Industriestaaten wollen von Afrika‬ die Rohstoffe – notfalls mit Gewalt! Mutige afrikanische Frauen nehmen den Kampf gegen große Konzerne auf! – New Colonialism in Africa because of raw materials! African women take on the fight against big corporations!

zur englischen Version Die Industriestaaten wollen von Afrika‬ die Rohstoffe. Afrika ist reich an natürlichen Ressourcen und könnte im Prinzip reich sein. Dennoch ist Afrika einer der ärmsten Kontinente. Seit Jahren lesen wir von Flüchtlingen, die sich auf den Weg nach Europa machen. Selten wird nach den Ursachen für ihre Flucht gefragt. Nicht nur Krieg ist einer der Gründe, sondern auch Ausbeutung, und zwar auch durch die EU. Um an die Rohstoffe zu gelangen, nimmt man den Menschen ihr Land. Statt Gemüse auf dem wertvollen Land anzubauen, kommen Bergbaukonzerne und zerstören alles. Statt als Kleinbauer für die Ernährung zu sorgen, bleibt nur noch, als moderne Sklaven für diese Konzerne zu arbeiten. Sogar Kinder müssen in solchen Minen unter grausamen Bedingungen schuften. Paradox, plündern doch die Industriestaaten die afrikanischen Länder, notfalls mit Gewalt, um die Rohstoffe für die vielen Elektrogeräte zu bekommen. Weil Recycling zu teuer ist, exportiert man den Elektroschrott wieder zurück nach Afrika. Damit man der Welt zeigt, dass man Afrika im Kampf gegen den Hunger nicht allein lässt, schickt man die Agrar-Überschüsse auch nach Afrika. Die Industriestaaten verkaufen es an Organisationen und bessern so ihre Exportstatistik auf. Mittlerweile baut Afrika, während die Menschen dort weiterhin hungern, auch billiges Obst und Gemüse für Europa an, incl. Pestizide, die in Europa verboten sind. Doch Afrika sitzt auf einem Rohstoff, der angesichts der Krise im Nahen Osten immer wichtiger wird, und das ist Erdöl.  Uganda sitzt etwa auf  73 Milliarden Euro an Erdölreserven. Die ersten Öl-Explorationslizenzen wurden unterzeichnet, und zwar von europäischen Ölkonzernen. Immer mehr Regenwald wird gerodet, doch mutige Frauen haben in Uganda den Kampf gegen diese riesigen Konzerne aufgenommen.

Industriestaaten wollen von Afrika‬ die Rohstoffe, notfalls mit Gewalt

Das Gerangel um die Kontrolle über afrikanische Rohstoffe ist im vollen Gange. Während die Welt besorgt nach Brasilien schaute, da der Amazonas-Regenwald in Flammen aufging, brannte auch in Angola und im Kongo kostbarer Regenwald, und zwar für den Profit. Die Europäische Union, Frankreich, Deutschland, das Vereinigte Königreich, Norwegen, die Niederlande, Südkorea und die Weltbank sind die Geber zum Schutz der Regenwälder im Kongo, doch eine Kritik an den Brandrodungen und Abholzungen liest man nicht.

Landwirtschaftliche Brände scheinen Zentralafrika zu verschlingen, so der Bericht der NASA. In diesem Bild ist es schwieriger, eine Stelle zu finden, die nicht in Brand ist. Allein in Angola wurden  67.162 Brände gezählt. In Sambia waren es  21.034 und in der Demokratischen Republik Kongo 141.828. Nur handelt es sich nicht um 2019, denn dieses Bild wurde am 20. Juni 2018 vom Aqua-Satelliten mit seinem integrierten MODIS-Instrument (Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer) aufgenommen. In Afrika gab es also im Juni 2018 über eine Viertelmillion Brände. Haben Sie dazu einen Bericht in den Medien gelesen? Nein, denn Sambia baut für Europa den Kaffee an. In Mali und Elfenbeinküste baut man jetzt Mangos an, denn der Anbau ist dort billiger als in Lateinamerika. Während die EU aus Afrika billig Zitrusfrüchte importiert, vergammeln tonnenweise Zitrusfrüchte in Spanien

Die reichen Industriestaaten behaupten, sie würden Afrika im Kampf gegen Hunger helfen, jedoch machen sie genau das Gegenteil, wirtschaftliche Interessen bestimmen die Weltpolitik und in armen Ländern lässt sich die Profitgier nur nieder, um deren Rohstoffe zu erbeuten oder auf deren kostbarem Ackerland Soja, Mais, Palmöl, Baumwolle oder sogar Bananen oder Gemüse anzubauen.

Landwirtschaftliche Brände scheinen Zentralafrika zu verschlingen – NASA

Auch im Kongo ist die größte Bedrohung für den Regenwald die industrielle Rodung und die Umstellung auf großflächige Landwirtschaft und auch hier: eine massive Entwaldung für Palmöl-, Kautschuk- und Zuckerproduktion. Zusätzlich hat Kongo das, was die Welt braucht: Rohstoffe. Siehe Wegen Smartphones und Elektroautos – die Hölle im Kongo!

Nicht nur der  Amazonas-Regenwald brennt, sondern laut einer aktuellen Karte sind noch mehr Brände in Angola und im Kongo zu verzeichnen. Der Kongo-Regenwald ist der zweitgrößte Regenwald der Welt und eine lebenswichtige Kohlenstoffsenke, die den Klimawandel verlangsamen kann. Riesige Mengen an Regenwald und Mooren werden abgeholzt, entwässert und gerodet, um Platz für Palmölplantagen zu schaffen – alles im Namen des Wachstums. Siehe:

Die Welt steht in Flammen – In Angola und im Kongo brennt mehr kostbarer Regenwald, für den Profit, als im Amazonas – The world is going up in flames!

