Horror ohne Ende: Radioaktive Wolke über Europa – Fires Burn in Northern Ukraine – Chernobyl Fires May Have Reached as Far as France

zur englischen Version Radioaktiv verseuchte Wälder bei Tschernobyl brennen seit dem 3. April 2020. Mittlerweile brennen mehr als 46.000 Hektar Wald- und Grasland in der massiv radioaktiv verseuchten Sperrzone südwestlich der Reaktorruine von Tschernobyl. Die Flammen kommen bis zu 500 Meter an den Sarkophag heran, der den gefährlichsten Atommüll in der Region abschirmen soll. Mittlerweile haben die stark verdünnten Rauchschwaden auch andere Teile Europas erreicht. Der Reaktor Nr. 4 des Werks in Tschernobyl explodierte am 26. April 1986 und verseuchte nach Schätzungen bis zu drei Viertel Europas. Das Schlimmste an der Tschernobyl–Katastrophe war, dass niemand der Bevölkerung reinen Wein einschenkte. Fakten wurden verschleiert, Informationen zurückgehalten. Wie damals könnte die radioaktive Wolke bis nach Frankreich vorgedrungen sein.

Horror ohne Ende: Radioaktive Wolke über Europa

Retter löschen weiterhin Brände in der Region Schytomyr und in der Zone von Tschernobyl, in denen Grasböden, Stümpfe und Holz in der Region Schytomyr und in der Zone Tschernobyl schwelen, berichtete der Pressedienst des Staatsdienstes der Nationalversammlung, am 20. April 2020

Wie wir bereits am 06. April 2020 berichteten, teilte Jegor Firsow, Leiter des staatlichen Umweltinspektionsdienstes der Ukraine am 05. April 2020  auf Facebook mit: „Es gibt schlechte Nachrichten – die Strahlung im Feuerzentrum ist überdurchschnittlich hoch“.  Der Beitrag enthielt ein Video mit einem Geigerzähler, der die Strahlung 16-mal über dem Normalwert zeigt. Obwohl der Geigerzähler die erhöhte Radioaktivität zeigte, teilte die ukrainisch Regierung mit, dass die Brände in der Sperrzone noch nicht gelöscht sind, aber es wären keine erhöhten Strahlen gemessen worden.

Allerdings hieß es, dass eine erhöhte Strahlung in einigen Gebieten zu „Schwierigkeiten“ bei der Brandbekämpfung geführt habe, während betont wurde, dass die in der Nähe lebenden Menschen nicht in Gefahr seien. Auch hätten sie alles im Griff und die Brände seien fast alle gelöscht. Es wird angemerkt, dass insgesamt 91 Feuerwehrleute und 18 Ausrüstungsgegenstände am Löschen des Feuers beteiligt waren, von denen 37 Mitarbeiter und 8 Ausrüstungsgegenstände von SES stammten. Die Schwierigkeit des Löschens besteht darin, dass in einigen Bereichen der Strahlungshintergrund erhöht ist, so der Bericht aus der Ukraine vom 04. April 2020

Siehe auch: Horror ohne Ende: Radioaktiv verseuchte Wälder bei Tschernobyl brennen – Radiation spikes as forest fire hits Chernobyl nuclear zone

Sperrzone von Tschernobyl: immer noch Brände

Am 20. April 2020 teilte die Regierung mit, dass mittlerweile 596 Personen und 76 Ausrüstungsgegenstände am Löschen beteiligt seien. Zusätzlich 72 Mitarbeiter und 15 Ausrüstungseinheiten von SES, darunter drei SES-Flugzeuge vom Typ AN-32P. Seit dem 20. April 2020 unterstützt die SESU die Arbeiter der Forstwirtschaft von Vystupovytskyi und Berestestsky beim Löschen getrennter Bereiche, in denen Grasböden, Stümpfe und Holz schwelen“, heißt es in der Erklärung.

Ab dem 20. April um 7:00 Uhr löschen in der Sperrzone von Tschernobyl Feuerwehren Brände in den Wäldern von Korogodsky, Lubyansky, Paryshevsky, Dityatkovsky und Denysovetsky.

