R.I.P. José de los Santos Sauna Limaco – Die Sierra Nevada de Santa Marta weint – The Sierra Nevada de Santa Marta is crying – COVID is killing Indigenous leaders

Wir trauern um José de los Santos Sauna Limaco, Gouverneur des indigenen Reservats Kogui – Malayo – Arhuaco. Wir ehren das Leben von José de los Santos, seine Führung und sein Engagement für den Schutz seines Kogui-Volkes und die Verteidigung der Linea Negra, eines Netzwerks heiliger Stätten der vier Gemeinden der Sierra Nevada de Santa Marta. Wir teilen diesen traurigen Moment mit seiner Familie, den Kogui und den indigenen Völkern Kolumbiens. Die Welt ist ärmer geworden, da Menschen wie Santos Sauna sterben. Wie sehr die Welt Menschen wie Santos braucht, sieht man daran, dass allein in Kolumbien letztes Jahr 64 Umweltaktivisten ermordet wurden. Und wer nicht ermordet wird, stirbt an Corona. Auch Santos starb an Covid. Lateinamerika ist zu einem Hot-Spot der Covid-19-Erkrankung geworden. Covid-19 trifft auch den Amazonas und es gibt bereits Zehntausende infizierte Indigene in Brasilien, Kolumbien, Bolivien, Ecuador und Peru. Während der Coronakrise findet nicht nur eine gigantische Plünderung des Regenwaldes statt, sondern auch ein Völkermord an Indigenen. Die Kogui sind einzigartig unter den indigenen Kulturen Lateinamerikas, weil die Spanier sie nie eroberten. Die indigenen Gemeinschaften schafften es sogar, dass 2016 die Konzerne im Regenwald von Kolumbien  kein Gold fördern durften.

R.I.P. José de los Santos Sauna Limaco

JOSE DE LOS SANTOS SAUNA LIMACO, einer der größten Weisen, kehrt in den Schoss von Serankua zurück, so sein Volk –

In der Prado-Klinik in Santa Marta starb am 06. August 2020 José de los Santos Sauna Limaco, Gouverneur des Indigenen Rates der Sierra Nevada. Er konnte die durch COVID-19 verursachten Komplikationen nicht überwinden. Die indigene Gemeinschaft der Kogis befindet sich im nördlichen Teil Kolumbiens, in den Departements La Guajira, Cesar und Magdalena in der kolumbianischen Karibik. Dort war der 44-jährige Gouverneur des Cabildo für seinen unerschütterlichen Willen und seine Ausdauer bekannt zur Verteidigung des Territoriums gegen die Angriffe und die Unersättlichkeit von „Touristen-, Bergbau- und Infrastrukturinvestoren“, die permanent drohen, seine heiligen Räume zu zerstören.

„Coronavirus könnte uns auslöschen“

Indigene Gruppen in ganz Südamerika blockieren ihre Dörfer und ziehen sich in ihre traditionellen Wald- und Berghäuser zurück, um der potenziell katastrophalen Bedrohung durch das Coronavirus zu entkommen. Die indigenen Gruppen in Brasilien, Kolumbien, Ecuador und Peru hatten  vorsorglich Schritte unternommen, um sich vor dem zu schützen, was sie mit Pocken und Masern vergleichen, die von europäischen Invasoren zwischen dem späten 15. und dem 17. Jahrhundert eingeschleppt worden waren. Bis zu 90% der präkolumbianischen Bevölkerung Amerikas, geschätzte 60 Millionen Menschen, wurden damals  ausgelöscht. Doch vergebens, obwohl sie versuchten, sich zu schützen, sterben Indigene an dem schrecklichen Virus, wie auch Paulinho Paiakan, der berühmte Häuptling des Amazonas. In Brasilien gab es bei den Indigenen durch das Coronavirus bereits die ersten Toten, nachdem Holzfäller in ihr Gebiet eingedrungen waren.

Und auch in Kolumbien sterben Indigene an dem Virus, wie José de los Santos Sauna Limaco.

„Dies ist ein sehr dunkler Teil unserer Geschichte“, sagen die Indigenen, „und wir wollen keine Wiederholung. Wenn unsere alten Menschen an dem Virus sterben, dann sterben mit ihnen auch unsere Geschichten, unser Wissen und am Ende wir.“

Umgeben von einem fast unpassierbaren Dschungel und in den letzten Jahrzehnten im Kreuzfeuer zwischen der kolumbianischen Armee, Farc-Guerillas und rechten Paramilitärs gefangen, lebten diese „verlorenen“ Ureinwohner fünf Jahrhunderte lang in fast völliger Isolation und schützten ihr Territorium standhaft vor den „Eindringlingen“ von außen.

Wie gingen die indigenen Völker damals damit um?

Die Kulturen, die überlebten, taten dies mit „social distancing“ – sie isolierten sich von den infizierten Europäern. Die Kogi und die Arhuaco flohen ins Hochgebirge, verbrannten Brücken hinter sich und ließen sich schließlich in einem neuen Leben nieder, das sie von dem Schaden trennte, der schließlich den Maya und Inka und anderen zugefügt wurde. Genau so machten sie es auch, als Kolumbien den Lockdown ausrief. Siehe „Coronavirus könnte uns auslöschen“: Indigene blockieren ihre Dörfer – John Lundin: Quarantined in the Heart of the World

Doch jetzt stehen die Indigenen in Kolumbien vor neuen Herausforderungen, dem Coronavirus, welches sie ausrotten kann. Die indigenen Gemeinden hatten die Entscheidung getroffen, sich zu isolieren, doch das Virus war stärker.