Durchschnittlich verliert Uganda 100.000 Hektar Waldfläche pro Jahr.

Uganda – Entwaldung

Das Gerangel um die Kontrolle über afrikanische Rohstoffe ist im vollen Gange, wie das Beispiel Uganda zeigt. Wir hatten Ihnen in unserem Beitrag: Wir haben den Kampf verloren! Öl gegen Gorillas – Oil versus gorillas- berichtet, dass der französische Ölkonzern Total den Kampf um das Öl in Uganda gewann. Der Konzern übernahm einen großen Teil der Kosten für die Ölraffinerie von Präsident Museveni am Ufer des Lake Albert und die Pipeline (nach Tansania). Museveni ist seit dem 29. Januar 1986 Präsident von Uganda.

Eine umstrittene Straße durch den Regenwald – mithilfe der EU

Uganda – Regierungen, internationale Konzerne wie der französische Ölmajor Total zerstören den Regenwald

Im Januar 2019 gab es für Uganda eine finanzielle Unterstützung von der französischen Entwicklungshilfeorganisation Agence Française de Développement (AFD). Sie  unterstützt ein Straßenverkehrsvorhaben in Uganda. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Schnellstraße Kampala – Jinja. Doch nicht für Frankreich ist diese Straße wichtig, sondern auch für die EU. Der vollständig neue Expressway führt über 95 km von der Hauptstadt Kampala zur Industriestadt Jinja in Ostuganda. Die Route ist nicht nur für Uganda wichtig, sondern auch für den Gütertransit von und nach Ruanda, Burundi und den östlichen Teil der Demokratischen Republik Kongo. Der Straßenbau wird in zwei Phasen durchgeführt, wovon die erste 700 Mio. US$ kostet. Verhandlungen mit der EU, der French Development Agency und der Afrikanischen Entwicklungsbank für eine 400-Mio.-$-Finanzierung sollen abgeschlossen sein, so bereits 2017.  

Auf dem Foto sehen Sie bereits das Ausmaße der Regenwaldzerstörung. Nicht einmal auf Schutzgebiete, wo die Gorillas leben, wird Rücksicht genommen, wie Save Virunga im November 2019 berichtet.

Ugandas Frauen nehmen es mit Bergbau und Plantagenwirtschaft auf

Wir haben bereits berichtet, was mit Menschen passiert, die sich für ihren Lebensraum einsetzen und gegen große Konzerne den Kampf aufnehmen. Auch 2019 starben wieder viele von Ihnen, wie die jüngsten Fälle aus Guatemala, Brasilien oder Indonesien zeigen. Doch aus Afrika erfährt man solche Morde an Menschen, die den Mut aufbringen, noch nicht. Sie kämpfen einen einsamen Kampf, wie diese mutigen Frauen aus Uganda zeigen.

Daher haben wir den Beitrag von für Sie übersetzt.

Beatrice Rukanyana schaut über eine Zuckerrohrplantage in der Nähe des Bugoma Forest. Foto: Thomas Lewton für Mongabay

  • – Wie andere Schutzgebiete in Uganda ist auch der Bugoma Forest seit Jahrzehnten von Übergriffen bedroht; Inzwischen könnte bis zu einem Fünftel dessen, was übrig bleibt, für den Anbau von Zuckerrohr gerodet werden.
  • – Frauen, die in der Regel für den Anbau von Lebensmitteln, die Sammlung von Wasser und Brennholz verantwortlich sind, spüren die Auswirkungen der Waldzerstörung sehr deutlich.
  • – Trotz vieler Hindernisse nehmen sie eine führende Rolle beim Schutz der Umwelt ein, insbesondere gegen den zunehmenden Druck der mineralabbauenden Industrie.

KAMPALA, Uganda – „Warum kommen diese Menschen nach Bugoma, um unsere Natur zu zerstören? Die Natur beschützt uns“, sagt Beatrice Rukanyanga, während sie an der Waldgrenze entlanggeht. Auf der einen Seite ragen verdrehte Hartholzbäume aus einem Laubgewirr, auf der anderen Seite stehen ordentliche Kiefern- und Eukalyptusreihen.

Rukanyanga biegt in den Wald und manövriert geschickt durch das dichte Unterholz, wobei sie Blätter von verschiedenen Pflanzen auswählt. „Ich pflücke Medizin gegen Magenprobleme. Wir haben auch Pflanzen gegen Malaria und Hautprobleme“, erklärt sie. Für Frauen, die in der Nähe des Waldes leben, war dieser schon immer eine wichtige Quelle für Nahrung, Medizin und Brennholz – Ressourcen, die mit ihm schwinden.

Der Bugoma Forest erstreckt sich über 40.000 Hektar entlang der Nordspitze des Albertine Rift Valley, der Grenze zwischen Uganda und der Demokratischen Republik Kongo.

Bugoma ist einer der artenreichsten Wälder Ugandas und er beherbergt eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren, darunter Schimpansen.

Rund 500 Schimpansen haben hier ihr Zuhause gefunden, neben einer nur in Uganda vorkommenden Mangabey-Affenart und Hunderten von Vogelarten, Bäumen und Sträuchern, was den Wald zu einem der artenreichsten des Landes macht.

