MISSING IN WUHAN! Chinesischer Journalist, der über Ausbruch des Coronavirus berichtete, spurlos nach dem Tod des Whistleblower-Arztes verschwunden – Chinese journalist who covered coronavirus outbreak disappears from Wuhan after whistleblower doctor died

zur englischen Version Der chinesische Journalist Chen Qiushi, der auch als Menschenrechtsanwalt arbeitet, reiste im Januar in die Stadt Wuhan in der Provinz Hubei und berichtete über die Gesundheitskrise durch das Coronavirus. Seit Bekanntwerden des Todes des Whistleblower-Arztes Li Wenliang in Wuhan wurde Chen  nicht mehr gesehen. Jeglicher Kontakt ist abgebrochen. Im Internet kocht die Wut und viele Menschen  fordern jetzt offen Meinungs- und Pressefreiheit. Bereits nach dem Ausbruch der Lungenpest im November 2019 löschte die chinesische Regierung Diskussionen im Netz und auch die vom Arzt im Pekinger Krankenhaus Chaoyang, wo Patienten behandelt wurden, sind gelöscht. „Die Pest ist nicht einmal das Schrecklichste dabei“, schrieben User auf Weibo, „Noch beängstigender ist, dass die Informationen nicht veröffentlicht werden.“ Auch  Chen, ein freier Video-Journalist, wollte genau wissen, was los ist, und reiste nach Wuhan. Dort berichtete er, dass die örtlichen Krankenhäuser nicht über ausreichende Ressourcen verfügten und Schwierigkeiten hatten, die Anzahl der Patienten zu bewältigen, die eine Behandlung benötigten. Jetzt ist er spurlos verschwunden.

Chinesischer Journalist, der über den Ausbruch des Coronavirus berichtete, spurlos nach dem Tod des Whistleblower-Arztes verschwunden

Der chinesischer Arzt Li Wenliang aus der Stadt Wuhan informierte am 30. Dezember 2019 in einer WeChat-Gruppe seine Arztkollegen über sieben Patienten, die mit Verdacht auf eine Infektion mit dem SARS-Virus im Zentralkrankenhaus Wuhan behandelt wurden. Nur  einen Tag später berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua, dass acht Personen in Wuhan Falschinformationen im Internet verbreitet hätten und dass es keine Anzeichen für eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung oder eine Infektion des medizinischen Personals gebe. Li Wenliang musste in das Sicherheitsbüro und sollte dort laut Medienberichten eine Erklärung unterschreiben, in der er beschuldigt wurde „unwahre Behauptungen gemacht“ zu haben, die die „gesellschaftliche Ordnung ernsthaft gestört“ hätten.

Wie  china.caixin.com  berichtet, hat ein  Caixin Reporter Li Wenliang kurz vor seinem Tod interviewt. 

Caixin Reporter  „Die Öffentlichkeit ist sehr besorgt über Ihre „7 Fälle von SARS-Diagnose“ im Gruppenchat. Wie war die Situation damals?“

Li Wenliang antwortete: „Ich habe es an eine Gruppe von ungefähr 150 Studenten verschickt und damals betont, dass wir es nicht verbreiten sollten, hauptsächlich, um Studenten in der klinischen Arbeit daran zu erinnern, auf den Schutz zu achten. Weil ich auch mit meinen Kollegen davon erfahren habe. Obwohl es zu diesem Zeitpunkt nicht so viele Fälle gab, hatte ich Angst, dass sich der Ausbruch und die Epidemie ausbreiten würden, da das Virus ähnlich wie SARS war.“

Caixin Reporter: „Steht Ihre eigene Infektion im Zusammenhang mit diesen Patienten?“

