R.I.P. Dominga Ramos – Euer Profit kostet uns das Leben! Wieder wurde eine Maya-Anwältin in Guatemala ermordet! – Assassinen defensora indígena de Drets Humans, Dominga Ramos

Unter tiefem und aufrichtigem Schmerz informieren wir über den grausamen Mord in Guatemala an Dominga Ramos. Sie ist eine Anwältin für die Rechte der Mayas, Mutter und Großmutter und wurde nur 53 Jahre alt. Sie wurde in ihrem  Haus in der Gemeinde Santo Domingo, etwa 180 Kilometer von Guatemala-Stadt, ermordet. Wie die Umweltaktivistin, die 35-jährige Diana Isabel Hernández, die in Guatemala auf offener Straße aus einem Auto heraus erschossen wurde, wollte sie ihr Land schützen und andere ermutigen, dasselbe zu tun. Dominga Ramos ist das jüngste Opfer von 16 anderen Leader der Organisation Codeca, eine 1992 gegründete  Bauernbewegung mit mehr als 90.000 Mitgliedern, die seit 2018 ermordet wurden. Diese Morde bekommen in Deutschland keine Aufmerksamkeit, denn oft sind es auch deutsche Konzerne, die von diesen Projekten profitieren. Palmöl wird immer mit Indonesien in Verbindung gebracht, doch auch in Guatemala gehen mit der Palmöl-Produktion die Zerstörung von Regenwald, Wasserverschmutzung und Landraub einher. Eine neue Studie belegt die Mitverantwortung deutscher Unternehmen. Doch auch ein weiterer Bericht von Reuters macht deutlich, wie auch in Semuy in Guatemala ADM, Cargill und Nestlé von dem Palmöl profitieren. Guatemala ist reich an Rohstoffen, doch mehr als 75 % der Gesamtbevölkerung leben in Armut, und kämpfen sie für ihr Land, dann werden sie ermordet.

R.I.P. Dominga Ramos – Euer Profit kostet uns das Leben! Wieder wurde eine Maya-Anwältin in Guatemala ermordet!

Vicenta Jerónimo, Abgeordnetee der MLP, kam, um Solidarität mit der Familie Ixcal Ramos zu zeigen

Die guatemaltekische Parteibewegung zur Befreiung der Völker (MLP), die aus den Komitees für Bauernbewegung (Codeca) hervorgegangen ist, forderte Freitag, den 05. März 2020 Gerechtigkeit, nachdem eines ihrer Mitglieder, das siebzehnte Opfer der Gruppe in zwei Jahren, ermordet worden war. Der Mord an Dominga Ramos, der Frau des Anführers der Miguel Ixcal-Partei (MLP), die auch Beraterin der indigenen Abgeordneten Vicenta Jerónimo ist, wurde am späten Donnerstag begangen.

„Er war ein Mann mit der Mütze auf dem Kopf, er hatte ein grünes Tattoo auf seinem Arm. Er kam hierher und ging und fragte nach Frau Minga … Meine Schwiegermutter stand aus der Hängematte auf, öffnete die Tür, sprach mit dem Schläger … Dieser sagte ihr: „Dieser Befehl ist für Sie.“, Während er die Waffe von seiner Taille nahm, schoss er mehrmals auf meine Schwiegermutter … Sie fiel zu Boden, er ging … Ich versuchte, mich hinter den Tischen zu verstecken … „. so die Schwiegertochter, die bei dem Mord an Dominga anwesend war. Mit acht Kugeln wurde Dominga brutal hingerichtet.

Es ist die harte und traurige Realität der Mission von Rechtsverteidigern in einem Land ohne Rechte und mit Privilegien für Wenige.

Das Vorgehen der profitierenden Konzerne ist fast immer gleich, ob bei Staudämmen, Bergbau oder Palmöl. Neben den Einschnitten in die Grundrechte herrscht zunehmend Angst in der Bevölkerung auf Grund des Vorgehens der Beamten und Militärs: Hausdurchsuchungen, Befragungen, Verhaftungen, die teilweise unter Anwendung von Gewalt und Einschüchterung stattfinden. Es kommt immer wieder zu Verhaftungen, wo man den Aktivisten den Zugang zu ihnen durch Familie und Menschenrechtsorganisationen erschwert, Landraub und Verletzungen der Menschenrechte nur des Profites wegen, unter Beteiligung der EU.