Seit Jahrzehnten schrumpft der Bugoma Forest. Einheimische sagen, dass illegale Holzfäller Beamte dafür bezahlen, die Augen vor ihren Aktivitäten zu verschließen, während Tee- und Holzplantagen am Rande die Grenze des Waldes Stück für Stück zurückschieben. Nach Angaben des Ministeriums für Wasser und Umwelt ist die Waldfläche in ganz Uganda von 24 Prozent der Gesamtfläche des Landes im Jahr 1990 auf 9 Prozent im Jahr 2015 zurückgegangen.

Jetzt steht der Wald vor einer neuen und schwerwiegenden Bedrohung. Am Nordrand von Bugoma steht ein gelber Bulldozer, der darauf wartet, den Wald zu roden, um Platz für eine Zuckerrohrplantage zu schaffen. Im Jahr 2016 verpachtete das Königreich Bunyoro-Kitara ein Fünftel des verbleibenden Schutzwaldes an Hoima Sugar Ltd. Der Mietvertrag wurde angefochten, aber ein Urteil des High Court entschied im April 2019 zugunsten von Hoima Sugar und dem Königreich, einst eines der mächtigsten Reiche in Ost- und Zentralafrika, das immer noch über eine beträchtliche Autonomie innerhalb des Staates verfügt. Die Nationale Forstbehörde hat die Aussetzung des Gerichtsbeschlusses beantragt und legt gegen die Entscheidung Berufung ein.

„Als wir jung waren, war dieser Wald dicht“, sagt Rukanyanga. „Es regnete viel, es war dunkel, wo immer du warst.“ Foto: Thomas Lewton für Mongabay

Der Aufstieg der Rohstoffe

Von Ölquellen, die entlang des Albertine Rift Valley entspringen, bis hin zu bewaldeten Inseln am Victoriasee, die für Ölpalmenplantagen genutzt werden, unterstützt die Regierung Ugandas das schnelle Wachstum der mineralabbauenden Industrie. Demgegenüber steht jedoch das schnelle Wachstum einer ökofeministischen Bewegung, die den Umweltschutz als wesentlich für den Schutz der Menschenrechte betrachtet.

https://www.newvision.co.ug/new_vision/news/1445708/gorillas-stand-uganda-dr-congo-oil

Ein Graswurzel-Netzwerk von Frauen arbeitet daran, das Bewusstsein zu schärfen, Wissen auszutauschen und sich direkt gegen die Zerstörung der Umwelt zu wehren und dabei alternative Entwicklungsmodelle zu entwickeln. Die Bewegung hofft, die politische und wirtschaftliche Macht von Frauen in der Gesellschaft zu stärken – und damit die Zerstörung der natürlichen Umwelt zu verhindern.

„Als wir jung waren, war dieser Wald dicht“, erinnert sich Rukanyanga an eine Zeit, in der noch keine industriellen Plantagen in der Region angelegt wurden. „Es regnete viel, es war dunkel, wo immer du warst.“ Rukanyanga ist Koordinatorin der Kwataniza Women Farmers Group, die in der Nähe des Bugoma Forest lebt und Holzkohle sparende Öfen herstellt und verkauft sowie Frauen über ihre Landrechte und die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen informiert.

Die Niederschlagsmuster in der Region wurden in den letzten Jahren unterbrochen, was Rukanyanga auf die weit verbreitete Entwaldung zurückführt. Eine Studie aus dem Jahr 2012 in Nature ergab, dass die Entwaldung in den Tropen die örtlichen Niederschläge reduziert. „Der Klimawandel ist real“, sagt sie. „Im letzten Jahr warteten die Leute auf Regen, pflanzten und der Samen starb einfach im Boden. die meisten unserer Familien können ihrer Ernährung nicht mehr sicher sein.“

Traditionell sind Frauen für den Anbau von Lebensmitteln, die Sammlung von Wasser und Brennholz verantwortlich – und so spüren sie die Auswirkungen der Umweltzerstörung unmittelbar. Fälle häuslicher Gewalt nehmen auch zu, wenn die Nahrung knapp ist. „Wenn man gegen diese Ressourcen verletzt, verletzt man auch Frauen“, sagt Sostine Namanya, die ein ökofeministisches Netzwerk in ihrer Rolle für die National Association for Professional Environmentalists (NAPE) koordiniert.

NAPE hat zusammen mit der Schwesterorganisation National Association for Women’s Action in Development mehr als 5.000 Frauen aus ganz Uganda zusammengeführt, um von der Regierung und ihren Industriepartnern sowohl geschlechtsspezifische als auch wirtschaftliche Gerechtigkeit zu fordern. „Frauen lernen sich gegenseitig kennen, teilen Erfahrungen und Strategien“, sagt sie und reflektiert, wie sie den Austausch zwischen Frauengruppen im ganzen Land erleichtern.

Sie treten in die Fußstapfen afrikanischer Öko-Feministinnen wie Wangari Maathai, die in den 1970er Jahren das Green Belt Movement gründeten – verantwortlich für das Pflanzen von mehr als 50 Millionen Bäumen in Kenia und die Ausbildung von Zehntausenden von Frauen in Methoden wie Forstwirtschaft und Bienenzucht. Siehe „Mama Miti“ – die Mutter der Bäume – Die Geschichte des Kolibris

In Kampalas Fridays-for-Future-Bewegung, inspiriert von Greta Thunberg, stehen junge Frauen und Mädchen an vorderster Front. Dazu stellen im Norden des Landes radikale feministische Traditionen die Interessen von Regierung und Unternehmen in Frage. Hier sind Acholi-Frauen dafür bekannt, sich in der Öffentlichkeit auszuziehen, um einen Fluch über ihre Feinde zu beschwören; 2017 wurde diese Taktik von älteren Anführerinnen angewandt, um sich dagegen zu wehren, dass 10.000 Hektar Land für den Bau einer Zuckerverarbeitungsanlage im Distrikt Amuru genutzt werden. Die Polizei reagierte mit Gewalt, und trotz dieser Proteste setzte die Regierung die Landräumungen fort.

