„Deepwater Horizon“ in Brasilien? Rätselhafte Ölpest tötet Tiere entlang der brasilianischen Küste – Deepwater horizon all over again? Mystery oil spill kills wildlife along Brazilian coast

Die Welt sieht, dass der Amazonas in Brasilien, die Lunge unseres Planeten, brennt. Sie brennt immer noch, doch eine weitere Umweltkatastrophe kommt hinzu. Seit dem 02. September 2019 tötet eine rätselhafte Ölpest wild lebende Tiere entlang der brasilianischen Küste. Mittlerweile sind laut der brasilianischen Umweltbehörde Ibama, Strände entlang der 3000 km langen Küste des brasilianischen Nordostens  betroffen. Es erinnert an „Deepwater Horizon“. Damals flossen 580.000 Millionen Liter Öl ins Meer und zerstörten das Ökosystem im Golf von Mexiko. Auch jetzt kämpfen in Brasilien nach der Ölkatastrophe viele Meerestiere ums Überleben, darunter von Öl verklebte Vögel und vergiftete Schildkröten, denn der Kontakt mit Erdöl kann bei den Tieren zu schweren Gesundheitsschäden führen. Obwohl es vor der Küste Brasiliens umfangreiche Ölexplorationsaktivitäten gibt, haben die Behörden dies als Ursache für die Ölkatastrophe ausgeschlossen. Bedeutet: Eine Küste mit einer Länge von 3000 km wird durch eine Ölkatastrophe zerstört und niemand weiß, woher dieses Öl kommt. Erst im April 2019 hat die brasilianische Umweltbehörde die Erkundung des Erdöls in den größten Korallenriffen im Südatlantik genehmigt. Immer wieder kommt es zu schlimmen Ölkatastrophen, Schnell sind die Meldungen aus den Medien verschwunden und man erfährt nur selten, welchen Schaden diese Katastrophe hinterlassen hat. In Brasilien will niemand die Ölkatastrophe verursacht haben, obwohl es umfangreiche Ölexplorationsaktivitäten gibt.

Rätselhafte Ölpest tötet Tiere entlang der brasilianischen Küste

Immer mehr Ölflecken, mittlerweile  112 Orte in 8 nordöstlichen Staaten

Die am 2. September 2019 erstmals entdeckte Ölpest  erstreckte sich über mehr als 1.500 km und wurde an 105 Orten in acht Bundesstaaten entdeckt, die sich auf wild lebende Tiere und beliebte Strände auswirken, darunter Praia do Futuro in Ceará und Maragogi in Alagoas. Laut dem neuesten Bericht des brasilianischen Umweltinstituts (Ibama), der am Samstag, dem 28. September aktualisiert wurde, sind im Bundesstaat Alagoas 11 Standorte in 9 Gemeinden von Ölteppichen betroffen. Laut Ibama erreichte das Rohöl 112 Standorte an der Nordostküste. Die Zahl der von Ölteppichen betroffenen Städte ist seit Anfang September auf 53 gestiegen . Alagoas ist einer von 8 Staaten mit der gleichen Substanz. Laut Ibama handelt es sich um Rohöl, das bedeutet, es stammt nicht aus einem Ölderivat, so Ibama.

Schildkröten wurden tot aufgefunden – Foto tipomanaus.com.br

Mittlerweile sind viele tote Schildkröten an den Stränden gefunden worden. Ibamas Empfehlung lautet, noch lebende Tiere nicht einfach gesäubert ins Meer zurückzubringen. In diesen Fällen wurde die Bevölkerung aufgefordert, die zuständigen Umweltbehörden aufzusuchen, um die Tiere vor der Rückkehr ins Meer untersuchen zu lassen.

Die vom Umweltministerium herausgegebene Karte mit den betroffenen Orten im Nordosten zeigt, dass ein Großteil der Küsten zwischen Maranhão und Sergipe kontaminiert ist. Von den neun nordöstlichen Bundesstaaten hat nur Bahia keine Ölvorkommen.

Die Ölpest wirkt sich direkt auf das Ökosystem des Strandes aus und schädigt hauptsächlich die Meeresfauna.


Der Ursprung und die Ursache des Ölunfalls sind noch nicht bekannt. Eine der Hypothesen der Umweltschutzbehörden lautet jedoch, dass ein Schiff das Rohöl auf hoher See abgelassen hat, denn mit der Überprüfung  der Substanz wurde ausgerechnet der größte Ölkonzern von Brasilien beauftragt.
Ausgerechnet das brasilianische Staatsunternehmen Petrobas, denn das ist genau so, als hätte damals bei „Deepwater Horizon“  der Verursacher BP alle Untersuchungen geleitet.

