#NiUnaMenos – Stop Killing Us – Wie viele Frauen müssen noch sterben?

Daniela Carrasco wurde zum Symbol für Proteste. Sie wurde vergewaltigt, gefoltert und aufgehängt, weil sie gegen die Regierung protestierte. Sie war eine junge Straßenkünstlerin und chilenische Demonstrantin, ihr Lachen ist für immer verstummt. Ihr Tod gilt als Warnung für alle chilenische Frauen, die weiterhin gegen die Regierung protestieren. Genau so verstummte das fröhliche Lachen von Monica Garnica in Argentinien. Die Studentin wurde nur 25 Jahre alt. Einer der Bedingungen für ein Kredit in Höhe 56 Mrd. USD von der IWF, an deren Spitze zu der Zeit noch die neue EZB Präsidentin Christine Lagarde stand, dass Sozialprogramme gekürzt wurden, darunter auch der Schutz für Frauen. Lateinamerika versinkt in Krieg, denn Chile, Argentinien und Bolivien haben das, was die Industriestaaten dringend brauchen, Lithium. Während des Putsches in Bolivien, wurden Indigene Frauen aus ihren Häusern gezogen, durch den Ort gejagt und ihre Köpfe wurden kahlgeschoren.Die selbsternannte Präsidentin in Bolivien wird von Industriestaaten unterstützt. Doch nicht nur in Lateinamerika werden Frauen ermordet, auch in Europa. In Frankreich gingen Zehntausende auf die Straßen, um gegen Gewalt an Frauen zu protestieren. Sie verlangen von  Präsident Emmanuel Macron endlich Taten und nicht nur Lippenbekenntnisse. Oder in Belgien, auch dort gehen Frauen auf die Straße. Denn während überall in Europa der Etat für Rüstungsgüter steigt, werden die Programme zum Schutz von Frauen gekürzt. Glauben Sie, dass die Staaten wirklich noch am Schutz von Frauen interessiert sind?

Wie viele Frauen müssen noch sterben?

Daniela Carrasco, auch bekannt als La Mimo, war eine chilenische Straßenkünstlerin, die sich an den Massenprotesten gegen die Regierung beteiligte. Daniela Carrasco wurde nur 36 Jahre alt. Man hat sie zuletzt gesehen, als sie von der Polizei verhaftet wurde. Wenig später fand man Daniela an einem Zaun südlich von Santiago aufgehängt. Sie starb am 20.Oktober 2019 und anfangs hieß es, dass sie Selbstmord begangen hätte. Doch laut dann stellte sich laut der Frauenorganisation Ni Una Menos wurde festgestellt, dass Daniela „vergewaltigt, gefoltert und getötet“ wurde und dass ihr Tod eine Warnung für chilenische Frauen sei, die weiterhin gegen die Regierung protestieren.

Die Nationale Interempresa-Gewerkschaft der Schauspieler und Schauspielerinnen von Chile (Sidarte) und die Mitglieder von Ni Una Menos fordern Gerechtigkeit. Sie wollen wissen, warum Daniela sterben musste.

Daniela wurde vergewaltigt, gefoltert und aufgehängt, weil sie das Symbol für Proteste in Chile war,“ so die Gewerkschaft der Schauspieler und Schauspielerinnen . 

 Auch die chilenische Fotojournalistin Albertina Martinez Burgos  wurde ermordet

Albertina Martinez Burgos (1981-2019).

Albertina hat als Fotografin an den Protesten gegen die Regierung von Sebastián Piñera teilgenommen und den Missbrauch durch die staatliche Sicherheitskräfte fotografiert. Wie am 23. November 2019 berichtet wurde, fand man Albertina in ihrem Haus, in Santiago de Chile. Die 38-Jährige war vor ihrem Tod verprügelt worden und ihr Körper war mit Stichwunden überseht. Ihre Kamera und der Computer der sind verschwunden. Ihre Familie und auch die Frauenbewegung „Ni una menos“ wollen Aufklärung.

„Daniela wurde vergewaltigt, gefoltert und aufgehängt, weil sie das Symbol für Proteste in Chile war,“ so die Gewerkschaft der Schauspieler und Schauspielerinnen . 