In Uganda birgt es viele Risiken, sich öffentlich gegen die Regierung oder die von ihnen unterstützten Industrien auszusprechen. „Sie können Tränengas gegen dich einsetzen“, sagt Rukanyanga und stellt fest, dass es seit dem Gesetz zur Regelung der öffentlichen Ordnung 2013 illegal ist, öffentliche Versammlungen ohne Zustimmung der Polizei zu organisieren. „Also machen wir eine friedliche Demonstration. Wir malen Plakate und wenden uns mit Briefen an die Behörden“, sagt sie.

Anfang dieses Jahres baten Frauen, die in der Nähe des Bugoma Forest leben, das Parlament, sich dem Pachtvertrag an Hoima Sugar zu widersetzen, während gemeinschaftliche Forstwirtschaftsgruppen, deren Mitglieder mehrheitlich Frauen sind, die Waldgrenze patrouillieren und die Nationale Forstbehörde informieren, wenn sie illegale Aktivitäten vermuten.

Namanya bestätigt, dass das politische Klima Ugandas die Aktivitäten der ökofeministischen Bewegung einschränkt, und sie stellt fest, dass mehrere Mitglieder physisch angegriffen oder rechtswidrig verhaftet wurden, nachdem sie öffentlich über Landgrabbing gesprochen hatten.

Aber auch lautloses Arbeiten von der Basis aus, das Ändern von Einstellungen und der Aufbau von Gemeinschaften kann effektiv sein, sagt Namanya. „Die Regierung, sogar der Präsident, sagt immer: „Ah, du kannst die Frauen [machen] lassen, sie können nichts ändern, sie sind keine Bedrohung. Das ist etwas, das wir heimlich ausnutzen, um die Organisation und den Widerstand zu übernehmen.“

Ein LKW mit Zuckerrohr auf einer der unbefestigten Straßen rund um den Bugoma Forest. Foto: Thomas Lewton für Mongabay.

Wer profitiert davon?

Mit Steuerbefreiungen und langfristigen Pachtverträgen auf Land, das von der Regierung angeboten wird, gilt Uganda als attraktives Ziel für ausländische Investoren in der Bergbau- und Plantagenindustrie. Im Falle von Zuckerrohr hat sich die Produktion in den letzten zwei Jahrzehnten vervierfacht, und Uganda exportiert heute jährlich Zehntausende von Tonnen.

Fünfzig Kilometer nördlich des Bugoma Forest befindet sich eine Reihe von Ölquellen am Ufer des Lake Albert. Seit 2006 wurden in der Region mehrere Milliarden Barrel Rohöl entdeckt, und da das erste Öl voraussichtlich 2022 fließen wird, rechnet der Minister für Bau und Verkehr in den nächsten drei Jahren mit Investitionen von bis zu 20 Milliarden Dollar. Darüber hinaus hat am Nordufer des Victoria-Sees BIDCO, ein transnationaler Seifen- und Ölproduzent mit Sitz in Kenia, seit 2003 Tausende von Hektar Wald und Grasland gerodet, um Ölpalmen zu pflanzen.

Regierungsbeamte sagen, die Förderung dieser Industrien sei für das Wachstum der ugandischen Wirtschaft und die Schaffung lokaler Arbeitsplätze, insbesondere in verarmten ländlichen Gebieten, von entscheidender Bedeutung. Das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt Ugandas gehört zu den niedrigsten der Welt.

Jedoch zeigte eine Untersuchung durch Global Witness im Jahr 2017 „endemische Korruption und Misswirtschaft“ im noch jungen Erdölsektor Ugandas, wobei lokale wirtschaftliche Interessen und Umweltschutz zugunsten internationaler Investoren und „krimineller Beamter“ den Kürzeren zögen.

„Es ist der Staat, es sind die Großkopfeten der Regierung, es sind Ausländer, die davon profitieren“, sagt Namanya und verweist auf andere mineralienreiche Länder Subsahara-Afrikas, für die die Entdeckung von Ressourcen nichts als ein Fluch war. „Wie kommt es, dass sie immer noch extrem arm sind und es zu schweren Verletzung von Rechten kommt? Für Uganda wird es nicht anders sein. Wir müssen bessere Wege finden“, sagt sie.

Besorgniserregend für die ökofeministische Bewegung ist die Art und Weise, wie Land von in Uganda tätigen mineralgewinnenden Industrien erworben wird; illegale Vertreibungen nach falschen Landansprüchen und eine unzureichende Kompensation der Landrechte sind üblich. Auf der Insel Buvuma, die für die nächste Phase des ehrgeizigen Ölpalmen-Entwicklungsprojekts der Regierung ausgewählt wurde, sind die Spannungen zwischen Wirtschaftswachstum, Geschlechtergerechtigkeit und Umweltschutz deutlich spürbar.