Der Grad der Luftverschmutzung in Kiew bedeutet, dass man nicht nur eine Maske wegen des Coronavirus tragen muss, sondern auch wegen des gefährlichen Staubs in der Luft, so die Menschen in der Ukraine.

Radioaktive Wolken über der Ukraine: Ärzteorganisation warnt vor Verharmlosung

Anstieg der Cäsium-137 Konzentration von rund 6 mBq/m3 auf 700 mBq/m3 am 10.-11. April – mehr als ein hundertfacher Anstieg

Die IPPNW warnt davor, die Waldbrände in der Ukraine zu verharmlosen. Mittlerweile haben die stark verdünnten Rauchschwaden auch andere Teile Europas erreicht. Die Ärzteorganisation erinnert daran, dass es keinen Schwellenwert gibt, unterhalb dessen Radioaktivität ungefährlich wäre. Seit dem 3. April brennen mehr als 46.000 Hektar Wald- und Grasland in der massiv radioaktiv verseuchten Sperrzone südwestlich der Reaktorruine von Tschernobyl. Am 13. April kamen die Flammen bis zu 500 Meter an den Sarkophag heran, der den gefährlichsten Atommüll in der Region abschirmen soll.

Über das Wochenende hat sich die Situation in der Hauptstadt Kiew zugespitzt. Die Behörden ordneten an, dass die Bevölkerung in ihren Wohnungen bleiben, die Fenster mit nassen Tüchern abhängen und viel trinken solle, da giftige Rauchschwaden durch die Stadt zögen. Laut der Organisation IQAir war Kiew am Samstag die Stadt mit der weltweit gefährlichsten Luftqualität: der Luftqualitätsindex (Air Quality Index; AQI) betrug zwischen 360 und 499, bei einem Normalwert von <50. Werte > 300 werden als „gefährlich“ bezeichnet.

Der Stellvertretende Direktor des Ukrainischen Hydrometeorologischen Zentrums (UHMC) Anatoliy Prokopenko berichtete von deutlich erhöhten Konzentration von Schwebstoffen, Stickoxiden, Schwelfeldioxid und Formaldehyd in Kiew am 17. und 18. April. Gleichzeitig wurde betont, dass die Strahlenmesswerte in der Hauptstadt nicht oberhalb der erlaubten Grenzwerte liegen würden. Messungen des Europäischen Radioaktivitätsmonitoringprogramms REMon zeigten bislang keine Erhöhung der Gammastrahlung in Kiew. Allerdings sind die Messgeräte laut der französischen Strahlenschutzbehörde IRSN nur auf Erhöhungen der Ortsdosisleistung von ca. 1.000.000 mBq/m3 ausgelegt.

Deutlich sensitivere Messungen der Cäsium-137 Aktivität in der Umgebungsluft wurden mittlerweile vom Zentralen Geophysischen Observatorium in Kiew veröffentlicht. Diese zeigten einen Anstieg der Cäsium-137 Konzentration von rund 6 mBq/m3 auf 700 mBq/m3 am 10.-11. April – mehr als ein hundertfacher Anstieg.

Der Direktor des Ukrainischen Hydrometeorologischen Zentrums, Mykola Kulbida, nannte diesen Anstieg „mikroskopisch“, der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko ging sogar soweit, zu behaupten, „in Kiew gibt es nur Rauch, keine Radioaktivität“.

Die Staatliche Sperrzonen-Agentur der Ukraine veröffentlichte Luftmesswerte vom Reaktorgelände in Tschernobyl, die Cäsium-137 Konzentrationen von 180.000 mBq/m3 zeigten. Gleichzeitig muss man die Werte im Kontext sehen: nach dem Super-GAU von Tschernobyl wurden in Bayern Cäsium-137 Konzentrationen von 10.000.000 mBq/m3 gemessen.

Die französische Strahlenschutzbehörde IRSN schreibt, dass allein in den ersten 10 Tagen der Waldbrände, also noch vor dem Wiederausbruch vergangene Woche, rund 200.000.000.000 Bq Radioaktivität durch die Feuer freigesetzt wurden und über ganz Europa verbreitet wurden.

