#PrayforAmazonia – Amazonas, die Lunge unseres Planeten brennt für das „weiße Gold“? – Amazon, the lung of our planet is burning for sugarcane?

Der Amazonas brennt, was weltweit für Empörung sorgt. Brasilien ist der bei weitem größte Exporteur von Zuckerrohr und verarbeitetem Zucker, denn 30,9% aller Exporte kamen 2018 aus dem Land, wo die Brände im Amazonas die Welt in Atem hält. Der zweitgrößte Zucker–Importeur der Welt ist Europa. Logischerweise war es auch der brasilianische Zuckerrohr-Industrieverband UNICA, der zum erfolgreichen Abschluss des Freihandelsabkommens zwischen dem Mercosur und der EU gratulierte. Dass die deutsche subventionierte Fleisch- und Milchindustrie Soja aus Brasilien bekommt, sollte bekannt sein, doch vielen ist nicht bekannt, dass Brasilien der größte Zuckerexporteur des Planeten ist. Brasilien hat etwa 10 Millionen Hektar Zuckerrohrfelder, incl. Brandrodungen. Zuckerrohr ist das Gold der Zukunft. Laut dem Chemiekonzern Bayer, der Monsanto übernommen hat, gibt es einen Grund dafür, dass die Welt zunehmend an Zuckerrohr interessiert ist: Durch die Gärung lässt sich Zucker auch in Bioethanol umwandeln. Einer der Profiteure ist BayerMonsanto und daher ist Brasilien auch das erste Land, welches den genmanipulierten Zuckerrohr zugelassen hat. Musste der Amazonas-Regenwald für das weiße Gold, den Zucker, brennen? Denn der wahre Preis des „weißen Goldes“ sind Spekulanten, Landraub, Menschenrechtsverletzungen, Genmanipulation und Brandrodungen. Die Brandrodungen der Zuckerrohrfelder erleichtern das Abernten des Zuckerrohrs.

Zuckerrohr, das Gold der Zukunft, denn Zuckerboom statt Ölkrise – doch zu welchem Preis? Spekulanten, Landraub, Menschenrechtsverletzungen, Genmanipulation und Brandrodungen

Genau darüber informierten wir Netzfrauen Sie bereits 2017. Weltweit wird der meiste Zucker aus Zuckerrohr gewonnen. Die weltweit steigende Nachfrage sorgt für einen Aufschwung dieser Kulturpflanzen, doch zu welchem Preis? Der süße Rohstoff ist als billiger Kohlenhydratlieferant bekannt. Weil der Preis für Zucker so niedrig war, stürzten sich die Investmentbanker auf diesen Rohstoff. Seitdem gab es eine sogenannte Zucker-Rallye. Zwar ist der Preis für Zucker wieder stark gefallen, denn die EU hat fast unbemerkt den Zuckermarkt neu geregelt. Dabei wurden auch die Beschränkungen für den künstlichen Zucker aufgehoben. Isoglukose wird nicht aus Zuckerrüben, sondern aus meist gentechnisch verändertem Mais hergestellt. Isoglukose ist  billiger und süßer als Haushaltszucker und bedeutet erhöhte Zuckeraufnahme. 

 In Brasilien gilt Zuckerrohr als die wichtigste Energiepflanze.

Das machte auch bereits der Chemiekonzern Bayer klar. Um die Bioethanol-Produktion voranzutreiben, forscht Bayer CropScience gemeinsam mit Partnern an Zuckerrohrpflanzen. „Zusammen mit dem Zentrum für Zuckerrohrtechnologie CTC im brasilianischen Bundesstaat São Paulo planen wir eine umfassende Kooperation, um biotechnologisch optimierte Sorten zu entwickeln, die einen höheren Zuckergehalt aufweisen“, ließ der Konzern Bayer in einer Presseerklärung 2012 verlautbaren. „Erste Forschungsergebnisse deuten auf einen Anstieg um bis zu 40 Prozent hin. Damit lässt sich die Effizienz der Ethanolproduktion verbessern“, so der Bayer-Sprecher.

Im letzten Jahr war es dann soweit: Brasilien ist das erste Land, welches genmanipulierten Zuckerrohr genehmigt hat.

Dass die brasilianischen Zuckerrohr-Produzenten neue Regionen in Brasilien suchen, wurde bereits 2013 bekannt, als die brasilianischen Ethanolproduzenten nach neuen Gebieten für den künftigen Ausbau der Zuckerrohrproduktion suchten.

http://ethanolproducer.com

„Das Projektziel ist es, Wissen für die Steigerung der Produktion von Zuckerrohr für den Ethanolmarkt zu generieren“, hieß es in der Erklärung,“und damit zur Entwicklung des staatlichen Agribusiness auf Zuckerbasis beizutragen.“

Zu der Zeit wurde im südlichen Bundesstaat nur sehr wenig Zuckerrohr angebaut, doch das sollte sich ändern.