Mitglieder der Frauengruppe Ganyana auf der Insel Buvuma: Die Frauen hier haben ein tiefes Verständnis für den Wert des Landes und die natürlichen Gaben bewiesen, die es für ihre Familien bietet. Foto: Thomas Lewton für Mongabay

Fallstudie: Buvuma Island

„Früher, wenn ich vorbeikam, hatten die meisten Inseln Wälder, aber entlang der Landungsplätze konnte man Holz sehen, das darauf wartete, von Booten abgeholt zu werden. Nach ein paar Jahren war es dann Holzkohle“, sagt Jameson Muberwa, ein landwirtschaftlicher Berater der Regierung, der 1995 nach Buvuma, einer tropischen Insel am Nordufer des Victoria-Sees, zog. „Jetzt siehst du nicht mehr, wie Bäume an den Landeplatz gebracht werden.“

Zwischen 1991 und 2014 verfünffachte sich die Bevölkerung von Buvuma auf 90.000 Menschen, da billiges Land und die Hoffnung auf Arbeit die Masseneinwanderung vom Festland förderten. Ein Großteil des dauerhaften Mosaiks aus einheimischen Wäldern, Grassavannen und Feuchtgebieten wurde schnell zu landwirtschaftlichem Land für Kleinbauern. Mit der bevorstehenden Entwicklung einer 10.000 Hektar großen Ölpalmenplantage auf der Insel, die Teil des Pflanzenöl-Entwicklungsprojekts der Regierung ist, in Zusammenarbeit mit BIDCO, wird die Landschaft nun wieder dramatisch verändert.

„Das Palmölprojekt ist eine willkommene Entwicklung für die Menschen“, sagt Gladys Nalunkuma, Verantwortliche für natürliche Ressourcen im Bezirk Buvuma. Sie erläutert, wie schwindende Fischbestände im See, Ernteausfälle im Zusammenhang mit reduzierten Niederschlägen in den letzten Jahren und der Rückgang der Holz- und Holzkohleindustrie viele Bewohner in die Armut gestürzt haben. Ein Drittel des für Ölpalmen bestimmten Landes ist für rund 2.000 örtliche Landwirte bestimmt, die Palmfrüchte an BIDCO liefern werden.

Dennoch fragen sich viele der Bewohner des Buvuma, ob sie von dem Projekt profitieren werden.

„Wir Einheimischen, die keine Schulbildung haben, würden nur sehr wenig verdienen“, sagt Shmirah Nansimbe, Vorsitzende der Bukigindi Tree Planting Women’s Group. Im Dialog mit Frauen auf den nahegelegenen Ssesse-Inseln, wo sich die ursprüngliche 10.000 Hektar große Plantage von BIDCO befindet, die 2003 in Betrieb genommen wurde, teilen Öko-Feministinnen ihr Wissen über das „wahre Gesicht“ der industriellen Ölpalme.

Obwohl durch das Projekt auf den Sesse-Inseln rund 3.700 Arbeitsplätze geschaffen wurden, sind die meisten dieser Arbeitsplätze mit geringeren als den in der Region üblichen Löhnen verbunden – und das oft unter schlechten Arbeitsbedingungen. Darum bestehen die Arbeitskräfte auf der Insel größtenteils aus Migranten, während die lokalen Gemeinschaften auf Grund der Umweltzerstörung darum kämpfen, von der Weiterführung der Fischerei, der Landwirtschaft und den Walderzeugnissen zu leben. Da das Land der Kleinbauern inzwischen von Ölpalmen besetzt ist, sind auch die Lebensmittelpreise auf der Insel gestiegen. Trotz der Befürchtung, dass sich diese Bedingungen auf Buvuma wiederholen werden, hatten einige Bewohner kaum eine Wahl, ob sie ihr Land an die Regierung verkaufen sollten oder nicht.

„Als BIDCO herkam, informierten sie die Menschen weder über die positiven noch über die negativen Aspekte“, sagt Mariam Nakatu, die ein Gerichtsverfahren gegen die Regierung leitet, in dem es um  250 vertriebene Haushalte von Buvuma geht. „Eines Morgens sieht man nur BIDCO-Leute mit dem örtlichen Vorsitzenden kommen, und sie sagen, der Landtitel sei bereits vergeben.“

Sie beschreibt, wie Landvermesser dann diskret die Pacht- und Nutzungsrechte großer Teile des Landes auf ihre Mitarbeiter übertrugen, sodass sie selbst nur einen Bruchteil der fälligen Vergütung erhielten. Ein 2019 von den NGOs Tropenbos International und der Ecological Trends Alliance veröffentlichter Bericht ergab, dass die Uganda Land Commission Verfahren beim Landerwerb weggelassen und Pachtverträge zugunsten von BIDCO abgeschlossen hat. Dem Bericht zufolge wurde „die vorherige freie Zusage nicht strikt eingehalten“, während ein undurchsichtiges Bewertungs- und Entschädigungsverfahren neben mangelnder rechtlicher Begleitung zu „einer hohen Anzahl von sehr verärgerten“ Bewohnern auf der Insel führte.

„Als BIDCO herkam, informierten sie die Menschen weder über die positiven noch über die negativen Aspekte“, sagt Mariam Nakatu, die ein Gerichtsverfahren gegen die Regierung leitet, in dem es um  250 vertriebene Haushalte von Buvuma geht. Foto: Thomas Lewton für Mongabay.

