem Jahr 2004 ergab, dass mit dieser Methode 19% auch  auf Gebiete außerhalb des Anwendungsgebiets verteilt werden.

Pestizide, allen voran Neonicotinoide und das Insektizid Fipronil, bedrohen nicht nur Bienen, sondern auch andere Tiere wie Schmetterlinge, Vögel, Fische und Regenwürmer, und gefährden die Grundlage der weltweiten Lebensmittelproduktion. Dies belegt auch eine bereits 2016  veröffentlichte Studie, für die 29 Forscher aller Kontinente und verschiedener Fachrichtungen rund 800 Einzelstudien der letzten zwei Jahrzehnte auswerteten.

„Die Auswirkungen des Einsatzes dieser Agrochemikalien erreichen einen Radius von 3 bis 5 Kilometern. Alles in der Umwelt verschwindet, davon betroffen sind auch die Wildbienen „, so ein Bericht aus Brasilien.

In Brasilien prangern Aktivisten schon lange an, dass die Konzerne Bayer und BASF in Brasilien Agrargifte vertreiben, die in der Europäischen Union verboten sind. Es sollen in den vergangenen Jahren mehr als 2.000 Menschen an Vergiftung durch Agrochemikalien gestorben sein.

Brasilien hat etwa 10 Millionen Hektar Zuckerrohrfelder

Brasilien exportiert nicht nur Soja, sondern in über 150 Länder Zucker. Etwa 60% der Länder haben keine besonderen Zulassungsrichtlinien für genmanipulierten Zucker. Bedeutet: Brasilien kann auch in diese Länder genmanipulierten Zucker exportieren. Die Kommission National Technical Biosafety (CTNBio) hat in 2017 die kommerzielle Nutzung des ersten Zuckerrohrs (Cana Bt) weltweit zugelassen, der gentechnisch verändert wurde.

Bereits 2010 hat Bayer CropScience zwecks der gentechnisch veränderten Zuckerrohr-Sorten mit dem brasilianischen Forschungsinstitut CTC eine „umfassende Kooperation“ vereinbart. Wir hatten bereits darüber berichtet: Why Poverty? Zuckerrohr, das Gold der Zukunft, denn Zuckerboom statt Ölkrise – doch zu welchem Preis? Spekulanten, Landraub, Menschenrechtsverletzungen, Genmanipulation

Glyphosat ist das in Brasilien und weltweit am häufigsten verwendete Pestizid.

Doch nicht nur Neonicotinoide und das Insektizid Fipronil, bedrohen die Bienen, sondern auch Glyphosat.  Glyphosat ist das in Brasilien und weltweit am häufigsten verwendete Pestizid. Überall hinterlässt Glyphosat seine Spuren, es wurde  in Brasilien in Chargen von Honig gefunden  und  auch in Müsliriegeln. Glyphosat ist in 110 Agrochemikalien enthalten, die von 29 verschiedenen Unternehmen in Brasilien vermarktet werden.

.portalraizes.com/

Erst im September 2018 bestätigte eine Studie: Glyphosat ist ein Bienenkiller. 

Wissenschaftler der University of Texas haben den Zusammenhang zwischen Bienen und Glyphosat untersucht. Das Ergebnis: Das Herbizid Glyphosat ist für Bienen gefährlich. Die Studie wurde in dem Wissenschaftsmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) veröffentlicht.

Die Forscher der Universität von Texas in Austin erklärten, dass Honigbienen, die der Organophosphor-Verbindung, dem Wirkstoff in Monsantos Roundup, ausgesetzt sind, nützliche Bakterien in ihrem Darm verlieren und so anfälliger für Infektionen und Tod durch schädliche Bakterien sind.

brasildefato.com.br/

Die Regierung von Bolsonaro genehmigt 197 Pestizide in nur fünf Monaten

Statt weniger Pestizide werden noch mehr versprüht. Wie brasildefato.com.br am 22. Mai 2019 berichtete, wurden an einem Tag 31 neue Pestizide genehmigt, davon drei mit dem umstrittenen Glyphosat. Und das, gleich nachdem veröffentlicht wurde, dass BayerMonsanto an ein an Krebs erkranktes Paar mehr als zwei Milliarden Dollar Schadenersatz zahlen muss. 

Nachdem das Landwirtschaftsministerium am Dienstag, dem 21. Mai 2019 wieder 31 Pestizide zugelassen hatte, wurden somit nach dem Antritt von Jair Bolsonaro im Januar 2019 bereits 197 Agrochemikalien zugelassen.

This is illegal deforestation from Mato Grosso

Während im gesamten Jahr 2015 beispielsweise 139 Pestizide registriert wurden, stieg die Zahl der zugelassenen Agrochemikalien im Jahr 2018 auf 450. In diesem Jahr genehmigte die Bolsonaro-Regierung 121 Pestizide in nur zwei Monaten. Dass im Jahr 2018 so viele Pestizide zugelassen wurden, liegt auch mit an dem Agrarminister der brasilianischen Regierung von Michel Temer. Blairo Maggi (PP) ist einer der größten Agrarindustriellen der Welt und Eigentümer der Grupo Amaggi. Dem Konzern gehört neben Exportterminals, Lagerhallen und Schiffen eine Ackerfläche von weit mehr als 200 000 ha.  Im Wirtschaftsjahr 2013/14 wurden laut Unternehmenszahlen insgesamt 241 000 t Sojabohnen, 369 000 t Mais und 116 000 t Baumwolle erzeugt. Der Umsatz der Amaggi-Group betrug insgesamt 4,4 Mrd. $ (3,9 Mrd. Euro).  Siehe: Was die deutsche subventionierte Fleisch- und Milchindustrie an Umweltzerstörung in anderen Ländern verursacht

BayerMonsanto ist der größte Verkäufer von Glyphosatprodukten in Brasilien.

