FIFA-Weltmeisterschaft 2022 – Coronavirus trifft Wanderarbeiter in Katar, die unter unmenschlichen Bedingungen ausgebeutet werden-Inside Qatar’s labor camps – Millions of migrant workers -“It’s a living hell“

zur englischen Version Wegen der Corona-Pandemie steht die Fußballwelt still, nicht aber für Millionen Wanderarbeiter in Katar. „Wir werden sterben, wenn wir hier bleiben. Das Wasser ist schmutzig, Fragen dürfen wir keine stellen, denn dann kommt die Polizei und schlägt uns,“ das ist das Leben der Wanderarbeiter, die für die FIFA-Weltmeisterschaft 2022 schuften. Die Wanderarbeiter leben mit mehreren in beengten Wohnungen, haben einen  mangelnde Zugang zu medizinischer Versorgung, keine angemessene sanitäre Einrichtungen und es fehlt an Nahrungsmitteln. Während Katar inzwischen alle öffentlichen Räume geschlossen hat, arbeiten Bauarbeiter immer noch an einer Vielzahl von Projekten, obwohl sich Hunderte von Fällen des Coronavirus in ihren Gemeinden verbreitet haben. Dort, wo Wanderarbeiter unter schrecklichen Bedingungen leben, wurde zu einem Hot Spot für das Coronavirus im arabischen Golfstaat und die FIFA schweigt, ist sie doch mit Korruptionsvorwürfe bei der WM-Vergabe 2022 beschäftigt.

FIFA-Weltmeisterschaft 2022 – Coronavirus trifft Wanderarbeiter in Katar, die unter unmenschlichen Bedingungen ausgebeutet werden

In den letzten Jahren ist die Zahl der ausländischen Arbeiter in Katar gestiegen, da das Land vor der FIFA-Weltmeisterschaft 2022, die dort stattfinden soll, einen Bauboom erlebt hat. Viele dieser Arbeiter kommen aus Dörfern in ganz Südasien, manchmal nachdem sie den Personalvermittlern Tausende von Dollar gezahlt hatten, um sich einen Arbeitsplatz zu sichern, von dem sie hofften, dass er ihre Familien aus der Armut befreien würde. Viele wurden auch nach Katar gelockt und man hat dann dort ihre Pässe eingezogen, sodass sie gezwungen sind, im Land zu bleiben. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 ist schon lange mit schweren Korruptionsvorwürfen konfrontiert und auch der Missbrauch der ausländischen Arbeiter,  der zuweilen zu Zwangsarbeit und Menschenhandel geführt hat, wird seit Jahren kritisiert. Nun breitet sich die Coronavirus-Pandemie auch in Katar aus.

Noch weniger als 1.000 Tage bis zum Beginn der Weltmeisterschaft 2022 in Katar

Für die Stadion- und Infrastrukturprojekten im Wert von geschätzten 200 Milliarden US-Dollar, wurden Wanderarbeiter missbraucht. Und während Katar inzwischen alle öffentlichen Räume geschlossen hat, arbeiten Bauarbeiter immer noch an einer Vielzahl von Projekten, obwohl sich Hunderte von Fällen des Coronavirus in ihren Gemeinden verbreitet haben.

Seit Jahren ist bekannt, dass die niedrig bezahlten Wanderarbeiter, vor allem aus Asien, weiterhin missbraucht und ausgebeutet werden. Arbeiter zahlen in der Regel exorbitante Rekrutierungsgebühren. Viele Wanderarbeiter beschweren sich, dass ihre Arbeitgeber ihre Löhne nicht rechtzeitig bezahlen, wenn überhaupt.

Beim kleinen Nachbarn von Saudi Arabien leben mehr als 2 Millionen Wanderarbeitnehmer – eine bedeutende Zahl, da die Gesamtbevölkerung des Landes nur 2,6 Millionen beträgt. Im Rahmen der WM2022 wurden sogar zusätzliche Wanderarbeiter geholt.

Unterbringung der Wanderarbeiter – Archiv

Immer wieder zeigen Berichte auf, dass wie in Saudi Arabien auch, die Bedingungen, unter der Arbeiter und Arbeiterinnen zu arbeiten haben immer noch schrecklich sind.

Arbeiter bekommen von ihren Arbeitgebern die Pässe abgenommen, damit sie das Emirat nicht vor Ablauf des Arbeitsvertrags verlassen können. Löhne werden verspätet oder gar nicht gezahlt. Sogar von Zwangsarbeit und Organhandel ist die Rede. So sollen Arbeiter hier ihre Niere verkaufen können oder andere Organe.