Honduras und Guatemala gehören weltweit zu den gefährlichsten Ländern für Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger, die sich für Landrechte und Umweltschutz einsetzen. Im März 2016 erhielten wir die traurige Nachricht, dass in Honduras die Aktivistin Berta Cáceres ermordet wurde. Sie war Mitbegründerin des National Council of Popular und indigenen Organisationen von Honduras (COPINH). Bei Protesten gegen einen Staudamm von Energiekonzernen, so gab es auch eine deutsche Beteiligung am Agua Zarca, kam es immer wieder zu Ermordungen.

Überall in Lateinamerika werden Staudämme im Namen der erneuerbaren Energien gebaut, unterstützt auch mit Entwicklungshilfe. Viele Indigene fanden im Kampf um ihr Land den Tod. An einigen Projekten sind nicht nur deutsche Konzerne beteiligt, sondern auch deutsche Banken. Immer wieder machen die betroffenen indigenen Völker auf ihre fast aussichtslose Situation aufmerksam: Euer Profit zerstört unser Leben!

Auch in Guatemala kämpften die dort lebenden Indigenen seit 2007 gegen den Bau eines neuen Staudammes und gegen den spanischen Konzern Ecoener-Hidralia, jetzt umbenannt in Hidro a Cruz S.A. Auch dieser Kampf forderte Menschenleben. 2017 dann die tolle Nachricht, dass es doch noch Wunder gibt. Die Indigenen in Guatemala zeigten: Manchmal siegt David im Kampf gegen Goliath doch! Der Europäische Konzern gab auf. 

Doch es betrifft nicht nur den Bau von Staudämmen, die die internationalen Konzerne für ihren enormen Strombedarf benötigen, um die Rohstoffe zu „ernten“. Es betrift auch den Anbau von Palmöl oder Zuckerrohr und gigantische Mengen an Holz. Denn wenn Regenwälder für zum Beispiel Palmöl gerodet werden, kommen erst die Holzfäller u.s.w.

Und Menschen, die sich den Konzernen entgegenstellen, werden kaltblütig ermordet, wie auch Diana Isabel Hernández. Sie wurde auf offener Straße aus einem Auto heraus erschossen. Die Lehrerin leitete Initiativen zur Förderung des Umweltschutzes und der Rückgewinnung einheimischer Arten für die Wiederaufforstung in der Gemeinde und lehrte die Menschen dort, wie man den Regenwald schützen kann.

In Guatemala wie auch in Brasilien und anderen lateinamerikansichen Ländern hat ein Boom privater und ausländischer Investitionen dazu geführt, dass große Teile des Landes an Plantagen-, Bergbau- und Wasserkraftunternehmen vergeben wurden, was zu einer Welle von Zwangs- und Gewaltvertreibungen führte, insbesondere in indigenen Gebieten.

Guatemala grenzt zwischen El Salvador und Mexiko an den Nordpazifik und zwischen Honduras und Belize an die Karibik. Mehr als die Hälfte des Landes besteht aus Gebirgen mit nur schmalen Küstenebenen. Das Tiefland findet sich im Nordosten des Landes, der überwiegend mit Regenwald bedeckt ist. Der Vulkan Tajumulco ist mit 4.211m der höchste Punkt Mittelamerikas.

Guatemala hat seine Türen für europäische Investoren geöffnet, die zunehmend Druck auf die lokalen Gemeinschaften und die Umwelt ausüben. Es kommt zu Menschenrechtsverletzungen. Dies oft in Zusammenarbeit mit der Regierung und den Ländern, die die Gold- und Nickel-Lagerstätten für sich nutzen, aber auch Landgrabbing für Zucker und Palmöl betreiben.

Guatemala – Raubbau wegen Rohstoffen

Die wachsende Nachfrage nach Rohstoffen und Biotreibstoffen auf dem Weltmarkt treibt in Guatemala die Ausbreitung von Zuckerrohr- und Palmölplantagen voran.

Die Flächenkonkurrenz führt dazu, dass die Produktion von Nahrungsmitteln in Guatemala erheblich zurückgegangen ist. Was den dortigen Armen noch bleibt, sind meist die Flächen, die sich auf steilen Hängen befinden. Doch hier rutscht den Einwohnern buchstäblich der Boden unter den Füßen weg. Erst 2015 wurde ein ganzes Dorf in den Tod gerissen. Bei einem Erdrutsch in der guatemaltekischen Ortschaft El Cambray 15 Kilometer östlich von Guatemala-Stadt wurden 125 Häuser unter Tonnen von Schlamm begraben, wobei viele Menschen starben.

