Grausam! Frauen und Mädchen sterben in „Menstruationshütten“- Women Still Forced to Sleep Outside in ‘Menstruation Huts’ During Their Period

Überall auf der Welt leiden Mädchen und Frauen unter dem Stigma der Menstruation. Sie gelten während ihrer Periode als unrein und müssen Tage in einer „Menstruationshütte“ verbringen. Aufklärungen, dass die Menstruation ein natürlicher Prozess ist, scheitern. Es ist das 21.Jahrhundert, wir haben Menschen auf den Mond geschickt, Roboter auf den Mars, wir haben uns weit und breit auf dem Globus verbreitet, und dennoch wissen wir nicht, wie wir Menschen mit der Menstruation umgehen sollen. Die Menstruation ist in vielen Kulturen immer noch ein Tabu und nicht nur das, Mädchen und Frauen werden sogar während der Menstruation weggesperrt. Viele Mädchen müssen sogar, sobald sie die Menstruation bekommen, die Schule verlassen, sie werden zwangsverheiratet und sterben bei der Geburt ihres Kindes, da sie selber noch Kinder sind. In vielen Ländern ist es Frauen untersagt, während der Menstruation Essen zuzubereiten oder die Küche zu betreten, doch was die Mädchen und Frauen in Nepal über sich ergehen lassen müssen, ist grausam, wie eine aktuelle Studie zeigt. Viele Mädchen und Frauen sterben in diesen sogenannten „Menstruationshütten“.

Grausam! Frauen und Mädchen sterben in „Menstruationshütten“

Eine Frau in Neu-Delhi unterstützt die Happy to Bleed-Kampagne. Foto: K Fayaz Ahmad

„Wir bluten. Akzeptiere es und setze dich damit auseinander “, so eine Kampagne in Indien gegen das Menstruationstabu. Das Tabu, das die Menstruation umgibt, herrscht immer noch sowohl im ländlichen als auch im städtischen Indien vor, wo Menstruationsblut als unrein gilt. Einigen Frauen ist es untersagt, Essen zuzubereiten oder die Küche zu betreten. Jedes fünfte Schulmädchen verlässt die Schule, wenn es mit der Menstruation beginnt, und mehr als 70% der Frauen haben keinen Zugang zu Hygieneartikeln. Etwa fünf Jahre ist es her, dass Nikita Azad, damals 20 Jahre alt und  eine englische Studentin am Government College für Mädchen in Patiala in Punjab, als sie  die #HappyToBleed-Kampagne startete. Der Grund für diese Kampagne war der Besuch eines Tempels in Kerala. Frauen ist der Besuch nicht gestattet, da nicht nachgewiesen werden kann, ob eine Frau ihre Periode hat oder nicht. Der Vorstand des Hindu-Sabarimala-Tempels in Kerala  sagte, dass  es durchaus  eines Tages möglich sei, Frauen den Zutritt zu gestatten, aber erst nach der Erfindung einer Maschine, um festzustellen, ob Frauen eine Menstruation haben oder nicht.

Und schon vor fünf Jahren erfuhr man durch die Kampagne, dass Frauen in Teilen Indiens  während ihrer Periode in einfache Hütten außerhalb ihrer Dörfer geschickt werden. Ganze fünf Tage müssen die Mädchen und Frauen in einem Gaokor  verbringen – einer Hütte außerhalb ihres Dorfes.

Da die Hütten als öffentliches Eigentum gelten, übernimmt niemand die Verantwortung für den Unterhalt der Mädchen und Frauen. In einem Gaokor fehlt eine Küche, da Frauen, die sich in der Menstruation befinden, nicht kochen dürfen. Geschlafen wird auf einem Boden und in der Regenzeit, sind sie ohne Schutz, denn sie dürfen diese Hütten nicht verlassen, auch wenn es stark regnet. Sie haben keine ausreichende Hygienemittel und können sich nicht mal waschen.

Während der Kampagne in Indien wurde bekannt, dass auch in Nepal die Mädchen und Frauen während der Menstruation in solchen „Menstruationshütten“ verbannt werden. Seit zwei Jahren ist diese grausam Praxis verboten und doch findet sie immer noch statt.

In Nepal sind „Menstruationshütten“ immer noch weit verbreitet, obwohl sie verboten sind

Menstruation huts

Laut einer neuen Studie, die am 9. Dezember 2019) in Sexual and Reproductive veröffentlicht wurde , sind schätzungsweise 77% der Mädchen im mittleren Westen Nepals während ihrer Zeit gezwungen, draußen in „Menstruationshütten“ zu wohnen.

Überall auf der Welt leiden Mädchen und Frauen unter dem Stigma der Menstruation. Nirgendwo ist dies so verbreitet wie in Nepal, wo die alte hinduistische Tradition des Chhaupadi Routine ist. Die Praxis bezieht Frauen ein, die während ihres Menstruationszyklus in speziell gebauten Chhau-Hütten schlafen, um „Unreinheiten“ von ihrem Zuhause, wo sie leben, fernzuhalten.

Jedes Jahr sterben Frauen in diesen Hütten an den Folgen von Exposition, Tierbissen oder Raucheinatmung, nachdem sie ein Feuer angezündet haben, um nicht zu erfrieren.  Die Tradition wurde 2018 unter Strafe gestellt. Eine neue Studie, die jetzt veröffentlicht wurde, geht  davon aus, dass die Praxis immer noch weit verbreitet ist.