„Wie können Arbeiter „soziale Distanz halten“, wenn sie zu Fabriken und Baustellen gehen müssen, auf denen „mehr als 200 Menschen zusammenarbeiten und denselben Bus teilen?“, twitterte ein Arbeiter .

Nepalesische und andere südasiatische Wanderarbeiter sind im Gefängnis von Katar, weil sie sich angeblich nicht an die Ausgangssperren gehalten haben oder weil sie fliehen wollten.

Nepalesische und andere südasiatische Wanderarbeiter im Gefängnis von Katar, bevor sie deportiert wurden. / Narayan Sigdel

Menschenrechtsgruppen sagen, dass ausländische Arbeitnehmer in den Golfstaaten einem zusätzlichen Risiko für Covid19-Infektionen ausgesetzt sind, da sie in kleinen und unhygienischen Arbeitslagern untergebracht sind.

Am 7. April 2020 erklärte Human Rights Watch laut recordnepal.com, dass Personen, die sich in Golfstaaten in Einwanderungshaft befinden, bis zur Abschiebung, Alternativen zur Inhaftierung auf Grund von Gesundheitsrisiken und globalen Reisebeschränkungen auf Grund der Coronavirus-Pandemie erhalten sollten. Sie forderte auch die Nationen, die Teil des Golf-Kooperationsrates sind, auf, die Verhaftung von Migranten ohne Papiere, einschließlich von Arbeitnehmern, die „fliehen“, einzudämmen, etwaige Bußgelder aufzuheben und Verfahren für Migranten zu befolgen, die nach Hause zurückkehren möchten, um die Gesundheits- und Sicherheitsstandards zu respektieren .

„Viele Wanderarbeitnehmer am Golf, insbesondere diejenigen, die ohne eigenes Verschulden ohne Papiere sind oder vor skrupellosen Arbeitgebern geflohen sind, befinden sich unter überfüllten, unhygienischen Bedingungen in längerer Haft vor der Abschiebung. Während die Coronavirus-Pandemie weiter tobt, sollten die Golfstaaten unverzüglich Maßnahmen ergreifen, um die Gesundheit und die Rechte von Häftlingen und Mitarbeitern in Einwanderungshaftanstalten zu schützen, unter anderem durch die Freilassung von Personen und die Suche nach Alternativen zur Inhaftierung “, sagte Michael Page, stellvertretender Direktor für Menschenrechte im Nahen Osten.

Millionen von Wanderarbeitnehmern am Golf sind mit Unsicherheiten konfrontiert, da die Aufnahmeländer gesperrt werden, Arbeitgeber Löhne einbehalten oder Entlassungen vornehmen und strenge Maßnahmen zur Eindämmung von Coronaviren zu Abschiebungen und Haftstrafen führen.

„Wir sind seit acht bis zehn Tagen eingesperrt, wir wissen nicht, wann es enden wird“, sagte ein 27-jähriger pakistanischer Ingenieur in Katar, der eine zweite Woche unter Quarantänepflicht begann. „Das Grundproblem, mit dem wir jetzt konfrontiert sind, sind Lebensmittel. Die Regierung versorgt uns mit Essen, aber erst nach einigen Tagen – und es reicht nicht, satt zu werden.“

Der Rekord des gasreichen Katars in Bezug auf Arbeitsmigranten steht im Rampenlicht, seit es das Recht erhielt, die Weltmeisterschaft 2022 auszurichten. Sieben neue Fußballstadien sowie hoch aufragende Wolkenkratzer sollen von einer Armee ausländischer Arbeiter gebaut werden, die jetzt  an vorderster Front der Coronavirus-Pandemie stehen.

As Qatar races to complete construction projects ahead of the 2022 World Cup, a small army of workers from South Asia are on the front lines of the coronavirus pandemic.