Guatemala ist reich an Rohstoffen, doch mehr als 75 % der Gesamtbevölkerung lebt in Armut. Durch Rodungen kommt es immer wieder zu Erdrutschen. Palmöl und Zuckerrohr für Bioethanol rauben den Kleinbauern das Land, aber auch Rohstoffe, wie Eisen, Zink oder Silber, aber auch Kaffee machen das Land seit 2003 interessant für große nationale und internationale Konzerne. Die Mehrheit der ärmsten Bevölkerung hat nur kleine Anbauflächen zur Verfügung. Da diese sich auch meist auf steilen Hängen befinden, rutscht den Einwohnern buchstäblich der Boden unter den Füßen weg.

Seit der Jahrhundertwende gehören die Abholzungsraten in Guatemala zu den höchsten des Kontinents.

Palmöl Guatemala – mongabay.com

Eine neue Studie weist auf eine klare Mitverantwortung von deutschen Unternehmen entlang der Lieferkette des Massenrohstoffes hin. So wird das Palmöl aus den untersuchten Plantagen unter anderem von den Unternehmen ADM Mainz und Vandemoortele Deutschland verarbeitet. Vandemoortele beliefert Edeka beispielsweise mit palmölhaltigen Käsekuchen und Mini-Donuts. Doch nicht nur eine neue Studie aus Deutschland, die Ende September 2019 von der Christlichen Initiative Romero (CIR) veröffentlicht wurde, zeigt, dass Tausende Hektar Naturwald für Palmölanbau in Guatemala vernichtet wurden, sondern auch ein aktueller Beitrag von Reuters vom  09. Oktober  2019 zeigt, dass sogar Drogenbanden in einem Gebiet, das besser für seine natürliche Schönheit, den Bergbau und die afrikanische Palme bekannt ist, frei operieren. Die Todesfälle ereigneten sich am Rande des Pataxte-Anwesens, das Nestle und Cargill mit Palmöl beliefert. Die Behörden gaben an, die Landebahnen auf dem Anwesen seien von Menschenhändlern benutzt worden.

Im Semuy-Gebiet, das ADM, Cargill & Nestlé mit Palmöl versorgt, wurden auf Plantagen Labore für Drogen, Waffen und Menschenhandel gefunden. Es zeigt die Präsenz von Drogenhändlern und die Lebensbedingungen der dort lebenden Menschen, in einem Gebiet, das Palmöl produziert. In den Blickpunkt gerückt sind auch die transnationalen ADM, Cargill und Nestlé. Siehe auch ADM, Cargill, Nestlé und Deutsche Unternehmen beteiligt! Tausende Hektar Naturwald für Palmölanbau in Guatemala vernichtet – Deep in Guatemala’s jungle, drugs and murder are new neighbors to palm oil

Sie töteten die indigene Menschenrechtsverteidigerin Dominga Ramos

Wie auch Berta Cáceres in Honduras oder  Dilma Ferreira Silva in Brasilien setzte sich die indigene Anwältin Dominga Ramos für ihre indigenen Landsleute ein. Die Familie von Dominga Ramos war mehrere Jahre lang in den verschiedenen Wahlkämpfen organisiert und aktiv. Schließlich gelang es ihnen, 2018 zusammen mit den übrigen Widerstandsgemeinschaften des Landes, die Bewegung für die Befreiung der Völker (MLP) zu bilden. Mit Domingas Ehemann Miguel Ixcal Pérez schafften sie es bei den letzten Parlamentswahlen 2019 auf nationaler Ebene an vierte Stelle und an zweite Stelle auf kommunaler Ebene.

Die Gemeinschaftsorganisation CODECA, wo Dominga Ramos eine wichtige Person war, führt einen Kampf gegen Landenteignung und Privatisierung von nationalem Eigentum, der sie das Leben mehrerer ihrer Führer gekostet hat.

Immer mehr Regierungen schränken weltweit die Meinungs- und Vereinigungsfreiheit ein und Menschen, die ihr Land verteidigen und  sich für Tiere und Natur einsetzen, zahlen dafür mit dem Leben. „Euer Profit zerstört unser Leben“, so die Menschen, die alles verlieren, aber nicht aufgeben und gegen ihre Regierungen kämpfen. Sie werden gefoltert und ermordet, weil sie um ihr Land kämpfen.

Netzfrauen Birgit Steinmeier und Doro Schreier

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Paraguay: Das Land, in dem Soja für Europa tötet, geht in Flammen auf! – The world is going up in flames! – Paraguay battles fires in protected wetland region

#LostWorld – Die gigantische Plünderung der Erde! – The gigantic plundering of the earth

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