Unglaublich: In den USA erlaubt ein Richter Genitalverstümmelung! – A federal judge in US struck down a law that criminalizes female genital mutilation

zur englischen Version Armut, Gewalt und kulturelle Traditionen unterdrücken Millionen von Mädchen auf der ganzen Welt. In Indien werden Mädchen nach der Vergewaltigung bei lebendigem Leib angezündet. In Chile werden Mädchen und Frauen von der Polizei vergewaltigt und viele verschwinden dann spurlos.  Auf den Philippinen werden kleine Mädchen für widerliche Pornographien sexuell missbraucht, gefoltert und umgebracht, weil es ein „Kunde“ so wünscht, auch aus Europa. In Rumänien und Bulgarien bieten Eltern ihre Mädchen sogar auf Facebook zum Kauf an und in Afrika verkaufen Väter ihre Mädchen meistbietend auf Instagram, um die Mitgift nicht zahlen zu müssen. Und dies passiert immer noch alle elf Sekunden irgendwo auf der Welt: Ein Mädchen legt sich auf einen Tisch, eine Beschneiderin nimmt ein Messer oder auch eine Glasscherbe und beginnt mit einer Prozedur, nach der nichts mehr sein wird wie zuvor: die Genitalverstümmelung. Nicht selten sterben Mädchen an den Folgen des Eingriffs, weil kein steriles Operationsbesteck verwendet wird. Die grausame weibliche Genitalverstümmelung (FGM) wird nicht nur auf dem afrikanischen Kontinent praktiziert, sondern auch auf anderen Kontinenten wie Asien und sogar in Europa. Doch was in den USA geschehen ist, ist unvorstellbar. Erstmals in der Geschichte der USA begann ein Strafprozess, weil Ärzte an jungen Mädchen Genitalverstümmelungen vorgenommen haben sollen. Über 100 Mädchen im Alter von 6 bis 9 Jahren wurden verstümmelt und ein Richter hält das Verbot von Genitalverstümmelung für verfassungsfeindlich und hat acht Angeklagte von einem Großteil der Vorwürfe zu weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) bei Minderjährigen freigesprochen. 

Weibliche Genitalverstümmelung ist ein globales Problem

Am 17. Dezember 2019 wurden 56 Mädchen im Alter von 9 bis 13 Jahren aus Kuria East, Kenia, vor der Genitalverstümmelung gerettet und werden nun an einem sicheren Ort in Taranganya untergebracht.

Weibliche Genitalverstümmelung ist ein globales Problem. Schätzungen der UN zufolge sind weltweit mindestens 200 Millionen Frauen und Mädchen Opfer von Genitalverstümmelung geworden. Das sind rund 70 Millionen mehr als bislang angenommen. Auch in der EU sind es Hunderttausende.

Tabus rund um die Menstruation und das Problem der weiblichen Genitalverstümmelung sind echte Fesseln für Mädchen und Frauen, und dies im 21. Jahrhundert. Es ist fast 2020, wir haben Menschen auf den Mond geschickt, Roboter auf den Mars, wir haben uns weit und breit auf dem Globus verbreitet, und dennoch werden Mädchen und Frauen wegen ihrer Menstruation weggesperrt und Mädchen und Frauen sterben an der grausamen Genitalverstümmelung.

Genital-mutilation

Die Genitalverstümmelung von Frauen ist in den Vereinigten Staaten ein wachsendes Problem. Nach Angaben von Centers for Disease Control sind nach deren Einschätzung  513.000 Mädchen und Frauen in Gefahr. Es wird angenommen, dass in den Niederlanden 30.000 Mädchen gefährdet sind . In Belgien wurden 17.273 Frauen einer Genitalverstümmelung unterzogen. In Finnland sollen 3.000 Mädchen gefährdet sein und  bereits bei 10.000 Frauen wurde eine Genitalverstümmelung gemacht. In Großbritannien wird „ein Fall von Genitalverstümmelung bei Frauen entweder stündlich entdeckt oder behandelt“, berichtet The Independent. In Deutschland sind 65.000 Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung betroffen, Tendenz steigend.