Fast 90 Prozent des brasilianischen Zuckerrohrs wird in fünf südlichen Zentralstaaten in der Nähe von São Paulo angebaut, in denen mehr als die Hälfte der Ernte des Landes angebaut wird.

Die zweitgrößte Zuckerrohrregion des Landes liegt im Nordosten.

Petrobras unterzeichnete 2013 einen technischen Kooperationsvertrag mit Embrapa, der brasilianischen Agricultural Research Corp., zur Entwicklung der Zuckerrohrproduktion im südlichsten Bundesstaat des Landes, Rio Grande do Sul.

Der brasilianische Zuckerrohr-Industrieverband UNICA gab folgende Erklärung zum erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen zwischen dem Mercosur und der EU ab:

„ UNICA gratuliert sowohl dem Mercosur als auch den EU-Ländern zum Abschluss dieses historischen Deals. 

Brasilien forcierte den Biosprit aus Zuckerrohr schon seit Anfang der 1970er Jahre. Damals befeuerte der Ölkrisen-Schock die Suche nach Alternativen. Dank des Klimas wächst in Brasilien alles schneller. Der Rohstoff ist vorhanden, doch waren es die Regierungen und die Autoindustrie – allen voran VW und Bosch – die in Brasilien den Takt vorgaben, damit Zuckerrohr nicht nur als Cachaça-Schnaps im Glas, sondern auch als Ethanol im Tank landet.

Brasilien produziert rund 27 Milliarden Liter Ethanol im Jahr, davon gehen aber nur etwas mehr als zehn Prozent in den Export. Der Bundesstaat São Paulo ist Brasiliens «Zuckerrohr-Macht»: Von dort kommen 50 Prozent der Zuckerrohrernte und 60 Prozent des Ethanols, so ein Bericht aus 2011.

Ein paar Monate, bevor der Amazonas Regenwald in Flammen aufgeht

– eine Nachricht aus dem Wirtschaftsministerium Deutschlands, und zwar im März 2019! Zucker-Ethanol-Industrie in Brasilien auf Erholungskurs – Neue Investitionen werden in zahlreichen Agrarbereichen getätigt. Deutschen Unternehmen bietet sich ein enormes Marktpotenzial.

Bioenergiewirtschaft erwartet neue Investitionen

Durch die Krise in Brasiliens Zucker- und Ethanolindustrie stagnierte die installierte Leistung der Biomassekraftwerke in den vergangenen Jahren. Mit dem Förderprogramm für Biokraftstoffe RenovaBio soll sich das Blatt wenden (siehe dazu https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=brasilien-belebt-markt-fuer-emissionsrechtehandel,did=1954066.html). Der Präsident des Branchenverbands für Kraft-Wärme-(Kälte)-Kopplung (Cogen) Newton Duarte erwartet, dass allein dieser Sektor bis 2030 die installierte Leistung von derzeit 11,4 Gigawatt um 57 Prozent auf fast 18 Gigawatt erweitern wird.

Weltweit weist kaum ein anderes Land ein so hohes Potenzial auf. Über das mit Abstand höchste Potenzial von 39 Milliarden Kubikmetern pro Jahr verfügt die Zucker- und Ethanolindustrie. Aber auch in anderen Bereichen der Land- und Viehwirtschaft, in der Abfallwirtschaft und Abwasserentsorgung bleiben immense Biogasressourcen ungenutzt und belasten darüber hinaus die Umwelt.

Bislang nutzt Brasilien nur einen Bruchteil der zur Verfügung stehenden Biomasse für die Gewinnung von Biogas und Biomethan. Langsam nehmen die Investitionen an Fahrt auf. Der Branchenverband Associação Brasileira de Biogás e de Biometano (ABiogás) erwartet, dass bis 2030 insgesamt 12 Milliarden Euro investiert werden. Die Produktionsmenge soll von derzeit etwa 180 Millionen auf 11,7 Milliarden Kubikmeter pro Jahr ansteigen. Dazu tragen auch die neuen Rahmenbedingungen in der Energiepolitik bei.

Theoretisch könnte Brasilien pro Jahr zusätzlich 52 Milliarden Kubikmeter Biogas erzeugen, schätzt ABiogás. Genug, um 24 Prozent des Strombedarfs beziehungsweise als Biomethan 44 Prozent des Dieselkraftstoffbedarfs zu decken.(…)

Führende Produzenten von Bioenergie sind neben Raízen – ein Joint Venture von Shell und Cosan – die Zucker-Ethanolhersteller Biosev, die französische Gruppe Tereos sowie São Martinho und Atvos.