Es sind zwei Fälle, von Frauen, die gegen die Regierung in Chile protestiert haben und sterben mussten. Wir hatten bereits von den Protesten in Chile berichtet. Siehe: Nicht nur Santiago brennt – Lateinamerika versinkt im Krieg!

G20-Finanzministertreffen in Argentinien, IWF-Chefin lobt ausgerechnet Macri

Der argentinische Präsident Mauricio Macri traf die IWF-Direktorin Christine Lagarde
MAURICIOMACRI /TWITTER

Ausgerechnet eine Frau lobt den Argentinischen Präsidenten Macri, der für seine  Menschenrechtsverletzungen in der Kritik steht. Lagarde war von 2011 bis 2019 war sie die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF) und ist seit dem 1. November 2019 ist sie Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB).

Am Treffen der G20-Finanzminister, das im März 2018  stattfand, nahmen neben Lagarde 22 Minister, darunter auch der  deutsche Finanzminister Olaf Scholz und 17 Zentralbankchefs teil. Menschenrechte zählten nicht zu den Themen, über die man diskutierte. Bereits mit der Bestätigung von Temer als Präsident, dem Vorgänger des jetzigen ultrarechten Jair Bolsonaro, freuten sich die Investmentbanken, denn endlich sollten die wertvollen Rohstoffe, über die Brasilien verfügt, geplündert werden. Auch als Mauricio Macri 2015 in Argentinien zum Präsidenten gewählt wurde, jubelten die Investmentbanken, denn die Regierung von Mauricio Macri besteht sogar aus Investmentbankern. Immer wieder kommt es hier durch die argentinische Regierung zu Menschenrechtsverletzungen, darunter die vielen Morde an Frauen. 

Und trotzdem war eine Bedingung, nachdem Argentinien ein Kredit in Höhe 56 Mrd. USD von der IWF bekam, an deren Spitze zu der Zeit noch die neue EZB Präsidentin Christine Lagarde stand, dass die Sozialprogramme gekürzt wurden, darunter auch der Schutz für Frauen.

Argentinien #NiUnaMenos

Jeden Tag wird in Argentinien eine Frau umgebracht.

Gewalt gegen Frauen gehört in Lateinamerika zum Alltag, lange schwiegen die Frauen, doch nach einer Serie besonders brutaler Morde, eine Gruppe Journalistinnen und soziale Aktivistinnen 2015 erstmals riefen sie zum Protest auf und starteten auch auf Twitter mit dem Hashtag #NiUnaMenos, was auf Deutsch etwa so viel wie „Keine einzige Frau weniger“ heißt.

Im Oktober 2016 folgte nach einer brutaler Vergewaltigung einer 16-Jährigen ein Generalstreik der Frauen in Argentinien. 

Laut Regierungsstatistik gab es im vergangenen Jahr 278 Frauen, die ermordet wurden. Laut der NGO Casa del Encuentro stieg die Zahl der ermordeten Frauen in den letzten Jahren auf 3.000 Fälle. Sie ließen mehr als 3.700 Kinder, die meisten davon Minderjährige, ohne Mutter zurück. Giovanna Lujan, deren Tochter letztes Jahr ermordet wurde, möchte, dass der Staat mehr unternimmt, um Frauen zu schützen. Die Studentin Monica Garnica wurde nur 25 Jahre alt, als sie von ihrem Mann mit Alkohol übergossen und dann angezündet wurden. Sie hinterlässt 3 Kinder. 

Argentinien hat einen neuen Präsidenten, Alberto Fernandez, der Mauricio Macri ablöst. Der Mitte-Links-Politiker hat bereits signalisiert, dass er die strengen Abtreibungsgesetze lockern und auch den Frauen in Argentinien mehr Schutz gewähren wird.

 Gewalt an indigene Frauen in Bolivien

Nachdem Evo Morales in Bolivien wieder gewählt wurde, kam es zu einem Putsch, die neue selbsternannte Präsidentin wird vom Westen unterstützt, denn Bolivien hat Lithium.

Völkermord an Indigene in Bolivien?

Und wieder ist es eine Frau, diesmal in Bolivien, die die Gewalt an Frauen eher noch fördert, statt verhindert. Es ist die Interimspräsidentin Añez, die sich selbst zur Präsidentin von Bolivien ernannt hat und von westlichen Staaten unterstützt wird. Während des Putsches, wurden Indigene Frauen aus ihren Häusern geholt und durch das Dort gejagt, da sie Anhänger von dem Präsidenten Evo Morales waren.