In Indien wagte sich eine Frau, dass auszusprechen, was in Indien im Geheimen passiert – die Genitalverstümmelung.

Die Nachrichten aus Indien häufen sich, dass Frauen nach der Vergewaltigung bei lebendigem Leib angezündet werden. Indien ist mittlerweile das gefährlichste Land weltweit für Frauen. Doch ein Thema, welches verschwiegen wird und in keiner Statistik erwähnt wird, ist die weibliche Genitalverstümmelung (FGM).

In Indien fordern Frauen, die einer weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) unterzogen wurden, die indische Regierung auf, das uralte Ritual zu verbieten und es wie Kindesmissbrauch zu ahnden.

FGM wird häufig mit afrikanischen Ländern in Verbindung gebracht, wo internationale Bemühungen dazu beigetragen haben, dass dieses grausame Ritual dort beendet wird. Dazu auch: Herzzerreißend! Mit Gewalt in die Ehe verkauft – The heartbreaking moment a Kenyan girl is sold into marriage

Wenig ist über die grausame Art der Genitalverstümmelung in Indien bekannt. Oft wird dieses grausame Ritual im Geheimen bei den Dawoodi Bohras, einer schiitisch-muslimischen Gruppe mit mehr als 1 Million Menschen durchgeführt.

Masooma Ranalvi begann 1989 ihre Karriere als Rechtsanwältin in Mumbai.  2016 startete sie eine Online-Petition ins Leben, in der sie beschreibt, wie sie als 7-jährige in Mumbai Opfer der Genitalverstümmelung wurde. Sie steht an der Spitze der Kampagne zur Beendigung weiblicher Genitalverstümmelungen in Indien, die Bewegung Speak Out On FGM

Der UNHRC führt alle zwei Jahre eine Überprüfung der Menschenrechtssituation in der ganzen Welt durch, in der sie mit ihrer Organisation eine schriftliche Stellungnahme zu FGM in Indien schrieb. Dies war das erste Mal, dass das Problem bei den Vereinten Nationen angesprochen wurde. 

Masooma Ranalvi war sieben Jahre alt, als ihre Großmutter ihr versprach, wenn sie mitginge, bekäme sie eine Tafel Schokolade und ein Eis.

Die Großmutter nahm sie mit zu einem herunterkommenden Gebäude in der Nähe von ​​Bhendi Bazaar in Mumbai. Im ersten Stock des Gebäudes angekommen, wurde sie zu einem Innenraum geführt, wo eine Frau die Vorhänge zuzog und sie bat, sich hinzulegen. Masooma war wie erstarrt und umklammerte die Hand ihrer Großmutter. Sie hatte Angst, als die fremde Frau ihre Hose herunterzog und ihre Beine festhielt. Die fremde Frau sagte, dass es nur eine Minute dauern würde. Masooma schloss die Augen und griff immer wieder nach der Hand der Großmutter. Es ging alles ganz schnell. Die fremde Frau zog ihr dann die Hose wieder an und bat sie nun zu gehen. Zuhause angekommen, rannte sie in die Arme ihrer Mutter, umarmte sie und weinte. Ihre Mutter sagte ihr, dass alles in Ordnung sei. Als Masooma ihrer Mutter sagte, dass sie Schmerzen hätte, wenn sie zur Toilette musste, tröstete sie die Mutter, dass der Schmerz bald nachlassen würde.

Dieser schreckliche Tag begleitete sie ihr ganzes Leben lang. Sie war zu klein, um zu verstehen, und niemand erklärte ihr, was und warum es geschehen war. Sie gehört zu der Gemeinschaft der Dawoodi Bohra. Sie beschreibt die Gemeinschaft als eine von Männern dominierte Gemeinschaft in Westindien.