Mit der wirtschaftlichen Erholung der Zucker- und Ethanolindustrie wird ein erneutes Aufleben der Investitionen erwartet. Quelle gtai.de

War es nicht der französische Präsident Emmanuel Macron, der sich auf dem G7-Gipfel in Frankreich über die Brände im Amazonas empörte?

Ist es doch eine französische Gruppe, die Tereos, die von dem Zuckerrohranbau in Brasilien profitiert.

Tereos SA ist ein französischer Hersteller von Zucker, Stärke und Bioethanol und hat seinen Hauptsitz in Lille, Frankreich. Tereos verfügt über 35 Industrieanlagen, hauptsächlich in Frankreich und Brasilien

Die Tereos Internacional ist der drittgrößte Zuckerverarbeiter der Welt. Das Unternehmen hat seinen Sitz in São Paulo, Brasilien.

Laut Tereos Analyst Presentation waren diese Konzerne 2010 die „Player“ der Zuckerrohr-Industrie in Brasilien.

Der größte Produzent und Exporteur verarbeitet die Hälfte seiner Zuckerernte zu Treibstoff für Autos. Über 60% der weltweiten Ethanolproduktion stützt sich auf Zucker.

Nachdem 2014 Brasilien von einer Dürre auf Grund der geringen Niederschlagsmengen heimgesucht wurde, kam es zu zahlreichen Bränden.

Von der Umweltpolizei und anderen staatlichen Behörden erhobene Informationen zeigen, dass Anfang September 2014 bereits 2.981 Feuerausbrüche und Waldbrände in São Paulo verzeichnet wurden – das waren 140 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2013. Diese Brände wurden den  Zuckerrohrproduzenten zugeschrieben.

Auch im Juli 2015, als in Brasilien der Amazonas brannte, twitterte der damalige Landwirtschaftsminister in Brasilien, nachdem die Zuckerrohrfelder in Mato Grosso do Sul brannten, dass es sich hier um Brandstiftung handeln würde. Immer wieder brennen bei der Ernte des Zuckerrohrs kostbare Wälder.

„Wenn man das Zuckerrohrfeld abbrennt, erntet jeder Arbeiter etwa zehn Tonnen Zuckerrohr pro Tag. Würde man es nicht abbrennen, dann würden sie nur drei Tonnen schaffen“, erklärt Valdemy Gomes, der Betreuer der Zuckerrohrschneider auf der Plantage der Grupo Carlos Lyra in São Miguel dos Campos bei Maceió. Aus einer Tonne Zuckerrohr können schließlich 92 Liter Ethanol gewonnen werden. „Wenn das Feld abgebrannt wird, bleibt nur die Stange des Zuckerrohrs übrig und die Blätter verbrennen. Zum Abbrennen gibt es keine Alternative, wenn wir nicht mehr brandroden, dann müssen wir maschinell ernten und dann verlieren die Menschen hier ihren Job.“

Die Biotreibstoffe tragen sogar zur Regenwaldabholzung in Brasilien bei. Zuckerrohr ist immerhin für 41% der „indirekten Entwaldung“ verantwortlich. Die anderen 59% sind dem Anbau von Soja (Biodiesel) zuzuschreiben.

Brasilien setzt auf Biosprit aus Zuckerrohr.

„Die Bioethanol-Produktion ist ein wichtiger Faktor für die Entwicklung der südamerikanischen Volkswirtschaft – und soll weiter ausgebaut werden“, genau das stammt vom größten Chemiekonzern Bayer, der Monsanto übernommen hat. Monsanto war ebenfalls in der Zuckerrohrindustrie in Brasilien tätig. Brasilien ist auch das erste Land, welches den genmanipulierten Zuckerrohr zugelassen hat. Brasilien exportiert in über 150 Länder Zucker und etwa 60% der Länder haben keine besonderen Zulassungsrichtlinien für genmanipulierten Zucker. Bedeutet: Brasilien kann auch in diese Länder genmanipulierten Zucker exportieren.