Im Oktober 2009 wurde Morales sogar von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum „World Hero of Mother Earth“ ernannt. Morales weiß, wie sich Armut und Hunger anfühlen. Seine Jugend verbrachte er in schwerster Armut, in einem kleinen Dorf auf dem bolianischen Altiplano. Er hat harte Arbeit und Ungerechtigkeiten am eigenen Leib erfahren. Bei seiner ersten Wahl zum Boliviens Präsident 2006 hat er mit dem ersten Erlass seiner Amtszeit sein eigenes Gehalt halbiert. 

Wie sehr sich die USA in Bolivien einmischten, können wir an den Wahlen 2002 sehen, denn wenige Tage vor der Wahl in einer Rede in Anwesenheit des scheidenden bolivianischen Präsidenten Jorge Quiroga, warnte der US-Botschafter in Bolivien Manuel Rocha die bolivianischen Wähler, dass, falls sie Morales wählen sollten, die USA ihre Entwicklungshilfe streichen und ihre Märkte für Bolivien schließen würden.

Doch jetzt hat Bolivien das, was die Welt unbedingt braucht, Lithium. Noch vor Wahl zum Präsidenten stellte der alte und mittlerweile auch neugewählte Präsident Evo Morales im September 2019 ein in Bolivien hergestelltes Elektroauto vor, um die Lithiumindustrie in Bolivien zu fördern. Als neugewählter Präsident kündigte er eine Kooperation mit einem deutschen Unternehmen auf. Ob es deswegen zu den schrecklichen Protesten in Bolivien kam?

Bolivien hat 8,3 Millionen Einwohner und ist das einzige Land Südamerikas mit größtenteils indianischer Bevölkerung. Etwas über 55% der Bevölkerung gehört den indigenen Völkern an, meist Quechua und Aymara; gut 30% der Bevölkerung sind Mestizen. Die übrigen Bewohner des Landes sind Weiße, meist Nachkommen der verschiedenen Einwanderungswellen bis nach dem zweiten Weltkrieg. Eigentlich lebten die Vielzahl der Gruppen in einer erstaunlicher Toleranz nebeneinander, bis 2019.

Mittlerweile hat Evo Morales Bolivien verlassen müssen und die Proteste und die Gewalt an die indigene Bevölkerung nimmt zu.

Bolivien – Gewalt an Indigene

Bolivien verfügt über reiche Erzvorkommen. In den zahlreichen Erzlagerstätten werden Zinn, Blei, Silber, Kupfer, Antimon, Zink, Schwefel, Wismut, Gold und Wolfram abgebaut. Bolivien hat auch das größte weltweit vorkommende Lithium. Mittlerweile sind viele Indigene getötet worden, darunter viele indigene Frauen.

Europa erpresst Afrika mit einem rücksichtslosen Freihandelsabkommen – und afrikanische Frauen die dagegen protestierten werden mit Tränengas beschossen!

Gewalt gegen Frauen mussten auch in Afrika Frauen erfahren, als sie im September 2019 den Eingang zum Weltwirtschaftsforum für Afrika in Kapstadt blockierten. Sie wollten nur auf die Gewalt an Frauen in Südafrika aufmerksam machen, doch statt Hilfe, wurden sie mit Tränengas beschossen!

Auslöser der Proteste war der Mord an der 19-jährigen Studentin der Universität von Kapstadt, Uyinene Mrwetyana. Sie war in einem Postamt in einem gehobenen Vorort von Kapstadt vergewaltigt und zu Tode geprügelt worden.

Paradox, dachten die Frauen, dass es auf dem Weltwirtschaftsforum um Menschenrechte ging, denn auch die Bill & Melinda Gates Foundation trat auf dem World Economic Forum on Africa als Partner auf. Hatte doch gerade Melinda Gates  immer wieder deutlich gemacht, wie wichtig die Rechte von Frauen seien. Doch statt Menschenrechte ging es um den Profit der Konzerne, denn auch BASF, Siemens und viele Pharmakonzerne zählten ebenfalls zu den Sponsoren.