Dr. med. Alex Rosen, Co-Vorsitzender der IPPNW dazu: „Die Satellitenbilder zeigen eindeutig, wie der Rauch der Waldbrände in der Sperrzone über die Ukraine ziehen, auch direkt über die Hauptstadt Kiew. Auch andere Teile Europas wurden mittlerweile von den stark verdünnten Rauchschwaden erreicht. Es ist wichtig zu verstehen, dass es keinen Schwellenwert gibt, unterhalb dessen Radioaktivität ungefährlich wäre. Jede zusätzliche Strahlenbelastung sollte möglichst vermieden werden. Noch mögen die gemessenen Strahlenwerte keine relevante Gefahr für die Bevölkerung darstellen, doch dies kann sich schlagartig ändern, sobald höher kontaminierte Waldgebiete brennen, die quer über die Sperrzone verteilten Lagerstätten für radioaktive Stoffe erreicht werden oder sogar der Sarkophag, der den Großteil der hoch-radioaktiven Überreste des Super-GAU umschließt. Bei ungünstiger Wetterlage und Windrichtung könnte auch der Rest Europas, könnte auch Deutschland von den radioaktiven Wolken betroffen sein. Die aktuellen Versuche, die Waldbrände zu verharmlosen, sind daher unverantwortlich und gefährlich. Es ist wichtig, jetzt zu handeln, bevor die Feuer sich weiter ausbreiten. Jetzt ist der Zeitpunkt für schnelle Hilfen und internationale Unterstützung.“

Dazu auch eine Twitter-Meldung vom 12. April 2020: Wie der Wald in der Sperrzone brennt !!!
Hubschrauber Video!    Tschernobyl !!!

Die IPPNW hatte letzte Woche die Bundesregierung dazu aufgerufen, auf EU-Ebene unbürokratische Unterstützung für die Ukraine zu organisieren, damit die Brände rasch unter Kontrolle gebracht werden können. Mittlerweile hat die Bundesregierung Hilfslieferungen im Wert von 230.000 Euro zugesagt, darunter 80 Dosimeter zur Messung der Radioaktivität, 15 Kilometer Feuerwehrschläuche und ein spezielles Tanklöschfahrzeug für Waldbrände.

Weitere Infos: Modellierung der Rauchwolken laut dem staatlichen Wissenschafts- und Technologiezentrum Atom- und Strahlensicherheit (SSTCNRS): http://sstc.ua/…/rozrahunkovi-trayektoriyi-rozpovsyudzhenny…

Satellitenbilder von Rauch über Kiew laut NASA Earth Observatory: https://earthobservatory.nasa.gov/…/fires-burn-in-northern-…

In den Wäldern in der Nähe des stillgelegten Kraftwerks kommt es häufig zu Bränden.

Vom 1986 havarierten Atomkraftwerk Tschernobyl gehen zwei Gefahren aus. Zum einen vom sogenannten Betonsarkophag, der unmittelbar nach der Katastrophe in aller Eile um die Ruine herum errichtet worden war, zum anderen von der in der üppigen Vegetation rund um Tschernobyl gespeicherten Radioaktivität. Waldbrände wie jene, die momentan bei Tschernobyl wüten, sind geeignet, sie wieder freizusetzen. Noch immer ist die Radioaktivität sehr hoch.

Erinnerungen an Tschernobyl

Die Katastrophe von Tschernobyl ereignete sich am 26. April 1986 in Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prypjat. Trotz der Katastrophenerfahrung setzt die Ukraine weiter auf Atomkraft.

ukraineAuf ukrainischem Territorium befinden sich 15 funktionierende Reaktorblöcke in vier Atomkraftwerken und weitere vier gedrosselte Reaktorblöcke im Atomkraftwerk Tschernobyl.

Erst am 29. April, 76 Stunden später, als sich das Ausmaß der Katastrophe nicht mehr verheimlichen ließ, als der Volksfeiertag zum 1. Mai bevorstand und empörte Anfragen aus Schweden eingingen, wurde die Weltöffentlichkeit informiert.