Li Wenliang: „Am Anfang hatte der Patient kein Fieber und ich habe darauf geachtet, dies zu verhindern. Infolgedessen begann ich an dem Tag, an dem sich der Patient abwandte, zu husten, und am nächsten Tag bekam ich Fieber. Zu diesem Zeitpunkt begann ich, eine N95-Maske zum Schutz zu tragen. Am 12. Januar überprüfte ich das Atemwegsvirus und führte einen CT-Scan durch. Es wurde vermutet, dass ich eine New Crown Virus-Lungenentzündung hatte, und ich wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Kollegen in der gleichen Abteilung hatten auch ein oder zwei Tage später Infektionen, und meine Eltern hatten Symptome und wurden drei oder vier Tage nach mir nacheinander ins Krankenhaus eingeliefert. Später verschlechterte sich mein Zustand und jetzt nehme ich Antibiotika, Virostatika, Globulin und Sauerstoff.“

Am 07. Februar dann die traurige Nachricht: „Der Wuhan-Arzt Li Wenliang übernahm die Führung bei der Offenlegung der relevanten Situation einer unbekannten Lungenentzündung und wurde von der Einheit und der Polizei verwarnt. Am 1. Februar wurde bei ihm eine neue Coronapneumonie diagnostiziert. Er war am 6. in einem kritischen Zustand und starb am 7. Februar 2020  um 2:58 Uhr.“ – china.caixin.com

Menschenrechtsanwalt und Journalist aus China ist seit dem 06. 02. 2020 verschwunden.

Chen Qiushi

Chen ist ein freier Journalist und Menschenrechtsanwalt. Bekannt wurde er u. a. auch, als er im August 2019  nach Hongkong flog, um über die dortigen Proteste zu berichten. Nicht ohne Folgen, denn die chinesischen Behörden riefen ihn zum Verhör auf das Festland zurück, sagte er in einem im Oktober 2019 veröffentlichten Video .

Wie Committee to Protect Journalists am 10. Februar 2020 berichtete, reiste Chen am 24. Januar 2020 von Peking nach Wuhan und begann mit den Dreharbeiten und der Berichterstattung über die Gesundheitskrise in der Stadt. In seinen Videos berichtete er, dass die örtlichen Krankenhäuser nicht über ausreichende Ressourcen verfügten und Schwierigkeiten hatten, die Anzahl der Patienten zu bewältigen, die eine Behandlung benötigten. Am 6. Februar teilte er seiner Familie mit, dass er vorhabe, über ein Krankenhaus zu berichten. Nachrichten und einer Videobotschaft von Chens Mutter zufolge wurde er seitdem nicht mehr gesehen.

Jetzt befürchten seine Eltern, dass Chen zum Schweigen gebracht werden soll, nachdem er aus Wuhan, der zentralchinesischen Stadt im Epizentrum des Ausbruchs, kritisch berichtet hatte.

CPJ rief das öffentliche Sicherheitsbüro in Wuhan an, um eine Stellungnahme  zu erhalten. Eine Antwort bekamen sie nicht.

Alles erinnert an den Ausbruch des „Schwarzen Tods“ im November 2019, nachdem  China auf Druck der WHO bestätigte, dass bei einem Ehepaar Lungenpest diagnostiziert wurde. Sie wurden in der Hauptstadt Peking behandelt. Dort brach nach Bekanntgabe der hochansteckenden Infektionskrankheit Panik aus. Auf Weibo, einer Twitter-ähnlichen Social-Media-Plattform, löschten chinesische Zensoren den Hashtag „Peking bestätigt, dass es sich um die Behandlung von Pest handelt“. So versuchte die Regierung, Diskussionen und Panik wegen der Krankheit zu kontrollieren.