Indem die ökofeministische Bewegung Frauen bei Landverhandlungen in den Vordergrund rückt, hofft sie, den Verkauf von Land für die mineralabbauende Industrie zu verlangsamen. Frauen, sagt Namanya, haben ein tieferes Verständnis für den Wert von Land und den natürlichen Gaben, die es für Familien bietet, und sie sind daher weniger bereit, überhaupt zu verkaufen. „Unsere Ehemänner verkaufen das Land, auf dem wir anbauen, ohne dass wir es wissen, und wenn sie das Geld erhalten, laufen sie davon und heiraten andere Frauen“, sagt Benine Naluyima von der Ganyana Women’s Group, einer Genossenschaft, die Holzkohle sparende Öfen herstellt und Bäume auf der Insel pflanzt.

Auf der Suche nach alternativen, nachhaltigen Lebensgrundlagen auf Buvuma hat die Bukigindi Tree Planting Women’s Group auch 18 Hektar kahlen Landes, das einst geschützter Regenwald war, mit einheimischen Arten wie Mahagoni und Musizi wiederbepflanzt. Nansimbe führt die Gruppe einen Hang hinauf und weist auf die Pflanzen hin, die die Gemeinde im schützenden Schatten junger Bäume anbaut. Allmählich, wenn sich der Wald verdichtet, werden sie eine neue Quelle für Brennholz und andere Waldprodukte haben.

Jedoch ist der Prozess der Regeneration langsam und ihre Arbeit wird mit dem Klimawandel immer anspruchsvoller. „Die Sonne scheint jetzt während der Trockenzeit zu stark und es ist schwierig, die Bäume mit dem Wasser aus dem See zu wässern“, sagt Nansimbe.

In Anbetracht der Macht der Palmölindustrie und der Unterstützung durch die Regierung sind andere kompromissbereit. Betty Kabwaalu Nanyonjo, die auf den Ssesse-Inseln aufgewachsen ist, besucht Buvuma regelmäßig, teilt ihre Erfahrungen mit und rät Frauen dazu, ihr Land nicht zu verkaufen. „Leute von außerhalb kommen, um dein Land zu kaufen. Bedeutet das Entwicklung?“, fragt sie. Dennoch ermutigt Nanyonjo Frauen, sich am Anbau von Ölpalmen zu „beteiligen“. „Lass die Leute die Ölpalme anbauen und die Investoren das Öl kaufen“, sagt sie. „Begrüße das Projekt, denn ob es dir gefällt oder nicht, es wird starten.“



Die Bukigindi Tree Planting Women’s Group hat 18 Hektar (45 Morgen) kahlen Landes in der Nähe von Bugoma mit einheimischen Arten wiederbepflanzt. Foto: Thomas Lewton für Mongabay

„Armut ist ebenso wenig naturgegeben wie Sklaverei und Apartheid“, sagte der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela. „Sie ist von Menschen gemacht und kann von Menschen überwunden werden.“

Uganda’s eco-feminists are taking on mining and plantation industries

by Thomas Lewton –  Mongabay

  • Like other protected areas in Uganda, Bugoma Forest has been threatened by encroachment for decades; now up to a fifth of what remains could be cleared to plant sugar cane.
  • Women, generally responsible for growing food, and collecting water and firewood, feel the impacts of forest degradation acutely.
  • Despite many obstacles, they are taking up a leading role in defending the environment, particularly against increasing pressure from extractive industries.

KAMPALA, Uganda – “How come these people are coming to Bugoma to destroy our nature? Nature is protecting us,” says Beatrice Rukanyanga as she strides along the forest boundary. Twisting hardwood trees protrude from a tangle of foliage on one side, neat rows of pine and eucalyptus stand on the other.

Rukanyanga cuts into the forest and adeptly maneuvers through the thick undergrowth, selecting leaves from different plants as she goes. “I’m picking medicine for stomach upsets. We’ve also got plants that treat malaria and skin problems,” she explains. For women who live close to the forest, it has always been an important source of food, medicine, and firewood — resources that are dwindling along with the forest.

Bugoma Forest spans 40,000 hectares (98,800 acres) along the northern tip of the Albertine Rift Valley, which divides Uganda and the Democratic Republic of Congo.


Uganda mangabey (Lophocebus ugandae)
Bugoma is one of the most biodiverse forests in Uganda, home to a wide variety of plants and animals including chimpanzees and Uganda mangabeys (Lophocebus ugandae) like this one (photographed in Kibale National Park). Photo: Duncan Wright/Wikicommons (CC-SA-3.0)

Around 500 chimpanzees have made their home here, alongside a species of mangabey monkey found only in Uganda and hundreds of species of birds, trees and shrubs, making the forest one of the most biodiverse in the country.

For decades, Bugoma Forest has been shrinking. Locals say illegal loggers pay off officials to turn a blind eye to their activities, while tea and timber plantations on the perimeter push the forest’s boundary back piece by piece. Across Uganda, forest cover has declined from 24 percent of the country’s total land area in 1990 to 9 percent in 2015, according to the Ministry of Water and Environment.

Now the forest faces a new and grievous threat. On Bugoma’s northern edge, a yellow bulldozer stands, waiting to begin clearing away forest to make way for a sugarcane plantation. In 2016, the Bunyoro-Kitara Kingdom leased one-fifth of the remaining protected forest to Hoima Sugar Ltd. The lease was challenged, but a High Court ruling in April 2019 found in favor of Hoima Sugar and the Kingdom, once one of the most powerful empires in East and Central Africa, which still enjoys significant autonomy under the state. The National Forest Authority has applied for the court order to be suspended, and is appealing the decision.