Bereits mit der Bestätigung von Temer als Präsident, der Vorgänger von dem jetzigen ultrarechten Jair Bolsonaro, freuten sich die Investmentbanken, denn endlich sollten die wertvollen Rohstoffe, über die Brasilien verfügt, geplündert werden. Darunter auch der Erdölsektor. So wurden die Regeln zur lokalen Wertschöpfung gelockert, das galt auch für den Ölkonzern Petrobras bei der Ölförderung im Tiefseegebiet Pré-Sal. Siehe: Europa nimmt einen Krieg um die Rohstoffe in Brasilien in Kauf! Wie viele müssen noch für diesen Krieg sterben?

Seitdem der ultrarechte Jair Bolsonaro in Brasilien regiert, der übrigens Unterstützung von der Friedrich-Naumann-Stiftung bekam, ist nichts mehr, wie es war.

Erst im Januar 2019 war die Chefin von Brasiliens Umweltschutzbehörde Ibama, Suely Araujo, nach einem Streit mit der neuen Regierung zurückgetreten.  Ihr Nachfolger ist der Anwalt  Eduardo Fortunato Bim, der als Generalstaatsanwalt des Landes tätig war. Als hätte er nur darauf gewartet, hat er genau das gemacht, wovor gewarnt wurde, er hat die Region neben dem  Abrolhos-Nationalpark für eine Ölauktion freigegeben. Wenn es zu einem Zwischenfall wie einem Ölunfall kommt, wird eine der artenreichsten Regionen des Atlantiks irreversibel geschädigt und die dort lebenden Arten und die Umwelt werden vernichtet, so die Proteste im April 2019 – Siehe: Unglaublich, das muss verhindert werden! Ölbohrungen im Korallenriff in Brasilien! – Save ABROLHOS Brazil! Ministry orders IBAMA to release oil near coral reef!

Nur ein paar Monate später kommt es in Brasilien zu einer Ölkatastrophe, die niemand verursacht haben will.

Auf der Insel Poldros im Parnaíba-Delta wurden tote Schildkröten und dunkle Ölflecken gefunden – Foto: Instituto Socioambiental / Conservation Units of Brazil

Im Video zeigt ein Surfer eine ölverschmierte Schildkröte auf der Insel Poldros. Die tote Schildkröte wurde zur Analyse für die Ursache der rätselhaften Ölpest gesammelt. Ähnliches Öl wurde an den Stränden von Maranhão, Alagoas, Pernambuco, Ceará und Rio Grande do Norte gefunden.

Delta do Parnaíba ist für seine Schönheit bekannt. 85 Inseln liegen hier verstreut über eine Fläche von 2700 Quadratkilometern – zwischen den Bundesstaaten Piauí und Maranhão.  Es ist die Heimat von Kaimanen, Affen, Wickelbären, Hirschen, Schildkröten, Krebsen und vielen Vogelarten, wie Reiher, Störche, Spechte und Löffelreiher. Die Menschen im Delta leben vom Fischfang. Mit 80% trägt der Fischfang zur Wirtschaft der Deltabevölkerung bei. Jetzt sind die Strände voll Ölflecken.

Wer hat die Ölkatastrophe verursacht?

Eine molekulare Analyse des Öls durch das brasilianische Staatsunternehmen Petrobras ergab, dass das verschüttete Rohöl nicht aus dem Land stammt, sagte Ibama in einer Erklärung (auf Portugiesisch).

Im Jahr 2017 war Petrobras mit einem jährlichen Umsatzvolumen von ca. 88,8 Mrd. US-Dollar eine der größten Ölfirmen weltweit und es unterhält eine der weltweit größten Flotten von Schwimmplattformen. Das Tochterunternehmen Transpetro betreibt ein Netzwerk von 15.000 km Pipelines sowie eigene Tanker und Terminals für die Lagerung und den Transport von Erdölprodukten. Petrobras fördert die unter einer dicken Salzkruste liegenden Ölvorkommen vor der Küste Brasiliens.

Und ausgerechnet der Ölkonzern Petrobras überprüft nun die Ursache der Ölkatastrophe?

Warum verschwinden Ölkatastrophen so schnell aus den Medien?

Immer wieder kommt es zu Ölkatastrophen, wie gleich drei Ölkatastrophen in nur wenigen Tagen in Peru. Damals waren 20 indigene Gemeinden betroffen. In den westlichen Medien erhielten sie keine Aufmerksamkeit. Oder auch der Ölunfall in Balikpapan, Ost-Kalimantan war schnell aus den Medien verschwunden. Genau so wie das Ölleck des Tankers Sanchi, der „schwere ökologische Schäden“ verursacht hatte. Obwohl das Leck des Öltankers Sanchi im ostchinesischen Meer die wahrscheinlich schlimmste Ölkatastrophe seit Jahrzehnten war, war dieser Vorfall schnell aus den Medien verschwunden. 