Noch im April 2020 sagte Luis Fernando Arias, Koordinator der nationalen indigenen Organisation Kolumbiens und Mitglied der Kankuamo aus der Sierra Nevada an der Karibikküste: „Wir haben ein Treffen abgehalten und beschlossen, uns am besten zu schützen, indem wir in unser Land zurückkehren“

In den letzten Monaten trauerten indigene Gemeinschaften in Lateinamerika um José de los Santos Sauna (Kolumbien), den Führer Awajún Santiago Manuin Valera (aus dem peruanischen Amazonas) oder Claudio Centeno Quito, die Autorität der Sura-Nation in Bolivien. Ihre Namen sind nur einige von denen, die verstorben sind.

Mit dieser Pandemie sind „Millionen von Ahnenwissen über den Dschungel verschwunden. Wissen, das die Welt retten kann, Wissen über das Management von Pflanzen, das Management von Ökosystemen, das kein Wissenschaftler kennt.

„Für uns ist der größte Schmerz, dass eine ganze Geschichte unserer Völker stirbt“, erklärt José Gregorio Díaz Mirabal, der zum Volk der Wakuenai Kurripaco gehört – ursprünglich aus dem venezolanischen Amazonas – und der für den Koordinator der indigenen Organisationen der USA verantwortlich ist Amazonasbecken (COICA).

Todesschwadronen in Kolumbien nutzen die Sperrung wegen Corona, um Aktivisten auf dem Land zu ermorden

Marco Rivadeneira, ein bekannter Aktivist, wurde in der südlichen Provinz Putumayo ermordet, Ángel Ovidio Quintero in der westlichen Region Antioquia erschossen und Ivo Humberto Bracamonte an der Ostgrenze zu Venezuela getötet. Kolumbien ist mittlerweile eines der gefährlichsten Länder der Welt für Aktivisten. 2019 wurden in Kolumbien 64 Land- und Umweltverteidiger ermordet.

Abholzung ist ein ernstes und wachsendes Problem in Kolumbien und auch in anderen Teilen des Amazonas. Und wie in anderen Ländern in Lateinamerika wird auch in Kolumbien die Pandemie für eine gigantische Plünderung genutzt. Kolumbien hat am Dienstag, 11. 08.2020  400.000 bestätigte Coronavirus-Fälle überschritten, die Zahl der Todesfälle steigt auf 13.500 und die  Intensivstationen in der Hauptstadt Bogota sind weiterhin überlastet. Und auch die Covid-19-Pandemie und die damit verbundene Sperrung machen es den Wayuu, einer indigenen Gruppe in Kolumbien, noch schwerer zu überleben, teilten Human Rights Watch und das Johns Hopkins Center for Humanitarian Health in einem gemeinsamen Bericht am 13.August 2020 mit.

Covid-19 tötet indigene Führer im gesamten Amazonasgebiet.

Auch In Brasilien breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. Einer der bekanntesten indigenen Verteidiger des Amazonas-Regenwaldes ist in Brasilien an Coronavirus gestorben. Paulinho Paiakan, Chef des Kayapó-Volkes, wurde in den 1980er Jahren im Kampf gegen Belo Monte, einen der größten Staudämme der Welt, international bekannt. Auch der große Pädagoge Higino Tenório, Führer des Tuyuka-Volkes, war ein weiteres Opfer von Covid-19 in Amazonas. Er lebte in der Region Alto Rio Negro in Amazonas. Mit seinen Kenntnissen über den Amazonas galt er als Referenz für Forscher. Er starb  im Alter von 65 Jahren an Covid und auch Sierra Nevada de Santa Marta in Komlumbien weint.

Wir bedauern zutiefst den Tod des Cabildo-Gouverneurs des Kogui-Volkes, José de los Santos. Wir trauern gemeinsam mit den indigenen Völkern der Sierra Nevada de Santa Marta und werden sein Erbe lange ehren und bewahren, so die Indigenen in Kolumbien.

„Die Gedanken unserer Vorfahren sind in jeden Felsen und jedes andere Element eingebettet, in dem Menschen Kontakt haben“, so die Überzeugung der des Kogui-Volkes. Wir existieren in einem bewussten Universum, in dem alle materiellen Dinge Leben und Bewusstsein haben. Für uns ist es unergründlich, dass der „moderne Mensch“ nicht glaubt, dass die Erde den Schaden, den wir ihr zufügen, bewusst erlebt.“

Netzfrau Doro Schreier

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1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Gracias por el reportaje.
    Es increible que paises como el de ustedes, se preocupen mas que nosotros mismos. Tenemos un gobierno que miente todos los dias, acaba con la paz, la corrupción ha superado todo lo imaginable, estamos gobernados por delincuentes.
    Nuevamente gracias por informar.

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