Li Jifeng, ein Arzt im Pekinger Krankenhaus Chaoyang, wo die beiden Patienten behandelt wurden, schrieb auf WeChat, dass die Patienten am 3. November 2019 in das Krankenhaus gekommen waren. Inzwischen wurde seine Meldung gelöscht, aber darin hatte er geschrieben: „Nach so vielen Jahren der Fachausbildung bin ich mit der Diagnose und Behandlung der meisten Atemwegserkrankungen vertraut. Aber diesmal habe ich es mir immer wieder angesehen. Ich konnte nicht herausfinden, welcher Erreger diese Lungenentzündung verursacht hat. Ich wusste nur, dass er selten ist“, so die New York Times.  Mehrere asiatische Länder hatten daraufhin bereits Vorkehrungen an den Flughäfen getroffen, damit sich die Lungenpest nicht verbreitete und ein Quarantäne-Kontrollpunkt wurde in der Inneren Mongolei angeblich von China eingerichtet. Siehe: Der Schwarze Tod ist zurück! Zwei Pestfälle in China bestätigt – Black Death Is Back! Two Cases of Plague Confirmed in China

Am 09. Januar 2020 folgte dann die Erklärung der WHO zu einer Gruppe von Lungenentzündungsfällen in Wuhan, China. Am 21. Januar 2020 wandte sich der australische Premierminister Scott Morrison in den Medien an die australische Bevölkerung und kündigte eine Reisewarnung an, nachdem ein Mann aus Brisbane Symptome eines tödlichen SARS-ähnlichen Virus aufwies.

Am 22. Januar 2020 veröffentlichte die WHO ein Video, da die Zahl der Fälle nach dem Ausbruch des Wuhan-Virus weiter zunahm, und bestätigte, dass sie „mehr Informationen“ benötigte, bevor sie entscheiden könne, ob ein globaler Gesundheitsnotfall gemeldet werden soll, der dann auch nach Wochen nach Bekanntgabe gemeldet wurde, nachdem bereits außerhalb von China mehrere Menschen an dem Virus erkrankten.

Bereits am 23. Januar 2020 fragten wir, in unserem Beitrag: Coronavirus – der lautlose Killer – As Wuhan coronavirus fear spreads …wie man mehr Informationen aus China bekommen will, wenn schon bei dem Ausbruch der „Schwarzen Pest“ die Nachrichten von Chinas Regierung gelöscht wurden und auch bereits bei dem Ausbruch 2002/2003 bei einem ähnlichen Virus China Informationen vorenthielt?

Chen Qiushi spoke out about the Wuhan virus. Now his family and friends fear he’s been silenced

By CNN 

As people across China mourned the death of a whistleblower doctor in an almost unprecedented outpouring of grief and anger on Thursday, little did they know that another truth-teller of the coronavirus outbreak was being silenced, according to friends and family.

Chen Qiushi, a citizen journalist who had been doing critical reporting from Wuhan, the central Chinese city at the epicenter of the outbreak, went missing on Thursday evening, just as hundreds of thousands of people in China began demanding freedom of speech online.

Li Wenliang, a 34-year-old ophthalmologist in Wuhan, died of the same virus he had tried to warn others about early on in the outbreak, which has now killed more than 800 people mostly in mainland China. Rather than being listened to, he was punished by the police for „spreading rumors,“ and later contracted the virus from a patient.

Li’s passing ignited a storm of outrage across China, with an intensity and scope rarely seen in its tightly-controled online sphere. People called for an official apology from the government and flooded social media with the hashtag „I want freedom of speech,“ a fundamental right supposedly protected under the country’s constitution.

In an apparent refute of their demand, the hashtag was censored by the next morning.

And Chen, also aged 34 and from northeast China, like Li, remained missing.

Friends and family later found out from the police that he had been forced into quarantine. By Sunday, Chen’s disappearance had started to gain traction on Weibo, China’s Twitter-like platform, with many pleading for his release.

„Hope the government can treat Chen Qiushi in a fair and just way,“ one user wrote on Sunday morning. „We can no longer afford a second Li Wenliang!“

Detained in the name of quarantine

Chen arrived in Wuhan on January 24, a day after the city was placed under a state-imposed lockdown, designed to stop citizens from leaving to stem the spread of the virus. He visited overflowing hospitals, funeral parlors and makeshift isolation wards and uploaded videos of what he saw online, offering the world a glimpse into the often grim reality at the heart of the crisis.