Auch Ecuador erlangte durch den Jahrhundertprozess gegen den Erdöl-Multi Texaco/Chevron das öffentliche Interesse. Noch immer ist das Catch-me-if-you-can-Spiel, das Chevron erfolgreich betreibt, nicht zu Ende. Es geht um die Zahlung von 9,5 Milliarden US-Dollar an ecuadorianische Gemeinden im Regenwald. Ein US-Bundesgericht hielt seine schützende Hand über das US-amerikanische Erdölunternehmen Chevron und sorgte so dafür, dass der Ölriese und Umweltverschmutzer vor der Durchsetzung einer Milliardenforderung aus Ecuador bewahrt wird. Siehe Toxic-Tour durch Ecuadors Regenwald – Verseuchte Böden, verdrecktes Wasser, verpestete Luft

Explosion der Ölplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko.

Am 20. April 2010 kam es durch verschiedene schwere Versäumnisse zu einem Blowout, bei dem die Plattform in Brand geriet und infolgedessen zwei Tage später unterging. Elf Arbeiter kamen ums Leben. Das ausströmende Öl führte zur Ölpest im Golf von Mexiko, der schwersten Umweltkatastrophe dieser Art in der Geschichte. Erst 2016 billigte ein US-Richter endgültig eine Einigung mit dem britischen Energiekonzern BP über die Zahlung von rund 20,8 Milliarden Dollar in Folge der Explosion der Ölplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko.  Die Rekordsumme ging an die Vereinigten Staaten, fünf US-Bundesstaaten und hunderte Kommunen. Siehe: „Deepwater Horizon“- Endlich! BP muss die höchste Strafe aller Zeiten wegen Umweltvergehen zahlen! – US court signs off on BP’s $20bn oil spill settlement

Seit dieser enormen Summe, die BP für „Deepwater Horizon“ zahlen musste, haben die großen Ölkonzerne Angst, dass solche Schadenssummen erneut fällig werden. Bedeutet: wo kein Kläger auch kein Verbrechen. Leider spielen auch hier die Medien eine wichtige Rolle, denn dass der riesige Ölkonzern BP zahlen musste, liegt auch an dem weltweiten Protest.

Ölkatastrophe in Brasilien

Seit August 2019 schaut die Welt nach Brasilien, denn der Amazonas, die Lunge unseres Planeten, brennt .Doch seit dem 2.September 2019 wird Brasilien auch von einer rätselhaften Ölpest an mittlerweile 3000 km langen Stränden und Küsten in acht brasilianischen Bundesstaaten heimgesucht. Wer oder was die Ölkatastrophe ausgelöst hat, ist auch nach fast einem Monat nicht geklärt.  Strände wurden trotz der Ölteppiche wieder freigegeben, und wer im Meer baden will, soll selber beurteilen, ob man das Risiko eingehen will. Wer Ölteppiche findet, möge diese bitte melden, so die aktuelle Meldung vom 29.September 2019.

Damit dürfte die Ölkatastrophe wieder aus den Medien verschwinden und der Verursacher weiterhin unerkannt bleiben.

Mystery oil spill kills wildlife along Brazilian coast

By newshub.co.nz  28/09/2019

An oil spill has contaminated beaches and coastline across eight Brazilian states, the country’s environment agency said on Friday, although authorities are still stumped as to its origin.

Environmental agency Ibama said that beaches along a 3000km coastline of Brazil’s Northeast region had been hit by the spill. It said some oil-coated birds and sea turtles had been washed up and were being treated.

The area is a popular tourism destination for locals and foreigners, with a large number of Spanish and Portuguese visitors frequenting resorts spread along the coast.

Although there is extensive oil exploration activity offshore Brazil, authorities have ruled out that as the source of the spill.

State-controlled oil company Petróleo Brasileiro SA said it had performed laboratory analysis of the oil and determined, by observing its molecules, that „the organic compounds of the material found are not compatible with that of the oils produced and marketed by the company“.

The next nearest oil exploration areas are Venezuela and the Gulf of Mexico, but there has been no reported issues from those regions.

Ibama said it was also checking if there had been problems with tankers in the surrounding area.

Netzfrau Doro Schreier

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1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Bolsonario ist Umweltschutz egal, mit einem Coup haben sie die Sozialisten aus der Regierung geworfen und vertreten nun die Profitinteressen der internationalen Konzerne und Banken, vor allem europäischer und US-Amerikanischen Interessen, für sie sind soziale und ökologische Projekte vollkommen gleichgültig. Sie vergiften und zerstören den Planeten, denn Tiere, Indigene und Pflanzen stellen für sie keinen Wert dar, nur bedrucktes Papier.

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