BY SOPHIE COUSINS
here are more than 2 million migrant workers in Qatar—a significant number given that the country’s overall population is just 2.6 million. In recent years the foreign laborer population in Qatar has swelled as the country has undergone a construction boom ahead of the 2022 FIFA World Cup, which is set to be held there. Many of these workers come from villages across South Asia, sometimes after paying recruiters thousands of dollars to secure a job that they hoped would lift their families out of poverty. But as the coronavirus pandemic edges its way across Qatar, which now has more than 2,000 confirmed cases, the migrant workers’ cramped living quarters and lack of access to health care, proper sanitation, and nutritious food imperils an already highly vulnerable group of people.Qatar has a long history of migrant worker abuse and exploitation, which has garnered widespread international condemnation in recent years. The abuse—which at times has amounted to forced labor and human trafficking—has been exacerbated by South Asian governments’ inability to successfully lobby for strong protections. (Critics contend there has been scant political will given the huge portion of GDP now made up by remittances from overseas workers.) Such issues are hardly unique to Qatar. Some 35 million migrants are employed in the six Gulf Cooperation Council countries, in Jordan, and in Lebanon, and incidences of exploitation are well documented. But the sheer of size of the migrant workforce compared to the general population, the overcrowded camps in which migrants live, and the construction pressures of the looming World Cup have placed foreign laborers in Qatar at particularly high risk of catching the coronavirus.With fewer than 1,000 days to go until the 2022 World Cup in Qatar kicks off, migrant workers have been toiling on stadium and infrastructure projects worth an estimated $200 billion. While Qatar has now shut down all public spaces, construction workers are still working on a variety of projects despite the fact that hundreds of cases of the coronavirus have spread among their communities.

How can workers “keep social distances” when they have to go to factories and construction sites where “more than 200 peoples are working together and sharing same bus,” one worker tweeted.

Since construction for the World Cup began six years ago, 34 migrants have lost their lives. Of those 34 deaths, 31 have been classified as “non-work related,” a term largely used to describe sudden deaths from unexplained cardiac or respiratory failure. Hundreds more die each year while working on other construction projects. As with the World Cup deaths, the government attributes the majority of these to cardiovascular causes or “natural death.” There is nothing, however, natural about a young, healthy person dying. Research published last year in the journal Cardiology explored the relationship between heat exposure and the deaths of more than 1,300 Nepali workers over a nine-year period until 2017. The climatologists and cardiologists found a strong correlation between heat stress and young workers dying of cardiovascular problems in the summer months. Of Qatar’s migrant population, some 700,000 are Indian, 400,000 Nepali, and 400,000 Bangladeshi. The shockwaves of such deaths are felt across South Asia.

In Kathmandu, Nepal, where I am based, body bags arrive at the international airport on a weekly basis, leaving families grieving for their loved ones and asking: How could this have happened? In the months to come, it will be no surprise if many more families are left heartbroken.

On March 11, 238 migrants in a single residential compound in the Industrial Area—a vast swath of land that’s the site of factories, warehouses, and migrant workers’ accommodation just outside Doha, Qatar—tested positive for the coronavirus. Since then, dozens more cases have been identified that appear to be linked to the initial outbreak.

However, the true burden of disease among migrant workers is unknown. The government doesn’t give figures on what portion of the infected are migrant workers. And some migrants fear coming forward to report their symptoms. “Many migrants are worried they will be deported if they test positive for COVID-19, so there is a fear that they will not report symptoms or go get tested, feeling compelled to work with the virus and imperiling their own health and that of others,” said Elizabeth Frantz, a division director of the Open Society Foundations’ International Migration Initiative. “There should be guarantees that migrant workers who come forward and report symptoms or test positive will not be deported. They should be reassured that they will not lose their jobs if they are ill.”

Following the confirmation of hundreds of cases among migrants, a huge part of the Industrial Area was put into lockdown. Authorities stressed that such a closure would “not affect the daily needs of the residents in this area, as there is coordination with the relevant companies to continue to fulfil the needs of their workers and pay their salaries on the usual dates,” and that additional measures to prevent the spread of the virus would be made available to these workers. In an email to Foreign Policy, Qatar’s communication office said that 1,000 trucks were sent to the Industrial Area daily to provide essential items and that the government would carry out an increase of work site checks and monitoring of companies to ensure that wages are paid in full.

The workers paint a different picture. When Narendra, a Nepali migrant worker in Doha, called me via the encrypted app Signal, I could hear heavy machinery operating in the background. He asked that his real name not be used for fear of retribution, as the story he told me is different from the one the government is peddling.

Migrants are hard at work. We used the encrypted communication app because he has a deep fear of surveillance.

“The situation here is serious,” Narendra said, describing the lockdown in part of the Industrial Area. “I have been frequently speaking with workers who are in lockdown areas. Employers aren’t allowing people out to buy food, and companies are not providing food. We don’t have any rights to ask for support.”

Netzfrau Doro Schreier
deutsche Flagge

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