The rise of extractives

From oil wells springing up along the Albertine Rift Valley, to forested islands on Lake Victoria razed for oil palm plantations, Uganda’s government is supporting the rapid growth of extractive industries. But ranged against this is the swift growth of an eco-feminist movement that regards protection of the environment as essential to the protection of human rights.

A grassroots network of women is working to raise awareness, share knowledge, and directly resist the destruction of the environment while creating alternative models of development. The movement hopes to strengthen the political and economic power of women in society — and so push back destruction of the natural environment.

“When we were young, this forest was thick,” recalls Rukanyanga, remembering a time before industrial plantations arrived in the region. “It was giving a lot of rainfall; it was dark wherever you passed.” Rukanyanga is the coordinator of the Kwataniza Women Farmers Group, who live near Bugoma Forest and who make and sell charcoal-saving stoves while also educating women about their land rights and the sustainable use of natural resources.

Rainfall patterns in the region have been disrupted in recent years, which Rukanyanga attributes to widespread deforestation. A 2012 study in Nature found that deforestation in the tropics reduces local rainfall. “Climate change has been real,” she says. “Last year people waited for rains, planted and the seed just died in the soil. There is now food insecurity in most of our homes.”

Traditionally, women are responsible for growing food, and collecting water and firewood — and so they feel the impacts of environmental destruction acutely. Incidents of domestic violence also increase when food is scarce. “When you violate these resources, you are also violating women,” says Sostine Namanya, who coordinates an eco-feminist network in her role for the National Association for Professional Environmentalists (NAPE).

NAPE, along with sister organization the National Association for Women’s Action in Development, has brought together more than 5,000 women from across Uganda to demand both gender and economic justice from the government and its industrial partners. “Women get to know each other, they share experiences and strategize together,” she says, reflecting on how they facilitate exchanges between women’s groups across the country.

They follow in the footsteps of pioneering African eco-feminists such as Wangari Maathai, who in the 1970s founded the Green Belt Movement — responsible for planting more than 50 million trees in Kenya and training tens of thousands of women in practices such as forestry and beekeeping.

In Kampala, Uganda’s Fridays for Future movement, inspired by Greta Thunberg, has young women and girls at its forefront. And in the country’s north, radical feminist traditions are challenging the government and corporate interests. Here Acholi women are known to strip in public to invoke a curse on their enemies; in 2017, this tactic was used by elderly women leaders to oppose 10,000 hectares (24,700 acres) of land being taken to build a sugar-processing facility in Amuru district. The police responded with violence and, despite these protests, the government continued with land evictions.

Speaking out publicly against the government, or the industries they back, is fraught with risk in Uganda. “They can teargas you,” says Rukanyanga, noting that the 2013 Public Order Management Act makes it illegal to organize public meetings without police consent. “So we make a peaceful demonstration. We write placards and we go with letters to the authorities,” she says.

Earlier this year, women living around Bugoma Forest petitioned parliament to oppose the lease to Hoima Sugar, while community forest management groups, whose membership is majority women, patrol the forest boundary and inform the National Forest Authority if they suspect illegal activity.

Namanya acknowledges that Uganda’s political climate limits the activities of the eco-feminist movement, noting that several members have been physically assaulted or unlawfully arrested after speaking publicly about land-grabbing.

But working quietly, from the grassroots, changing attitudes and building communities, can be effective too, Namanya says. “The government, even the president, always says: ‘Ah, you [can] leave the women, they cannot change anything, they are not a threat.’ That is something that we silently take advantage of, to do the organizing and resisting.”

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Who benefits?

With tax exemptions and long leases on land offered by the government, Uganda is considered an attractive destination for foreign investors in the mining and plantation industries. In the case of sugarcane, production has quadrupled in the last two decades, and Uganda now exports tens of thousands of tons each year.

Fifty kilometers (30 miles) to the north of Bugoma Forest, a string of oil wells is under construction along the shore of Lake Albert. Since 2006, multi-billion-barrel reserves of crude oil have been discovered in the region, and with the first oil expected to flow in 2022, the Minister of Works and Transport anticipates up to $20 billion of investment in the next three years. And along the northern shore of Lake Victoria since 2003, BIDCO, a transnational soap and oil producer headquartered in Kenya, has cleared thousands of hectares of forest and grassland to plant oil palm.

Government officials say that encouraging these industries is vital for the growth of Uganda’s economy and for local job creation, particularly in impoverished rural areas. Uganda’s GDP per capita is among the lowest in the world.

But an investigation by the eco-watchdog Global Witness in 2017 exposed “endemic corruption and mismanagement” in Uganda’s fledgling petroleum sector, with local economic interests and protection of the environment losing out in favor of international investors and “crooked officials.”

“It is the state, it is big shots in government, it is foreigners who benefit,” Namanya says, pointing to other mineral-rich countries in sub-Saharan Africa that have fallen foul of the resource curse. “How come they are still extremely poor and there is a gross violation of rights? It will not be different for Uganda. We have to find better ways,” she says.

Of concern for the eco-feminist movement is the way in which land is acquired by extractive industries operating in Uganda; illegal evictions following false land claims, and inadequate compensation for land rights are common. On the island of Buvuma, chosen for the next phase of the government’s ambitious oil palm development project, the tensions between economic growth, gender justice and environmental protection are marked.

Members of the Ganyana Women's Group on Buvuma Island: Photo: Thomas Lewton for Mongabay
Members of the Ganyana Women’s Group on Buvuma Island: women here have demonstrated a deep understanding of the value of land and the natural services it provides to their families. Photo: Thomas Lewton for Mongabay

Case study: Buvuma Island

“At first, when I used to pass by, most of the islands had forests, but along the landing sites you could see timber waiting for boats to be taken across. Then after a few years it was charcoal,” says Jameson Muberwa, a government agricultural adviser who moved to Buvuma, a tropical island along Lake Victoria’s northern shore, in 1995. “Now you no longer see trees being brought along the landing site.”