Zuckerrohr Bayer-Monsanto

2008 erwarb Monsanto für $ 290 Millionen einen Konzern, der Zuckerrohr in Brasilien für Bioethanol anbaute. Das hohe Süßgras ist genügsam und lässt sich preiswerter auspressen als Mais oder Zuckerrüben. Der von Monsanto angebaute Zuckerrohr ist aber kein herkömmlicher Zuckerrohr, sondern genmanipulierter. Das brasilianische Unternehmen Cana Vialis hatte bereits vor der Übernahme mit Monsanto eng zusammen gearbeitet. Im Oktober 2015 wurde bekannt, dass Monsanto den Zuckerrohrmarkt in Brasilien verlassen wird. Doch dann kam die Übernahme durch Bayer!

https://www.research.bayer.de/de/25-zuckerrohr.pdfx

BASF

BASF gab 2009 die Kooperation mit dem Centro de Tecnologia Canavieira (CTC) im Bereich der Pflanzenbiotechnologie bekannt. Beide Unternehmen wollen ihre jeweiligen Kompetenzen in der Züchtung von Zuckerrohr und der Biotechnologie bündeln. Die Kooperation soll bei der „Produktivität und Qualität von Zuckerrohr einen großen Schritt nach vorn“ ermöglichen und „dazu beitragen, die Position Brasiliens als Weltmarktführer für Zucker, Ethanol und Energie auszubauen“, sagte damals der CTC-Vorsitzende Nilson Zaramella Boeta. Auch BASF arbeitet an genmanipuliertem Zuckerrohr .

Während die Welt um den Amazonas-Regenwald trauert, heißt es in Brasilien, dass man voraussichtlich in diesem Jahr 30,3 Milliarden Liter Ethanol aus Zuckerrohr und 1,35 Milliarden Liter aus Mais produzieren wird. Dies entspricht einer Gesamtmenge von 31,6 Milliarden Litern des Produkts. Daten aus der zweiten Erhebung der Zuckerrohrernte 2019/20 wurden heute (23. 08. 19)  von der National Supply Company (Conab) veröffentlicht.

Die Umfragedaten zeigen auch, dass die Zuckerproduktion in diesem Jahr 31,8 Millionen Tonnen erreichen sollte, was einer Steigerung von 9,5% entspricht.

Währenddessen heißt es: #PrayforAmazonia – Amazonas, die Lunge unseres Planeten brennt!

Netzfrau Doro Schreier

Vorsicht! Maissirup, der neue Süßstoff – EU hat den Zuckermarkt neu geregelt!

Die Welt steht in Flammen – In Angola und im Kongo brennt mehr kostbarer Regenwald, für den Profit, als im Amazonas – The world is going up in flames!

Why Poverty? Zuckerrohr, das Gold der Zukunft, denn Zuckerboom statt Ölkrise – doch zu welchem Preis? Spekulanten, Landraub, Menschenrechtsverletzungen, Genmanipulation

Schrecklich ‚ES HERRSCHT KRIEG‘ – Der Amazonas-Regenwald wird gerodet und Indigene werden ermordet! – Brazil’s indigenous people: Miners kill one in invasion of protected reserve

Agrochemikalien: 500 Millionen Bienen in nur 3 Monaten getötet – In the Last three Months Alone, Pesticides Have Killed Some 500 Million Bees in Brazil

Was die deutsche subventionierte Fleisch- und Milchindustrie an Umweltzerstörung in anderen Ländern verursacht

Unglaublich, das muss verhindert werden! Ölbohrungen im Korallenriff in Brasilien! – Save ABROLHOS Brazil! Ministry orders IBAMA to release oil near coral reef!

Minas Gerais Disaster – Brasilien das neue Fukushima – Arsen, Cadmium, Quecksilber, alles schon gemischt!

Brasilien: Protest gegen Wasserprivatisierung- Frauen besetzen Hauptquartier von Nestlé

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Pray For als Überschrift nützt nichts. Beten gegen Brandstifter, Konzerne als Umweltverbrecher und Anstifter der Brandleger, korrupte Politiker, die sich als Gutmenschen darstellen und Entsetzen heucheln. Was das wohl bringt? Absolut nichts!!!
    Es wir Zeit auch den Umweltheuchlern in Berlin und auf der ganze Welt mal richtig Dampf zu machen und ihnen einzuheizen. Einheizen meine ich im Sinne des Wortes. Wenn die ersten Auftraggeber, Anstifter, Förderer und Nutznieser der Brände selbst mal im Feuer stehen ändert sich alles ganz schnell. Scheiß auf Beten, das hat schon die letzen 2000 Jahre nichts gebracht und wird es auch in Zukunft nicht. Diese Herrschaften verstehen nur eine Sprache. Es wird höchste Zeit diesem Gesindel mal ein andere Art von Alphabet beizubringen, das werden sie dann verstehen. Es muss sich in dieser Welt ganz schnell was ändern. Das bedeutet es muss nicht immer nur Opfer auf der falschen Seite geben, sondern zukünftig auch auf der anderen Seite.

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