Wenn Sie sich den Stiftungsrat des Weltwirtschaftsforums mit Sitz in der Schweiz anschauen, wird Ihnen sicher bewusst, um welches Klientel es sich handelt! Neben Peter Brabeck-Letmathe, Ex-Chef von Nestle, ist auch Ursula von der Leyen dabei, die neue EU-Präsidentin und auch die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

In Südafrika fand das Weltwirtschaftsforum statt und genau diese Veranstaltung nutzen Frauen, die auf die zunehmende Gewalt in Südafrika aufmerksam machen wollten.

Doch statt dass man den Frauen in Südafrika zuhört, die gegen die zunehmende Gewalt an Frauen protestierten, wurden die Demonstrantinnen selbst Opfer von Gewalt. Die Polizei feuerte mit Wasserwerfern und Tränengas, um die Demonstranten zu zerstreuen. Daraufhin gingen Zehntausende Frauen auf die Straße und trugen Plakate auf dem stand: „Stop Killing Us“. Wenn das Weltwirtschaftsforum in Afrika tagt, sind Proteste nicht erwünscht. Südafrika ist der größte Handelspartner der Europäischen Union in Afrika. Südafrika zählt zu den bedeutendsten Industriestaaten des Kontinents und mit seinen vielfältigen Bodenschätzen ist es eines der wichtigsten Bergbauländer der Welt. Für den Außenhandel spielt neben dem Bergbau die Agrarwirtschaft, die für Europa Obst und Gemüse anbaut, eine wichtige Rolle. Zweitgrößter Industriebereich ist die Automobilindustrie. BMW und VW haben einen Teil ihrer Produktion nach Südafrika verlagert. Seit 2016 erpresst Europa Afrika mit einem rücksichtslosen Freihandelsabkommen! Menschenrechte finden aber in diesem Abkommen keinen Platz. Siehe: Europa erpresst Afrika mit einem rücksichtslosen Freihandelsabkommen – und afrikanische Frauen werden mit Tränengas beschossen!

Sie wollte Auto fahren, jetzt ist sie in Saudi Arabien eingesperrt und wird gefoltert!

Hintergrund für die Initiierung des internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ist der Fall Mirabal. Die Schwestern Mirabal waren Mitglieder der „Movimiento Revolucionario 14 de Junio“ und wurden 1960, nach mehreren vorangegangenen Verhaftungen, in der Dominikanischen Republik durch Militärangehörige des damaligen Diktators Rafael Trujillo verschleppt und schließlich ermordet. 1981 wurde bei einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Frauen  der 25. November zum Gedenktag der Opfer von Gewalt an Frauen ausgerufen und erst 1999 offiziell durch die Vereinten Nationen aufgegriffen.

Paradox, wählte doch ausgerechnet die UN Saudi Arabien in die Kommission für Frauenrechte, während hier die Frauen, die für ihre Rechte kämpften, im Gefängnis misshandelt und gefoltert werden, wie die  prominente Frauenrechtsaktivistin Ludschain Hathlul

Gewalt gegen Frauen ereignet sich weltweit täglich und in verschiedenen Kontexten. Es werden dazu psychische, physische und sexuelle Gewalt gerechnet – und die nimmt weltweit zu!
Heute ist der Tag gegen Gewalt gegen Frauen, doch müsste nicht jeder Tag ein solcher Tag sein?
Jeden Tag sterben Mädchen und Frauen, wie viele müssen noch sterben, bevor endlich etwas geschieht. Taten, statt Lippenbekenntnisse müssen folgen!

Netzfrau Doro Schreier

Warum es immer noch keine Gleichberechtigung gibt! Medienlandschaft –  für Frauen wenig Platz!

R.I.P. Almaas Elman, eine somalische Friedens- und Menschenrechtsaktivistin, wurde in Mogadischu erschossen – Somali-Canadian Activist, Is Shot Dead in Mogadishu

R.I.P. Diana Isabel Hernández – Euer Profit kostet uns das Leben! Wieder wurde eine Umweltaktivistin ermordet!

Brasilien – wieder eine Menschenrechtsaktivistin gefoltert und brutal ermordet – R.I.P. Dilma Ferreira Silva

Nicht nur Santiago brennt – Lateinamerika versinkt im Krieg!

Frauen, die von Gewalt betroffen sind, haben keine Lobby!

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