Das National Crime Records Bureau (NCRB) liefert keine Daten über FGM in Indien. Doch Masooma Ranalvi  und ihre Organisation haben einen datenbasierten Bericht veröffentlicht,  in dem hervorgehoben wird, inwieweit Khafz in Indien vorherrscht. Der Bericht gilt als die bisher umfassendste Studie zur indischen Genitalverstümmelungstradition. Die Studie zeigt, dass 75% der Befragten, darunter hauptsächlich Bohra-Frauen, einer FGM unterzogen wurden. 97% der Befragten, die sich an das Verfahren erinnerten, bezeichneten es als schmerzhaft und traumatisierend. So erinnerte sich Tasneem (34) an ihre Erfahrungen im Bericht:„Ich habe geschrien und geweint. Ich fühlte dort ein extrem brennendes Gefühl und fühlte mich nicht gut. Und nach dieser Blutung ging es weiter. Und ich habe gerade meine Mutter gefragt, warum das passiert. Ich konnte mich fast zwei Tage lang nicht auf meine Beine setzen. “

Die Beschneidung ist eine grausame, unendlich schmerzhafte Tortur unter unhygienischsten Bedingungen und mit stumpfen „Werkzeugen“ wie Glasscherben und Rasierklingen und ohne Betäubung.

Hat ein Mädchen die Genitalverstümmelung lebend überstanden, – nicht wenige verbluten, oder sterben an Entzündungen – wird dieser körperliche Eingriff sie Zeit ihres Lebens verfolgen. Betroffene Frauen leiden an Zysten, Eileiterentzündungen, Menstruationsschmerzen, Nierenschäden, Inkontinenz, schmerzhaftem Geschlechtsverkehr und nicht zuletzt an den seelischen Folgen, welche dieses Trauma der Verstümmelung hinterlässt.

Werden sie dann Mütter, sterben sie oftmals bei der Geburt, da das Gewebe dermaßen vernarbt ist, dass sie ihr Kind nicht gebären können. Während der Entbindung durchleben sie zusätzlich das Aufgeschnittenwerden und das Danach-wieder-zugenäht-Werden. Und das bei jeder Geburt.

Für viele Familien in Gambia sind Beschneidungen ein teures Ritual. Den armen Familien fällt es schwer, genug Geld zu sparen für dieses Fest. Oft sparen sie jahrelang. Doch die Tradition ist in vielen Kulturkreisen elementar. „Wenn du nicht beschnitten bist, wirst du diskriminiert.“

Während man sich auf der UN-Konferenz zur Beendigung der Gentitalverstümmelung einsetzte, entschied ein Richter in den USA, das Verbot von Genitalverstümmelung sei verfassungsfeindlich

Die Weltgesundheitsorganisation WHO in vier Stadien, die unter anderem das Abschneiden oder Zerstören von Gewebe der Klitoris und/oder der Labien und/oder das Vernähen der Labien vorsehen. Dabei geht sie auch auf die Gefahren, Schmerzen, Traumata und Folgen dieser Tortur für die Mädchen und Frauen ein.

In 27 US-Staaten wurden diese Praktiken verboten. Ohne ein Bundesverbot ist FGM jetzt in 23 Staaten legal.

In Michigan hat Richter Bernard Friedman Dr. Jumana Nagarwala und sieben weitere Angeklagte von einem Großteil der Vorwürfe zu weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) bei Minderjährigen freigesprochen. Er begründete seine Entscheidung damit, dass der Kongress seine Kompetenzen bei einem Verbot der Verstümmelung, welches zur Verhaftung und Anklage von den Ärzten geführt habe, überschritten habe. Dies falle in den Bereich der Verfassung und müsse von den einzelnen Staaten verboten werden.

Der historische Fall betrifft minderjährige Mädchen aus Michigan, Illinois und Minnesota. Wie Gerichtsunterlagen zeigen, haben Mädchen während der grausamen Tat geweint, geschrien und sie bluteten. Sogar Valium wurde verabreicht, damit sie ruhig waren.

Das Urteil des Richters wies auch Anklagen gegen drei Mütter ab, darunter zwei Minnesota-Frauen, von denen die Ankläger behaupteten, sie hätten ihren siebenjährigen Töchtern erzählt, sie würden für ein Mädchenwochenende nach Detroit fahren, stattdessen wurden sie einer Genitalverstümmelung in einer Klinik unterzogen.