Tulasi Shahi, eine 18-jährige aus Dailekh in Nepal, starb in einer Menstruationshütte an einem Schlangenbiss

Nepal ist ziemlich unzugänglich, aber vor einigen Monaten reiste ein Forscherteam unter der Leitung von Dr. Melanie Channon von der University of Bath in die Provinz Karnali im mittleren Westen Nepals. Sie wurden von einer lokalen NGO, der CREHPA, unterstützt und konnten 400 jugendliche Mädchen im Alter von 14 bis 19 Jahren aus ländlichen und städtischen  Regionen  befragen. Sie führten auch eingehende Gespräche mit mehreren Frauen bis zum Alter von 40 Jahren, um mehr über die Vorgänge mit Chhaupadi zu erfahren.

Sie fanden heraus, dass 60% der befragten Mädchen wussten, dass die Praxis illegal ist. 77% aller befragten Mädchen praktizierten immer noch Chhaupadi, und es gab keinen wirklichen Unterschied zwischen denen, die wussten, dass es illegal ist und denen die es nicht wussten. Das neue Gesetz hatte bisher nur geringe Auswirkungen. Chhaupadi wird immer noch praktiziert,  sehr zum Leidwesen der Teenager.

„Die Frauen und Mädchen, mit denen wir gesprochen haben, hatten Angst vor Schlangen und Tieren, die nachts hereinkamen, oder davor, von Fremden angegriffen zu werden“, sagt Dr. Jennifer Thomson, eine an der Studie beteiligte Forscherin. „Auch wenn sie das nicht direkt erlebt hatten, war der psychologische Stress durchaus real.

„Wenn sie keinen Zugang zu einer Chhau-Hütte hatten oder diese beschädigt oder zerstört worden war, hörten wir außerdem Anzeichen dafür, dass Frauen oft gezwungen waren, draußen zu schlafen.“

Überraschenderweise wurde dies oft von älteren Frauen in der Gemeinde durchgesetzt – den Müttern, Großmüttern oder die  Ältesten in den örtlichen Gemeinden zwangen die Mädchen und Frauen dazu.

Die Diskriminierung und das Stigma waren noch da. Frauen dürfen  während ihrer Menstruation weder mit männlichen Familienmitgliedern interagieren, noch Tempel besuchen, kochen oder das Haus betreten.

Traditionen und Mentalitäten sind schwer zu verändern. Daher arbeiten Forscher jetzt mit lokalen Gemeinden zusammen, um es Frauen zu erleichtern, die die Praxis über sich ergehen lassen müssen.  Wichtig ist, dass Mädchen Zugang zu Wasser, Seife und sauberen Toiletten haben – was bedeutet, dass zumindest die Menstruationshygiene noch machbar ist. Zweitens besteht das Ziel darin, die mentalen und physischen Gefahren zu mindern, die durch die Ausgrenzung von Mädchen und Frauen aus ihren Familien entstehen, so Thomson.

Und zu guter Letzt, und dies wird nicht über Nacht geschehen, empfehlen die Autoren, das Thema in Bezug auf Rechte neu zu formulieren – der Zugang zur Sicherheit ihrer Häuser sollte ein unveräußerliches Grundrecht für alle Frauen sein.

Die Studie wurde in der Zeitschrift Sexual and Reproductive Health Matters veröffentlicht .

‚Menstruation huts‘ still widespread in Nepal, despite them being outlawed

Key points:
  • Many women are not permitted to enter the home, touch anyone, or eat certain foods during menstruation
  • Menstruation huts are often too cold in winter and lack sufficient ventilation
  • Some women who did not have access a chhau hut slept outside

By Tracey Shelton

Despite Nepal’s criminalisation of the practice, 77 per cent of Nepalese girls are being forced to sleep in so-called menstruation huts during their periods, a British-led study has found.

The tradition, known locally as chhaupadi, considers menstruating women and those who have just given birth to be unclean and bringers of bad luck.

They are not permitted to enter the home, touch anyone, attend the temple or celebrations, or eat foods including fruit, vegetables and milk products.

While banished to these „chhau“ huts they are vulnerable to extreme weather conditions, animal attacks, deadly environmental hazards and sexual violence, according to researchers from the University of Bath and the Kathmandu-based Centre for Research on Environment, Health and Population Activities (CREHPA).

Some have lost their lives. In January, a woman and her two sons — aged nine and 12 — were found suffocated in a chhau hut after lighting a fire to sleep next to overnight.

In August 2018, the enforcement of chhaupadi practices became a criminal offence, punishable by a three-month jail sentence and $37 fine.

Last week, more than a year after the law took effect, police made their first-ever menstruation hut arrest after the death of 21-year-old Parbati Budha Raut. She suffocated after lighting a fire for warmth in her hut.

Local police told The Kathmandu Post they were questioning the woman’s brother-in-law to determine if he had forced her to sleep in the hut. To date, no convictions have been brought.

Fear and psychological stress

Researchers spoke to 400 girls aged between 14 and 19 in rural and urban areas of mid-Western Nepal. Focus groups were also conducted among older women.

Their findings — released today in the journal Sexual and Reproductive Health Matters — showed the laws had had very little impact on the practice, with 77 per cent of interviewees saying they were still required by their families to follow the custom.

Jennifer Thomson, a researcher involved in the study, said „the mental and physical implications of girls and women being ostracised from their families and communities“ needed to be addressed.

„This is about changing deeply ingrained cultural practices and behaviours, and while changing the law is important this study shows it’s going to take much more than that,“ Dr Thomson said.

Netzfrau Doro Schreier

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