Between 1991 and 2014, the population of Buvuma increased fivefold to 90,000 people as cheap land and the hope of work encouraged mass immigration from the mainland. Much of the island’s enduring mosaic of indigenous forest, grass savanna, and wetlands quickly became agricultural land for smallholder farmers. Now dramatic changes are carving up the landscape once again with the imminent development of a 10,000-hectare oil palm plantation on the island, part of the government’s Vegetable Oil Development Project, in partnership with BIDCO.

“The palm oil project is a welcome development for the people,” says Gladys Nalunkuma, Buvuma district’s natural resources officer. She notes how dwindling fish stocks in the lake, crop failures linked to reduced rainfall in recent years, and the decline of the timber and charcoal industries have plunged many residents into poverty. One-third of the land designated for oil palm has been earmarked for around 2,000 local farmers, who will supply palm fruit to BIDCO.

Yet many of Buvuma’s residents are questioning whether they have anything to gain from the project.

“For us local people who didn’t go to school, we would be earning very little,” says Shmirah Nansimbe, chairperson of the Bukigindi Tree Planting Women’s Group. Through dialogues with women on the nearby Ssesse Islands, the location of BIDCO’s original 10,000-hectare plantation, which began operating in 2003, eco-feminists share knowledge about the realities of industrial oil palm.

While the Ssesse Islands project has created around 3,700 jobs, most of these jobs pay less than prevailing wages in the area — and often with poor working conditions. As a result, much of the workforce are migrants to the island, while local communities struggle to continue fishing, farming and living from forest products because of the environmental degradation. With smallholders’ land now occupied by oil palm, food prices on the island have also risen. Despite concerns that these conditions will be replicated on Buvuma, some residents have had little choice over whether they sell their land to the government.

“When BIDCO came in they didn’t teach people about the positives and negatives,” says Mariam Nakatu, who is leading a legal case against the government by 250 evicted households of Buvuma. “One morning you just see BIDCO people coming with the local chairman, and they would say that the land title has already been given away [by the landlord].”

She describes how land surveyors would then discreetly transfer the tenancy and occupancy rights of large segments of land to their associates, so they would only receive a fraction of the compensation they were due. A report published in 2019 by the NGOs Tropenbos International and the Ecological Trends Alliance found that the Uganda Land Commission skipped processes during land acquisition and created leaseholds in favor of BIDCO. According to the report, “free, prior informed consent was not strictly adhered to,” while a murky valuation and compensation process alongside a lack of legal representation led to “high numbers of very disgruntled” residents on the island.

Mariam Nakatu, who is leading a legal case against the government brought by more than 600 evicted residents of Buvuma. Photo: Thomas Lewton for Mongabay.
“When BIDCO came in they didn’t teach people about the positives and negatives,” says Mariam Nakatu, who is leading a legal case against the government brought by more than 600 evicted residents of Buvuma. Photo: Thomas Lewton for Mongabay.

By bringing women to the fore during land negotiations, the eco-feminist movement hopes to slow the sale of land for extractive industries. Women, Namanya says, have a deeper understanding of the value of land and the natural services it provides to families, and so are less willing to sell in the first place. “Our husbands sell the land that we are farming on without us knowing, and when they receive the money they run off and marry other wives,” says Benine Naluyima, of the Ganyana Women’s Group, a cooperative making charcoal-saving stoves and replanting trees on the island.

Seeking out alternative, sustainable livelihoods on Buvuma, the Bukigindi Tree Planting Women’s Group has also replanted 18 hectares (45 acres) of degraded land, which was once protected rainforest, with indigenous species such as mahogany and musizi. Nansimbe leads the group up a hillside, pointing out the crops the community is growing in the protective shade of young trees. Gradually, as the forest thickens, they will have a renewed source of firewood and other forest products.

Yet the process of regeneration is slow, and their work is becoming more challenging as the climate changes. “The sun is shining too much during the dry season now, and it’s difficult to get water to the trees from the lake,” Nansimbe says.

Considering the strength of the palm oil industry, and the government’s support of it, others are willing to compromise. Betty Kabwaalu Nanyonjo, who grew up on the Ssesse Islands, regularly visits Buvuma, sharing her experiences and advising women not to sell their land. “People from outside coming to buy your land. Is that development?” she asks. Yet Nanyonjo encourages women to “get involved” in growing oil palm. “Let the people grow the oil palm and the investors buy the oil,” she says. “You welcome the project, because whether you like it or not the project will take off.”

Community forest management group readying seedlings to plant near the boundary of Bugoma Forest.
The Bukigindi Tree Planting Women’s Group has replanted 18 hectares (45 acres) of degraded land near Bugoma with indigenous species. Photo: Thomas Lewton for Mongabay

Banner image: Beatrice Rukanyana looks out over a sugar plantation near Bugoma Forest. Photo: Thomas Lewton for Mongabay

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1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Und jetzt auch noch die Akkus von den Elektroautos
    Merkel lobt die Elektroautos
    Kein Gewissen
    Obwohl sie genau weiss das die Akkus in Afrika landen
    Eine Schande
    Aber irgendwann kriegen wir alles zurück
    Kauft keine Produkte wo Palmöl enthalten ist

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