Gina Balaya, Sprecherin des US-amerikanischen Anwaltsbüros, sagte, dass die US- Regierung prüfe, ob sie Berufung einlege oder nicht. .

Am 20. Dezember 2012 nahm die UN-Vollversammlung die von 110 Ländern eingebrachte Resolution „Intensifying global efforts for the elimination of female genital mutilations“ an. In der Resolution werden die UN-Mitgliedsstaaten dazu aufgefordert, wirksame Maßnahmen zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung zu ergreifen. Dazu gehören neben einem gesetzlichen Verbot landesweite Sensibilisierungskampagnen und Präventionsmaßnahmen zum Schutz gefährdeter Mädchen. Die Resolution wurde einstimmig verabschiedet. Mehrere Länder haben die Praxis der Genitalverstümmelung verboten. Doch sie findet immer noch statt, meist im Geheimen!

„Ich bete darum, dass eines Tages keine Frau mehr diese Qual erleiden muss. Sie soll zu etwas längst Vergangenem werden. Die Menschen sollen sagen: „Hast du schon gehört, die Genitalverstümmelung von Frauen ist in Somalia gesetzlich verboten und unter Strafe gestellt worden?“ Und dann dasselbe auch im nächsten Land und im nächsten, und so weiter, bis die ganze Welt für alle Frauen sicher ist. Was für ein glücklicher Tag wird das sein – und darauf arbeite ich hin. So Gott will, wird dieser Tag kommen.“  Waris Dirie 


A federal judge in US struck down a law that criminalizes female genital mutilation

A federal judge in Detroit declared unconstitutional a US law banning female genital mutilation, and also dismissed several charges against two doctors and others in the first US criminal case of its kind.

US District Judge Bernard Friedman said Congress lacked authority under the Commerce Clause to adopt the 1996 law, and that the power to outlaw female genital mutilation, or FGM, belonged to individual states.

Over 100 girls between the age of 6 and 9 were mutilated and their attackers will walk free. Several Michigan physicians performed a medically unnecessary and painful surgery called female genital mutilation. But it turns out it’s legal! But it’s certainly not ethical or in line with the Hippocratic Oath.

Petition: Over 100 American Girls Underwent Female Genital Mutilation


This horrible operation went on for 12 years in Michigan and involved 7 other people. In all, over 100 girls were mutilated in a way that can never heal. Essentially, a judge just ruled that it is unconstitutional to ban female genital mutilation.

The actual result in lifelong damage. These girls have a painful procedure that they don’t need which carries a lot of risk and most of the time they aren’t even told what’s happening at the time or ever. One girl said she couldn’t even walkafter the procedure. But ultimately, the parents of these girls told them not to talk about the procedure.

Even worse, the doctors involved are still able to practice medicine. Please join in calling on medical licensing boards to revoke the license of any physician who has performed female genital mutilation.

Girls are suffering and dying all across the globe from this horrible practice meant to stifle their sexuality. Until this ruling, the U.S. was looked to as a leader in terms of decrying to heinous practice. Now, we don’t have a leg to stand on. It’s up to us to change that and while this important issue continues to move through the court system, we must call on other institutions to stand against it.

Dr. Fakhruddin Attar is the internal medicine doctor who performed some of these. Jumana Nagarwala is an ER doctor who also performed some of these. Please join me in asking the American Board of Internal Medicine and the American Board of Physician Specialties to revoke these two physician’s licenses. Read more: Michigan Judge dismisses female genital mutilation charges in historic case

Netzfrau Doro Schreier

Grausam! Indiens brennende Frauen – erst werden sie vergewaltigt, dann mit Kerosin übergossen und in Brand gesteckt! – Burning Indian women

Grausam! Frauen und Mädchen sterben in „Menstruationshütten“- Women Still Forced to Sleep Outside in ‘Menstruation Huts’ During Their Period

Nur weil sie Mädchen sind – Wie gefährlich das Leben von Mädchen ist! – For These Girls, Danger Is a Way of Life

Indien ist für Mädchen und Frauen das gefährlichste Land der Welt – Schon wieder kleine Mädchen brutal vergewaltigt- sogar auf der Intensivstation

Bitte helfen Sie den indischen Frauen im Kampf gegen Genitalverstümmelung! – End Female Genital Mutilation in India!