Friends said they had been checking in with Chen multiple times a day, fearing he could be taken by the authorities at any time for his reporting. When he stopped answering calls early Thursday evening, they grew increasingly concerned.

In the small hours of Friday, Chen’s friend posted a video message of Chen’s mother on his Twitter page saying her son had disappeared. His close friends say Chen had left them his login details to the platform, in case he was taken by the authorities.

„I’m here to beg everyone online, especially friends in Wuhan to help find Qiushi, find out what’s going on with him,“ she said.

Later that evening in a live broadcast on YouTube, Xu Xiaodong, an outspoken mixed martial artist and friend of Chen, played a message from the journalist’s mother saying he had been forcibly quarantined.

„In the last few hours the Qingdao public security officers and state security officers … notified Qiushi’s parents that Qiushi has already been detained in the name of quarantine. Qiushi’s mother immediately asked them where and when he was taken away, they declined to say,“ said Xu.

Xu stressed that, based on his interactions with Chen and the testimony of those on the ground, Chen had been in good health prior to his disappearance.

Both the Wuhan and Qingdao city police said they had no information about Chen when contacted by CNN.

„We’re worried for his physical safety but also worried that while he’s missing he might get infected by the virus,“ a friend who had been authorized by Chen to take over his Twitter account should he disappear told CNN. The individual requested anonymity for fear of reprisals by the government.

‚I’m not afraid of dying, why should I be afraid of you‘

It is not the first time Chen, a former lawyer, has been silenced by the authorities.

In August, he visited Hong Kong to report on the semi-autonomous Chinese city’s pro-democracy protests. In his broadcasts on Weibo, he challenged China’s official narrative that protesters were „rioters“ and „separatists.“ Most of those involved were peaceful, he said in a video, „not all of them are rioters.“

Chen’s trip ended abruptly with him being called back to Beijing by mainland authorities. Upon his return, he was repeatedly called in for questioning by different government departments, he said in a later video.

All of Chen’s Chinese social media accounts were subsequently deleted. His 740,000 followers on Weibo, and previously posted video broadcasts, were lost.

But Chen was not out of the public eye for long. In early October, he made his comeback in a YouTube video, vowing to continue to speak out. His channel now has 433,000 subscribers. He also has a Twitter account with 246,000 followers. Both platforms are blocked in China, but many citizens use virtual private networks to hop the Great Firewall and access them.

„Since freedom of speech is a basic citizen’s right written into article 35 of the Chinese constitution, I need to persist because I think this is the right thing to do, no matter how much pressure and obstruction (I) encounter,“ he said in the October video. Read more at CNN 

Chinese video journalist Chen Qiushi, who covered coronavirus, missing in Wuhan

On February 1, Chen uploaded a video from journalist Fang Bin, depicting Fang’s encounter with local authorities who claimed to be conducting virus inspections. Wuhan police briefly detained Fang and asked him to stop uploading videos about the outbreak after he filmed his visits to local hospitals, according to news reports.

When CPJ messaged Chen’s Twitter account, which has continued posting since the journalist disappeared, the person running the account identified themselves as Chen’s friend and said they wanted to maintain anonymity. They told CPJ yesterday that they had received no information on Chen’s whereabouts since he disappeared.

In August 2019, Chen flew to Hong Kong to report on the anti-government protests taking place there, and authorities summoned him back to the mainland for questioning, he said in a video posted in October.

CPJ called the Wuhan Public Security Bureau for comment, but no one answered.

Netzfrau Doro Schreier
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3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Menschenverachtende Politik, grausame Gefängnisse und Folter, das ist China im Jahr 2020. Allein schon die Verbrechen gegegen die Uiguren zeigen ganz genau auf mit was für einem menschenverachtenden System wir es in China zu tun haben. Ein Schandfleck auf dem Globus!!!

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