Mit dem Amtsantritt von Jair Bolsonaro im Januar 2019 haben nicht nur die Pestizide zugenommen, sondern auch die Entwaldung für die Agrarlobby. Profiteur ist auch hier Europa. Europa gilt als wichtiger Handelspartner und bezieht aus Brasilien zum Beispiel Soja im Tierfutterbereich für die konventionelle Landwirtschaft. So kommen die Pestizide auch gleich wieder nach Europa zurück. Doch aus Brasilien kommt nicht nur Soja, sondern auch andere Nahrungsmittel. Deutschland importierte 2018 Nahrungsmittel und Futtermittel im Wert von 1.129.330.000 €. Dazu auch: Was die deutsche subventionierte Fleisch- und Milchindustrie an Umweltzerstörung in anderen Ländern verursacht

Die engen Verbindungen Bolsonaros zur Agrarlobby ist ein Todesstoß für die Indigenen Völker und den Amazonas. Ministerin Tereza Cristina, auch „Gift-Muse“ genannt, ist eine Vertreterin der Agrarwirtschaft.

Die brasilianische Agroindustrie erwartet Gegenleistungen für die Unterstützung Bolsonaros. 2018 drohte nach einer Gerichtsentscheidung das kurzfristige Verbot von Glyphosat. Noch als Abgeordnete hatte die „Gift-Muse“Cristina Gesetze auf den Weg gebracht, mit dem solche Probleme in Zukunft verhindert werden sollen.

Alan Tygel von der  Kampagne gegen Agrochemikalien sagt, dass die konzertierten Bemühungen zwischen diesen Agenturen und den Kabinetten für Landwirtschaft und Umwelt mit der Agrarindustrie durch die Regierungsänderungen in der Bolsonaro-Regierung verstärkt wurden.

Dazu auch: Europa nimmt einen Krieg um die Rohstoffe in Brasilien in Kauf! Wie viele müssen noch für diesen Krieg sterben?

In the Last three Months Alone, Pesticides Have Killed Some 500 Million Bees in Brazil

Earlier this year, a large scale of bee deaths were reported in southern Brazil due to pesticides used in soybean plantations. In Rio Grande do Sul, about 80 percent of bees are dying because of fipronil pesticides, which are used in soybean farming. This issue […]

The post In the Last three Months Alone, Pesticides Have Killed Some 500 Million Bees in Brazil appeared first on The Rio Times.

Bolsonaro administration approves 197 pesticides in five months

http://contraosagrotoxicos.org

Appeared first on brasildefato.com.br

Three of the 31 products registered this week are composed of glyphosate, a substance associated with cancer

As 31 pesticides were approved by the Agriculture Ministry on Tuesday, the Brazilian government has already approved 197 agrochemicals since Jair Bolsonaro took office in January.

Among the 31 pesticides registered this week, 29 were approved based on technical equivalence, which means their active substances are the same of other chemicals allowed in Brazil.

Three of them are composed of glyphosate, a substance associated with cancer that has been the target of multi-billion dollar lawsuits in the United States.

The number of pesticides approved in Brazil has been increasing since the coup that ousted president Dilma Rousseff in 2016.

While in the entire year of 2015, for example, 139 pesticides were registered, in 2018 the number of agrochemicals approved spiked to 450. This year, the Bolsonaro administration approved 121 pesticides in only two months.

Brazil is one of the world’s top pesticide consuming countries.

Nilto Tatto, a federal congressman and member of the Workers’ Party, told Brasil de Fato that the links between the powerful farm caucus and the lobby that plotted to oust president Rousseff were crucial to meet the demands of the agribusiness industry in the country, including the approval of new agrochemicals.

After Jair Bolsonaro got elected, that relationship became even closer as the new president appointed Tereza Cristina, known as the “poison muse,” as his Agriculture minister.

Before being registered with the Agriculture Ministry, a pesticide has to be approved by the Brazilian Health Regulatory Agency (Anvisa) and the Brazilian environmental agency Ibama.

Alan Tygel, from the Permanent Campaign Against Agrochemicals and for Life, says the concerted effort between those agencies and the agriculture and environment cabinets with the agribusiness industry became stronger with the government changes made in the Bolsonaro administration.

Netzfrau Doro Schreier
deutsche Flagge
Netzfrauen auch auf >>> Instagram >>>>mit vielen Bildern und Informationen!

Bestätigt: Pestizid tötete 72 Millionen Bienen an nur einem Tag – Pesticide killed 72 million bees in just one day

Europa nimmt einen Krieg um die Rohstoffe in Brasilien in Kauf! Wie viele müssen noch für diesen Krieg sterben?

Brasilien – wieder eine Menschenrechtsaktivistin gefoltert und brutal ermordet – R.I.P. Dilma Ferreira Silva

Was die deutsche subventionierte Fleisch- und Milchindustrie an Umweltzerstörung in anderen Ländern verursacht

Super! Frankreich stellt Verwendung von Glyphosat ein! – France Announces End of Glyphosate!

BayerMonsanto muss einem an Krebs erkrankten Paar mehr als zwei Milliarden Dollar Schadenersatz zahlen – Jury awards California couple over $2 billion in damages against Monsanto

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Um die Artenvernichtung zu bremsen, muss u. a. das Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern gestoppt werden. Dies kann durch diverse ökologische Maßnahmen erreicht werden. Mehr dazu auf meiner Internetseite (bitte auf meinen Nick-Namen klicken).

  2. Die Welt muß etwas gegen diese Verbrecher in Regierungen und die Verbrecher der Agrochemie unternehmen, ansonsten geht unsere Erde und damit auch wir daran zu Grunde!!!!

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