Menschenrechtsverletzung: Ohne Jungfräulichkeitstests in Indonesien keine Zulassung für Mädchen – Dispatches: Indonesia ‘Virginity Tests’ Run Amok

Herzzerreißend! Mit Gewalt in die Ehe verkauft – The heartbreaking moment a Kenyan girl is sold into marriage

Im Namen der Weltbank, UNO und WHO – Zwangssterilisation und ZwangsgeburtenkontrolleGewalt an Frauen – Alle drei Minuten ereignet sich in Deutschland eine Vergewaltigung

Pakistan: Kinder auf dem Müll entsorgt – Neugeborenes Mädchen verbrannte lebendig!

Das schreckliche Schicksal der Mädchen, die von der Terrorgruppe Boko Haram entführt wurden! – Made-up to look beautiful. Sent out to die!

deutsche Flagge

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Man mag und muss es bedauern, doch die Ansicht von Richter Bernard Friedman ist plausibel – das existierende US-amerikanische Bundesgesetz gegen FGM ist einfach ungeeignet gemacht (na, Netzfrauen, ist denn der deutsche § 226a StGB wirklich ein Schutz vor FGM Typ Ia oder FGM Typ IV der WHO-Klassifikation? Und ist die angeblich vor FGM (d. i. FGM Typ I, II, III, IV) schützende, allüberall gelobte Istanbul Declaration ein Schutz vor FGM (d. i. FGM Typ I, II, III, IV)?

    Deshalb braucht es zunächst Gesetze der einzelnen US-Bundesstaaten gegen FGM – etliche Staaten gehen da bereits erfreulich gründlich ran.

    Danach muss ein US-weites Gesetz gegen FGM her, also selbstverständlich auch gegen die christlich interpretierte FGM in Eritrea, die afrikanische beispielsweise in Sierra Leone, die schiitische (Islam) FGM der Dawoodi Bohra und die schafiitische (auch Islam) FGM nach der leider FGM-freundlichen Vorstellung etwa von MUI (Indonesien) oder JAKIM (Malaysia).

    ( FGM & the USA -it was made illegal under „inter-state commerce“ laws )

    an inter-state loophole

    https://www.pressreader.com/usa/lodi-news-sentinel/20190920/281749861068692

    • Istanbul Convention
      Convention on preventing and combating violence against women and domestic violence

      Istanbul-Konvention
      Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt

      Artikel 38 – Verstümmelung weiblicher Genitalien

      Die Vertragsparteien treffen die erforderlichen gesetzgeberischen oder sonstigen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass folgendes vorsätzliches Verhalten unter Strafe gestellt wird:

      a) Entfernung, Infibulation oder Durchführung jeder sonstigen Verstümmelung der gesamten großen oder kleinen Schamlippen oder Klitoris einer Frau oder eines Teiles davon (excising, infibulating or performing any other mutilation to the whole or any part of a woman’s labia majora, labia minora or clitoris);

      .

      „excising, infibulating or performing any other mutilation / Entfernung, Infibulation oder Durchführung jeder sonstigen Verstümmelung“ – zu befürchten ist, dass ein ritueller Einschnitt oder ritueller Einstich, beide zu FGM Typ IV der WHO Klassifikation, unter „mutilation, Verstümmelung“ nicht gemeint sind. Ggf. also geht eine FGM Typ IV konform mit der Istanbulkonvention.

      „to the whole or any part of a woman’s labia majora, labia minora or clitoris“ – da steht clitoris, da fehlt clitoral hood, Klitorisvorhaut (vgl. FGM Typ Ia). Ggf. also gestattet die Istanbulkonvention eine FGM Typ Ia Klitoris(teil)amputation.

      Wer weltweit die FGM – alle Formen von FGM – überwinden will, sollte ein solches Abkommen nicht unterschreiben.

      .
      .

      Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt

      Istanbul, 11.V.2011

      https://www.coe.int/en/web/conventions/full-list/-/conventions/rms/09000016806b076a

      Council of Europe Convention on preventing and combating violence against women and domestic violence Istanbul, 11.V.2011
      https://www.coe.int/en/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/210

      https://www.coe.int/en/web/conventions/full-list/-/conventions/rms/090000168008482e

      .
      .

      28.03.2018 – 17:38

      Sehr geehrte Frau Ministerin Dr. Barley, (…) Sind Sie der Auffassung, dass eine religiös begründete FGM Typ Ia oder FGM Typ IV durch Art. 4 Grundgesetz gedeckt und auch nicht durch § 226a StGB verboten ist? (…) Bekennen Sie sich zum Beibehalten der WHO-Kategorisierung weiblicher Genitalverstümmelung, welche FGM definiert als Typ I, II, III, IV? Kämpfen Sie mit uns gegen die Straffreistellung der Chatna (chitan al-inath, sunat perempuan), auch der milden Sunna? Jede Form von FGM (I, II, III, IV) gehört verboten – überall auf der Welt. (…)

      [ Justizministerin Katarina Barley ließ uns warten: 415 Tage oder 1 Jahr 50 Tage. Die Frage, ein Jahr unbeantwortet, hatte 2019 erneut gestellt werden müssen. Zur FGM nur platte Floskeln. Zur Islamic FGM der Schafiiten und Dawoodi Bohra schweigt die Ministerin ebenso wie zur Frage, ob für sie FGM Typ Ia sowie FGM Typ IV überhaupt in den Bereich von Genitalverstümmelung gehören. MGM (Jungenbeschneidung) findet Barley problemlos bis prima. ]

      Antwort von Katarina Barley (SPD)

      (…) Wo die Ermöglichung religiösen Lebens mit anderen Gesetzen in Spannung steht, muss abgewogen werden. (…)

      https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/dr-katarina-barley/question/2019-04-08/313474

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      [ vgl.: DIE ZEIT, 22. März 2018 ]

      Barley: Die weibliche Genitalverstümmelung ist immer ein massiver Eingriff, der nicht selten den Tod und häufig lebenslange Schmerzen und psychologische Traumata nach sich zieht. Zudem ist es juristisch so, dass die weibliche Beschneidung zumeist kulturell begründet ist und nicht religiös. Es geht hier also nicht um Religionsfreiheit.

      ZEIT: Wenn man die Beschneidung wie bei Jungen religiös begründen würde, wäre sie erlaubt?

      Barley: Ich kann verstehen, dass es reizvoll ist, mich da festklopfen zu wollen, aber das ist eine theoretische Frage …

      ZEIT: … so theoretisch nicht!

      Barley: Wir haben in Deutschland in diesem Fall eine klare Gesetzeslage.

      ZEIT: Bei Jungen deckt für Sie die Religionsfreiheit den Eingriff in die körperliche Unversehrtheit?

      Barley: So haben es Gerichte und der Gesetzgeber entschieden.

      aus: „Da passiert etwas im Hirn“ | DIE ZEIT Nr. 13/2018, 22. März 2018

      https://www.zeit.de/2018/13/katarina-barley-spd-justizministerin-interview/komplettansicht

  2. Istanbul Convention
    Convention on preventing and combating violence against women and domestic violence

    Istanbul-Konvention
    Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt

    Artikel 38 – Verstümmelung weiblicher Genitalien

    Die Vertragsparteien treffen die erforderlichen gesetzgeberischen oder sonstigen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass folgendes vorsätzliches Verhalten unter Strafe gestellt wird:

    a) Entfernung, Infibulation oder Durchführung jeder sonstigen Verstümmelung der gesamten großen oder kleinen Schamlippen oder Klitoris einer Frau oder eines Teiles davon (excising, infibulating or performing any other mutilation to the whole or any part of a woman’s labia majora, labia minora or clitoris);

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    „excising, infibulating or performing any other mutilation / Entfernung, Infibulation oder Durchführung jeder sonstigen Verstümmelung“ – zu befürchten ist, dass ein ritueller Einschnitt oder ritueller Einstich, beide zu FGM Typ IV der WHO Klassifikation, unter „mutilation, Verstümmelung“ nicht gemeint sind. Ggf. also geht eine FGM Typ IV konform mit der Istanbulkonvention.