„In der Inlandsausgabe der Regierungszeitung „Iswestija“ steht ganz unten eine Acht-Zeilen-Meldung „Aus dem Ministerrat“: „Im Kernkraftwerk Tschernobyl (…) in der Ukraine hat sich eine Havarie ereignet, einer der Atomreaktoren wurde beschädigt. Maßnahmen zur Beseitigung der Havarie-Folgen werden unternommen. Den Geschädigten wird Hilfe geleistet. Eine Regierungskommission ist gebildet worden.“ Das ist alles. Da an dem Ausmaß des Vorfalls auch in Moskau nun kein Zweifel mehr herrscht, handelt es sich bei dieser Bekanntmachung nicht mehr nur um ein Herunterspielen, sondern um eine bewusste Täuschung (…).“ Weitere Einzelheiten wurden nicht bekanntgegeben, auch am 1. Mai nicht, an dem sich Tausende in Moskau und Kiew im Freien aufhielten. Informationen erhielt man nur aus ausländischen Medien.

Die Wolke – Tschernobyl und die Folgen

Radiation spikes as forest fire hits Chernobyl nuclear zone

Chernobyl Zone After Fire

Chernobyl Fires Drop Radioactive Ash, Send Air Quality Plummeting

By Eric Mack- Forbes 

Fires that burned near the Chernobyl nuclear power plant site in Ukraine for over a week were put out by firefighters and rain earlier this week, but a new report finds elevated levels of radiation in the area as well as the capitol city of Kiev.

The fires burned into the exclusion zone around the power plant that famously melted down in 1986, leading to the worst nuclear accident in history. The blazes burned right up to within a kilometer of the plant itself.

report released Wednesday by the French Radioprotection and Nuclear Safety Institute (IRSN) shows that samples taken of the air in Kiev had elevated levels of radioactive cesium 137, which peaked around April 10 – 11. During this period the observed levels of the radioactive isotope were almost an order of magnitude higher than at the time the blaze was just getting going.

“These values are significantly higher than the values usually measured for cesium 137 in the air in Kiev and show evidence of the passage of contaminated air masses,” the report reads. “However, they remain moderate and have no health consequences.”

tsn.ua

The smoke itself may have health consequences of its own, however. Air quality in Kiev registered as the worst in the world this week thanks to winds carrying the smoke into the city.


The report says that weather conditions likely carried air masses from the early days of the fire as far as France. During the most intense period of radiation re-release, contaminated air may have been carried to Belarus, Romania and Bulgaria, but IRSN is continuing to conduct tests through next week to get a better sense of the broader impact.

Measurements taken in the exclusion zone and at the plant itself were far higher.

The report concludes that the dose of radiation a resident living near the disaster area might ingest from crops contaminated by radioactive ash is not insignificant but still low at 30 micro sieverts of strontium 90 and 15 micro sieverts of cesium 137.

By comparison, it says a resident of Kiev might inhale an “extremely weak” dose of less than 1 nano sievert, while “the impact resulting from the inhalation of the radioactivity carried by the masses in the air arriving in France should be insignificant.”

Netzfrau Doro Schreier
deutsche Flagge

Horror ohne Ende: Radioaktiv verseuchte Wälder bei Tschernobyl brennen – Radiation spikes as forest fire hits Chernobyl nuclear zone

Ein Wahnsinn! Fukushima – Radioaktives Wasser und Giftmüll wird im Ozean entsorgt werden! – Japan Wants to Dump Nuclear Plant’s Tainted Water. Fishermen Fear the Worst.

Tickende Zeitbomben in Frankreich! Sie fliegen uns noch um die Ohren, die maroden Atomkraftwerke! – France : Anomalie générique : Les diesels de secours de 7 réacteurs n’auraient pas résisté à un séisme

Studie: Fukushima Gesundheitsschäden werden unterschätzt- Study: Fukushima health risks underestimated

Sie fliegen uns noch um die Ohren – Vermehrt Störfälle in maroden Atomkraftwerken

Uranabbau – nur eine andere Art von Atomkatastrophe – Uranium mining – just another kind of nuclear disaster

1 Mrd. Euro Entwicklungshilfe für Indien für zehn neue Atommeiler? Indien baut Uran im Gebiet Indigener Völker und im Tiger-Reservat ab!

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.