    „to the whole or any part of a woman’s labia majora, labia minora or clitoris“ – da steht clitoris, da fehlt clitoral hood, Klitorisvorhaut (vgl. FGM Typ Ia). Ggf. also gestattet die Istanbulkonvention eine FGM Typ Ia Klitoris(teil)amputation.

    Wer weltweit die FGM – alle Formen von FGM – überwinden will, sollte ein solches Abkommen nicht unterschreiben.

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    Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt

    Istanbul, 11.V.2011

    h ttps://www.coe.int/en/web/conventions/full-list/-/conventions/rms/09000016806b076a

    Council of Europe Convention on preventing and combating violence against women and domestic violence Istanbul, 11.V.2011

    h ttps://www.coe.int/en/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/210

    h ttps://www.coe.int/en/web/conventions/full-list/-/conventions/rms/090000168008482e

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    28.03.2018 – 17:38

    Sehr geehrte Frau Ministerin Dr. Barley, (…) Sind Sie der Auffassung, dass eine religiös begründete FGM Typ Ia oder FGM Typ IV durch Art. 4 Grundgesetz gedeckt und auch nicht durch § 226a StGB verboten ist? (…) Bekennen Sie sich zum Beibehalten der WHO-Kategorisierung weiblicher Genitalverstümmelung, welche FGM definiert als Typ I, II, III, IV? Kämpfen Sie mit uns gegen die Straffreistellung der Chatna (chitan al-inath, sunat perempuan), auch der milden Sunna? Jede Form von FGM (I, II, III, IV) gehört verboten – überall auf der Welt. (…)

    [ Justizministerin Katarina Barley ließ uns warten: 415 Tage oder 1 Jahr 50 Tage. Die Frage, ein Jahr unbeantwortet, hatte 2019 erneut gestellt werden müssen. Zur FGM nur platte Floskeln. Zur Islamic FGM der Schafiiten und Dawoodi Bohra schweigt die Ministerin ebenso wie zur Frage, ob für sie FGM Typ Ia sowie FGM Typ IV überhaupt in den Bereich von Genitalverstümmelung gehören. MGM (Jungenbeschneidung) findet Barley problemlos bis prima. ]

    Antwort von Katarina Barley (SPD)

    (…) Wo die Ermöglichung religiösen Lebens mit anderen Gesetzen in Spannung steht, muss abgewogen werden. (…)

    h ttps://www.abgeordnetenwatch.de/profile/dr-katarina-barley/question/2019-04-08/313474

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    [ vgl.: DIE ZEIT, 22. März 2018 ]

    Barley: Die weibliche Genitalverstümmelung ist immer ein massiver Eingriff, der nicht selten den Tod und häufig lebenslange Schmerzen und psychologische Traumata nach sich zieht. Zudem ist es juristisch so, dass die weibliche Beschneidung zumeist kulturell begründet ist und nicht religiös. Es geht hier also nicht um Religionsfreiheit.

    ZEIT: Wenn man die Beschneidung wie bei Jungen religiös begründen würde, wäre sie erlaubt?

    Barley: Ich kann verstehen, dass es reizvoll ist, mich da festklopfen zu wollen, aber das ist eine theoretische Frage …

    ZEIT: … so theoretisch nicht!

    Barley: Wir haben in Deutschland in diesem Fall eine klare Gesetzeslage.

    ZEIT: Bei Jungen deckt für Sie die Religionsfreiheit den Eingriff in die körperliche Unversehrtheit?

    Barley: So haben es Gerichte und der Gesetzgeber entschieden.

    aus: „Da passiert etwas im Hirn“ | DIE ZEIT Nr. 13/2018, 22. März 2018

    h ttps://www.zeit.de/2018/13/katarina-barley-spd-justizministerin-interview/komplettansicht

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